Sonntag, April 05, 2015

Kortney Olson und der Kampf um die Akzeptanz der weiblichen Formen

Kortney Olson in einer Pose, die ebenso selbstsicher
wirkt wie kraftvoll und verführerisch. Und ja:
Ich bin ein Mann und ich mag solche Beine!
Daher finde ich es gut, wenn KO junge Frauen
ermuntert, so zu sein, wie sie die Natur geschaffen
hat - und nicht den Modemagermodels
nachzueifern!

Weil nun Ostern vor der Tür steht, seien mal ein paar freilich nicht 100-prozentig durchsortierte kritische Gedanken geäußert, zu Körperbildern ebenso wie zu dem damit einhergehenden Vorlieben. Auslöser war das in Fankreisen als KO bestens bekannte Muskelmaedel Kortney Olson


Sie hat ja soooooo recht: Das in Fankreisen bestens bekannte Muskelmaedel Kortney Olson ("KO") weist in einem längeren Interview entschieden darauf hin, dass Frauen von Natur aus mit einem im unteren Bereich stärkeren Körper ausgestattet seien, dass sich das natürlich auf Kraft und Volumen der Beine auswirkt und dass deswegen das aktuelle öffentlich vermittelte Wunsch-Frauenbild nicht hinnehmbar sei: Wie hinlänglich bekannt, vermittelt es die Forderung nach einem Idealkörper, den kaum eine Frau erreichen kann. Ich sag's mit meinen Worten: 00 ist was für den Abtritt, aber nichts, in dem man Jeansgrößen für junge Frauen bemessen sollte.

Die in Australien lebende KO macht sich schon seit längerem mit einer einenen Organisation dafür stark, jungen Mädchen zu mehr Selbstbewusstsein zu verhelfen. Kraft zu haben, ist eines, was da hilft.Und Kraft, die haben Frauen KO zufolge vor allem in den Beinen. Muskulösen Beinen wie den ihren. Beinen, die Typen wie ich zum Niederknien finden. 

Schluck!
Obwohl Kortney Olson granatenmäßig-umwerfend aussieht, wie das sprichwörtliche blühende Leben wirkt und vor Kraft schier zerbirst, hat sie nun diverse üble Dinge hinter sich, unter anderem Drogenprobleme (guggst du auch hier). Und trotz ihres entzückenden Äußeren hat auch sie an den im berühmt-berüchtigten "Mainstram" definierten Forderungen nach dem idealen weiblichen Äußeren gelitten. Sie selber beschreibt das so: 

"Ich bin ein genesender Beinehasser. Heute aber kann ich ehrlichen Gewissens sagen, 'Ich liebe meine Beine', aber es hat lange gedauert, um dahin zu kommen. Mit solch dicken Beinen aufzuwachsen, ist enervierend. Ungelogen. Noch bis zum heutigen Tag fange ich an,  zusammenzuzucken, wenn ich die Worte 'thunder thighs' [ungefähr: Riesenschenkel] höre. Es war nicht vor meinem 29. Lebensjahr, ehe ich zu verstehen anfing, dass ich mit etwas geboren worden war, um das mich jeder Mann beneidete: von Natur aus massiv-feste, baumstammdicke Gehwerkzeuge, die eine Python zerquetschen können [da KO hier etwas schwer übersetzbaren Slang redet, sei das Original zitiert: 'naturally dense, thick as a stump, python-crushing pillar-wheels']." 


Schluck, 2.0
 KO verweist dann darauf, dass sie das vorherrschende Meinungsbild dazu, was eine Frau begehrenswert macht, für "Gehirnwäsche" hält. Sie habe nämlich - und jetzt kommt der Teil, weswegen ich das hier alles hinschreibe - ganz andere Sachen festgestellt: :

"Nachdem ich nun für einige Jahre in der Bodybuilding-Welt war, begann ich zu mehr und mehr festzustellen,  dass die Gesellschaft, und Männer im Allgemeinen wirklich weibliche Körperkraft schätzen. Die meisten Männer erwarten nicht, dass Frauen Stöcke als Beine haben. Wenn ich tatsächlich jedesmal einen Dollar dafür bekommen hätte, dass ich nur deshalb eine freie Taxifahrt erhalten hatte, man mich nur deshalb beim Anstehen in einer Schlange vorgelassen hatte oder mir mal wieder von einem Mann erzählt wurde, was für tolle Beine ich hätte, dann könnte ich Richard Branson seine eigene Insel abkaufen."

