Donnerstag, Dezember 01, 2016

Schmoes und das Frauenbodybuilding


Wieder mal bin ich auf E-Mail-Weg etwas gefragt worden, anscheinend von jemandem, der erst seit kurzem sein Faible für Muskelmaedels kennt: "Kannst du mir auch mal bitte sagen, ob es für solche Fans wie uns eigentlich einen Begriff gibt? Also, wie man das nennt, was wir tun. Und wie man solche Menschen wie uns eigentlich nennt. Kannst du das machen, bitte?"

Klar kann ich das, ich bin ja nicht so: Das Bewundern von Frauenmuskeln heißt auf Englisch "Female Muscle Worshipping", also sind wir Anbeter solcher Bodies "Female Muscle Worshipper" (es gibt, es sei der Vollständigkeit halber angemerkt, auch die Homo-Komponente, aber das ist dann eher weniger mein Thema). Last but not least ist da noch der Terminus des "Schmoe". Und der ist der eigentlich wichtige in diesem Zusammenhang.

Zuerst einmal die Herleitung und dann die Definition des Begriffes "Schmoe": Was das wohl auf Deutsch heißen mag? Das Wort stammt aus dem Jiddischen, in dem Fall demjenigen amerikanischer Prägung.
 

Ist das etwas Nettes? Auf jeden Fall - äh, oh - jedenfalls, solange man nicht verächtlich, sondern höchst liebevoll "Trottel" oder "Depp" genannt wird. Und was bedeutet das? Nun, laut den einschlägigen Lexika zum Thema "Modern American Slang" und laut der im Jargon als "Industry" bekannten Bodybuilding-Szene gibt es dafür mehrere Definitionen. 

Ein Schmoe ist demnach ein Mann, der Geld dafür zahlt, um mit einer Frau zu ringen, die oft muskulöser und stärker ist als er selbst. Dies zwecks sexueller Befriedigung, auch wenn keine offene sexuelle Aktivität durchgeführt wird. 
Ein Schmoe ist ein männlicher Förderer und ein Groupie von Bodybuilderinnen. Zahlt oft für sexuelle Dominierung oder Ringkämpfe, Armdrücken und ähnliches mehr mit unübersehbar muskulösen Frauen. 
Ein Schmoe ist ein Hardcore-Fan von Bodybuilderinnen. Einer, der jedes biographische Details über sein jeweils angebetetes Muskelmaedel kennt. Jemand, der weiß, an welchen Wettkämpfen sie wann beteiligt war, wie sie abgeschnitten hat. Jemand, der alle Körpermaße seiner Muskelmaedels herbeten kann. 
Ein Schmoe ist sehr oft jemand, der in Muskelmaedels einen sexuellen Fetisch hat. 
Ein Schmoe ist jemand, der trotz seiner Leidenschaft - ich betone - meistens NIE EINE Dauerbeziehung mit einem Muskelmadel eingeht, weil er exakt diese seine Leidenschaft sehr, sehr im Privaten hält und sich nicht damit ans Licht der Öffentlichkeit traut - aus Scham und Verlegenheit über seine Vorliebe, aus daraus folgender Unfähigkeit, die entsprechenden Damen normal kennenzulernen und anzusprechen, und aus tiefsitzender Angst vor abschätzigen Reaktionen des "sozialen Umfeldes". Und weil sich seine Leidenschaft auf dieses Fetisch-Ding beschränkt, es also nicht die jeweilige Frau als solches umfasst.
 



Woher kommt diese begriffliche Zuordnung, also das alte jiddische Wort "Schmoe" für "Depp" oder "Trottel" vor allem in diesem Zusammenhang anzuwenden? Daran trägt den Legenden der Muskelmaedel-Szene zufolge eine der Pionierinnen des modernen Frauenbodybuilding die Schuld: Theresa Jean Bell alias Pillow, Ende der 1970er und zu Beginn der 1980er eine der ersten Frauen, die mal so richtig Muckis hatten und diese auch gern und stolz zeigten. Wie sie zu dem Spitznamen "Pillow", also "Kissen" kam, kann ich mir nur als Ironie erklären - diese Dame war bei allen unübersehbaren Rundungen kantig, hart und sehr, sehr stark.


Seinerzeit wurde Pillow auch schon einmal von einer Fachzeitschrift zur besten Bodybuilderin ihrer Zeit gekürt --- und zog dementsprechend Fans an. Bei der sich auch als "The She-Beast" vermarktenden Pillow noch verstärkt dadurch, dass sie außerdem zu den Frauen gehörte, die Tanz und Striptease im Burlesque-Stil der 1950er Jahre wiederbelebten und neu beeinflussten. Ja, sie war schon verdammt sexy ...


Kein Wunder also, dass sie einiges an Fans hatte und somit auch manches an fraglos als enorm enervierend empfunden geäußerter Bewunderung. Und die ist heute nicht anders als damals: Sich arglos gebende Bewunderung, die nur allzu oft aufgrund des Egoismus seitens des Betreffenden in leider nicht mehr harmloses Stalking oder Bedrängen übergeht. Eine Unsitte, die sich übrigens durch das Internet und die auf den ersten Blick alles öffentlich machenden, jede Privatheit negierenden (a)sozialen Medien noch verstärkt hat.


Diese zu Recht als nervig empfundenen Typen stellen ihren Auserkorenen ohne Rücksicht auf deren Befindlichkeiten nach, tun dies in einer als schmierig-heimlich empfundenen Weise, wollen von den Muskelmaedels immer nur, sie zu befühlen, einzuölen oder gar - Traum der Träume - deren Stärke vorgeführt zu bekommen. Das idealerweise natürlich so, dass die derart "Angebetete" unmissverständlich sehen und spüren kann, was man deswegen gerade aber auch für ein Hammergerät in der Hose hat. 


Und so reagierte Pillow alias Frau Bell (die übrigens seit Jahren "retired" ist und im Frühjahr ihren 60. Geburtstag gefeiert hat), auf diese Art der Belästigung mit dem unfeinen, aber zutreffenden Begriff des "Schmoe". Und das ist seitdem negativ konnotiert (doch, ich kann Wörter kennen ...); es belegt nicht nur die FBB-typische Version des Spanners oder Stalkers, sondern als Sammelbegriff auch den Fan von Muskelmaedels als solchen. 


