Samstag, Oktober 11, 2014

Blast from the Past: Tina Lockwood


Eine Anfrage, wie ich ab und zu welche bekomme, mag das aktuelle Posting eröffnen. Es geht in diesem Schreiben um diese Dame hier - Tina Lockwood.

„guten tag mattmuscle! ich habe eine frage, die du vielleicht beantworten kannst. weisst du, was TINA LOCKWOOD heute macht? ich nehme an, du kannst dich auch noch an sie erinnern. das war eine amerikanische bodybuilderin, die leider in den neunzehnneunzigern viel zu kurz tätig war. und das bei dem potential! blutjung, anfang zwanzig, wenn ich mich richtig erinnere. Ein schwarzhaariges mädchen mit dunklen augen, ganz so, wie eine spanierin oder italienierin. aber mit einem gesicht, das schon irgendwie sehr eindeutig amerikanisch aussah. Es war ein hübsches, freundliches und fröhliches gesicht und dazu erst dieser body! anbetungswürdig! als ich damals die ersten bilder davon sah, gingen mir die augen über – ich erinnere mich noch sehr, sehr präzise daran, was da passierte ist. ich saß an einem warmen tag mit einer ausgabe einer amerikanischen bodybuilding-zeitschrift im park auf meiner decke, direkt nach dem sport, noch im t-shirt und den abgeschnittenen jeans, die ich dazu immer anhatte. dann sah ich die fotos mit TINA LOCKWOOD und dachte, das gibt es doch gar nicht. als hätte man sie extra für mich gemacht! ein blick, ich hatte eine unglaubliche erektion, zweiter und dritter blick, ich hatte ein problem mit einem großen fleck auf meinen shorts! die junge frau war super hübsch und sportlich ohne die extreme hagerkeit, die viele bodybuilderinnen haben, vor allem in wettkampfform. nicht so bei TINA LOCKWOOD! sie war einfach mächtig! mächtige schenkel, mächtige bizeps, mächtige waden, und überhaupt mächtige ausmaße, ohne aber ungeschlacht auszusehen. sie war schon sehr gut und gleichmäßig proportioniert. Und diese muskeln! so prall und voluminös sie wohl waren, so hart und stark wirkten sie! ich konnte gar nicht genug von den Fotos bekommen! ich habe dann eine zeitlang alles versucht, um möglichst viele bilder mit TINA LOCKWOOD zu sammeln. und auch um einen kontakt zu ihr habe ich mich bemüht. aber sie war ja ebenso schnell wieder von der bildfläche weg, wie sie darauf erschienen war. weißt du, ich wiederhole die frage, was aus ihr geworden ist? und hast du sonstige informationen über sie?“


Nein. Ich bin da leider auch nicht klüger als dieser Leser von muskelmaedels.blogspot.com, den ich hier absprachegemäß GW nenne. Der hatte mir den Text der oben zitierten Zuschrift gemailt, die ich nach Rücksprache veröffentlichen darf, inklusive aller Details -- "ja, warum denn nicht? war doch genauso!" Na, denn dann. Man kennt das ja auch (ist aber laaaange her...) 



Nun, was ich habe, sind einige Fotos. Und einige biographische Angaben: Artikel über Tina Lockwood tauchten Mitte der 1990er Jahre in den, wie das früher immer so schön hieß, einschlägigen Zeitschriften auf. Verbunden mit Angaben zu ihrer Person: Demnach hatte sie ihren ersten Wettkampf 1991 bestritten (sie wurde zweite). Doch zum eigentlichen Run auf ihre Person kam es meinem Wissen gemäß ab 1995. Da war sie laut einer meiner Quellen gerade einmal 24 Jahre alt, heute müsste sie also 43, vielleicht 44 Jahre alt sein. Nicht zu alt fürs Bodybuilding ...



Was nun machte das Phänomen Tina Lockwood aus? Nun, das erklärt ein Blick auf die Zahlen: Bei einer Körpergröße von ziemlich genau 1,70 Metern wog sie zwischen 84 und 86 Kilogramm, hatte einen Oberschenkel-Umfang von 71 Zentimetern, einen Waden-Umfang von 57 Zentimetern und Oberarme mit einem Umfang von jeweils über 44 Zentimetern – so konnte man es wenigstens vor gut 20 Jahren lesen.



Klar, damalige Muskelmaedel-Hüninnen wie Ann-Marie Crooks oder Nicole Bass übertrafen diese Werte hier und da. Aber die muss man immer in Relation zur Körpergröße sehen, Crooks misst 1,78 Zentimeter, Bass sogar noch mal zehn Zentimeter mehr. Stellt man nun die jeweilige Körpergröße in Relation zu den genannten Muskelumfängen, dann war Tina Lockwood seinerzeit die gewaltigste Bodybuilderin auf Erden. Übrigens die, die in meinen Augen seinerzeit über den besten, weil wuchtigsten und dazu straffsten Popo verfügte ...