Das kann ich nur unterschreiben!
Ich will keine Twiggy-Figuren, keine dürren Hungerhaken!

Ich will Frauen mit voluminösen Schenkeln, harten Waden und prallem, festem Hintern! 
Das aber nicht schlapp und schwach, sondern stark und trainiert.

Muscles in Red
So. Jenseits meines persönlichen Fetischs, meines persönlichen Chauvitums möchte ich an der Stelle aber auch das hier loswerden: Ich denke, dass jede Frau mit dem ihr mitgegebenen Körper zurechtkommen muss. So, wie jeder andere Mensch auch. 

Wir leben aber nun in einer Zeit, in der genug Nahrung für ALLE (!!!) vorhanden ist, was schändlicherweise nicht umgesetzt wird. Außerdem fordert das Ideal des satten Teils der Welt ausgerechnet weibliche Hungerhaken, euphemistisch: Frauen mit Modelmaßen. Ein Ideal, das nur von hoch aufgeschossenen, von Natur ausgertenschlanken Frauen zu erfüllen ist und da vor allem von derart jungen Dingern, die noch gar nicht richtig ausgewachsen sind.

So müssen Beine aussehen ...


Will sagen: Junge Frauen, deren Körper noch gar nicht alle "ab Werk vorgesehenen" weiblichen Formen zu Ende entwickelt hat. Auch wenn Wissenschaftler schon vor dreißig, vierzig Jahren festgestellt haben, dass in der westlichen Welt die Frauen größer werden und sich die Hüften dabei verschmälern, sind das Essensangebot zum einen, das figürliche Wunschbild zum zweiten und die von Vater und Mutter ererbten körperlichen Grundlagen in den meisten Fällen schlicht nicht vereinbar. Die Folgen kennen wir alle - ich sage mal salopp: Essen und Kotzen. Und damit junge Frauen mit entsetzlichen Lebensläufen, die oft genug in einen vorzeitigen Tod münden.

Wie nun aus der Nummer rauskommen? Diäten? Köperliches Training? Welches? Bei jemanden, der zur Anorexie neigt, ist stundenlanges Laufen oder sonstiges aerobes Training unter Umständen eher dazu angetan, das Krankheitsbild zu verfestigen. Also, was dann? Crossfit? Muskeltraining? Gilt immer noch weithin als unweiblich, aller Popularität dieser Aktivitäten zum Trotz. Womit wir wieder beim berühmten "Mainstream" wären, bei der berüchtigen "öffentlichen Meinung", die Mädchen ein völlig unrealistisches Körperideal vermittelt.

Das ist genau der Punkt, an dem eben die unheilige Power dieses Idealbildes zuschlägt. Denn die erweist sich oft als stärker, ein junges Mädchen ohne Lebenserfahrung sieht darin eine immerwährende dominierende Konstante und stellt - natürlich völlig zu Unrecht - fest: So bin ich nicht - ich bin also nichts wert.

Form follows function.Oder so. Und dazu
dieses ansteckende Lachen!
Aber was nutzt alles elterliche, verwandschaftlicheVerständnis, wenn aus der "Peer Group" eine andere Resonanz kommt? Eventuell sogar Spott? Wenn drei Viertel aller 16-, 17-jährigen Mädchen nicht mit ihrem Körper zufrieden sind, dann ist das ein alarmierendes gesamtgesellschaftliches Krankheitsbild, Punkt.

Hier kann meiner Meinung nur eine Rückkehr zu anderen Rollenbildern helfen:
Es ist richtig, wenn einige Werbeagenturen anfangen, schöne und normale Frauen als Models zu benutzen. Solche, an denen was dran ist. Und nicht solche, die irgendwelchen menschenverachtenden Pseudo-Ästheten gefallen.


Es ist richtig, einem Teenager immer eins mitzugeben: Du bist einzigartig und damit etwas Besonderes. Aber das ist wiederum jeder andere Mensch auch. Und damit hat auch keiner mehr oder - in diesem Fall entscheidend - weniger Wert.
Es ist richtig, wenn Arnold Schwarzenegger einem im Fitness-Studio gehänselten Teenager Mut zuspricht.  