Interessanterweise sagen einem in der "Industry" länger tätige Muskelmaedels auch, dass sie Schmoes im Umfeld von Shows, Wettkämpfen und Messen sofort erkennen - nämlich an ihrem Gehabe, sich im Umfeld von muskulösen Frauen aufzuhalten, gern auch als "Fotograf" auftretend. Und immer darauf aus, einen Blick auf einen hart sich wölbenden Bizeps oder auf kantig-pralle Ballerwaden zu erhaschen, aber das so, das es möglichst nicht auffällt. Was jedem mit etwas Einblick in diese Welt natürlich sofort auffällt.

Und weil Schmoe so ein abwertendes Wort ist, machte sich auch schon bald ein stereotypisches Image breit - es zeigte diese Sorte Mensch als dürren, heimlichtuerischen, spannerischen Mickerling, einen, der schon immer von allen nur verachtet worden ist und sich nie aus dem "Hotel Mama" hat befreien können und auch finanziell immer noch an den Rockzipfeln von Mutti hängt. Ich gebe zu, dass ich in mancher meiner fiktiven Stories auch gern auf Teile dieses Klischees zurückgegriffen habe.


Hm. Komisch nur, dass ich von so vielen Männern weiß, auf die das alles nicht zutrifft. Ich nenne mal zwei andere Extreme: Es gibt da finanziell äußerst gut gestellte Millionäre ebenso wie sportlich extrem fitte Ex-Soldaten (meines Wissens trifft das auf einen in 80er Jahren sehr bekannten Videofilmer zu) und überhaupt jede Menge Leute, die aktiv und selbstbestimmt ihr Leben führen. 

Und jüngere Vertreter unserer Spezies haben wohl auch kein Problem mit dem selbstbestimmten und selbstbewussten Outen. Wo's da vor allem bei manchen älteren Muscle Worshippers klemmt, ist das Problem der sozialen Akzeptanz, der Angst davor, in seinem gewohnen sozialen Umfeld lächerlich gemacht zu werden -- was aber über die Jahre hinweg wohl wiederum auch einen eigenen Reiz ausmacht, das Spiel mit der Angst vor der Entdeckung. Ach ja.    


Okay. Nun ist noch eins offen: Was für ein Typ Mann ist denn so ein Schmoe, gibt's dazu was Wissenschaftliches? "Sicher datt", würde der Kölner dazu sagen - here we go: Dazu äußert sich die für das Werk "Strong and Hard Women - An ethnography of female bodybuilding" bekannte Buchautorin Dr. Tanya Bunsell in einem Internet-Interview. Das Folgende bezieht sich wohl zuordnungsmäßig großteils auf Großbritannien, lässt sich aber (abzüglich des typischen Anteils an britischem Spleen ;-) ) fraglos auch auf alles zwischen Saale und Saar übertragen. Satzteile in eckigen Klammern stammen von mir:


"Es wird kaum überraschen, dass Männer, die von außerordentlich muskulösen Frauenkörpern angezogen werden, in einem negativen Licht dargestellt werden. Stereotypische muscle worshippers wurden in Dokumentationen wie [der TV-Serie] Louis Theroux’s Weird Weekends als schmächtig, Nerd-artig, erbärmlich dargestellt, als Leute, 'die noch mit 40 bei ihren Müttern leben und jeden einzelnen Penny für Sessions sparen', als unterdrückte Homosexuelle ohne soziale Kompetenzen und einer Aura irgendwelcher geistiger Defekte. Bislang gibt es noch keine umfassende Studie, welche dieses Allgemeinwissen einmal überprüft hat - deshalb habe ich Sie [den Interviewer 'Female Muscle Slave'] in der Absicht kontaktiert, mehr über Männer zu lernen, die Frauenmuskeln lieben.
 


Trotz großer methodischer Aspekte ergab meine Recherche in Großbritannien, dass der Großteil der Muscle Worshippers der Mittelklasse angehört, studiert hat und den Altersstufen zwischen den späten 20er und den späten 40er Jahren angehört [Shayzze, ich bin da schon drüber ...]. Der Löwenanteil war heterosexuell und aktives Mitglied in einem Fitness-Studio. Dass mehrere trainierten, mag vielleicht überraschen und widerspricht anderen Akademikern, die da verkünden, dass Schmoes in voller Absicht 'Schlaffheit oder Schlankheit kultivieren, um einen schwächlichen Körper zu perfektionieren, ungeeignet, um schwere Gewichte zu heben [...] Alles, um ihre Körper in einen besseren Kontrast  zu den Bildern der kraftvollen Figuren des Frauenbodybuilding zu setzen.'  

Die demografischen Daten der Personen aus meiner Studie ergeben eindeutig einen Gegenentwurf zu den Stereotypen der Muscle Worshipper als schwach und wirtschaftlich abhängig, und ein gemeinsames Band zwischen den Muscle Worshippers ist, dass sie ihre Begeisterung für muskulöse Frauen in ihrem Teenager-Alter entwickelt haben.
 

Das ist ein Aufbruch in die richtige Richtung - aber auch nur das (mein Stichprobenumfang war sicherlich zu klein für jedwede Verallgemeinerung). Es erscheint geboten, in diesem Feld weit größere Recherchen durchzuführen - sowohl aus der Sicht der Frauen (inklusive den körperlich erlebten Erfahrungen tatsächlicher Sessions) und aus der Perspektive der Muscle Worshippers. Tatsächlich habe ich den Eindruck, dass die Stimme der männlichen Muscle Worshipper bei der Erforschung der Bodybuilderinnen stark vernachlässigt worden ist (auch von mir) und dass ich gern da draußen mehr Arbeiten sehen würde, die anfangen, diese Tabus und Stigmata überwinden und Männer feiern, die muskulöse Frauen in all ihrer komplexen Schönheit feiern."


Ja, und von meiner -- mattmuscle von muskelmaedels.blogspot -- Seite aus noch dies: Ich habe ja schon in diesem Blog zigfach hingeschrieben, dass das Internet die Verfügbarkeit von Kontakten, Bildmaterial und Filmen ins Unermessliche geblasen hat. Dies im Vergleich zu der Zeit der 70er bis 90er Jahre, als Muscle Worshipping tatsächlich etwas Seltenes, Rares, Abgefahrenes oder, positiver formuliert, sehr Exklusives war. 

