Samstag, September 20, 2014

Ms O 2014: Alina, was nun?


Also, 13 (nicht 11, wie infolge eines Tippfehlers zuerst geschrieben) Muskelmaedels, die diesen Namen auch wirklich verdienen. Dann knappe 30 Ladies in der Bikini-Abteilung, 21 bei Figure etcetera, etcetera,  - das war das Aufgebot bei der diesjährigen Ms O. Das sieht man doch mal gleich, wo die Reise hingeht. Und das aktuelle Ergebnis bei der Ms O verhilft Iris Kyle zu einem Rekord für die Ewigkeit, während es für jemand anderen weniger erfreulich gewesen sein dürfte: Alina Popa.


Selbst wenn man mir als anerkanntem Fan der gebürtigen Rumänin Voreingenommenheit bescheinigen wollte - ich bin nicht allein mit der Ansicht. Ich habe mich jetzt einmal durch den nächsten Schwung Kommentare gewühlt. Die Tendenz war heute Nacht ganz klar: Alina Popa hat in den Augen vom Löwenanteil der Betrachter alle Bedingungen für den Titel in idealer Weise erfüllt. Ihre Gesamtanmutung war besser als die von Iris Kyle, das wird ganz klar so empfunden. Mag sein, dass der ein oder andere auf Details wie Kyles Rücken verweist, weil dessen V einen Tick breiter gewesen sein soll. Zugestanden, aber dafür waren die Definition und, ich wiederhole es, die gesamte Anmutung bei Alina die bessere. Auch anderen blieb nicht verborgen, was ich schon angemerkt habe: die Oberschenkel. Da lagen Welten bei Popa und Kyle dazwischen. Alina hatte hier eindeutig mehr Masse und auch den größeren Detailreichtum zu bieten.

Selbst in Kreisen anerkannter und erfahrener Bodybuilderinnen wird dieser 10. Sieg von Iris Kyle mit Kopfschütteln wahrgenommen. Klar, da kann man auch Stutenbissigkeit und Konkurrenzneid auf die Rekord-Titelhalterin vermuten, zumal es sicher höchst ungerecht wäre, aus ihr jetzt eine Art Buhfrau des Bodybuilding zu machen: Auch sie hat Leistung erbracht, hat sich vorbereitet, hat geliefert. Aber hat sie genug geliefert? Wenn fast alle sich dazu äußernden Muskelmaedels den Sieg bei Alina Popa sehen, dann ist das bestimmt nicht nur dem Neid zuzuschreiben. Zumal nicht wenige der Ladies klar sagen, dass Alina Popa optimal als Publikumsmagnet und als Vorbild für Nachwuchs-Bodybuilderinnen wäre - sie hat halt definitiv ein anderes Charisma als Iris Kyle. Und das weiß ich aus eigener Erfahrung.


Ich kann's nur noch mal wiederholen: Ich habe Alina Popa acht- oder neunmal fotografiert --- und ich habe in meinem beruflichen Leben unzählige Leute fotografiert. Wenn man einmal erlebt hat, wie sie mit der Kamera spielt, wie sie sich auf den Fotografen einstellt, mit welcher guten Laune sie da ran geht, wie lebendig ihr schönes Gesicht ist, dann weiß man, dass sie hervorragende Model-Eigenschaften hat.


Aber genau das ist doch als eine wichtige Eigenschaft vonnöten, will man in dieser Szene bei den Fans punkten, Werbung etwa über Zeitschriftenartikel, Interviews, Fotosessions oder gar mal einen Auftritt etwa in einer TV-Serie machen, kurz: will man diesen Sport fortführen. Will man das beim Verband, also der IFBB? Die Gerüchteküche kocht: Es heißt momentan auch querbeet, dies sei die letzte Ms O mit der FBB-Division gewesen. Nächstes Jahr gäbe es dann nur noch Physique als "Oberklasse". Da sei freilich erst mal abgewartet, was tatsächlich beschlossen werden wird.

Was ich als schlimm empfinde und wohl auch der ein oder andere Forist, ist die Vermutung, in welcher Stimmung sich Alina Popa jetzt befindet. Klar, ein zweiter Platz bei der Ms O, dazu die nahezu uneingeschränkte Sympathie der Fans - das sind Pfunde, mit denen sich bestimmt hier und da wuchern lässt. Aber auch nur der Verdacht, dass die ganze Sache "rigged" war, also von vornherein abgekartet und damit vollkommen link, das dürfte dem unstreitigen Erfolg, zu den besten Athletinnen des Frauenbodybuilding zu gehören, einen bitteren Beigeschmack verleihen. Unter Umständen mag da auch die Frage nach dem Sinn einer Vorbereitung kommen, in die ja enorm viel Aufwand und fraglos auch Geld geflossen sind. Eine Vorbereitung, die nach den hier und da zu sehenden Info-Partikeln ja in Colorado generalstabsmäßig von allen Beteiligten geplant und umgesetzt worden ist. 

Also, nun auch nur zu vermuten, man sei erneut das Opfer einer Kungelei geworden, während eine andere, in diesem Fall nicht bessere, an einem selber vorbei aufs Siegertreppchen geliftet wurde (von der höheren Siegprämie ganz zu schweigen) - tja, das dürfte an der Motivation zehren. Sollte Alina Popa also 2015 nochmal antreten (können) und dann hoffentlich verdient gewinnen, dann wäre das für sie vermutlich nicht nur die reine Freude am verdienten Triumph, sondern eher mit gemischten Gefühlen verbunden. Zumal die Welt nicht still steht: Unter anderem hat sich Alana Shipp ja mächtig verbessert.    

Nun, was also soll Alina Popa tun? Hier meine Antwort: Weitermachen! Und in jedem Fall der Welt zeigen, dass sie die beste Bodybuilderin und die ideale Botschafterin für diesen Sport ist. Denn das hat sie verdient, dass das endlich anerkannt und gewürdigt wird. Also Alina, falls du noch am Überlegen sein solltest - hier ist mattmuscles fraglos unmaßgebliche Sicht der Dinge: Gib bitte nicht auf, bleib dran und zeig ihnen, aus welchem Stoff Siegerinnen gemacht sind!  

 
 
 

1 Kommentar:

  1. Anonym20/9/14

    Super Artikel !!!
    Ich habe noch eine weitere Theorie parat: eine MsO Alina Popa erhöht sicher die Popularität von Frauenbodybuilding. Passt wahrscheiblich nicht in den Langzeit Plan mancher Akteure. Iris Kyle ist sportlich top, respektiert, und erzeugt auch keinen Aufruhr. Die ideale politische Lösung ...

    Achilleus

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--- mattmuscle, der sich über möglichst viele sinnvolle Kommentare und Anmeldungen bei "Wer mitliest - die Muskelmaedel-Community" in der rechten Blog-Spalte freuen würde ...