Es ist richtig, wenn man das Körperverständnis überhaupt einmal "justiert". 
Und es ist richtig, was Leute wie Kortney Olson machen - sie arbeiten daran, jungen Frauen ein gesünderes Selbstverständnis zu vermitteln.Und dabei auch klar zu machen, dass das gegenwärtige Idealbild eben nichts ist, was schon immer so war, dass Mutter Natur Frauen von jeher eben immer eher runde Formen spendierte, um sie für die ihnnen zugedachten, biologischen Aufgaben wie das Gebären von Kindern zu wappnen. Und dass somit Frauen halt einen Unterkörper haben, der per se enorm stark ist.

In den damit verbundenen Formen ist daher auch keine Schwäche, sondern eine Stärke zu sehen, so Kortney Olson. Sie ist ja selber das beste Beispiel dafür, wie sich das so austrainieren lässt, dass die Kraft gegeben und die Muskeln unübersehbar gut ausgebildet sind, aber die weiblichen Konturen in einer Weise gewahr werden, dass zumindest ich angesichts dieser Kombination jedesmal Stielaugen kriege und sich sofort sozusagen priapische Gefühle einstellen. Weswegen ich auch so frei bin, ein paar entsprechende Bilder einzustellen.

Abgesehen davon habe ich einen Heidenrespekt vor dem, was KO da mit Kamp Konfidence auf die Beine gestellt hat. Das ist, so wie es sich im Web darstellt, aus dem Impetus heraus geboren, anderen Frauen und Mädchen zu helfen, um Selbstvertrauen zu erwerben beziehungsweise zurückzugewinnen und so zu verhindern, dass sie sich selbst verletzen, physisch wie psychisch. Und um ein Netzwerk aufzubauen, damit sich die Mädchen und Frauen gegenseitig helfen können. Und KO weiß aufgrund ihrer eigenen Biographie, von was sie da redet. Ich finde das gut, auch wenn ich persönlich mit dem ein oder anderen arg feministisch geprägten Zungenschlag hadere (aber das ist meine Ansicht - wenn's jemand anders sieht, geht das natürlich völlig in Ordnung: Nix, wofür man sich schämen müsste.  Und dass Frauen bei gleicher Leistung auch das gleiche Geld wie Männer verdienen sollten, ist ein Gebot der Gerechtigkeit - aber ich schweife ab...)

Muckis auch in der oberen Etage.
Was für ein fraglos starker Arm!
Und dazu der souveräne Blick!
Was ich bei den vermittelten Zielen sensationell gut finde, ist das hier: "Lachen: Wenn du über dich selber lachen kannst, setzt du sofort dem Ego einen Dämpfer auf. Das Leben ist dazu da Spaß zu haben und angenehm zu sein, und wir haben großen Einfluss darauf wie lustig und wie angenehm es ist." Das ist auch ein Grund,warum ich einige der Bilder ausgewählte habe - KO lacht auf unglaublich vielen davon. Und dieses Lachen ist etwas, was sie mit ihrer übrigen Ausstrahlung und natürlich zusammen mit ihrem Body und ihren Muckis so unwiderstehlich macht (soweit sich das aus der Distanz beurteilen lässt). Aber gehört eine solche Ausstrahlung, eine solche gesunde Sexyness nicht zu jeder Frau? Einer natürlich selbstbestimmt lebenden Frau?

Pump up the volume
and don't forget to laugh!
Sport ist fraglos enorm wichtig. Das und die Erkenntnis, dass beim Essen zwischen Genuss und Zwang Welten liegen, dass der Genuss die Seele streichelt, der Zwang sie aber foltert. Körperliches Selbstverständnis, Essverhalten und körperliches Training bei jungen Mädchen ins Lot zu bringen, das ist das Ziel solcher Veranstaltungen wie Kamp Konfidence.

So - eins habe ich noch: Es geht dabei auch ums Training der Kraft. Und um Bodybuilding. Und darum, dass Kortney Olsen einen unübersehbar muskulösen Body hat. Also: Wie weit darf Muskeltraining in den Fällen von jungen Frauen mit "bodydismorphen Störungen" gehen?

