Freitag, März 17, 2017

Female Muscle Worship - was tut die Wissenschaft?


Okay, soweit isses noch nicht ganz...
Die nächsten drei Titel sind aber echt.
Wieso ich da noch nicht selber drauf gekommen bin --- ich meine diese mir neulich gestellte Frage:
"Hat sich die Wissenschaft eigentlich schon mal richtig methodisch mit "unserem" Thema befasst, also
mit der erotischen Anziehungskraft von Muskelmaedels
auf manche Männer?"

Ob's wohl was mit Armmuckis zu tun
hat, wie hier denjenigen von Avis Ware?
Die Antwort lautet: Na, ja, zumindest indirekt, das aber in zunehmender Weise. Der Aufhänger ist nämlich meist das Frauenbodybuilding per se, denn das ist wohl auch ohne Berücksichtigung der daran hängenden Fankultur wohl immer noch so besonders, dass sich die Beschäftigung lohnt: Frauen, die ihre Körper derart verändern, die ihre Muskeln so herausarbeiten, dass sie stärker sind und besser ausgebildet als selbst diejenigen der meisten Männer, da stellt sich für die Gesellschafts-, Geschlechts- und Seelenkundler halt die Sinnfrage. Aber darüber findet sich dann der wissenschaftliche Einstieg zu den Fans und allem, was nun mal damit zusammenhängt.



Als einer der ersten ist hier Dr. Niall Richardson von der Universität von Sussex zu nennen, der sich des Thema "Female Muscle Worship" mehrfach angenommen hat (überhaupt des Bodybuilding). Er selber beschreibt sein Interesse so: "Meine Forschungen fokussieren sich auf die Repräsentation des Geschlechts, der Sexualität und des Körpers in zeitgenössischen Film, Medien und der Popkultur. Besonders interessiere ich mich für die Darstellung von Minderheiten-Gruppierungen in Film und Medien."

2008 veröffentlichte Richardson sein Buch "Transgressive Bodies: Representations in Film and Popular Culture", in dem es ein Kapitel mit der Überschrift: "Flex Related! Hyper-Muscular Bodies: Resistance or Erotic Spectacle?" gibt. Und darin liefert er eine der ersten soziologisch-psychologisch wissenschaftlichen Arbeiten zu dem Thema. Vermutlich ist er der erste gewesen, der sich des Themas Frauenbodybuilding/Female Muscle Worship komplex angenommen hat.

Vier Jahre später erschien dazu ein eigener Aufsatz aus der Feder von Nicholas Chare: "Getting Hard: Female Bodybuilders and Muscle Worship", der veröffentlicht wurde innerhalb des von Adam Locks und Niall Richardson (da isser wieder!) herausgegebenen Buches "Critical Readings in Bodybuilding". Chare hat das Thema ganz am Rande auch gestreift in: "Sportswomen in Cinema: Film and the Frailty Myth".




Zu den neueren Werken gehört das im April 2013 publizierte Buch von Dr. Tanya Bunsell: "Strong and Hard Women: An Ethnography of Female Bodybuilding", hier sei vor allem auf das Kapitel "The 'Dark Side' of Female Bodybuilding" verwiesen --- als Apropos möchte ich vermerken, dass dieses Beispiel hübsch zeigt, wie sehr sich populäre Mythen und Formulierungen heutigentags in der Wissenschaft wiederfinden (hier "Die Dunkle Seite der Macht" aus "Krieg der Sterne"). Bunsell arbeitet dabei auch ganz aktuell heraus, welche wichtige Rolle das Internet beim Potenzieren des Muskelmaedel-Faibles oder -Fetisches und beim Selbstvermarkten der Muskelmaedels spielt.




Bei alldem geht es zuerst einmal um die üblichen Geschlechterrollenfragen, dann darum, warum das so ist mit den Muskelmaedels und warum sie tun, was sie tun, und wie sie diesen Lebensstil durchführen. Und über diese indirekte Linie kommt man dann auch zur Welt des den erotischen Subkulturen zugeordneten Female Muscle Worship, welches dann gerade bei Bunsell in allen Facetten dargestellt und ergründet wird. Das mag nun jedem halbwegs intelligenten Muskelmaedel-Fan mit einigermaßen geübter Fähigkeit zur Selbstreflektion und einem halbwegs funktionierenden und diesbezüglich öfters benutzten Internet-Zugang nicht gerade neu erscheinen, aber für die in wesentlich größeren Zyklen funktionierende und denkende Sozial-, Sexual- und Seelen-Wissenschaft ist das Thema sicherlich noch ganz, ganz neu.
 

Von ihr dominiert werden, während sie sich auf dir
spreizt und dir ihre überlegenen Muckis vorführt ...
Manches in den genannten Essays und Büchern (es gibt fraglos noch andere) wirkt daher auf den Insider in der Formulierung und Interpretation verzerrt, wenn nicht gar komisch. Der gute alte Freud wird ebenso bemüht wie die traditionellen Geschlechterrollen und die von ihnen abgeleitete Bewertung zwischenmenschlichen Zusammenlebens. Es finden sich aber auch neue soziologische Ansätze, bei denen diese Art erotischen Begehrens als Reaktion auf die heutige anonymisiert-städtische Lebenssweise, als Flucht aus der zunehmend immer stärker als durchrationalisiert empfundenen Wirklichkeit dargestellt wird. 

Ach ja, vor der Mucki-Herrin zu
knien, ihr untertänigst zu huldigen ...

Manches an diesen Thesen wirkt auf den wissenschftlich vorbelasteten Muskelmaedels-Fan nervig, wie etwa der derzeit modische Hang, solche Forschungen stets unter dem Label "Gender Studies" durchzuführen. Das ist dann - ich pauschaliere, vielleicht unzulässig - ungefähr so sinnstiftend, wie das ehedem im Ostblock übliche Vorgehen, fast jede wissenschaftliche Arbeit unter marxistisch-leninistischen Blickwinkel zu stellen. Oder das Vorgehen der deutschen Literturwissenschaft, die lange nicht ohne selbstzerfleischenden methodenkritischen Ansatz auszukommen glaubte.

Ihre Muckis auf dir ...
So. Wer da mehr wissen will: Die Bücher gibt's bei den einschlägigen Web-Versendern, auch als E-Book. Und falls nun ein Wissenschaftler teutonischer Zunge sich des Themas bemächtigen will und eine Web-Recherche anstellt und dann auch hier bei muskelmaedels.blogspot.de reinstolpern sollte: Zitieren darf man gerne und ausführlich, aber bitte nicht in einer Art und Weise, die durch einen ehemaligen deutschen Verteidigungsminister zu unrühmlicher Bekanntheit gekommen ist! Ansonsten gibt's ja immer die Schangse zur Kontaktaufnahme mittels der im Blog genannten Elektro-Post-Adresse (ganz oben rechts).

Dieser Blick, dazu DER Arm, da muss man ja ...

Samstag, Februar 25, 2017

Letzter Wille? Frau mit Brille?
Mit Muckis? Aber immer!

Alina Popa trägt Brille und Muckis
und viiiiiiiiel Sex Appeal!
Brille und Muckis und Frau --- ich könnte dazu jetzt schreiben, dass ich vor meiner Tastastur sitze und beim Blick auf entsprechende Bilder gerade darauf warte, dass mir der Hosenstoff wegfliegt. Aber da ich ein sittlicher und anständiger Mensch bin, lasse ich so etwas Anstößiges natürlich nicht über die Tastatur in die Welt hinaus, wie könnte ich auch nur auf die Idee dazu kommen?  