Und dazu war sie eine, die genau zu der Zeit kam, als es mit dem Internet losging und solche Irren wie ich anfingen, Kontakt mit Gleichgesinnten zu knüpfen, sich auszutauschen und eben Bilder von Muskelmaedels zusammenzutragen. Und das war damals noch nicht so simpel wie heute, sondern durchaus mit Sucharbeit verbunden. Aber das damals aufkommende Web hat sicher seinen Teil dazu beigetragen, dass Tina Lockwoods Ruhm und Bekanntheit so schnell gewachsen sind.


Tina Lockwood selber führte ihren spektakulären Körperbau auf eine entsprechende Veranlagung zurück. Verwies darauf, dass schon der Arzt ihrer Mutter mit Blick auf das Treten des ungeborenen Kindes angenommen habe, da käme ein Junge zur Welt. In Kalifornien aufgewachsen, galt sie bereits im Kindesalter als Vorzeigeathletin, sei es beim Schwimmen, sei es beim Volleyball (da aber verhinderten zwei Knöchelbrüche eine erfolgreiche Karriere).



Die gesamte Athletik-Karriere schlug sich vom Fleck weg in ihrem Körperbau nieder. So konnte sie schon vor ihrer Bodybuilding-Zeit als Teenager die damals modischen Jeans mit dem sich nach unten verjüngenden Bein-Zuschnitt nicht tragen – ihre Beine waren schlichtweg zu muskulös. Also trug sie während ihrer High-School-Zeit meistens Shorts (allein die Vorstellung --- ich habe einfach im falschen Land gelebt!).


Als sie dann im kalifornischen Fresno Sportphysiologie studierte, passierte das, was so manche Bodybuilding-Karriere ausgelöst hat – sie erlitt einen Unfall: „Ich fuhr im Februar 1991 mit meinem Rad von der Schule nach Hause und wurde von einem BMW angefahren. Mir wurde gesagt, dass ich drei Operationen brauche und dass ich hinterher möglicherweise nicht gehen könnte.“


Darauf ließ sie sich nicht ein. Statt dessen stellte sich die angehende Physiologin ein Trainingsprogramm zusammen, um jene Muskelpartien zu stärken, die der Unfall am meisten beeinträchtigt hatte. Nämlich diejenigen vorn am Bein, die für das Beugen und Strecken der Zehen verantwortlich sind. Dabei traf sie auch auf einen Therapeuten, der selbst Bodybuilder war. Und der regte an, dass sie bei der Rekonvaleszenz einfach ihren Oberkörper mit trainieren solle. Auch der bekannte Photograph Charlie Czetl zeigte sich von ihrem Potential begeistert. Der Rest der Story? Sie begann zu pumpen und legte enorm Masse zu. Bestritt einige Wettkämpfe, war aber flugs vor allem als enorm muskulöse Bodybuilderin bekannt.



Ihre Popularität mündete auch in einer Reihe von Foto-Sessions sowie in ein, zwei der unvermeidlichen und heute von den Fans so sehr gesuchten Filmchen, in denen sie ihre Superduper-Muskeln vorführte. Aber es gab dann einen enttäuschenden zehnten Platz bei einem Wettkampf, und da schien Tina Lockwood so wohl für sich festzustellen, dass sie an dieser Sache keine Freude mehr hatte.


Zwar zierte sie noch im September 1998 den Titel der allseits bekannten Fachzeitschrift Women’s Physique World (zusammen mit Kris Alexander und Sharon Marvel), aber danach verschwand sie in der Versenkung, zog sich ins Privatleben zurück, mied das Licht der Öffentlichkeit. So heißt es immer, wenn jemand mit einer mehr oder minder hohen Popularität, und sei sie auf bestimmte Zirkel beschränkt, aus dem Blick der „Szene“ gerät. Da kann man nun ganz furchtbare Dinge vermuten. Aber man kann ja statt dessen auch mal davon ausgehen, dass jemand einfach seine Erfüllung und sein Glück woanders – sprich: außerhalb der öffentlichen Beobachtung – gesucht und womöglich gefunden hat. Jemand wie Tina Lockwood. Wäre doch schön, oder?



Sicher. Aber schön wäre es auch, wenn nun aktuelle Fotos von ihr auftauchten, auf denen sie immer noch diese hoch aufragenden Bizepsgipfel, diese wuchtigen Wadenfelsen, diese prallen Doppelhügel von Popo und diese imposanten Oberschenkel vorweisen würde (wobei mir jetzt in dem Zusammenhang mit ihren „tighs“ keine passende Metapher aus der Geographie eingefallen ist.)

Auf jeden Fall sei Tina Lockwood unbekannterweise zugerufen, dass ihre Fans sie nicht vergessen haben und sie immer noch als eins der eindrucksvollsten Muskelmaedels überhaupt verehren. Das wollte ich gesagt haben, auch wenn's fraglich ist, dass es je sein Ziel erreicht ... 