Erste Antwort: Für jeden Menschen soweit, wie es für die jeweilige Person gut ist und wie es diese tun will. Ich habe ja in den vergangenen zehn Jahren immer wieder über muskulöse Frauen geschrieben, für die das extreme körperliche Training die Abkehr von der Essstörung war. Und mäßiges, sorgsam betreutes Gewichtstraining sollte der Arzt wirklich allen jungen Leuten verordnen, zusammen mit so popeligen Tätigkeiten wie Gehen, Radfahren, Gartenumgraben, Rasenmähen und ähnlichem... ;-)

Lift and carry und wieder so, dass alle Beteiligten ihren
Spaß dabei haben.
Zweite Antwort: Das von mit so geliebte Frauen-Bodybuilding, wie es die Maedels mit den Super-Muckis ausüben, das ist nicht für alle die richtige Lösung. Wie auch? Super-Athleten waren in der Geschichte der Menschheit nie die Norm, sondern immer die Ausnahme. Und selbst diese Top-Sportler können ihren Best-Zustand immer nur temporär halten, aber selten auf Dauer: Wir werden alle einmal alt.Vielleicht sogar auch ich ...

Ketzerisch kann man aber in dem Zusammenhang fragen: Tauscht man bei der auf extremen Muskelzuwachs ausgelegten Art des Bodybuilding aber nicht ein extremes Körperbild durch ein anderes ein? Und treiben wir Fans manches Muskelmaedel nicht erst zum Äußersten, oder tut sie das selbst?

Fragen über Fragen ...

Bei den Beinen gäbe es auch bei mir eine
freie Taxifahrt nach der anderen ... 


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So, und seit einigen Tagen sinne ich darüber nach, wie ich jene Daten gerettet bekomme, die ich auf einer externen Platte liegen hatte - jener Platte, die vor einigen Tagen von einem Moment zum anderen den Geist aufgegeben hat und nix mehr tut (schluchz!). Klar hätte ich auslagern können und sollen, aber es ist nun mal so, dass ich das vor mir hergeschoben habe: Shit happens, wie es in der Neuen Welt so schön drastisch heißt. Die vielen Bilder ließen sich ja verschmerzen, ärgerlich wäre der Verlust all dessen, was ich in den vergangenen anderthalb Jahren so an Stories und Essays geschrieben habe. Aber mal sehen ...

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Nachtrag vom 6.4.2015:

Zu dem vorangegangenen Posting erreichte mich folgender Kommentar, den ich in Absprache mit dem Absender veröffentliche. Herzlich gern ist auch jeder andere eingeladen, seine Meinung zu sagen, dazu gibts die Kommentarfunktion. Eins in eigener Sache: Zur Zeit komme ich aus beruflichen Gründen nicht so zum Posten, wie ich das gern möchte. Nun der Leserkommentar:


Hallo. Ich(25) lese ja nun schon länger deinen blog und finde ihn auch sehr gut, auch wenn es meiner meinung nach öfters neue einträge geben könnte. Was ich dir aber mal sagen möchte,ist dass dieser faible für starke/durchtrainierte frauen keine randerscheinung mehr ist, oder zumindest stärker akzeptiert wird als du es dir vorstellst. Du berichtest ja gerne über alina popa (dir mir nicht so gefällt), warum aber richtest du dein augenmerk nicht mal vermehrt auf die sozialen netzwerke? Da gibt es so viele frauen über die man berichten kann. Dein vorletzter beitrag von julia vins ist da ja schon irgendwie ein alter hut. Guck ma nach georgina mc connell oder sana muslic. Das sind künftige stars. Paige hathaway hat über 2,5 millionen fans. Ich bin der meinung das es auch immer mehr junge mädels gibt die von dem modelwahn die schnauze voll haben und sich lieber an solchen frauen orientieren. So zumindest meine meinung. Ich will dir ja nicht vorschreiben worüber du was schreiben sollst, fände es aber gut wenn man vielleicht mal mehr auch von solchen frauen was liest und nicht immer nur von den weiblichen hardcore bodybuilder muskelbergen.

Kommentare:

  1. Anonym2/5/15

    auch auf die gefahr hin, tausendfach gelesen zu haben, wiederhole ich mich nur zu gerne, dieser blog ist ist das beste, was es derzeit gibt. Gibt es einen besseren Blog? Nein! Wenn doch, dann zeigt ihn mir. Auch danke für den Nachtrag, interessante Anmerkung, leider scheint es so zu sein, Ausschau nach den Nachfolgern von Annie, Alina, Marja ... zu halten, ein blick auf georgina oder paige stimmt mich froh, mehr von den jungen fbb, kevin

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  2. Anonym2/5/15

    ach und danke für den herrlichen text ueber ko, sie ist wirklich umwerfend schoen. kevin

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--- mattmuscle, der sich über möglichst viele sinnvolle Kommentare und Anmeldungen bei "Wer mitliest - die Muskelmaedel-Community" in der rechten Blog-Spalte freuen würde ...