Brandi Mae Akers, immer sexy!
Liebe Kinder: Es war einmal eine Zeit, in der es für eine Frau etwas ganz, ganz Schlimmes war, eine Brille zu tragen. Denn das wurde immer als extrem unsexy empfunden. Galt es doch als Garant dafür, dass die so ausgerüstete Frau als das wahrgenommen wurde, für was eine Brille damals das Symbol war - als Blaustrumpf, wie man eine solche Frau früher nannte. Also als eine weltfremd-vertrocknete, nur auf Bildung bedachte Frau, die das Opfer von übersteigertem Intellekt war. Einem Intellekt, der sich auf Kosten der Körperlichkeit und der weiblich-sinnlichen Selbstwahrnehmung entwickelt hatte. 

Nun mal Victoria Dominguez mit Gläsern ...
Folgerichtig schrieb man damals (unausgesprochen) das Tragen einer Brille in jungen Jahren stets dem Umstand übersteigerten Lesens zu, weil das als augenschädigend empfunden wurde. Hm. Einschub: in meinem Fall war es, jenseits des von wem auch immer Ererbten, weniger das Lesen als solches als vielmehr das dabei benutzte miserable Licht, das mich schon als Teenager zum einzigen Brillenträger in einer Familie von lauter Habichtaugen machte. 

Hier zeigt's Jana Linke-Sippl...

Nun mag das mit dem vielen Lesen stimmen oder auch nicht (als alleinige Ursache tut es das sicher nicht, da bekanntlich viele Leute ja angeborene Augenfehler haben, die in früheren Zeiten mangels Geld und Möglichkeiten einfach unberichtigt geblieben sind) - Tatsache aber ist, dass man dem vielen Lesen bei Frauen einen Bildungsgrad zuschrieb, den man(n) als unweiblich und damit unattraktiv empfand. 

Jessica Lynn
Warum? Die kluge Frau galt wie heute die muskulöse latent als Bedrohung des Mannes, ungeachtet der Tatsache, dass es durch die Geschichte hindurch natürlich jede Menge höchst kluge und gebildete und fraglos auch (dennoch oder gerade deshalb) sinnenfrohe Frauen gegeben hat. Aber es geht hier um Wahrnehmungen oder Perzeptionen, wie die Soziologen sagen: Nicht umsonst ist es ausgerechnet Marilyn Monroe, die in der Filmsatire "Wie angelt man sich einen Millionär?" so blind ist wie ein Stockfisch und ihre Brille immer nur anzieht, wenn's möglichst niemand sieht ...

Maria Carolien Wattel
Tja - heute ist es anders, zumindest etwas. Und mehr in Europa und Asien als in Nordamerika, wo man immer noch lieber zu Kontaktlinsen greift oder gleich zum Augenlasern geht. Längst hat freilich auch dort die Optikindustrie erkannt, dass Brillen kleidsam sein können, sonst hätten sich Stars wie Jennifer Aniston, Brad Pitt oder Kevin Costner oder auch hierzulande Götz George nie privat mit derlei auf der Nase aufnehmen lassen. Und Jean-Claude van Damme hat nie einen Hehl aus seiner starken Fehlsichtigkeit gemacht und bewiesen, dass das Brillentragen physische Aktivität nicht torpediert (vielleicht lag's ja genau daran, dass seine von Whittni Wright verkörperte, kleine Filmtochter in dem Action-Film "Sudden Death" auch eine Brille getragen hat?)

Roxanna Harte
Und bei Frauen können Brillen voll sexy sein können, wenn sie den Typ ihrer Trägerin betonen und nicht einfach nur als häßliches Ding auf der Nase wahrgenommen werden. Und das machen sich auch immer mehr Damen zunutze. Auch solche mit Muskeln, wie die beigefügten Bilder zeigen. Und --- oh ---beinahe wäre jetzt das mit der Hose ...

Und wieder Maria Wattel ---
Mann, Mann, Mann!
 Warum ist das heute so sexy, gerade bei Muskelmaedels?

Jen Scarpetta
Nun, aus meiner Sicht ist das ein Spiel: Hier die Muskeln, da die Brille, die irgendwie einen Akzent aufs Geistig-Gebildete setzt, auf das Ausgeliefertsein gegenüber der starken Lehrerin, Chefin oder Krankenschwester. Das damit ebenso Assoziationen diesbezüglicher Überlegenheit weckt wie es vielleicht auch eine Art Schulmädchen-Charakter betont. Und wie gesagt: wenn dazu pralle, starke Muskeln kommen und das alles gekonnt präsentiert wird - hui, hui, hui!

Denise Masino - man spürt die Hitze ...
Eine der ersten, die damit perfekt umgegangen ist (beziehungsweise bei der ich das wahrgenommen habe), ist Alina Popa, die in diesem Blog keinem Leser wohl groß vorgestellt werden muss. Tatsächlich wurde ich das erste Mal auf sie aufmerksam durch ein (infolge Daten-Crash leider verlorengegangenes) Bild, das sie mit damals kurzem und blondiertem Haar über ihrem schönen Gesicht beim Vorführen ihres mächtigen Biceps' zeigte - mit Blick über eine Brille hinweg. Ich hing sofort am Haken. Ich habe das bei diversen Begegnungen selber erlebt, wie nett-kokett sie mit der Brille spielen konnte.

Annie Riviecchio
Inzwischen habe ich ein paar andere Bilder gefunden, die Muskelmaedels mit Brille zeigen, auf denen die Abgebildeten die Gläser zum Teil sehr, sehr gekonnt zur Inszenierung ihrer Muckis - äh, oh, Jesses, da fliegt sie hin, die Hose ... 

So hätte ich mir das gewünscht ...
Das Foto ist von Robby Brand - ich hoffe, er
sieht es mir nach, dass ich das für diesen
Zweck stibitzt habe!

 

Freitag, Februar 10, 2017

Bodybuilderin im Iran verhaftet - Gedanken zu einer Internet-Meldung

 
Ich protestiere!

Wenn das so stimmt, was ich oben als ersten Teil der Überschrift zu diesem Posting stehen habe, dann ist es ein weiterer Grund dafür, um keine radikal-fundamentalistischen Muslime zu mögen. Zumal sich das Ganze schon vor gut drei Wochen zugetragen hat und es allem Anschein nach keine weiterführenden Informationen dazu gibt, was mit der betroffenen Frau geschehen ist.

(Man beachte auch meinen unten angesetzten Nachtrag (12.2.17) zu diesem Beitrag, ich bitte aber, erst ganz normal von oben nach unten weiter zu lesen, weil ich zu der Kernaussage der nun folgenden Abschnitte nach wie vor stehe:)


Also: Bis jetzt offiziell vom iranischen Justizapparat bestätigt ist der Umstand, dass man eine Bodybuilderin verhaftet hat. Der Vorwurf lautet, sie habe "unislamische" Fotos, ja sogar "Nackt"-Aufnahmen von sich selbst im Fressenbuch und anderen sozialen Medien veröffentlicht: "Eine der Bodybuilderinnen, die kürzlich Nackfotografien in sozialen Netzwerken veröffentlicht hat, wurde verhaftet", so hieß in einem offiziellen Statement. Zeitweilig war auch zu lesen, dass die Betreffende auch deshalb festgehalten werde, weil sie die zur bedingten Freilassung erforderliche Kaution von umgerechnet knapp 60 Euro nicht habe erübrigen können.