Einfach, weil man nicht an jeder Ecke an entsprechendeKontakte kam und das Ganze, da noch neu, sehr unter Ausschluss der Öffentlichkeit lief. Nun, das Web macht es also dem Schmoe leichter, Gleichgesinnte zu finden, endlich mit jemandem über sein Interesse "reden" zu können, an seinen "Stoff" zu kommen. So weit nix Neues. 



Aber umgekehrt sollte man auch die Rolle des Internet auf den Werdegang von Schmoes untersuchen: Ich wage die These, dass es dank des Internet ungleich mehr Muskelmaedelanbeterinnen gibt als vorher. Das Web sorgt sozusagen für einen sehr irdischen "Schmoe's Heaven", also einen Himmel für Schmoes. Nämlich deshalb, weil erst die simple, regelrecht allgegegenwärtige und ins Unermessliche gehende Verfügbarkeit entsprechender Bilder und damit Stimulanzien die Begehrlichkeit weckt und damit auch das sexuelle Interesse (zumindest einen Teil davon) auch in eine bestimmte Richtung lenkt. Eine Richtung, welche dieses Interesse OHNE das Internet nicht eingeschlagen hätte. 


Ja, und dann ist da noch ein anderer Aspekt, nämlich dem des NUTZENS, den der Schmoe den Bodybuilderinnen bringt. Das hat die als "Marcie Madness" bekannte Bodybuilderin Marcie Simmons (siehe Bild über diesem Abschnitt) in einem Video-Beitrag des Titels "The Importance Of Schmoes In The World Of Bodybuilding!!!" auf den Punkt gebracht (guggsd du hier): Ihre These: "Schmoes halten tatsächlich die Industrie am Leben!" 




Nach einer einleitenden Definition des Begriffes Schmoe und der Feststellung von dessen allgemein negativer Wahrnehmung sagt Marcie Madness, dass FBB ein teurer Sport ist, einer, in den man als Frau mehr einzahlt, als man davon zurückbekommt. Und ist man da nicht eine finanziell unabhängige Frau, dann hapert es oft am Geld, um den Sport und alles damit Zusammenhängende zu finanzieren und überhaupt vorwärts zu kommen, also auch daran, die Zeit und die Mittel zu haben, um Muskeln aufzubauen. 



Hier kommen laut Marcie Madness die Schmoes ins Spiel: Manche sponsern ihre Maedels, zahlen Reisekosten, Kleidung, sorgen für Bräunung, Make-up und Frisur und ermöglichen es so der Athletin, sich auf ihren Sport zu konzentrieren und da unter Umständen Karriere zu machen. 

Offen spricht Marcie Madness auch darüber, dass es da auch Gegengeschäfte gibt, von Muscle Worship Sessions (live in real life wie auch online) bis hin zu sexuellen Gefälligkeiten. Dass es Leute gibt, für die Frauenmuskeln Fetisch-Charakter haben [hm, ich glaube, das dürfte bei mir passen]. Und sie sagt, es gäbe eigentlich keinen großen Unterschied, ob nun jemand definierte Trizeps-Muckis oder einen großen Busen mag. Zumal es, so Marcie Madness, viele Männer außerhalb dieser FBB-Welt gibt, die Obsessionen bezüglich anderer weiblicher Körperteile hegen, man denke da an Fußfetischisten oder an die Fans dicker Hintern und supergroßer Brüste. Marcie Madness: "Ich halte Schmoes nicht für negativ!"


Der Beitrag ist aus diversen Gründen bemerkenswert. Zum ersten spricht Marcie Madness das unverblümt aus, was in der Szene ein offenes Geheimnis ist. Zweitens ist Marcie Madness' Beitrag deswegen so toll, weil er damit auch eine Lanze für Schmoes innerhalb ihres eigenen Zirkels bricht. Und drittens wegen der Courage, das ins helle Licht zu stellen, ja noch mit einem extrahellen Strahler zu beleuchten, was mancher Offizielle lieber im Halbdunkel des als schmuddelig empfundenen Souterrain belassen hätte.

Es ließen sich hier zig Alias-Namen von Damen anführen, die man in der sportlichen Welt als Top-Muskelmaedels kennt, die aber nicht auf den ersten Blick mit Muscle Worship Sessions und ähnlichem mehr in Verbindung gebracht werden wollen. Warum? Es drohen wohl unausgesprochene, aber greifbare Sanktionen seitens der Verbände (allen voran die IFBB) und auch seitens manches Sponsors, der die jeweilige Bodybuilderin als Werbeträgerin verpflichtet hat. 



Also ist auch schon manche Bodybuilderin aus dem (in diesem Blog zigfach besprochenen) Rundreise-Zirkus mit Muscle-Worship-Sessions wieder ausgestiegen, obwohl die ein oder andere der Muckiladies damit an guten Tagen bestimmt vierstellig kassiert haben dürfte. Da sagt Marcie Madness ganz klar, dass es ohne Schmoes in der Welt der Muskelmaedels und des Frauenbodybuilding nicht geht.

Allein aus diesem Grunde sollten es sich die Verbände übrigens überlegen, wieder nur auf T&A-Shows zu gehen - derlei hat sicher auch sein Publikum, aber fraglos eben nicht die Fans, die ihre Muskelmaedels so heiß und innig lieben wie die Schmoes. Und die Muskelmaedels sollten sich für den Session-Zirkus nicht schämen, sondern ihn als das sehen, was er ist. Nämlich eine Win-Win-Angelegenheit:



Der Schmoe kann ein Muskelmaedel treffen und ihren tollen Body bewundern, sich vielleicht auch ein bisschen von diesem durch die Mangel drehen lassen. Dann geht der Schmoe heim. 
Das Muskelmaedel bekommt das Geld, das es braucht, um einen höchst eigenwilligen Lebensstil zu finanzieren. Dann geht das Muskelmaedel heim.
Und läuft alles gut, haben beide Seiten vorher auch noch ihren Spaß gehabt: Längst nicht jede muskulöse Frau sieht in Sessions mit Schmoes ein nerviges Pflichtprogramm. Manch eine genießt es auch, den Jungs zu zeigen, dass sie stärker ist als sie und sexy noch dazu.

