Dienstag, Februar 23, 2010

Muskeln auf Eis

















Dieser Tage laufen sie wieder, die wie Comic-Superheldinnen ganz in Spandex gehüllten Damen mit den Super-Duper-Oberschenkeln und den prall und ausladend ausgeprägten Popos. Klar, es geht um die Eisschnellläuferinnen, die sich bei den Olympischen Spielen in Vancouver mitunter sehr biegsam, aber immer sehr fesch in die Kurve legen, aus der sie dann dank ihrer mächtigen Muskeln wieder im Nu herausflitzen — mit bis zu sechzig Stundenkilometern.

Kein Wunder, dass man da nicht nur starke und stahlharte, sondern auch massige Muskeln entwickelt. Denn nur so kommt man gescheit auf Tempo und zudem in die Lage, den bei diesem schnellen Sport anfallenden Fliehkräften auch standzuhalten und nicht mit Karacho von den Kufen zu kippen: Die ganzen Popo- und Beinmuskeln legen ja den Körperschwerpunkt tiefer.
So weit, so logisch und so sexy. Sag ich mal einfach so, weil ich's so sehe. Und mich daher schon etwas über die vor Ort tätigen Fotografen ärgere. Sie alle machen wunderbar dynamische Aufnahmen der schnellen Muskeldamen, aber immer nur von vorn. Was mir fehlt, sind Schnappschüsse von hinten, damit man mal die ganze Pracht und Herrlichkeit in voller Action und aus dem richtigenn Blickwinkel bewundern kann ...
Nun denn. Jedenfalls finden sich zu den Speed Skaters dieser Tage lustige Berichte im Web. Zum einen hätten wir da jene wissenschaftliche Studie, derzufolge Leute mit kräftigeren Oberschenkeln ein niedrigeres Risiko für Herzinfarkte und verfühten Tod haben. Das gilt — weil akkurat gemessen — für Leute, deren Oberschenkel mehr als 60 cm im Umfang messen. Wobei es da argumentativ wohl allem Anschein nach recht chaotisch zur Sache geht, weil es ja wohl immer noch deutliche Unterschiede zwischen Fett und Muckis gibt.
Ja, und dann ist da noch der Artikel von Shi Davidi aus "The Canadian Press". Demzufolge der Nachteil des Eisschnelllaufens für die Maedels darin liegt, dass sie für ihre "Donnerschenkel" kaum passende Hosen finden: Selbst nach sieben Jahren Rückzug aus dem Sport beklagt die Amerikanerin und zweifachhe Olympia-Championesse Catriona Le May Doan dieses Malaise: "In allem , was ich habe, ist ein bißchen Spandex. Die meisten Kleidungsstücke, selbst Jeans, dehnen sich etwas, aber das ist immer unser Problem, Kleidung zu finden, die passt. Große Beine, großer Popo. Immer."
Und die Kanadierin Christine Nesbitt erklärt, dass die in den üblichen Geschäften zu findenden Hosen immer supereng an den Schenkeln anliegen, aber dafür viel zu weit für ihre dank des rigiden Trainings superschmale Taille ausfällt. Hier hilft nur ein guter Schneider weiter.
Man könnte ja nach der Karriere abnehmen und versuchen, zu dünneren Beinen zu kommen. Aber genau das tun viele der Damen nicht — wie Catriona Le May Doan ausführt, hat sie dreiundzwanzig Jahre trainiert und sieht es nicht ein, ihre Form völlig zu verlieren (übrigens auch nach der Geburt zweier Kinder nicht). Ist wohl eine Frage des Stolzes und der Identifikation.
Ich jedenfalls find's klasse.

Abschließend noch ein Bild. Interessant nicht nur die Perspektive (lechz!), sondern auch die Technik des von der Kufe gelösten Schuhs. Diese Schlitttschuhe sind wohl in einer anderen Liga als die starren Dinger, die ich als Junge ab und zu an den Füßen hatte.
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Derzeit bin ich in der Endphase einiger beruflicher Projekte (mal wieder). Und das lässt mir nicht ganz so viel Zeit und Muße, wie ich sie gern auch für diesen meinen Blog hier hätte. Aber demnächst wird es hoffentlich auch wieder anders. Bis dahin: Bleibt mir zugetan!