Nun, "die Szene", sprich: die üblichen FBB-affinen Nerds, geht zwischenzeitlich davon aus, dass es sich bei dem fraglichen Muskelmaedel um Shirin Nobahari handelt. Die wiederum ist/war eine iranische Bodybuilding- Championesse. Und sie hat nichts weiter getan, als ein paar harmlose Fotos zu veröffentlichen, auf denen sie voller Stolz ihre Muckis zeigt. Und nicht nur gemessen an dem, was man da sonst so zu sehen bekommt, war ihre Bekleidung völlig harmlos. Sie trug einfach Sportklamotten, that's it - nichts da mit Reizwäsche oder High Heels.

Dem Vernehmen nach wurde sie jedoch davor gewarnt, Selfies zu veröffentlichen, nachdem sie im vergangenen September an einem Wettkampf teilgenommen hatte. Nun dürfen die Frauen im Iran wohl Bodybuilding-Wettkämpfe bestreiten, müssen aber stets strikt islamische Bekleidungsregeln befolgen. Demnach heißt "nackt" auch schon, wenn in Körperteil zu sehen ist, der eigentlich in der Öffentlichkeit verhüllt sein sollte. Das hieße auch, wenn sie keinen Schleier trägt. Wie das dann auf der Bühne in praxi aussehen soll, darüber zerkratze ich mir grad den Kopf.



An diversen Stellen im Web und natürlich auch in den sozialen Medien wie Facebook hat man das Ganze bereits vor Wochen thematisiert (von irgendwo muss ich meine die bekannten Fakten betreffende Weisheit ja herhaben...) Man findet einiges davon, wenn man "Shirin Muscleking" in das Suchfenster von Facebbok eingibt. Zum Beispiel: https://www.facebook.com/unwomen.metrony/?hc_ref=SEARCH&fref=nf.

Was mich daran nur verwundert: Wenn die Sache stimmt und die Frau deswegen eingelocht worden ist --- wo, verdammt noch mal, bleibt eigentlich der zu Recht empörte Aufschrei der deutschen Frauenrechtlerinnen?  

Wo ist eine entsprechende Petition? 

Wo bleibt der Protest aller Politiker, die sich über den ungehobelten, egozentrischen Rüpel im Weißen Haus aufregen, aber in Fällen wie diesem schweigen? 

Wo ist der Furor der teutonischen Journalisten, die Titelbilder mit blonden Präsidenten in dunklen Anzügen und roten Krawatten mit abgeschnittenen Freiheitsstatuenköpfen und blutigen Messern produzieren und denen hier die Phantasie, das Interesse und die Courage auszugehen scheinen?

Manchmal beschleicht mich der Eindruck, als wäre es in diesem Land wohlfeil, republikanischen US-Präsidenten feste gegen das Schienbein zu treten, nicht aber, etwas gegen die eigentlichen schlimmen Finger zu sagen, nämlich gegen die aus Allmachtswünschen heraus zum Massenmord hetzenden Cliquen im Vorderen Orient.




Mir persönlich ist es, um mit Roman Herzog zu sprechen, völlig juck, welcher Religion jemand angehört oder meinetwegen auch nicht. Dito Haar- und Hautfarbe, sexuelle Ausrichtung oder sonstiges, was unter "persönliche Präferenzen" fällt. Hauptsache, man respektiert sich gegenseitig und lässt den anderen nach seiner Facon gewähren. So ist unsere post-religöse, säkulare Gesellschaft strukturiert, die dem Individuum und seiner Entfaltung höchste Rechte einräumt. Das wiederum dann, solange durch diese Entfaltung nicht die Rechte von jemand anderem berührt werden. Ist ganz einfach, oder? 

Diese Radikalen aus dem Vorderen Orient aber wollen die Regeln eines nach ihrer Interpretation zu lesenden Korans über alles andere stellen. Auch über ihre Glaubensbrüder, die das ganz anders sehen und einfach nur wie jeder andere friedlich und im Einklang mit ihrem Umfeld leben möchten (ob sie nun im Irak, in der Sahara, in Mali, im Jemen leben, in Frankreich, England, Deutschland oder meinetwegen auf dem Edwards Plateau von Texas, ist dabei völlig humpe).

Eben diese genannten Radikalen wollen eine rabiat-religiöse Gesellschaft nach ihrer und nur nach ihrer Vorstellung - auch auf lange Sicht hin: Wie mir Arabisten und Orientalisten schon im Studium vor 30 Jahren erzählt haben, herrscht in den fraglichen Regionen hinsichtlich der Umsetzung eben solcher Ziele ein ganz anderes Zeitverständnis. Da denkt man über die eigene Generation hinaus, zum Teil in Jahrhunderten, nicht aber in Legislaturperioden. 



Die so postulierte Art einer diktatorisch vorgeschriebenen Lebensführung aber kann der pluralistische Westen nicht wollen. Hier endet die Toleranz und die Selbsterhaltung hat einzusetzen. Heißt aber freilich auch, jedem links- und rechtsradikalen "Culus" ganz klar die Leviten zu lesen, denn auch die Fraktionen wollen mit ihrer jeweils selektiven Wahrnehmung nur ihr und sonst kein Weltbild. Die Rechtsextreminskis akzeptieren zudem allzuoft keinen, der nicht genuin abendländisch ist (was wieder zu der alten Frage führt, wie arisch Hitler und Goebbels denn eigentlich ausgesehen haben ...).

Die Welt ändert sich, aber es muss klar sein, dass im Westen die Regeln herrschen, für die unsere Vorväter (ist gendergerecht gemeint) seit den Bauerkriegen im 16. Jahrhundert gestritten haben. "Der Geltungsbereich des Grundgesetzes", wie es Bundestagspräsident Norbet Lammert mit Blick auf Deutschland genannt hat. Dem haben sich alle zu beugen, auch Neuankömmlinge. 

Auf alles andere, was sie im Positiven mitbringen, bin ich höchst neugierig und gespannt. Denn das fängt ja mit gutem Essen und hervorragendem Kaffee schon an -- ich weiß, von was ich da rede, ich habe einen Türken in der Verwandtschaft und einige Muslime und arabischstämmige Personen im Bekanntenkreis; nicht vergessen auch, dass es eine Muslima war, die mir bei der Vermittlung meines ersten Arbeitsplatzes geholfen hat ...

Hm. Es fragt sich nur, ob wir (also "der Westen") überhaupt das Recht haben, uns über die Lebensführung und die Politik anderer Staaten aufzuregen. Gute Frage. Meiner Meinung nach dann, wenn universelle Menschenrechte berührt werden. 

Nun, dies ist kein Blog über Politik (allenfalls am Rande). Es ist einer, der sich aus männlicher Sicht an weiblichen Muskeln erfreut und das durchaus mit Blick aufs Erotische feiert. Das mag man fetischistisch nennen, zugestanden, oder gar sexistisch (den Vorwurf gab es auch schon mehrfach), aber es geht mir dabei auch immer ums Menschliche, um es mit dem römischen Dichter Terenz zu sagen. Wenn es aber ums Menschliche geht --- in dem Fall ist es politisch, das ist die Grundansicht der griechischen Philosophen gewesen und ist auch meine. 


Und politisch, das war und ist der Fall bei dieser iranischen Bodybuilderin, die der Welt einmal mehr vor Augen geführt hat, dass die Rechte von Frauen im ach so moralisch verderbten Westen mit seiner selbstzweiflerischen Kritik doch - Gott sei Dank - weithin außer Frage stehen, aber in eben jenen Ländern mit radikalislamisch geprägter Politik und Lebensführung nicht. Somit aber hat einmal mehr das Frauenbodybuilding bewiesen, welche politischen Kräfte ihm innewohnen.
 