Also, liebe Damen, nur keine falsche Hemmungen - denn eins ist auch klar: Die Verbände werden sicher nicht mit genug Geld aufwarten, um einen Lifestyle zu finanzieren, mit dessen Ergebnis die Funktionäre sich am liebsten gar nicht befassen würden ...




 

Sonntag, November 13, 2016

"Neues Schönheitsideal/Die Superweiber": Artikel bei SPON

Ah ja. Jetzt hat's auch "Der Spiegel" in Heft 45/2016 festgestellt, wie man hier nachlesen kann, zumindest in Form des Anreißers, ehe man dann bei Spiegel online auf den bezahlpflichtigen Rest des Artikels geleitet wird. Da ich das Heft dieser Tage eh bekommen sollte, werde ich nun nicht online auch noch berappen, muss also warten, bis ich Kritik äußern kann. Was ich tun kann, ist zu verlinken (siehe oben) und unabhängig vom Artiekltext meine Gednaken zu äußern.

Es geht um Frauen mit Muskeln, so weit nichts Neues, auch nicht im einstigen Sturmgeschütz der Demokratie, aber nunmehr versehen mit dem Etikett "neues Schänheitsideal". Also, Muskelmaedels als schön, nicht mehr als maskulin, dies der aktuelle Trend.

Der aktuelle Trend? Ich glaube, fitte Maedels waren schon im vergangenen halben Jahrhundert immer im Trend. Und damit meine ich nicht nur Action-Heldinnen à la Cynthia Rothrock oder Kathy Long, sondern die unzähligen Damen, die ihre Figur in zigtausenden von Fitnessstudios geformt haben, ohne dabei auf extremes Muskelwachstum zu setzen, sondern einfach darauf, die Segnungn moderaten Eisensports für sich selber zu nutzen. Und da waren auch durchaus richtig kräftige Damen drunter. "Kräftig" im Sinne von "kraftvoll" und nicht so, wie es die Modeindustrie benutzt, nämlich als Synonym für "adipös" oder schlicht "dick".

Jetzt aber geht es um richtig starke Frauen als Schönheitsideal. Solche, denen man ihr sportliches Treiben ansieht. Namentlich gehte es ums Crossfit, das mit einer Übungs- und Disziplinenmixtur den Körper allroundmäßig zu stählen verspricht, also mit einer Mischung aus aeroben und anerobem Tun, mit Elementen aus Schwer- und Leichtathletik sowie Turnen und Akrobatik. Es kommen dabei andere Körper heraus als beim Bodybuilding - weniger breit in Schultern und Rücken, dafür etwas kompakter in der Taille, aber bei den weiblichen Spitzenleuten immer noch so, dass der Laie sie für Muskelmaedels hält. 

Okay. Sicher ein Fortschritt zu den Tagen meiner Jugend, in denen man sich da noch für seine Vorliebe verstecken musste. Heute heißt es neudeutsch "strong is the new skinny" oder "strong is sexy" (letzteres von jeher MEINE These). Dass diese Bodies nun inzwischen allenthalben zu sehen sind, ob nun in Gestalt einer unübersehbar muskulösen TV-Moderatorin und vormaligen Kickboxmeisterin, oder ob in Form der tollen Bauchmuckis von Fernanda Brandão beim aktuellen TV-Tanzwettbewerb oder der entzückenden akrobatischen Blondine gestern abend beim "Supertalent", daran gewöhnt man sich so langsam. Freilich sind die Muckis dieser Maedels noch deutlich entfernt von dem, was heute als wirklich muskulös gilt, jedoch hätten sie vor dreißig Jahren damit mancherorts fraglos als Mannweiber gegolten.

Schon gut, dass sich die Zeiten ändern. Auch wenn ich mir dabei so ein bisschen vorkomme wie jemand, dessen als Geheimtipp geltendes Stammlokal mit einem Mal von aller Welt überlaufen wird und der sich das dann ob der plötzlich steigenden Preise selber nicht mehr leisten kann. Und der nun ausgeklammert wird, weil er als Fan von etwas bislang Geächtetem und nun als gesellschaftlich genehm Geadeltem irgendwie überflüssig ist und schräg angesehen wird ...


Und auf eins sei nur streiflichtartig verwiesen, nämlich auf die in diesem Blog (trrotz oder wegen meiner persönlichen Vorlieben) schon hinlänglich angerissenen Fragen nach Sexualisierung und Kommerzialisierung sowie die mit allen Schönheitsidealen zwanghaft einhergehenden und damit per se ungesunden  Gruppenzwänge. Falls sich das in dem Maß als gesallschaftliches Idealbild der neuen Frau durchswetzen sollte.    


Zumindest eins tue ich dann doch: Ich freue mich für all die Muskelmaedels, deren Tun nicht mehr gesellschaftlich abgestraft wird, sondern Anerkennung findet. Auch wenn "Der Spiegel" sicher ein Haar in der Suppe finden wird --- aber ich wollte ja (gegebenenfalls) erst unken, wenn ich den Text ganz gelesen habe ... 

  

Sonntag, September 11, 2016

Rising Phoenix - Wings of Strength: Wettkampf-Report


Vorbei ist die große Show Rising Phoenix innerhalb der Wings of Strength, die wohl "in Zusammenarbeit" mit der IFBB diesen Wettkampf organisiert hat. Und gekürt auch die Siegerin, in diesem Falle --- Margie Martin. Eine Show für die Fans, die den (oder das?) Event vorab und währenddessen mächtig gelobt haben, als beste Show im Frauenbodybuilding ever. Nun, das sei dahingestellt, weder war ich da, noch kenne ich wirklich alle anderenVeranstaltungen dieses Typs so intensiv, um einen solchen Superlativ zu rechtfertigen. 

Fraglos ist aber, dass die WoS das Potential haben, um der bei der IFBB offiziell aufs Abstellgleis geschobenen Sparte des Frauenbodybuilding eine neue Spur zu geben; 2013 hatte man ja die Ms.International und im Folgejahr die Ms. O komplett gewippt. Warum man nun dennoch bei der WoS mitmischt, dafür gibt's bestimmt Gründe (sicherlich pekuniärer, aber auch organisatorischer Art), allein mir fehlt's da am Verständnis: Zum einen stellt die IFBB renommierte Wettkämpfe ein, um sich dann bei diesem aber breit und fett draufzusetzen. Wenn ich bösartig wäre (bin ich bösartig?), würde ich sagen: Risiko abgeben, aber den Daumen oben drauf behalten wollen ...

