Donnerstag, August 25, 2011

Ein Brief: Frau sucht ...

Starke Frau sucht und fragt -

hier symbolisiert durch Andrulla B.

"I am standing in the book", so ein Satz Charles Bukowskis aus einer seiner Stories, in der es um verzweifelte Schriftsteller geht, die ihn anrufen und ihm ihr Leid klagen - dies, ohne zu hinterfragen, wie es ihm geht. "Das ist der Grund, warum ich im Telefonbuch stehe", so seine Antwort. ---

Manchmal landen Texte hier, die recht viel Verzweiflung atmen. Manchmal auch welche, die nach meinem Warum und Weshalb fragen. Aber so gut wie immer sind Männer die Fragenden und Suchenden, wenn Frauen sich melden, dann, um das ein oder andere aus ihrem Sport mitzuteilen. 

Nun kam zu meiner Überraschung eine Mail, in der eine Frau ihr Verhältnis zu ihrem Body und ihre Suche zum muskulösen männlichen Gegenüber beschreibt und diverse Fragen stellt. Die Zuschrift sei nun hier veröffentlicht. Und als Kontaktmöglichkeit empfehle ich die Kommentarfunktion, die ist natürlich aktiviert. Da kann natürlich auch jeder etwas hineinschreiben, der Antworten auf die Fragen der Mailschreiberin zu haben glaubt; meine Ansichten habe ich schon ihr schon separat mitgeteilt. Here we go:

"Erstmal zu mir: ich bin Mitte 20, weiblich und mache seit zirka einem Jahr Krafttraining. Seit einigen Wochen sehr intensiv.

Also zunächst: ich würde von mir selbst sagen, dass ich einen ausgeprägten Muskel- und Kraftfetisch bei Männern habe. Erstaunlicherweise lässt sich im Internet zu diesem Thema aber so gut wie gar nichts finden. Allein der Begriff "Muskelfetisch" ist im Netz quasi gar nicht existent. Wenn man allerdings etwas in diese Richtung findet, dann sind es Seiten von Männern die einen Fetisch oder eine besondere Anziehung/Faszination zu Frauen mit Muskeln haben (wie z.B. Dein Blog) oder man findet Internetseiten von Schwulen, welche Muskeln an anderen Männern zelebrieren.

Seiten für oder von Frauen dagegen, welche Männer mit Muskeln besonders reizvoll finden, gibt es nicht. Ich habe noch keine einzige Seite dazu gefunden. Und das obwohl diese Konstellation ja eigentlich naturgemäß die häufigste/"normalste" sein sollte... meine Theorie dazu ist, dass Frauen offensichtlich deutlich weniger offensiv mit Ihren Vorlieben umgehen und daher keine Internetseiten zu diesem Thema existieren? Weißt Du irgendwas zu diesem Thema, oder hast Du eine Idee, wie man dieses Phänomen erklären kann?

Ein weiterer Aspekt den ich diesbezüglich seltsam finde ist der: ich selbst bin wie gesagt fasziniert von Männern mit Kraft und ausgeprägter Muskulatur. Jedoch finde ich diese Attribute auch an meinem eigenen Körper faszinierend und finde es daher erstrebenswert einen muskulösen, durchtrainierten Körper zu erreichen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass man Muskeln mag, sie aber am eigenen Körper nicht auch anstrebt beziehungsweise es aushält, selbst einen schwabbeligen, fetten, schwachen oder untrainierten Körper zu haben, von dem man 24 Stunden am Tag umgeben ist. Dies scheint jedoch in der "Muskeln bei Frauen-Fetisch"-Szene trotzdem sehr häufig zu sein, oder täusche ich mich? Auch dazu: hast Du eine Erklärung?

Was denkst Du, wieviel Prozent von den Männern mit einer Vorliebe für muskulöse/starke Frauen sind selbst muskulös bzw. aktive Bodybuilder/Kraftsportler?

Kennst Du welche persönlich oder übers Internet? ;-) Du kannst Dir vorstellen, man muss schon ziemlich verzweifelt sein um einen Wildfremden so etwas zu fragen ;-)

Es ist tatsächlich so, dass diese Sorte von Männern sexuell gesehen mein "Ideal" darstellt, ich aber bisher keinen gefunden habe - nicht mal nur, um sich über das Internet auszutauschen, geschweige denn als Sexual- oder Liebespartner. Wie genial wäre es, jemanden zu haben, der mich in meinem eigenen Trainingsehrgeiz unterstützt, der mir regelmäßig in den Arsch tritt, mich fördert und fordert und das Ergebnis dieser harten Arbeit wertschätzt und geniesst - der aber zugleich den selben Anspruch an sich und die eigene Physis hat und seinerseits hart an einem definierten, muskulösen Körper arbeitet. Es kann doch nicht sein, dass es nur "Schlaffis" gibt, die sich für muskulöse Frauen begeistern?! ;-)"

Mittwoch, August 17, 2011

The Crocodile Huntress

Terri Irwin und ihre Tochter Bindi.
Terri Irwin – wenn es da dem geneigten Leser so geht wie mir, sagt der Name erst einmal überhaupt nichts. Jetzt aber den Namen Steve Irwin ergänzt. Und es könnte bei dem ein oder anderen klingeln.