Man mag von Bodybuilderinnen halten, was man will, mag diese Sportart/Lebensführung als ungesund ansehen, die Muskelmaedels für Mannweiber halten - alles zugestanden. Aber niemand hat das Recht darüber zu entscheiden, dass diese Sportlerinnen so leben wollen, wie sie es wollen, sprich: Eisen pumpend und damit ihre Muskeln stärkend und deren Wachstum befördernd. An dieser Stelle kann man nun an Interesse und Geschlecht einsetzen, was immer man will: Es gilt ebenso und immer genau so lange, bis es die Rechte anderer beschneidet. 

Es sollte also im Interesse aller Frauen liegen, natürlich nicht nur der Muskelmaedels, gegen diese vorzeitlich-tyrannische Behandlung einer Frau zu protestieren. Doch ob da was passieren wird? Wenn ich allein schon sehe, wie wenig Resonanz vor einigen Tagen die Meldung verursacht hat, dass inzwischen in Deutschland zigtausende zumeist gegen ihren Willen beschnittener Frauen leben. Oder dass sich die Bundesregierung immer noch nicht zu einem eindeutigen Verbot in Sachen Kinderehen durchringen kann. Aber so wie ich bezweifle, dass das geschieht, so bezweifle ich auch, dass irgendeine offizielle Stelle sich um dieses iranische Muskelmaedel kümmert oder kümmern wird.


Okay. Womöglich befindet sich die betroffene Athletin noch in Haft. Womöglich aber ist Shirin Nobahari (falls es sich um sie handelt) wieder "draußen", da irgendwer zwischenzeitlich ihre Kaution bezahlt oder irgendein Richter die ganze Sache als Petitesse angesehen hat. Womöglich mag auch mancher meine Empörung angesichts weit gravierender Vorfälle im Rest der Welt für überzogen halten - wiederum alles zugestanden. Aber gleichgültig wie --- das ändert nichts daran, dass diese Vorschriften zum Äußeren einer Frau eben diese in einer Weise gängeln, die gemäß der Werte und Regeln der westlichen Welt einen nicht statthaften Eingriff in die Freiheitsrechte anderer Menschen darstellt. Und das darf man nicht unwidersprochen lassen.

Daher, und wenn es sonst keiner tut, wiederhole ich:


                     Ich protestiere!  

Nachtrag 12.2.17: Erfahre gerade von Leser R.H., dass Shirin Nobaharis letzter Facebook-Eintrag vom 8. Februar datiert, sie also wieder "draußen" zu sein scheint. Das ist der gute Teil der Nachricht. Der schlechte (unter der gleich am Anfang meines Postings genannten Prämisse, dass die ganze Nachricht überhaupt stimmt) ist und bleibt der aus westlicher Sicht ungerechte Umgang mit den Persönlichkeitsrechten von Frauen in den fraglichen Ländern.    

Sonntag, Februar 05, 2017

Jede Menge Kohle - soll man ein Muskelmaedel mit Geld unterstützen?





Neulich habe ich in meinem Mail-Eingang eine Zuschrift gefunden, die ich später noch beantworten wollte, aber wohl aufgrund der mir eigenen Schusseligkeit unbeabsichtigt gelöscht habe. Also: Es geht darum, dass ein Leser von mir Folgendes wissen wollte: Er sei in (ich vermute) Mail- oder Skype-Kontakt zu einem Muskelmaedel in Übersee. Nun habe diese Dame ihn um Unterstützung gebeten, für "supplements" und dergleichen. Jetzt wollte der Leser von mir wissen, ob ich an seiner Stelle unterstützend tätig werden, sprich: Geld überweisen würde. Und ob ich so was schon getan hätte.

Normalerweise gebe ich, mattmuscle von muskelmaedels.blogspot.de, zu solchen Fragen keine Auskunft, da es private Aspekte berührt, die meiner Ansicht nach auch so bleiben sollten. Also, das Folgende daher ausnahmsweise, aber ohne Namensnennung: Ich habe schon Geld überwiesen --- aber nicht an eine mir wildfremde Person, sondern an ein Muskelmaedel, das ich mehrfach getroffen und schätzen gelernt habe und das sich seinerzeit in einer nachweislichen und schlimmen finanziellen Klemme befand. Und mit diesem Freundschaftsdienst hat es sich auch schon.


Das Ganze, also die auch immer wieder im Web zu findenden Anfragen von FBB nach Geld, geht leider sehr viel tiefer, hat es doch mit dem Bodybuilding-Lebensstil als solches zu tun. Denn der ist nun einmal enorm teuer. Und bringt den Wettkampf-Athletinnen nur allzuoft außer etwas Ruhm grad gar nichts ein. Das zeigt der Blick auf die nachgerade lächerlichen Preisgelder bei Wettkämpfen, mit denen man da die euphemistisch als "Profis" kategorisierten Sportlerinnen abspeist (wobei es bei den Männern noch deutlich besser ist). 


Den eigentlichen Reibach machen die Veranstalter, die Fotografen, die draußen vor der Tür (ha - ich liebe literarische Assoziationen!) ihre Bilder und CDs anbieten, die Leute, die mit Kleidung, Schuhen und Nahrungsergänzungsmitteln handeln. Kurz, alle drumherum, nur eben die Athletinnen nicht. Wollte ich es sehr ketzerisch sagen. dann mal maritim: Es sind die Parasitenfische, die gut leben, während für den sie alle ernährenden Blauwal nur sehr wenig übrig bleibt.
   
Nun wollen die Muskelmaedels aber ihr Ziel erreichen, ihr Ziel des nach ihren Vorstellungen geformten muskulösen, vielleicht auch sexy-muskulösen Körpers. Dessen Form möchten sie dann auch im sportlichen Wettkampf mit anderen vergleichen. Und für das Vorhaben brauchen die Maedels trainings- und vorbereitungshalber verfügbare Zeit und zum Finanzieren eben derselben Geld. Längst nicht jede avanciert zum gefragten Bodybuilding-Model, das Titelbilder ziert, als Werbeträgerin im Sportumfeld und auch darüberhinaus zum Beispiel für Events verpflichtet wird oder mit eigenen Fotos und Filmen genug Geld zum Lebensunterhalt macht. 

Einigen gelingt es, sich als Trainerin, Physiotherapeutin, Gym-Managerin oder ähnliches zu etablieren und so das berufliche Umfeld halbwegs oder ganz ideal für das eigene sportliche Fortkommen einsetzen zu könen. (Wobei der Betrieb eines eigenen Unternehmens erfahrungsgemäß so viel Elan fürs Wirtschaftlich-Marketingmäßige fordert, dass die Zeit und die Energie fürs Training und die Vorbereitung dann doch wieder fehlen - man kann's drehen und wenden, wie man will: Nach 24 Stunden ist so ein Tag nun mal alle.) 


Um nun den Faden wieder aufzunehmen: Viele Maedels stehen vor der Frage, wie sie ihren BB-Lebensstil bezahlen sollen. Und das führt dann zu mitunter sehr kreativen Methoden der Mittelorganisation: Die älteren Fans erinnern sich noch gut an die FBB, die per Kleinanzeigen in diversen Zeitschriften und später auch im Web signierte Fotos verkauft haben. Im Lauf der Zeit kamen dann Videos und DVDs hinzu. Die konnte man sich auch nur dehalb angucken, weil die Bodies mitunter sensationell waren- Filmisch-dramaturgisch-dokumentarisch-kamera-/tontechnisch waren diese Werke leider meistens unterirdisch. Weswegen der pekuniäre Input durch so etwas auch meist eher mäßig ausfiel.