Freitag, Oktober 03, 2014

Muskeln für die Heldin --- Comic-Cover getunt

Das Maul mit den gewaltigen Zähnen weit aufgerissen, die Vordertatzen mit den scharfen Krallen ausgestreckt,  richtete sich der riesige Löwe auf und sprang, während vor der rot im Feuerschein schimmernden alten Ruine der Krieger mit dem großen Federbusch auf dem Kopf die Gatter öffnete und mit Peitschenknall zwei weiteren Raubkatzen in die gewünschte Richtung dirigierte. Nämlich auf sie zu, auf Sheena, die Königin des Dschungels. 


Doch die reagierte angesichts der Gefahr mit der Schnelle des Blitzes - sie stoppte unverzüglich  ihren Lauf, breitbeinig versetzt und fest fassten ihre Füße Stand. Ihr Arm fuhr im Bogen hoch und nach hinten, hügelig wölbte sich ihr Bizeps in die Höhe. Fast hätte er den breiten Goldreifen des Oberarms abgesprengt, während die Goldreifen an ihrem Handgelenk auf einander klirrten, mit leisem, von niemandem registriertem Geräusch. Ihr Rücken bog sich weit nach hinten, ihre Brust dehnte sich prall und stolz unter der Bewegung. Dem wilden Tier schaute sie unerschrocken aus ihren eisblauen Augen entgegen, während sie Ziel nahm. Und von der mächtigen Kraft ihres Körpers getrieben, fuhr, ja raste dann der Speer seinem Ziel entgegen. Einen Moment lange blitzte die scharf geschliffene Spitze im Feuerschein auf, ehe ein dumpfes Geräusch das abrupte Ende des Fluges verkündete. 

Doch blieb keine Zeit, dem getöteten Löwen den bloßen Fuß in den Nacken zu stellen und der Dschungelwelt mit schwellenden Muskeln und breit gereckter Brust den Triumph zu verkünden --- denn schon jagten die zwei Artgenossen der Bestie heran, die Augen wie glimmender Bernstein auf Sheena gerichtet, die Mäuler aufgerissen, die Zähne gebleckt. Doch Sheena hatte keinen weiteren Speer ... 

Wie's ausgegangen ist, darf sich jeder selber ausmalen. Schließlich hat die Königen des Dschungels ja noch ein bisschen was vor. Da kann sie es sich nicht leisten, sich von einigen Raubkatzen aufhalten zu lassen. Mit derlei macht die Dame im kleidsam-kurzen Leoparden-Einteiler kurzen Prozess, ehe sie, getrieben von prachtvoll ausgebildeten Beinen, den Bösen entgegenstürmt oder sich mit einhändigem Klimmzug lässig an der nächsten Liane hinüberschwingt. 

Dass all dieses Geturne, Gerenne und Kämpfen einen anständig trainierten Leib verlangt, das blieb den Comic-Zeichnern von vor über einem halben Jahrhundert verborgen - hier bei muskelmaedels.blogspot.de gab es ja schon einiges dazu zu lesen, warum diese Comic-Heldinnen sich wie nichts gegen gefährliche Löwen und bedrohliche Riesenaffen behaupteten, das aber mit einer Figur und dünnen Ärmchen hinbekamen, so zierlich wie bei einem Modepüppchen (man klicke bitte einmal rechts in der Label-Leiste auf "Female Muscle Comics" und wühle sich da ein  bisschen durch die älteren Beiträge).  

Denn von all dem Auf-Die-Bäume-Klettern, An-Lianen-Turnen, Mit-Gorillas-Ringen und Gegen-Starke-Wilde-Kämpfen hätten sich ja an ihrem Körper venenüberzogene Unterarme, große steinharte Bizepspakete, ein sich weit breit wölbendes Kreuz und breitestmögliche Schultern herausbilden müssen --- eben so, wie man sich das bei so einer Mischung aus Überlebenskünstlerin, Kraftathletin, Trapezartistin und Martial-Arts-Sportlerin vorstellt ...

Nun, auch wenn es den alten Heftchen daran gebricht, an den Charme dieser Comics und da vor allem ihrer Titelblätter kommt heute nichts mehr heran. Dieses für meine Bildbearbeitung als Grundlage dienende Exemplar stammt vom Frühjahr 1952; das dazugehörige Heft bot drei Stories, hatte 36 Seiten - aus dank dem darin enthaltenen Lignin prima vor sich hin gilbendem - Holzstoff-Papier und kostete einen Dime, also 10 US-amerikanische Cent. Also, diese mitunter ungelenk dargebotene Action mit der kaum verhüllten Erotik einer einsamen, spärlich umhüllten Heldin unter lauter halbnackten "Wilden" und jeder Menge stattlicher Tropenhelmträger, das hat einfach was. Fehlen nur noch die Muskeln für die Heldin. Und die habe ich Sheena für dieses Abenteuer wieder einmal antrainiert - per Bildbearbeitungsprogramm. Na denn - viel Spaß!