Dienstag, Dezember 08, 2009

Sexy Muskeln auf Papier ...













Die offizielle – wenn man das dann so nennen kann – Comic-Welt zeigt selbst Superheldinnen selten richtig muskelbepackt. Klar, es gibt Ausnahmen, She-Hulk oder Wonder Woman und Power Girl zeigen sich mitunter durchaus mit ansehnlichen Bizeps- und Schultermuckis. Aber das sind Ausnahmen, wohlgemerkt. Zumal sich die Muskeln hier immer noch allenfalls in gleichsam politisch korrekter Weise ausgeprägt zeigen ...

Wer also so richtig starke und muskulöse Frauen in Tusche und bunt und auf Papier sehen wollte, dem blieb jahrelang nur eine Quelle: LH-Art, einst gegründet aus dem Muckimaedel-Spleen von Orrin Heller heraus, heute geleitet von seinem Sohn Larry Heller, daher das „LH“ im Firmennamen. (Die jeweiligen Links stehen am Ende des Textes - I used a few pictures from the artists pages and I hope this kind of PR will be o.k. for them all!)

Hier gab (und gibt) es nicht nur Bilder und Comics mit muskulösen Heldinnen, sondern auch Geschichten, in denen es sich explizit um eben diese Muskeln der Frauen und um körperlich unterlegene Männer dreht. Und natürlich machte all das nicht vor der Schlafzimmertüre halt. LH-Art sammelte einen weltweiten Trupp von Künstlern, um das alles zu zeichnen. Viele davon stammten aus dem Fetisch-Bereich, stellten also dar was sie selber fühlten, oder waren zumindest so versiert, dass sie sich gut in die Denkweise der Fans hineinversetzen konnten.
















Zeichner wie LoSarro (das Bild des Schwächlings in der Klemme ihres Mucki-Bizeps stammt von ihm), Lee Burks, Robin Ator, Bill Quick oder Allessandra lassen und ließen hier veröffentlichen, wobei die Zeichenstile zum Teil höchst unterschiedlich sind: Bill Quick etwa hat einen karikaturistisch anmutenden Strich mit vielen rasch anmutenden Details, während LoSarro etwa sehr sparsam, aber punktgenau ist mit dem Einsatz von Schwarzweiß-Details innerhalb der Figur und immer Frauen mit sehr schönen Model-Gesichtern darstellt.

Lee Burks ist ein Comic-Veteran, Robin Ator ein Profi-Zeichner aus Oregon. Und Comic-Legende Elie Xyr alais Alain Célérier stammt aus Frankreich. Bei ihm gab es schon zu Beginn der 1980er Jahre Frauen mit extremster Muskulatur, zu sehen in Comics wie „Neopolis“.

Einer, der sich hier ebenfalls seine Sporen als Zeichner im Bereich des Muskelmaedel-Fetisch verdient hat, ist David C. Matthews aus Florida. Ebenfalls ein Veteran im professionellen Comic-Gewerbe, ist er bekannt für seine Comic-Heldinnen, bei denen jedes Muskeldetail (und das heißt bei ihm immer vieeeeel Muckis!) haargenau mit sicherem Strich wiedergegeben ist, im Stil durchaus angelehnt an die Darstellung, wie man sie von Comics im Gefolge von Burne Hogarth kennt (das ist der Mann, dessen Tarzan-Darstellung den Comics die Wiedergabe von Muskeln vorgegeben hat).



















Wobei er zudem auch zu den Leuten gehört, die (wie auch der Künstler mit Namen „Wreckshop“) seine Damen immer mit z.T. unwirklich viel, aber immer sehr beeindruckenden Muskelmassen ausgestattet hat. Zudem hat Matthews diverse Comic-Reihen (allen voran rund um die Erlebnisse der Bodybuilderin Satin Steele oder die im japanischen Manga-Stil gehaltene Tetsuko - hier im Bild)) entwickelt, geht also über das Zeichnen allein hinaus. Denn die meisten Zeichner zeichnen im eigenen Stil, aber eben bei einer Story inhaltlich nach Vorgabe. Eigene Stories entwickeln, das tun sie hingegen meistens nicht: Da ist DCM fast schon einzigartig.

Mit dem Aufkommen des Internet wurde dann sehr schnell alles anders. Nun konnten auch Leute ihre Zeichenkünste demonstrieren, ohne über einen Verlag gehen zu müssen. Heraus kamen dabei nicht nur Comics, sondern auch Einzeldarstellungen, ob als Szene oder als Portrait. Eine der ersten Plattformen hierfür war (und z.T. ist es immer noch) Diana the Valkyrie (hier deren Logo).

Hier kann jeder Muckimaedelfan seine Sachen einstellen. Darunter (es sei nicht verschwiegen) auch solche, die IMHO des Zeichnens nur bedingt mächtig sind. Und solche, deren Produkte zu kopf- und proportionslosen Muskelgigantinnengediehen, denen – eigentlich wichtig für den Künstler – jede Originalität und Seele fehlte. Aber dafür war DTV noch vor fünf, sechs Jahren DIE Fundgrube schlechthin, auch für Zeichner von qualitativ Hochwertigerem.