Bleibt also als potentieller Geldgeber der Fan, szene-intern auch despektierlich als "Schmoe" bekannt. Jemand, dessen Interesse sich zwischen Faible und Fetisch bewegt, der muskulöse, kraftvolle Frauen regelrecht anbetet, der nichts lieber tut, als starke Muskeln an einer Frau zu bewundern, der sich infolge des Anblicks ihrer weit ausladenden Rückenpartie, ihrer ultrabreiten Schultern und ihrer steinharten, hoch aufragenden Bizeps-Muckis vorkommt wie in einem jegliche Erwartung sprengenden Pharma-Versuch für ein neues, revolutionäres Potenzmittel ...  


Was also liegt näher, als diese Quelle anzuzapfen? Dazu haben wir die Sessions**. Hierbei kann der geneigte Fan ein Muskelmaedel seiner Wahl zu vorher verabredetem Tun treffen. Sei es nun zu einem gemeinsamem Ausgehen, zu Abendessen, Gespräch und Trainingstipps, zum Fotografieren und Filmen, zu Muscle Worship, Einölen des Bodies, Rumbalgen und Armdrücken, aber auch zu Dominiert-Werden oder richtig wettkampfmäßigem Kräftemessen und was weiß ich alles noch.

Man könnte also auch sagen: Mu$cle Wor$hip $e$$ion.

Und das ist nicht abwertend gemeint, sondern so, wie es ist: Diese Bodys kosten viel - bitte das wörtlich zu nehmen: Sie erfordern nicht nur die für die Trainingsschinderei und das disziplinierte Essen unumgängliche Hingabe, sondern eben auch reichlich Geld. Und das muss ja von irgendwoher zufließen.

Allerdings kommt manch eine dabei dann auch ein bisserl vom Weg ab und landet in den nach wie vor ominös-anrüchigen Gefilden der beiden P-Wörter, die mit "rostitution" und "ornographie" aufhören. Das aber betrifft nicht nur eh schon der Halbwelt verbundene Maedels, sondern auch solche, bei denen man das nicht erwarten würde. 


Begreiflich, dass das unterm Strich nicht förderlich ist fürs Image der Sportart an sich. Hier liegt auch einer der Gründe, warum sich die Verbände mit dem FBB und seinem Umfeld schwertun und mit sanftem Druck auf ihre Athletinnen dieses Session-Tun zu verhindern trachten.Wobei das aber auch großteils Heuchlerei ist: Es gibt gerade im Umfeld der BB-Verbände Leute, die gut verdienen, ja, die sogar Millionen gescheffelt haben - würde man die Spitzenathletinnen mindestens durch anständige Preisgelder, idealerweise durch eine monatliche Pauschale entsprechend monetär etwas weicher betten, wäre vielen der finanziell bedingte Zwang zu moralisch anstößigem Tun genommen.   

Denn es mag niemand glauben, dass die Ladies das mit solchen Sessions verbundene Ungemach nur deshalb ertragen, weil die Schmoes alle so schöne nussbaumbraune, glasgrüne oder wasserblaue Augen haben. Man bedenke einmal die Umstände des Dauer-Wartens am Flughafen. Des zu Spitzenzeiten mehrfachen täglichen Koffer-Ein- und Auspackens. Des dann ebenfalls mehfachen täglichen ins-Hotel-Ein- und-Auscheckens sowie der Fahrt in wieder eine andere Stadt. Ganz abgesehen davon, dass das Muskelmaedel vorher oft nicht weiß, was da womöglich für ein Hammerwerfer zu Tür hereinkommt - ungepflegt, rüde im Umgang, angetrunken oder von vornherein willens, die FBB um das vereinbarte Salär zu prellen, wie ich auch schon zu hören bekam. 

Nö, da geht es den Muskelmaedels vor allem einmal darum, Geld zu verdienen, das dann wieder in die Wettkampfvorbereitung oder einfach nur in den Erhalt der Form gesteckt werden kann. Das mag zwar manchem Romantiker nicht passen. Aber so ist sieht's nun mal aus. Zweitrangig ist da ein eventueller Genuss, den das jeweilige Muskelmaedel beim Eingeölt-Werden, Rumbalgen, Kerle-Dominieren oder auch beim Treff mit dem ein oder anderen sympathischen Fan empfinden mag. Oder einfach dadurch, wie sehr ihr in dem Moment geschmeichelt wird --- und Komplimente, nun, die nimmt jede Frau gern entgegen. 
 

Angenehm oder nicht, es steht da der Zwang zum Kohlemachen ganz oben. Und der führt nun zu der eingangs genannten Leserfrage: Es gibt Bodybuilderinnen, die von finanzieller Zuwendung leben. Die also auf Privat-Sponsoring setzen und daher auch beim Kontakt mit Fans um deren Mäzenatentum werben. 

Nun, wir leben alle in einer Welt des "Do ut des", des Prinzips, dass Leistung Gegenleistung fordert. Was also bekomme ich, wenn ich Geld gebe? Die Antwort mag ernüchtern: Oft muss man sich mit einem "Danke!" bescheiden. Das aber fällt je nach Charakter und Art der Beziehung unterschiedlich aus: Ich habe von Leuten gelesen, die nur aufgrund der herzlichen, positiven Reaktion der Betroffenen und auch regelmäßiger Kontaktpflege gesagt haben, das sei Lohn genug gewesen. Manches Muskelmaedel räumt den Sponsoren auch verbesserte Konditionen bei Sessions jedweden Typs ein. Und hier und da mag auch so etwas wie eine Freundschaft entstehen.

Aber mancher beklagt auch, dass ihm noch nicht einmal eine halbherzige Danksagung zugekommen ist.
 
Wer also hier spenden will, möge sich vorher überlegen, an was für eine Gegenleistung er das knüpfen will. Falls überhaupt: Das Kennzeichen solchen Spendentums ist nun einmal seit jeher der Altruismus, sprich: Man gibt aus idealistischen Gründen heraus. Und da kann man sich als spendender Fan immerhin die Genugtuung des Wissens leisten, dass die ein oder andere Athletin auch dank des eigenen Session-Obulusses oder der jeweiligen Zuwendung nun auf der Wettkampfbühne stehen kann.

Wem das nun nicht genug ist --- hm, hm. Denn ein Gutteil des Frustes bei solchen Transaktionen liegt nun einmal präzise in dem Umstand, dass man sich über die Art der Gegenleistung nicht klar ist. Und dass mancher - es sei klar heraus gesagt - von der Empfängerin ein zu hohes Maß an Kontakt erwartet (wobei das Wort "Kontakt" hier vor allem das Emotionale bezeichnet). Hingegen verfestigt sich bei dem Muskelmaedel der Eindruck, als ob sich hier jemand in ihr Leben dränge.
 


Was nun dem Leser raten? Erscheint einem das alles zu viel, hat man etwas Angst vor den Konsequenzen und vielleicht auch das Gefühl, dass da noch nicht enden wollende Neuforderungen hinzu kommen - dann: nein respektive stopp. Hat man aber all das für sich klar im Kopf und schafft es, die entsprechenden Konditionen abzusprechen und einzuhalten oder die Unterstützung gar aus schierer Begeisterung heraus zu leisten, dann kann und soll man natürlich auch einer Muskel-Athletin als Privatsponsor helfen.

It's up to you!


Wobei man da aber gucken sollte, dass man sich selber finanzielle Grenzen setzt. Ich habe es in anderen Sportarten schon erlebt, dass da ein entsprechend über die vernünftige Gebühr hinaus begeisterter Mäzen im Wortsinne Haus und Hof investiert hat und nachher mittellos da stand ...