Free Posing - rechts die vorderen drei sind Alina
Popa, Margie Martin und Sheila Bleck. Man achte
einmal auf Margies Beine und Arme ...

Das dadurch absehbare Orga-Chaos führte dann auch gleich wieder zu einigem Zoff. Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu hören (sprich: auf den entsprechenden Websiten, FB-Postings und Blog-Einträgen zu lesen war), habe sich auch mit Iris Kyle die Rekord-Lady des Frauenbodybuilding um eine Teilnahme bemüht. Und sei nicht genommen worden. Nun. Kann sein, vielleicht war Miss Kyle nur zu spät an. Wenn nicht und wenn ihrerseits alle Regularien eingehalten worden sind, nun, dann war das nicht okay: Wie gesagt, wenn das stimmt, worauf Iris Kyle selber verlinkt hat ...

Für mich sieht's so aus: Es gab da einen Clash der Regelwerke - die der IFBB und die der WoS. Anscheinend nutzt die WoS einiges an Strukturen der IFBB (oder andersrum), es gibt aber in den hier wichtigen Abschnitten jeweils andere Regeln. Und da ist Iris Kyle dazwischen geraten. Demnach hätte sich Iris Kyle durch Teilnahme an einem früheren WoS-Wettkampf für Rising Phoenix qualifizieren müssen, laut den IFBB-Offiziellen wäre das mit ihrer Vorgeschichte als Rekordtitelhalterin nicht nötig gewesen. Meine Ansicht: Man hätte da eine Ausnahmeregelung finden und vertreten können.

Auch das ist etwas wert: Man hat den
Wettkampf offensiv beworben, wie dieses
mannshohe Plakat an einer Bushaltestelle
in Phoenix beweist. Es hat schon den
Eindruck, dass DIESE Organisatoren
wirklich an einem Wettkampf für
Bodybuilderinnen interessiert sind.
Selbst wenn alles absolut einwandfrei gelaufen sein sollte: Das Ganze hinterlässt den bitteren Beigeschmack, dass man die nachgewiesenermaßen erfolgreichste FBB der Welt nicht hat mitmachen lassen wollen. Und das ist sch...e, weil es auch den Erfolg der anderen schmälert und wieder einmal einen Schatten auf den ganzen Sport und dessen Leistungsspitze wirft. Zumal mehr als eine Athletin im Vorfeld außerordentlich lobenswerte Worte zur Organisation, zur betont familiären Atmosphäre der WoS gefunden hat. Und dazu, wie sehr man sich hier um einen Wettkampf für die Maedels mit den wirklich großen Muskeln bemüht, wie sehr man sich hier den sprichwörtlichen Allerwertesten aufreißt, um einen Wettkampf zu veranstalten, in dem man nicht wie bei der IFBB etwas sieht, mit dem man eigentlich nichts anzufangen weiß und das man eigentlich lieber heute als morgen los werden würde. 

Vielleicht wäre es auch gut, die IFBB mal GANZ RAUS zu lassen. Ich wiederhole mich: GANZ RAUS! Entweder will der Vier-Buchstaben-Verein oder er will halt nicht. Just my 5 Cents.


Lisa Cross (l.) mit ihrer Trainerin und Mitbewerberin
Alina Popa (r.), hier beim Athleten-Meetung. Cross
betonte, wie familiär die Atmosphäre bei
dem Wettkampf abgelaufen sei, das sei
das Beste, was sie diesbezüglich je erlebt habe.


Top-Muskelmaedels waren jedenfalls genug da. Und das in guter Verfassung, auch wenn man zwecks Masse auf der Bühne auch einige Ladies zugelassen hat, die nicht zur ersten Garde zu zählen sind, aber auch durch ihren zum Teil überbordenden Enthusiasmus bestechen, wie im Vorfeld allenthalben zu lesen war. Und mir ist (wie überhaupt im Leben) jeder mit einer gesunden und ehrlichen Begeisterung lieber als einer, der zwar alles prima kann, es aber ohne Elan erledigt. Und Begeisterung, die braucht es auch in einem auf Zuschauer angewiesenen Sport. Denn merke: Begeisterung strahlt aus, färbt ab, steckt an, lockt herbei, macht sympathisch, wirkt vorbildlich. Also WoS, an der Stelle alles richtig gemacht.

Margie Martin holte, wie gesagt, den Titel, bewehrt mit einem Paar klotziger Bizeps, angesichts derer mir die Luft wegbleibt. Zu diesen anbetungswürdigen Armen kamen dann auch ihre Beine, die oberhalb der Knie in eine Art zerklüftetes, aber immer noch zur Gesamtanmutung passendes Fleischmassiv übergingen und deren Umfang ich mal gerne gemessen hätte - 70 Zentimeter? Dazu gab es dieses Margie-Martin-Lächeln, mit dem man selbst dunkelste Höhlen taghell erstrahlen lassen kann. Beste Poserin wurde Sheila Bleck, die Lady mit der ebenfalls irgendwie immer lebensbejahend-fröhlichen Ausstrahlung (und das, obwohl sie einiges an Schicksalsschlägen hinter sich hat). Sie landete denn auch verdient auf Platz zwei. 

Die Wettkampf-Bewertungsliste
Auf Platz drei fand sich dann nach gut zweijähriger, berufs-, aber auch verletzungsbedingter Pause Alina Popa, mit einer nachgerade atemberaubend guten Mischung aus Muskelfülle, -härte und -symmetrie, den schönen Kopf zudem filmreif hergerichtet, den Body in einem Posing-BH in eigens für sie entwickeltem Grünton (der sich dann auch im Make-up rund um die Augen wiederfand). Dass das nach zwo Jahren Abstinenz noch nicht auf Anhieb klappen konnte, liegt auf der Hand, aber Alina sollte einmal in ihrer Karriere noch einen der großen Titel holen --- lieber Gott, haste ditte nu jehört? Mit ihrer Ausstrahlung und der Mischung aus Eleganz und Schönheit auf der Bühne wäre sie einfach das Top-Aushängeschild, das das Frauen-Bodybuilding so dringend braucht. Beim nächsten Mal etwas härter und bitte mit etwas mehr Details in den Oberschenkeln und mehr Fülle in den Waden, dann sollte es passen. Aber unbedingt wieder bitte mit diesem sensationell ausgebildeten Rücken: Hammer!