Einer der ersten davon war Zebodoy. Der Franzose zeichnet seine Frauen ebenfalls mit sehr viel Muskeln, immer weit mehr als im wirklichen Leben mit allen Mitteln machbar wären (hier seine Version der göttlichen Andrulla Blanchette). Und er wirkt beeinflusst von Geschichten wie Conan, ein dementsprechend düster-gewalttätiger Action-Touch prägt viele seiner Zeichnungen.


















Dann der unter dem Alias „AOS“ tätige Künstler aus Brasilien, der vorzugsweise Mucki-Gigantinnen zeichnet, denen immer an der Unterwerfung und Zerstörung von Männern gelegen ist, oft als Rache für erlittenes Unrecht. Er zeichnet mit Bleistift, koloriert per Rechner und hat einen sehr hohen, nahezu filigranen Detailreichtum. Etwa seine Darstellung von Haaren. Oder auch Kleidungsdetails: Jeans-Hosen, bei denen jede Falte im Stoff ebenso zu sehen ist wie die Struktur des Stoffes oder diejenige des darunter getragenen Höschens sowie der darunter liegenden Muskulatur. AOS meidet die holzschnittartige Schraffur, wie man sie aus den Comics kennt. Der Künstler hat seine eigene Seite, ist aber inzwischen zumeist fest an LH-Art gebunden. Und er veröffentlicht auch bei Youtube.













Ebenfalls ein Meister des Bleistifts ist Yukio Kura vom Atelier EG. Der Japaner ist einer meiner absoluten Favoriten. Typisch für ihn ist seine detailreiche Darstellung von Muskeln, oft auch mit sehr viel Adern. Er zeigt da viel mehr (beim Zeichnen sehr viel Zeit raubende) Kleinigkeiten wie die Konturen aller Muskeln so, dass es fast schon plastisch wirkt. Ich habe ein paar seiner tollen Zeichnungen koloriert - dies ist eine davon..

Die meisten dieser Künstler haben (zumindest zeitweise) eigene Websites. DTV und LH-Art bildeten erste Sammelstellen für Muskelmaedel-Fans. Inzwischen aber hat sich eine neue geworden waren, hat sich inzwischen eine andere Plattform herauskristallisiert: Deviant Art. Dies ist – wie bei Wikipedia nachzulesen – eine kommerzielle Website, auf der Künstler aller Art publizieren können. Und auch ihre Sachen als „Print on Demand“ ablegen können. Mit etwas Glück verdient man dann auch was dran. Und wer will, kann sich hier auch in dem ein oder anderen „Tutorial“ über das Zeichnen an sich informieren, auch dem von Bodybuilderinnen und anderen starken Frauen.

Hier ist mittlerweile das webweit wohl wichtigste Sammelbecken für Künstler, die sich mit unserem Spleen befassen. Matthews ist inzwischen ebenso hier wie Zebodoy. Und andere kamen hinzu, wie so oft im Web nur unter einem Pseudonym bekannt.

Ich nenne einfach mal erin paar (willkürlich ausgewählt und bei weitem ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Bambs79 – er zeichnet in einem wunderbaren Comic-Stil, sehr klar, sehr viele Details und immer sehr originell. Auch mal teuflisch - wie hier.

Einen völlig anderen Stil pflegt Jebriodo alias Jedediah Dougherty. Der jüngst 40 Jahre alt gewordene Amerikaner ist einer, der sehr gekonnt die Muskeln seiner Ladies übertrieben darstellt und der zudem auch wohl in der Malerei zuhause ist. Er ist professionell tätig und widmet sich auch der Darstellung von Elfen, Göttinnen, mythischen und apkalyptischen Themen sowie von SF, ja und von Frauen überhaupt.

Ebenfalls einer meiner Favoriten bei Deviant ist der Franzose Stef, zu finden unter „Hardbodies“. Er malt FBB’s (sehr gern im Fetish-Look) im Comic-Stil, wobei seine Stärke im Portrait liegt. Außerdem hat er auch einen Hang zu Themen aus der Militärgeschichte, da kennt er sich wohl auch aus.

Oder Yatz alias Yitzhak Shtarker aus Israel: Bei ihm gefällt mir neben dem sparsamen, aber klaren und direkten Strich sowie seiner Fähigkeit im Kolorieren auch sein Sinn für Selbstironie: Seine Muskelmaedels begegnen immer Männern, die angesichts dieser Prachtleiber gar nicht mehr anders können, als den Verstand zu verlieren ...

Die Liste ist alles andere als vollständig; es gibt in Deviant-Art bestimmt Hunderte von Muskelmaedel-Zeichnern. Also einfach mal hinsurfen. Man findet sehr leicht noch viel mehr als die wenigen hier besprochenen Künstler. Denn man kann hier Favoritenlisten und so auf andere Bilder und damit Künstler innerhalb von DA verlinken. Achtung: Man nehme sich etwas Zeit, weil man sich sonst in den Fluten von Bildern verliert.

Hier die Links:

http://bambs79.deviantart.com/
http://shulkie.com/ (= She Hulk Fanpage)

1 Kommentar:

  1. marcusaurel21/12/09

    wow, machst du dir hier eine Arbeit mit dem Blog! Reschbekt!

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--- mattmuscle, der sich über möglichst viele sinnvolle Kommentare und Anmeldungen bei "Wer mitliest - die Muskelmaedel-Community" in der rechten Blog-Spalte freuen würde ...