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**Sessions: Als jemand, der beruflich - salopp gesagt - sauviel und zunehmend mehr zu tun hat, ist es meistens nicht leicht, solche Treffen lange vorab zu planen. Ich habe meine bisherigen Besuche fast immer recht spontan und kurzfristig organisieren können. Doch das wird nunmehr erschwert - durch die immer häufiger anzutreffende Forderung "deposit required". Das heißt nichts anderes, als dass man vorab eine Anzahlung tätigen muss.

Natürlich kann ich verstehen, dass die Muskelmaedels zu diesem Mittel greifen, wenn sie beispielsweise einen kostspieligen Flug hinter sich haben, in einem ebenfalls nicht für umsonst zu habenden Hotelzimmer sitzen und dann ein verbindlich angekündigter Kunde nach dem anderen abspringt, weil vielleicht das Wetter oder die Verkehrslage die Anfahrt arg erschweren.


Aber hier würde ich für eine differenziertere Vorgehensweise plädieren: Es gibt einen Grundpreis für eine Session. Den zahlt, wer vorher per Anzahlung sein Kommen bestätigt und dadurch das geschäftliche Risiko der Damen mindert. Wer das nicht so langfristig planen kann und dennoch "sein" Muskelmaedel treffen will, der muss halt einen Risiko-Zuschlag vergewärtigen.

Wobei man es hier nicht übertreiben sollte. Nur ein Mini-Bruchteil der Fans dürfte zur Klasse der Millionäre gehören, wie ihn Kati Arnoldis Szene-Roman "Chemical Pink" darstellt: Ist der Zuschlag (und auch die Session Fee) zu hoch, bleiben die Fans weg. Auch ganz einfach.

Und werde ich dennoch wieder hingehen? Also, das darf und kann sich ja jetzt jeder selber ausmalen, oder?


          

Freitag, Dezember 30, 2016

Statt langer Worte ...

Also, statt langer Worte zum Jahresabschluss ein Bild, das einfach zeigt, wie unbeschreiblich weiblich Frauen mit Muskeln aussehen können - hier Yeon Woo Jhi. In diesem Sinne: Komm gut rüber - bis 2017!

Samstag, Dezember 24, 2016

Wenn's denn schon sein muss --- Frohe Weihnachten ...

Alle Jahre wieder ist es da, unausweichlich, dieses Fest des sich mit klebrig-süßlichem Psycho-Schmalz tarnenden Konsumrausches und damit der Beginn der Jahresendstimmung. Und weil ich nun so gar nicht der Typ bin, der unschuldige Tannenbäume absägt, auf dass sie in überhitzten Wohnzimmern binnen vier Wochen verdorren, der sinnloserweise bunte Glaskugeln und Lametta über benadelte Zweige hängt und das Wohnzimmer gefahrvoll mit Kerzenlicht an Baumharz illuminiert, der sich dann mit Musik von Carmen Nebel bis Helene Fischer die Gefühlsdusel-Kante gibt, setze ich hier ein Bild ein. Ein Bild, das meiner Vorliebe für erotisch-muskulöse Frauen, der spielerischen Vorstellung weiblich-körperlicher Überlegenheit in Gestalt des Verdreschens finsterer Typen ebenso entgegenkommt, wie es meine persönliche Abneigung dieses Festes widerspiegelt - was nicht heißt, dass ich jedem der mir noch verbliebenen Leser, der das gerne feiert, nicht dennoch Frohe Festtage wünsche. Was hiermit geschehen sein soll: Also dann - feiert schön ...  

Donnerstag, Dezember 01, 2016

Schmoes und das Frauenbodybuilding


Wieder mal bin ich auf E-Mail-Weg etwas gefragt worden, anscheinend von jemandem, der erst seit kurzem sein Faible für Muskelmaedels kennt: "Kannst du mir auch mal bitte sagen, ob es für solche Fans wie uns eigentlich einen Begriff gibt? Also, wie man das nennt, was wir tun. Und wie man solche Menschen wie uns eigentlich nennt. Kannst du das machen, bitte?"

Klar kann ich das, ich bin ja nicht so: Das Bewundern von Frauenmuskeln heißt auf Englisch "Female Muscle Worshipping", also sind wir Anbeter solcher Bodies "Female Muscle Worshipper" (es gibt, es sei der Vollständigkeit halber angemerkt, auch die Homo-Komponente, aber das ist dann eher weniger mein Thema). Last but not least ist da noch der Terminus des "Schmoe". Und der ist der eigentlich wichtige in diesem Zusammenhang.

Zuerst einmal die Herleitung und dann die Definition des Begriffes "Schmoe": Was das wohl auf Deutsch heißen mag? Das Wort stammt aus dem Jiddischen, in dem Fall demjenigen amerikanischer Prägung.
 

Ist das etwas Nettes? Auf jeden Fall - äh, oh - jedenfalls, solange man nicht verächtlich, sondern höchst liebevoll "Trottel" oder "Depp" genannt wird. Und was bedeutet das? Nun, laut den einschlägigen Lexika zum Thema "Modern American Slang" und laut der im Jargon als "Industry" bekannten Bodybuilding-Szene gibt es dafür mehrere Definitionen. 

Ein Schmoe ist demnach ein Mann, der Geld dafür zahlt, um mit einer Frau zu ringen, die oft muskulöser und stärker ist als er selbst. Dies zwecks sexueller Befriedigung, auch wenn keine offene sexuelle Aktivität durchgeführt wird. 
Ein Schmoe ist ein männlicher Förderer und ein Groupie von Bodybuilderinnen. Zahlt oft für sexuelle Dominierung oder Ringkämpfe, Armdrücken und ähnliches mehr mit unübersehbar muskulösen Frauen. 
Ein Schmoe ist ein Hardcore-Fan von Bodybuilderinnen. Einer, der jedes biographische Details über sein jeweils angebetetes Muskelmaedel kennt. Jemand, der weiß, an welchen Wettkämpfen sie wann beteiligt war, wie sie abgeschnitten hat. Jemand, der alle Körpermaße seiner Muskelmaedels herbeten kann. 
Ein Schmoe ist sehr oft jemand, der in Muskelmaedels einen sexuellen Fetisch hat. 
Ein Schmoe ist jemand, der trotz seiner Leidenschaft - ich betone - meistens NIE EINE Dauerbeziehung mit einem Muskelmadel eingeht, weil er exakt diese seine Leidenschaft sehr, sehr im Privaten hält und sich nicht damit ans Licht der Öffentlichkeit traut - aus Scham und Verlegenheit über seine Vorliebe, aus daraus folgender Unfähigkeit, die entsprechenden Damen normal kennenzulernen und anzusprechen, und aus tiefsitzender Angst vor abschätzigen Reaktionen des "sozialen Umfeldes". Und weil sich seine Leidenschaft auf dieses Fetisch-Ding beschränkt, es also nicht die jeweilige Frau als solches umfasst.
 



Woher kommt diese begriffliche Zuordnung, also das alte jiddische Wort "Schmoe" für "Depp" oder "Trottel" vor allem in diesem Zusammenhang anzuwenden? Daran trägt den Legenden der Muskelmaedel-Szene zufolge eine der Pionierinnen des modernen Frauenbodybuilding die Schuld: Theresa Jean Bell alias Pillow, Ende der 1970er und zu Beginn der 1980er eine der ersten Frauen, die mal so richtig Muckis hatten und diese auch gern und stolz zeigten. Wie sie zu dem Spitznamen "Pillow", also "Kissen" kam, kann ich mir nur als Ironie erklären - diese Dame war bei allen unübersehbaren Rundungen kantig, hart und sehr, sehr stark.