Richtig: Das war der australische Tierfachmann aus dem Fernsehen. Der blonde, in seiner Heimat als „Crocodile Hunter“ bekannte Mann, der mit Krokodilen und Schlange, überhaupt mit allen Arten von Reptilien, Echsen, Gliederfüßern und sonstigem Getier auf Du und Du stand.

Steve Irwin. Der auch schon mal mit einem Krokodil gerungen hat. Der mit der Begeisterung eines kleinen Jungen und der Energie von zehn Personen den Lebensraum dieser allzu oft bedrohten Tiere vorgestellt und so gerade Kindern diese Lebewesen näher gebracht hat. Und auch Begeisterung für ein Leben mit und für Tiere geweckt hat. Steve Irwin verstarb viel zu früh und völlig unerwartet 2006, als ihn bei Dreharbeiten ein Rochen in die Brust stach.

Und wer ist nun Terri Irwin? Seine hinterbliebene Frau, ihres Zeichens ebenfalls auf Tiere spezialisiert und von klein auf Tierschützerin. Anders als ihr verstorbener Mann aber stammt sie aus Oregon in den USA. Also von der anderen Ecke der Welt. Zusammen kamen die beiden zu Beginn der 1990er Jahre über ihre Begeisterung für das Getier.

Terri Irwin führt das Erbe ihres Mannes fort, ist ihm zu Ehren seit 2009 Australierin, zieht ihrer beide Kinder Bindi und Robert groß und ist verantwortlich eingebunden in „Australia Zoo's conservation and research work“, also in die Arbeit des von ihrem Mann gegründeten Zoos.

Terri Irwin mit diverserlei Tieren.
Das umfasst natürlich auch den Erhalt und das Fortführen des Steve Irwin Wildlife Reserve, gelegen im Norden von Queensland, ungefähr 60 Kilometer von der Stadt Weipa entfernt. Ein unberührter Flecken Natur, in dem nun die Gefahr von Bergbau droht. Mehr dazu steht hier. Abstimmen kann man auch, wenn man gegen das Bergbau-Projekt ist und meint, dass es ein paar unberührte, unverschandelte, unverdorbene Ecken auf der Welt geben sollte. 

Damit sie für dies und alles andere die Kraft hat, pumpt sie Eisen.

Terri Irwin im Gym.
Terri Irwin ist nämlich ein Muskelmaedel.

Terri Irwin hat sehr ordentlich trainierte Arme, die sind mehr als nur straff, das sind richtige Pakete, die einem Liebhaber weiblicher Muckis schon den Atem rauben dürften.

Denn neben ihrer Begeisterung für Tiere war sie von jeher auch eine begeisterte Outdoorsfrau und eine Athletin, die jeden Tag trainiert und ihre Intensität im Lauf der Jahre sogar noch steigern konnte. Das Pumpen half ihr sogar bei der Bewältigung ihrer Trauer.

Terri Irwin trainiert üblicherweise drei bis viermal die Woche, stemmt Gewicht, macht aerobische Übungen und betreibt Kampfsport. Genauer: Mixed Martial Arts (MMA), etwas, das sie schon zusammen mit ihrem Mann betrieben hat und wobei beide mit den Top-Athleten dieses Sports trainiert haben. Wenn sie einen Event hat, bei dem sie gut aussehen will, steigert sie ihre Aktivität auf bis zu siebenmal pro Woche und achtet konsequenter auf ihre Ernährung.

Und sie hat ein klares Motto: Niemals aufgeben, wenn man den Herausforderungen des Lebens gegenübersteht.

Kann man nur sagen: Hut ab!

Ansonsten weiß ich nicht, ob das für mich die richtige wäre – ich tue mich nämlich schwer mit Schlangen: Mir hat in meiner Kindheit ein einfühlsamer Enthusiast wie Steve Irwin gefehlt ...



Montag, August 08, 2011

Dies und das. Und: Pro Pseudonym im Web!