Der direkte Vergleich zeigt die Fülle der Muskeldetails bei
Popa, Martin und Bleck (von links gesehen). So sehr
ich ein Fan von Alina Popa bin, so sehr muss ich sagen,
dass die Beine der beiden anderen besser anmuten.
Vierte wurde Helle Trevino, fünfte Yaxeni Oriquen. Damit haben wir drei Nicht-US-Amerikanerinnen auf den Rängen drei bis fünf. Moment, mag man sagen, die Scorecard schreibt bei Trevino aber "Venice California", oder? Gut aufgepasst. Aber: Auch wenn die Scorecard Helle Trevino so gelistet hat --- die Gute stammt immer noch aus Sønderborg und das liegt in Hamlet-Country, will sagen: Dänemark. Mancher mag sie noch mit dem Geburtsnamen kennen, als Helle Nielsen. Daher gehört sie nach meiner unmaßgeblichen Ansicht unter den Euro-Muskelmaedels aufgelistet. Zu den Euro-Teilnehmerinnen zählten auch die Schweizerin Jacqueline "Jay" Fuchs und Lisa Cross; letztere vermeldet mit der ihr eigenen, sehr britischen Tendenz zur Selbstironie, sie sei nun von Rang neun auf Rang sieben der weltbesten FBB vorgerückt, habe also nun die Nummer 007 ... für eine Britin passt das dann ja.

Ohne nun Marvelous Margie Martins (verdienten!) Erfolg schmälern zu wollen, drängt sich wieder einmal im Hinterkopf ein fieser Verdacht auf. Nämlich, dass bei einer US-Veranstaltung eine US-Amerikanerin zu gewinnen hat.  Ist das so? Oder ist es nur ein Verdacht?

Jedenfalls war die Spitze bei diesen Wettkampf schon recht dicht, dass ich mich mit einer Urteilsfindung zur Besten richtig schwer getan hätte. In Sachen Masse bei gleichzeitige Symmetrie lag Margie Martin sicher vorn, auch hatte sie eine Super-Teilung etwa an den Beinen (weit besser als bei ihren zwei Verfolgerinnen). Aber trotz ihrer Fehler wirkte Alina Popa auf mich irgendwie harmonischer, gesehen auf das Verhältnis Muskeln und Körpergröße. Aber vielleicht bin auch nur beckmesserisch...

Die drei Maedels von hinten gesehen: Meinem Dafürhalten
nach hat Alina Popa den besten Rücken, wegen der
Kombi von Fülle und Teilung. Der von Martin (M.) ist am
kurvig-breitesten, hat aber nicht alle Details. Und Bleck
 (r.) wirkte flacher. Aber bitte: Das ist die Kritik an
einem sehr hohen Niveau. Und kurvig, das ist die
gesamte Margie Martin, von oben bis unten ...
Was nun aus meiner Laien-Distanzsicht geschehen sollte: Das Hickhack um die Qualis klären, rapidamente, damit nicht noch einmal eine der nachgewiesenermaßen besten Bodybuilderinnen dieser Erde von der Teilnahme ausgeschlossen ist und man sich an einer Stelle einen Skandal beschert, wo man schlicht keinen braucht. Am besten die IFBB ganz kegeln und das ganze Organisatorische neu aufsetzen. Und das runter bis in die regionalen Ecken, damit auch von unten her Qualifikationen ausgeführt werden können: Ich weiß, ich weiß, das wäre ein Mammutjob, weil man eine komplette neue Orga-Struktur bräuchte. 

Oh Gott --- wenn ich das live gesehen hätte! Alina
sieht zum Verlieben aus. Und Bizeps-Fans: Guckt
mal auf den Arm von Margie Martin...


Okay, es hat mir keine Ruhe gelassen:
Ausgeschnitt genommen, alles andere graublau
gefärbt, auf dass dieser SUPER-ARM perfekt
zu sehen ist. Und dazu auch noch dieses
herrlich strahlende Lächeln ...
 

Samstag, September 03, 2016

Kleine Ode an Christa Bauch


»Content-Hygiene«, so heißt das gelegentliche Pflegen alter Web-Inhalte. Daher auch hier bei diesem Beitrag von Muskelmaedels.Blogspot über Christa Bauch ein Update, Datum 3. September 2016 um 10:15 Uhr: Das Folgende, in diesem Gelbton Abgesetzte, habe ich am 23. Juni 2009 um 8:45 Uhr erstmals gepostet. Jetzt habe ich diese damals von mir farblich gepimpten Bilder vor mir: Sofort träume ich ... wie mich tiefdunkle Augen aus ernstem, klarem, schönen Gesicht unverwandt anblicken, während da sensationelle, harte, kantige, starke Bizeps-Hügel schwellen, ein Knackpopo warm auf meiner Brust und diese superstarken Schenkel straff und stramm auf meinen Schultern und an meinen Ohren, ich sehe mich mit einer Massageölflasche in meinen Händen da liegen und fühle mich grad wieder wie Dschinghis Khan in jener Nacht, deren Folge sieben Kinder waren ...
 

Jeder hat so seine Methoden, mit denen er dem alltäglichen Druck begegnet. Eine von meinen besteht darin, mir Bilder und Videos von Christa Bauch zu betrachten. Wenn es mir so richtig übel geht, wenn ich einen richtig anstrengenden Tag hinter mir habe, wenn ich völlig frustriert bin und wenn ich mich frage, was das alles soll und ob ich nicht irgendwo irgendetwas Elementares verpasse, während ich gerade spürbar altere – dann hilft mir so manches Mal der Anblick dieser Aufnahmen weiter. 

Ich kann auch nicht bis zur Neige ergründen, warum das bei mir ausgerechnet so und nicht anders ist. Aber ein paar Gründe liegen aus meiner Sicht auf der Hand.

