Mittwoch, Februar 04, 2009

Vicki Nixon - Jenseits des Schmerzes

Ja, und dann hätten wir noch die wunderbare Vicki Nixon, zu erkennen an ihren wikingerblauen Augen und der flachsblonden Mähne. Eine Frau, die auch der ein oder andere vor ein paar Wochen im „Stern“ gesehen hat, als Martin Schoellers Buch „Female Bodybuilders“ vorgestellt wurde und die Reporter aus Hamburg einen Beleg glanzvoller, aktualitätsbezogener Recherche abgeliefert haben: Es hieß da in dem Text, die von einer schlimmen Kindheit, zeitweilig von Drogenabhängigkeit geplagte Vicki Nixon sei nun quasi BB-abhängig und mache nun einfach weiter, weil es wie eine Sucht sei. Auch wenn der Knorpel in ihrem Knie kaputt sei, immerhin hätte sie das mit dem Doping unter Kontrolle. Nun, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im Oktober war das so alles schon nicht mehr wahr.

Hätte man rauskriegen können, indem man einfach eine Runde googelt. Dann hätte man rausgefunden, dass sie vorher schon Judo und Ringkampf (!) betrieben hat, dass sie zum FBB über ihren Vater gekommen ist, einen Mann, der als Trainer in einem CVJM gearbeitet hat. Dann, liebe "Stern"-Leute, wäre einem auf Vickis Website eine Werbung für die DVD „Beyond the Pain“ entgegengesprungen.

Und anders als in vielen anderen FBB-DVD’s geht’s hier auch um die Schattenseiten des Leistungssports, wie ihn Vicki Nixon betrieben hat. Über die hat sie ja auch in einem auf Muscular Development veröffentlichten Interview mit Linda Wood-Hoyte sehr offenherzig gesprochen: Da hat sie sich auch klar dagegen ausgesprochen, dass der aktuelle Trend Frauen zu sehr zu Masse zwingt, dass das Verhältnis von Größe und Masse (sprich: die eigentliche Symmetrie) auf der Strecke bleibt – ihre Ansicht: „Eine Frau sollte wie eine Frau aussehen – basta!“ Sie fordert, dies auch in den Regularien zu verankern, also, dass das Gesamtbild über der Masse zu stehen habe.

All das schließt auch ihre Untersuchungen im Krankenhaus mit ein. Und an Negativem, was sie durch Willenskraft und Sport zu bekämpfen versucht hat, hat sie genannt: vier (!) kaputte Bandscheiben, Leberprobleme, Knochen auf Knochen im Knie, ein Loch im Oberschenkel(knochen – sie sagt „Femur“, das lässt sich laut meiner Kenntnis des Lateinischen auf den Oberschenkel wie den Knochen beziehen), Migräne, Fibromyalgie-Syndrom (FMS = also generalisierte Schmerzen in Muskeln, Bindegewebe, Knochen) (Einen Anreißer oder neudeutsch „Teaser“ der DVD gibt’s übrigens in den üblichen Web-Videoportalen, einfach mal klicken. Da stehen die schon zum Teil seit letztem Frühjahr).

Also, zum Zeitpunkt der „Stern“-Veröffentlichung hatte der Arzt der blonden Schönheit ihr schon ein Stoppsignal entgegen gehalten: Von wegen verschlissener Knorpel --- hier ging es um massive Probleme mit den Knien und mit einem Oberschenkel. Die Folge: kein Unterkörpertraining mehr mit schwerem Gewicht. Nun hieß es abwägen – operieren oder nicht? Erst mal nicht, beschloss Vicki, statt dessen ganz vorsichtig weitermachen mit leichtem Gewicht.

Doch dann gab Weihnachten – und damit eine lange Fahrt quer durch den Kontinent zu Vickis Familie und kurz vor Erreichen des Ziels ein Unfall, bei dem eine Auto-Fahrerin eine rote Ampel übersah und den Truck von Vicki und ihrem Liebsten rammte. Es gab wohl noch zwei verletzte Hunde (die von Vicki), ein Feuerchen und den Einsatz der roten Retter --- und als Folge hat Vicki seitdem Alpträume. Ob’s daran liegt? Jedenfalls hat sie nun auch Schmerzen im Oberkörper-Skelett und muss im Moment wohl völlig pausieren.

Bleibt nur eins zu wünschen: Vicki, so wie sich dein Blog (findet man hier) und deine Biographie liest, ist BB für dich alles (auch jenseits irgendwelcher Doping- und Sucht-Geschichten). Da sei es dir gewünscht, dass nach dem Gesunden es zumindest möglich ist wieder soviel zu trainieren, dass du dich wohl fühlst und deinen Lebensstil im Rahmen des Machbaren weiter verfolgen kannst. Solange seien alle Daumen gedrückt.

Kommentare:

  1. marcusaurel8/2/09

    du matt,
    sag mal... wie motivierst Du Dich eigentlich diesen Blog Woche für Woche weiter voranzutreiben, wenn einfach keiner Kommentare hinterlässt und sich daran zu beteiligen scheint????

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  2. Tja. Gute Frage. Was die anderen angeht: Vielleicht schreib ich dran vorbei. Was mich angeht: Kann hier ein paar Dinge schreiberisch ausprobieren, die anderswo nicht gehen (soweit's der Job zeitlich zulässt - im Moment tut er das aber nur selten). Und dann sind da ja auch meine eigenen Neigungen ...

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  3. marcusaurel17/2/09

    nicht jeder beitrag in Deinem Blog trifft meinen Geschmack und Nerv, aber er ist einzigartig genug, sich daran via Kommentare zu beteiligen!

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--- mattmuscle, der sich über möglichst viele sinnvolle Kommentare und Anmeldungen bei "Wer mitliest - die Muskelmaedel-Community" in der rechten Blog-Spalte freuen würde ...