Ab und zu mal ich mal. Heraus kommen dann Dinge wie das hier zur Linken. Ich nehme mal ganz stark an, dass das Vorbild recht easy zu identifizieren sein dürfte. Anyway: Viel Spaß damit (mit dem Bild, meine ich). Übrigens: Noch mehr von meinen künstlerischen Ergüssen gibt's hier - da "wohnt" auch dieses Bild noch in etwas größerer Form. Und wer sich auf der genannten Website umtut, der dürfte noch mehr Muckimaedel-Zeichnungen und -Kunstwerke finden, oft von fraglos Begabteren als mir erstellt. Es lohnt, da zu stöbern.


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And now something completely different:

Ich nehme an, inzwischen haben alle mitbekommen, was da im hohen Norden ein durchgeknallter, menschenverachtender und niederträchtiger Politspinner angerichtet hat. Und was fällt den Politikussen ein, na?

Ne Menge. Die Gunst der Stunde nutzen,
- um jeden Andersdenkenden zu diskreditieren (das machen die Linken)
und
- um jede Verantwortung für etwaiges geistiges Urheber- und Patentum abzulehnen (das machen die Rechten).

Ja, und vor jedem hingehaltenen Mikro schnelle Lösungen präsentieren, als die Norweger mit ihrer Untersuchung noch nicht mal angefangen hatten. Das zeugt von Kompetenz, da kann man moralisch glänzen, da signalisiert man Handlungsfähigkeit - zumindest scheinen das die üblichen Verdächtigen aller Parteien zu glauben, sonst würden sie's nicht dauernd tun.

Was noch?
Das übliche halt:
Killerspiele verbieten.
Den privaten Besitz von Schießeisen verbieten.
Und jetzt das Beste: Die Anonymität im Web verbieten.
Doch, echt. 
Der Innenminister aus Deutschland hat sich entsprechend zu Wort gelassen.

Menno! Dass da noch niemand drauf gekommen ist. Das ist doch mal das Ergebnis messerscharfen Nachdenkens. Wir untersagen alle Postings unter Pseudonym, überhaupt sämtliche web-interne Agieren muss fürderhin unter dem richtigen Namen geschehen. Dann gibt's keine solchen bösen Bubis mehr, weil denen ja dann die Plattform und die Info-Möglichkeiten fehlen. Selbstverständlich halten die sich ja auch an dieses Verbot, selbstverständlich hirnen die dann nicht über Wege und Möglichkeiten, ihr böses Tun auch künftig klandestin vorzubereiten. Das wäre ja noch schöner!

Mal abgesehen davon, dass solche Vorschläge selten naiv wirken und erneut von völliger Unkenntnis der Web-Welt zeugen: Die Anonymität im Web ist ja nichts Neues. Sie ist eigentlich eine direkte Fortsetzung des anonymen Schreibens und Publizierens per se (was wiederum nur einen Teilbereich davon bildet, warum man unter Decknamen lebt).

Beim Schreiben ist es das also, was unzählige Leute genutzt haben, um zum Beispiel auch mal Unangenehmes ans Tageslicht zu fördern, ohne dafür postwendend gerädert und gevierteilt zu werden. Siehe Alexej M. Peschkow alias Maxim Gorki, siehe Martin Luther, der ohne sein Alias Junker Jörg wohl kaum die Zeit als Vogelfreier überlebt hätte.

So was braucht's ab und zu auch, um zumindestens im erlernten Metier arbeiten zu können. Das gilt nicht nur für Diktaturen. Nö, das betrifft auch Demokratien. Siehe all die Drehbuchautoren und Schriftsteller und Filmemacher, die zu Zeiten der McCarthy-Hetzjagd in Hollywood auf der Schwarzen Liste standen - einige konnten wenigstens unter Aliasnamen weitermachen.
  
Um ungeachtet des Geschlechts für das wahrgenommen zu werden, was mann/frau zu sagen hat - deswegen nannte sich Charlotte Bronte zeitweise Currer Bell. Und auch, um sich künstlerisch frei bewegen zu können - von Voltaire heißt es, er habe weit über 100(!) Künstlernamen geführt. Oder wie die "5 PS" von Kurt Tucholsky - neben dem eigenen Namen waren das Ignaz Wrobel, Theobald Tiger, Peter Panter, Kaspar Hauser. Und das ermöglichte ihm, alle Klaviaturen schriftstellerischen Tuns auszuprobieren und so seine Texte eben besser wahrgenommen zu sehen.

Deswegen nannte sich Stephen King auch zeitweilig Richard Bachman.