Christa Bauch ist
ich lasse das einmal im Präsens stehen, obwohl sie sich inzwischen (wohl auch altersbedingt) aus dem extremen Muskelsport und damit von der eigenen Website zurückgezogen hat eine extrem erotische Dame, ohne Wenn und Aber (und ohne ihr zu nahe getreten sein zu wollen – obwohl ...). Und Fotos wie die hier von mir künstlerisch verfremdete Aufnahme bestätigen das, zumal Christa Bauch durch die gewählte Bekleidung ihre sinnliche Anziehungskraft noch betont. Und erotisch ist sie auch noch – nächster Grund – als reife Frau, oder vielleicht gerade deswegen.

Sexy ist das eine, aber Christa Bauch ist auch sehr muskulös. Sie hat es als Bodybuilderin verstanden, sich auch noch Jahre nach dem Ende ihrer Wettkampf-Zeit in einer regelrechten Turnier-Verfassung zu erhalten. Denn lange danach besaß sie einen gestählten Körper, dessen »Muskelqualität« man nur als traumhaft beschreiben konnte, sowohl in Form und Symmetrie als auch in Tonus und Volumen – man staune einfach einmal angesichts dieser prächtig gerundeten, straffen Bizeps-Muskeln. Und so beschert mir der Anblick von Aufnahmen mit dem Motiv dieser schwarzhaarigen Dame mit den schönen tiefdunklen Augen nahezu jedes Mal fast schon priapische Gefühle ...

Doch jenseits davon begründet sich meine Faszination für Christa Bauch auch in etwas ganz anderem. Denn mir imponiert ihr Lebensweg außerordentlich. Trotz DDR-Herkunft, Neuanfang im Westen, Kindererziehung und Beruf hat sie es geschafft, nebenher als Enddreißigerin eine international beachtete und gefeierte Bodybuilding-Karriere einzuschlagen – und dann dem Eisensport fast ein Vierteljahrhundert lang treu zu bleiben.

So bin ich hin und wieder so frei, mich am und durch den spektakulären Anblick dieser tollen Muskellady zu erfreuen, mich von ihr (auch für's eigene gelegentliche Sporteln) inspirieren und – gerade fürs tägliche Leben – anspornen zu lassen. Und über all das ein paar Worte zu verlieren, die sie vielleicht einmal liest und die ihr vielleicht auch gefallen und sie so erfreuen, wie es ihre Fotos bei mir bewirken. 


Auch heute noch, obwohl das Muskel-Phänomen C. B. langsam mehr und mehr in die Vergangenheit rutscht, so wie wir alle anderen auch. Aber die Bilder sind noch da und sagen damit unausgesprochen jedem, warum es diesen Blog auch gibt ...



Sonntag, August 07, 2016

Wings of Strength Tampa Pro - und, wie isses?

So isses: Sheila Bleck hat gewonnen, dies im Vergleich mit (der von der unvergleichlichen und diesseits der Tastatur äußerste geschätzten Alina Popa trainierten) Lisa Cross von den Brexit Islands; ich hoffe, die Farbführung ist eindeutig - für Farbenblinde: Lisa links, Sheila rechts:

Als nächstes nun eine Front- und eine Rückenansicht - in diesem Falle Janeen Lankowski, Virginia Sanchez, Tischa Thomas, Irene Andersen und Judy Gaillard. Irene Andersen ist dank ihrer Größe am gewaltigsten, aber am bepacktesten erscheint mir Virginia Sanchez (man vergleiche mal die Mitte des oberen Rückens der beiden). Auch Tischa Thomas ist super detailliert, ihre Waden sehen schärfer aus als die der übrigen, auch wenn Janeen Lankowski dir wuchtigsten Beine zu haben scheint, es ihr aber an Schärfe wieSymmetrie etwas fehlt. Da geht die Wertung schon in Ordnung.





Ach ja, die Wertung: Die vom Chef-Judge Steve Weinberger gegengezeichnete Scorecard sah abschließend wie jetzt abgebildet aus, die beiden Europäerinnen Irene Andersen (hier auch schon mal vorgestellt) und Virginia Sanchez (das spanische Bizeps-Wunder; Bild ganz unten) auf den unverdächtigen Plätzen sechs und sieben:


Ein Foto, das die Siegerin im Vergleich zu den anderen Ladies zeigt. Man achte auch auf die Medaillen. Die sehen aus wie Kuchenteller, da ist Olympia mit seinem Edel- und Bronzelegierungen gar nichts dagegen --- was macht man nach so einem Wettkampf eigentlich mit all den Trophäen, wo tut man die hin? Und dann --- Sheila trägt sogar ein Krönchen (ich frage mich immer, wieso derlei ausgerechnet im basisdemokratischen Amerika immer wieder bei Beauty Contests und sportlichen Wettbewerben an Frauen vergeben wird). Anyway, es sei ihr gegönnt!



Und dann gab es auch die entsprechende Pinunze für die starke, schöne Siegerin, hier mit Al Auguste:



Was das nun heißt? Sheila Bleck schickt sich an, ganz nach vor zu gehen. Gerade bei der Tampa Pro ist sie eine der besten, hat sie da doch schon zweimal gewonnen und ist das dritte Mal Zwote geworden. Wenn sie jetzt noch bei der Ms O. weiter nach vorn gekommen wäre als 2010 bis 2014 mit den Plätzen vier, sechs (zwei Mal hintereinander) und sieben, dann ...


Lisa Cross ist fraglos eine der besten international und damit auch außereuropäisch startenden Bodybuilderinnen geworden. Sie hat sich eklatant verbessert, wirkt ersichtlich symmetrischer in der Gesamtanmutung und viel besser definiert als früher, ohne dabei weniger muskulös zu sein. Alina Popa hat da eine gute Arbeit als Trainerin geleistet! 


Was einen erschrickt, ist die Arrangement des Wettkampfs WoS Tampa Pro insgesamt: Posing ist etwas, das wesentlich ist für das Wettkampf-Bodybuilding, weil es das Individuell-Künstlerische bei der Mucki-Präsentation betont. Es kann jemand noch so toll aussehen, wenn er auf der Bühne so steif wie ein Stock und so ungelenk wie ein Krauss-Maffei-Panzer rüberkommt, dann wird er auch nicht überzeugen, weder beim Publikum noch bei den Kampfrichtern. Warum also die Organisatoren die Posing Awards abgeschafft haben, das verstehe ich nicht; abgesehen davon hat man auch diverse Wettkampf-Klassen bei Weibsen und Männers gestrichen. Keine Ahnung warum, kann mir nicht vorstellen, dass es an möglichen Teilnehmern gelegen hat.