Seinerzeit wurde Pillow auch schon einmal von einer Fachzeitschrift zur besten Bodybuilderin ihrer Zeit gekürt --- und zog dementsprechend Fans an. Bei der sich auch als "The She-Beast" vermarktenden Pillow noch verstärkt dadurch, dass sie außerdem zu den Frauen gehörte, die Tanz und Striptease im Burlesque-Stil der 1950er Jahre wiederbelebten und neu beeinflussten. Ja, sie war schon verdammt sexy ...


Kein Wunder also, dass sie einiges an Fans hatte und somit auch manches an fraglos als enorm enervierend empfunden geäußerter Bewunderung. Und die ist heute nicht anders als damals: Sich arglos gebende Bewunderung, die nur allzu oft aufgrund des Egoismus seitens des Betreffenden in leider nicht mehr harmloses Stalking oder Bedrängen übergeht. Eine Unsitte, die sich übrigens durch das Internet und die auf den ersten Blick alles öffentlich machenden, jede Privatheit negierenden (a)sozialen Medien noch verstärkt hat.


Diese zu Recht als nervig empfundenen Typen stellen ihren Auserkorenen ohne Rücksicht auf deren Befindlichkeiten nach, tun dies in einer als schmierig-heimlich empfundenen Weise, wollen von den Muskelmaedels immer nur, sie zu befühlen, einzuölen oder gar - Traum der Träume - deren Stärke vorgeführt zu bekommen. Das idealerweise natürlich so, dass die derart "Angebetete" unmissverständlich sehen und spüren kann, was man deswegen gerade aber auch für ein Hammergerät in der Hose hat. 


Und so reagierte Pillow alias Frau Bell (die übrigens seit Jahren "retired" ist und im Frühjahr ihren 60. Geburtstag gefeiert hat), auf diese Art der Belästigung mit dem unfeinen, aber zutreffenden Begriff des "Schmoe". Und das ist seitdem negativ konnotiert (doch, ich kann Wörter kennen ...); es belegt nicht nur die FBB-typische Version des Spanners oder Stalkers, sondern als Sammelbegriff auch den Fan von Muskelmaedels als solchen. 


Interessanterweise sagen einem in der "Industry" länger tätige Muskelmaedels auch, dass sie Schmoes im Umfeld von Shows, Wettkämpfen und Messen sofort erkennen - nämlich an ihrem Gehabe, sich im Umfeld von muskulösen Frauen aufzuhalten, gern auch als "Fotograf" auftretend. Und immer darauf aus, einen Blick auf einen hart sich wölbenden Bizeps oder auf kantig-pralle Ballerwaden zu erhaschen, aber das so, das es möglichst nicht auffällt. Was jedem mit etwas Einblick in diese Welt natürlich sofort auffällt.

Und weil Schmoe so ein abwertendes Wort ist, machte sich auch schon bald ein stereotypisches Image breit - es zeigte diese Sorte Mensch als dürren, heimlichtuerischen, spannerischen Mickerling, einen, der schon immer von allen nur verachtet worden ist und sich nie aus dem "Hotel Mama" hat befreien können und auch finanziell immer noch an den Rockzipfeln von Mutti hängt. Ich gebe zu, dass ich in mancher meiner fiktiven Stories auch gern auf Teile dieses Klischees zurückgegriffen habe.


Hm. Komisch nur, dass ich von so vielen Männern weiß, auf die das alles nicht zutrifft. Ich nenne mal zwei andere Extreme: Es gibt da finanziell äußerst gut gestellte Millionäre ebenso wie sportlich extrem fitte Ex-Soldaten (meines Wissens trifft das auf einen in 80er Jahren sehr bekannten Videofilmer zu) und überhaupt jede Menge Leute, die aktiv und selbstbestimmt ihr Leben führen. 

Und jüngere Vertreter unserer Spezies haben wohl auch kein Problem mit dem selbstbestimmten und selbstbewussten Outen. Wo's da vor allem bei manchen älteren Muscle Worshippers klemmt, ist das Problem der sozialen Akzeptanz, der Angst davor, in seinem gewohnen sozialen Umfeld lächerlich gemacht zu werden -- was aber über die Jahre hinweg wohl wiederum auch einen eigenen Reiz ausmacht, das Spiel mit der Angst vor der Entdeckung. Ach ja.    


Okay. Nun ist noch eins offen: Was für ein Typ Mann ist denn so ein Schmoe, gibt's dazu was Wissenschaftliches? "Sicher datt", würde der Kölner dazu sagen - here we go: Dazu äußert sich die für das Werk "Strong and Hard Women - An ethnography of female bodybuilding" bekannte Buchautorin Dr. Tanya Bunsell in einem Internet-Interview. Das Folgende bezieht sich wohl zuordnungsmäßig großteils auf Großbritannien, lässt sich aber (abzüglich des typischen Anteils an britischem Spleen ;-) ) fraglos auch auf alles zwischen Saale und Saar übertragen. Satzteile in eckigen Klammern stammen von mir:


"Es wird kaum überraschen, dass Männer, die von außerordentlich muskulösen Frauenkörpern angezogen werden, in einem negativen Licht dargestellt werden. Stereotypische muscle worshippers wurden in Dokumentationen wie [der TV-Serie] Louis Theroux’s Weird Weekends als schmächtig, Nerd-artig, erbärmlich dargestellt, als Leute, 'die noch mit 40 bei ihren Müttern leben und jeden einzelnen Penny für Sessions sparen', als unterdrückte Homosexuelle ohne soziale Kompetenzen und einer Aura irgendwelcher geistiger Defekte. Bislang gibt es noch keine umfassende Studie, welche dieses Allgemeinwissen einmal überprüft hat - deshalb habe ich Sie [den Interviewer 'Female Muscle Slave'] in der Absicht kontaktiert, mehr über Männer zu lernen, die Frauenmuskeln lieben.
 


Trotz großer methodischer Aspekte ergab meine Recherche in Großbritannien, dass der Großteil der Muscle Worshippers der Mittelklasse angehört, studiert hat und den Altersstufen zwischen den späten 20er und den späten 40er Jahren angehört [Shayzze, ich bin da schon drüber ...]. Der Löwenanteil war heterosexuell und aktives Mitglied in einem Fitness-Studio. Dass mehrere trainierten, mag vielleicht überraschen und widerspricht anderen Akademikern, die da verkünden, dass Schmoes in voller Absicht 'Schlaffheit oder Schlankheit kultivieren, um einen schwächlichen Körper zu perfektionieren, ungeeignet, um schwere Gewichte zu heben [...] Alles, um ihre Körper in einen besseren Kontrast  zu den Bildern der kraftvollen Figuren des Frauenbodybuilding zu setzen.'  

Die demografischen Daten der Personen aus meiner Studie ergeben eindeutig einen Gegenentwurf zu den Stereotypen der Muscle Worshipper als schwach und wirtschaftlich abhängig, und ein gemeinsames Band zwischen den Muscle Worshippers ist, dass sie ihre Begeisterung für muskulöse Frauen in ihrem Teenager-Alter entwickelt haben.
 