Manchmal braucht's das auch, um Geld verdienen zu können, das man unter eigenem Namen nicht verdienen kann, weil man damit anderweitig gebunden ist. Unzählige Schriftsteller, Journalisten, Reporter, Autoren haben das getan, ich auch schon mehrfach.

Und es ist auch mitunter nötig, um einen zum Genre passenden Namen zu haben: Nikolau von Michalewsky klingt sehr vornehm, da denkt man an alten polnischen Adel. Aber Mark Brandis - wow, das ist perfekt für einen Autor von Science-Fiction-Stories. Das Pseudonym als Mittel zur Illusionserzeugung - Marilyn Monroe war "marketable", Norma Jean Baker dagegen nicht. Dito Cary Grant, bürgerlich Archibald Leach, das klingt dann nicht so besonders.

Daniel Defoe (das ist der mit "Robinson Crusoe") hat unter Pseudonym geschrieben. Samuel Clemens Langhorne nannte sich Mark Twain. Und Herbert Frahm wurde in der Stunde der Not zu Gunnar Gaasland und Willy Brandt - ohne diese Namen hätte er manche schlimme Stunde nicht überlebt und mancherlei Wichtiges nicht tund können. Übrigens: Dem bot Norwegen einen neuen Namen und Zuflucht. Das Norwegen, das nun die Folgen dieser Tragödie mit Ruhe und Besonnenheit angeht und nicht mit der weiter südlich so gern demonstrierten, telegen-operativen Hektik, die aber in Realität aussieht wie Hysterie.

Und ich? Ich nenne mich eben hier mattmuscle. Weil das zu meinem hier behandelten Thema passt und weil ich in meinem "anderen Leben" einfach keine Lust habe, dauernd meine Vorlieben diskutiert, belächelt, bespöttelt zu sehen und mich rechtfertigen zu müssen. Die, die mich nehmen, wie ich bin, die, die mich intim kennen, die wissen um meinen Spleen. Sind nicht viele. Die anderen geht's nichts an.

Ich will aber die Leute weiterhin beglücken. Das bezieht sich auf diejenigen, die sich für mein Geschreibsel interessieren, die sich davon vielleicht gar unterhalten lassen, denen meine Zeilen mitunter auch mal helfen. Das aber geht momentan am besten unter Pseudonym. Also benutzte ich es. Tut niemandem weh und versetzt mich in die Lage, auch diese Seite von mir etwas auszuleben.

Ach, ich hör auf. Ich denke, der letzte Dödel hat kapiert, dass ein Pseudonym etwas Nützliches ist. Und nicht nur etwas, hinter dem man sich wie dieses durchgeknallte, hinterfotzige Arschloch (nein, ich entschuldige mich nicht für diesen Ausdruck) und andere seines Schlages (egal ob rechts- oder sonstwie radikal und immer menschenverachtend) verstecken können.

Die meisten Politiker sind offensichtlich geistig gesunde Leute. Und gebildet. Also sollten sie um die eminent wichtige Bedeutung eines Pseudonyms Bescheid wissen. Und auch, dass sich die totale Sicherheit nicht herstellen lässt.

Wer trotzdem nun im Web völlige namentliche Klarheit fordert, dem muss man komplette Unkenntnis dieser Sphäre unterstellen dürfen. Entweder dies - oder da gibt es andere Motive. Da muss man annehmen, dass es um mehr geht als um die immer wieder gern zitierte Sicherheit für alle. Nö, da handelt es sich schnöde um Kontrolle und um Macht und um Einfluss und um Begrenzung. Die Welt baut das Web, damit die Deutschen es regulieren können.

Und was kommt als Nächstes? Richtig: Überhaupt keine Pseudonyme mehr! Wer braucht das schon in einer Welt wie der unseren, wo doch nur gute Leute wohnen, die sich nicht tarnen müssen? 

Solche Ansinnen lassen mich jedesmal fassungslos zurück. Meinungsfreiheit funktioniert leider, leider auch in Demokratien nun mal bei weitem nicht so, dass jeder mit "offenem Visier" alles frei heraus und ohne Gefahr von Repressalien jedweder Art sagen oder schreiben kann. Da hilft ein Deckname, dass manches Wichtige überhaupt den Weg von der Denkstube über Zunge und Gebeiß in die Welt findet. Natürlich wird auch mal Missbrauch damit getrieben. Aber auch das war schon immer so.

Daher kann das doch nicht jedesmal wieder der Vorwand sein, um noch mehr Freiheiten zu kappen. Denn dann wird aus der Demokratie eine Demokratur und dann eine Diktatur.
Oder?

Das hier hat nun nichts mir unserem Thema zu tun. Mir war es aber wichtig. Und weil es mein Blog ist, habe ich's auch hingeschrieben.