Virginia got her guns ...

Freitag, August 05, 2016

Wings of Strength Tampa Pro --- erste Impressionen

Heute und morgen geht sie im inzwischen auch Zika-geplagten Florida über die Bühne - die Tampa Pro Show innerhalb der Wings of Strength. Und wie die ersten Bilder bei der Anmeldeprozedur zeigen, feiern die Maedels da auch fröhliches Wiedersehen ... eigentlich so, wie Sport sein soll: Man achtet bei aller sportlichen Konkurrenz das Gegenüber!

Hier ein schönes Bild von Victoria Sanchez (links, in Schwarz) und Lisa Cross (rechts, in Gelb -- ich hoffe, die "Ausleihe" ist genehm):


Und hier noch die Liste der Teilnehmerinnen aus der Klasse der in Augen wie den meinen richtigen Muckimaedels, abzulesen aus dem Ergebnislisten-Vordruck (= scorecard):



Warten wir mal ab, was dabei herauskommt! 




Hier die (auch im vorangegangenen Posting genannte und gezeigte) Selma Labat aus Brasilien auf einem Foto von Dan Ray (alle seine Aufnahmen der Männlein und Weiblein vom Check-In gibbet hier).

Übrigens: Es gibt dort in Tampa auch lustige Preise zu gewinnen --- einer davon: Ein Abendessen mit der achtfachen Miss Olympia und zu Recht als Sportlegende gefeierten Lenda Murray, unten auf einem Photo des legendären Photomeisters Bill Dobbins. Ach ja, könnte mir auch gefallen: Das sind doch mal Ideen und Anregungen, die man auch hierzulande aufgreifen könnte. Es würde manchen Fan zum Wettkampf ziehen, wenn er die Chance hätte, so einen schönen Abend mit einem seiner weiblichen Muskelidole in gepflegter Atmosphäre zu verbringen - und die Rechnung wird auch noch vom Veranstalter übernommen ... wann geht der Flug? 




Freitag, Juli 29, 2016

Copa Bicepsana --- Muskelmaedels aus Brasilien

Selma Labat

Rio de Janeiro, Brasilien --- das ist dort in der Riesenstadt am Zuckerhut, wo man in der Freizeit keine Tauben im Park füttert, sondern Kaimane in einem der vielen Wasserläufe. Die Stadt, in der demnächst die Olympischen Spiele stattfinden, mit jeder Menge Sand im Getriebe, was man so hört, politisch, finanziell und ökologisch (hoffentlich nicht auch noch terroristisch). Dabei ist das aus 26 Bundesstaaten zusammengesetzte Land eins der größten Länder der Welt. Und damit sicher eins, das mehr ist als nur Mojito, Asado, Samba und Karneval in Rio. 


Gracyanne Barbosa

Freilich - denkt man an Brasilien, dann dominiert in der westlichen Welt entweder das Bild schreiender sozialer Ungerechtigkeit (Stichwort: Favela) oder das Klischee des lebensfrohen Südländers. Dass ein solches Riesenland sicher mehr ist als nur diese zwei Aspekte, das dürfte auf der Hand liegen. Aber das hier ist Muskelmaedels.Blogspot --- daher seit dem zuletzt genannten Klischee nun an dieser Stelle auch einmal ungeniert etwas gefrönt. Also, Brasilien: Das Land, in dem die Frauen bei schwülheißen Temperaturen nur minimalbekleidet durch die Gegend laufen und dabei ihre Optimal-Figuren herzeigen. Vor allem in genanntem Karneval, der so ziemlich alles verkörpert, was diversen islamistischen Terroristen und auch so manchem westlichen Moralpostel ein Dorn im Auge sein dürfte.


Issis Fabiana Silvestre

Ob es sich bei alldem nur um ein touristisches Klischee handelt? Möglich. Tatsache aber ist, dass Brasilien (wie überhaupt Lateinamerika) einiges an Bodybuilderinnen hervorgebracht hat. Und die zeichnen sich nicht nur durch eine selbst durch das Web immer noch spürbare Sinnen- und Lebensfreude aus, die man eigentlich auf Dosen ziehen und verkaufen müsste. 

Anne Freitas


Die "fisiculuturistas" aus Pelés Heimat haben zudem ein anderes Plus - nämlich ihre Muckibeine. Um es einmal zu pauschalieren: Lateinamerikanische und damit brasilianische FBB verfügen oft über Beine, angesichts derer mir die Spucke wegbleibt. Das alte Trainermotto für starke Beine "Ass to Gras" scheint da nicht in Vergessenheit zu sein. Die Oberschenkel dieser Damen haben daher oft ein Volumen, an dem sich viele Muskelmaedels, ja auch mancher Kerl aus dem Norden ein Beispiel nehmen können - selbst in den Fitness-Klassen trainiert man ungeniert auf hohen Muskelumfang. Der natürlich- typisch Lateinamerika - immer noch irgendwie sexy sein muss.

Ach ja ....
Sexy - das sind auch die Popos aus dem Süden. Auch ohne Bodybuilding treibt man in Länderen wie Brasilien und Venezuela einen mir sehr genehmen Kult um den weiblichen Derrière. Logisch, dass das dann vor dem Frauenbodybuilding nicht halt macht. Und dass das auch zu den hier bei muskelmaedels schon sattsam beklagten Implantations-Auswüchsen führt ...


Ana Claudia Pires
Grace Kelly Bom Bom

Jetzt ist mir das mal egal. Ich wollte einfach mal nur das Auge auf einige von Brasiliens Muskelmaedels lenken, etwa Anne Freitas mit ihren wie fleischgewordener Fels wirkenden Oberschenkeln, wie Simone de Oliveira mit ihrem prallen Mucki-Body, wie Gracyanne Barbosa, die zeigt, dass Karneval, Sex und Muckis sehr wohl zusammengehen können --- viel Spaß! Und uns allen sowie den Brasilianern im Speziellen der Wunsch, dass die Olympischen Spiele friedlich vonstatten gehen mögen!


Simone de Oliveira