Das ist ein Aufbruch in die richtige Richtung - aber auch nur das (mein Stichprobenumfang war sicherlich zu klein für jedwede Verallgemeinerung). Es erscheint geboten, in diesem Feld weit größere Recherchen durchzuführen - sowohl aus der Sicht der Frauen (inklusive den körperlich erlebten Erfahrungen tatsächlicher Sessions) und aus der Perspektive der Muscle Worshippers. Tatsächlich habe ich den Eindruck, dass die Stimme der männlichen Muscle Worshipper bei der Erforschung der Bodybuilderinnen stark vernachlässigt worden ist (auch von mir) und dass ich gern da draußen mehr Arbeiten sehen würde, die anfangen, diese Tabus und Stigmata überwinden und Männer feiern, die muskulöse Frauen in all ihrer komplexen Schönheit feiern."


Ja, und von meiner -- mattmuscle von muskelmaedels.blogspot -- Seite aus noch dies: Ich habe ja schon in diesem Blog zigfach hingeschrieben, dass das Internet die Verfügbarkeit von Kontakten, Bildmaterial und Filmen ins Unermessliche geblasen hat. Dies im Vergleich zu der Zeit der 70er bis 90er Jahre, als Muscle Worshipping tatsächlich etwas Seltenes, Rares, Abgefahrenes oder, positiver formuliert, sehr Exklusives war. 

Einfach, weil man nicht an jeder Ecke an entsprechendeKontakte kam und das Ganze, da noch neu, sehr unter Ausschluss der Öffentlichkeit lief. Nun, das Web macht es also dem Schmoe leichter, Gleichgesinnte zu finden, endlich mit jemandem über sein Interesse "reden" zu können, an seinen "Stoff" zu kommen. So weit nix Neues. 



Aber umgekehrt sollte man auch die Rolle des Internet auf den Werdegang von Schmoes untersuchen: Ich wage die These, dass es dank des Internet ungleich mehr Muskelmaedelanbeterinnen gibt als vorher. Das Web sorgt sozusagen für einen sehr irdischen "Schmoe's Heaven", also einen Himmel für Schmoes. Nämlich deshalb, weil erst die simple, regelrecht allgegegenwärtige und ins Unermessliche gehende Verfügbarkeit entsprechender Bilder und damit Stimulanzien die Begehrlichkeit weckt und damit auch das sexuelle Interesse (zumindest einen Teil davon) auch in eine bestimmte Richtung lenkt. Eine Richtung, welche dieses Interesse OHNE das Internet nicht eingeschlagen hätte. 


Ja, und dann ist da noch ein anderer Aspekt, nämlich dem des NUTZENS, den der Schmoe den Bodybuilderinnen bringt. Das hat die als "Marcie Madness" bekannte Bodybuilderin Marcie Simmons (siehe Bild über diesem Abschnitt) in einem Video-Beitrag des Titels "The Importance Of Schmoes In The World Of Bodybuilding!!!" auf den Punkt gebracht (guggsd du hier): Ihre These: "Schmoes halten tatsächlich die Industrie am Leben!" 




Nach einer einleitenden Definition des Begriffes Schmoe und der Feststellung von dessen allgemein negativer Wahrnehmung sagt Marcie Madness, dass FBB ein teurer Sport ist, einer, in den man als Frau mehr einzahlt, als man davon zurückbekommt. Und ist man da nicht eine finanziell unabhängige Frau, dann hapert es oft am Geld, um den Sport und alles damit Zusammenhängende zu finanzieren und überhaupt vorwärts zu kommen, also auch daran, die Zeit und die Mittel zu haben, um Muskeln aufzubauen. 



Hier kommen laut Marcie Madness die Schmoes ins Spiel: Manche sponsern ihre Maedels, zahlen Reisekosten, Kleidung, sorgen für Bräunung, Make-up und Frisur und ermöglichen es so der Athletin, sich auf ihren Sport zu konzentrieren und da unter Umständen Karriere zu machen. 

Offen spricht Marcie Madness auch darüber, dass es da auch Gegengeschäfte gibt, von Muscle Worship Sessions (live in real life wie auch online) bis hin zu sexuellen Gefälligkeiten. Dass es Leute gibt, für die Frauenmuskeln Fetisch-Charakter haben [hm, ich glaube, das dürfte bei mir passen]. Und sie sagt, es gäbe eigentlich keinen großen Unterschied, ob nun jemand definierte Trizeps-Muckis oder einen großen Busen mag. Zumal es, so Marcie Madness, viele Männer außerhalb dieser FBB-Welt gibt, die Obsessionen bezüglich anderer weiblicher Körperteile hegen, man denke da an Fußfetischisten oder an die Fans dicker Hintern und supergroßer Brüste. Marcie Madness: "Ich halte Schmoes nicht für negativ!"


Der Beitrag ist aus diversen Gründen bemerkenswert. Zum ersten spricht Marcie Madness das unverblümt aus, was in der Szene ein offenes Geheimnis ist. Zweitens ist Marcie Madness' Beitrag deswegen so toll, weil er damit auch eine Lanze für Schmoes innerhalb ihres eigenen Zirkels bricht. Und drittens wegen der Courage, das ins helle Licht zu stellen, ja noch mit einem extrahellen Strahler zu beleuchten, was mancher Offizielle lieber im Halbdunkel des als schmuddelig empfundenen Souterrain belassen hätte.

Es ließen sich hier zig Alias-Namen von Damen anführen, die man in der sportlichen Welt als Top-Muskelmaedels kennt, die aber nicht auf den ersten Blick mit Muscle Worship Sessions und ähnlichem mehr in Verbindung gebracht werden wollen. Warum? Es drohen wohl unausgesprochene, aber greifbare Sanktionen seitens der Verbände (allen voran die IFBB) und auch seitens manches Sponsors, der die jeweilige Bodybuilderin als Werbeträgerin verpflichtet hat. 



Also ist auch schon manche Bodybuilderin aus dem (in diesem Blog zigfach besprochenen) Rundreise-Zirkus mit Muscle-Worship-Sessions wieder ausgestiegen, obwohl die ein oder andere der Muckiladies damit an guten Tagen bestimmt vierstellig kassiert haben dürfte. Da sagt Marcie Madness ganz klar, dass es ohne Schmoes in der Welt der Muskelmaedels und des Frauenbodybuilding nicht geht.

Allein aus diesem Grunde sollten es sich die Verbände übrigens überlegen, wieder nur auf T&A-Shows zu gehen - derlei hat sicher auch sein Publikum, aber fraglos eben nicht die Fans, die ihre Muskelmaedels so heiß und innig lieben wie die Schmoes. Und die Muskelmaedels sollten sich für den Session-Zirkus nicht schämen, sondern ihn als das sehen, was er ist. Nämlich eine Win-Win-Angelegenheit:



Der Schmoe kann ein Muskelmaedel treffen und ihren tollen Body bewundern, sich vielleicht auch ein bisschen von diesem durch die Mangel drehen lassen. Dann geht der Schmoe heim. 
Das Muskelmaedel bekommt das Geld, das es braucht, um einen höchst eigenwilligen Lebensstil zu finanzieren. Dann geht das Muskelmaedel heim.
Und läuft alles gut, haben beide Seiten vorher auch noch ihren Spaß gehabt: Längst nicht jede muskulöse Frau sieht in Sessions mit Schmoes ein nerviges Pflichtprogramm. Manch eine genießt es auch, den Jungs zu zeigen, dass sie stärker ist als sie und sexy noch dazu.

Also, liebe Damen, nur keine falsche Hemmungen - denn eins ist auch klar: Die Verbände werden sicher nicht mit genug Geld aufwarten, um einen Lifestyle zu finanzieren, mit dessen Ergebnis die Funktionäre sich am liebsten gar nicht befassen würden ...