Samstag, 16. Juni 2018

Filmcasting für Bodybuilderinnen - ein paar Gedanken.

Ein Bodybuilding-Film soll's werden, so kündet dieses Plakat oder dieses Meme, wie das in Fratzenbuch-Sprechweise heißt. Das Foto zeigt die umwerfende Carla Dunlap - und damit fängt mein Unwohlsein schon an, auch wenn ich das beschriebene Projekt ganz spannend finde.



Ich will nicht, aber ich muss hier mal unken: Carla Dunlap (heute Dunlap-Kaan) sah zu Beginn der 80er Jahre nicht nur atemberaubend aus, sie hatte ihre sportlichen Höhen eben auch in den 80er Jahren. Will sagen: Sie ist (leider) längst nicht mehr die Person, welche das FBB maßgeblich mitprägt und die damit auch für das hier beworbene Projekt passt. Wer aber heute mit ihrem Bild wirbt, der zeigt eigentlich auch, dass er seine Hausaufgaben nicht ganz zu Ende gemacht hat ... eben dann, wenn er für eine zu besetzende Rolle nach einem Muskelmaedel im Alter zwischen Ende Zwanzig und Anfang Vierzig sucht. Denn (wieder leider) in das Raster passt Carla Dunlap als aktuell 63-Jährige sicher nicht mehr hinein. Okay, vielleicht bin ich auch bloß zu beckmesserisch.

Folgt man denn dem angegebenen Link, landet man auf einer Website und erfährt den Titel des Films "The Space Between". Um was es geht, das kann man dann den beiden ausgeschriebenen Rollenbezeichnungen entnehmen:

****KEINE SCHAUSPIELERFAHRUNG NOTWENDIG. IRGENDWO IN DEN USA ANSÄSSIG. Wir suchen nach einer echten Bodybuilderin [das ist wohl hier gemeint, der englische Text ist da zweideutig, weil nur "bodybuilder" da steht --- mattmuscle], die dieser sehr speziellen Rolle Wahrhaftigkeit und Authentizität verleihen kann und die eine Welt sichtbar machen kann, die allmählich verschwindet (da man Frauenbodybuilding bei großen Wettkämpfen auslaufen lässt)****

SERENA MOSS [Hauptrolle]: Weiblich. Afroamerikanisch. Altersstufen: Später 20er bis frühe 40er. Bodybuilder (Physique und Figure sind ebenso willkommen). Offenes Gesicht und ausdrucksstarke Augen, die ihre Gefühle besser ausdrücken als Worte. Serena ist eine Amateur-Bodybuilderin mit dem Bestreben, "Profi" zu werden. Im Verlauf des Films, wenn die Gesundheit von Serenas Vater schwindet, steigert sich ihre Obsession mit Bodybuilding zu etwas Allumfassendem. Bei steigenden Medizin- und Bodybuilding-Kosten, erfahren wir schnell von den Schwierigkeiten, die Serena zu bewältigen hat, um ihr Ziel zu erreichen. Und obwohl Serena ihre Haut wie eine Rüstung trägt, ist die Kraft ihrer angespannten Gefühle spürbar.

Daisy Kent [Nebenrolle]: Weiblich. Alle Ethnien. Altersstufen: 40er bis 50er. Eine ehemalige Ms. Olympia und der "Muss man hin"-Guru für alle Amateurbodybuilderinnen mit dem Wunsch, Profi zu werden. Daisy ist absolut gradlinig ["straight shooter", heißt's im US-Original, mattmuscle] und eisenhart. Sie hält ihren Körper in robuster Form.

WIR BESETZEN VERSCHIEDENE ROLLEN – ALLE BODYBUILDERINNEN SIND EINGELADEN, SICH ZU BETEILIGEN (ALLE ALTERSSTUFEN; ALLE ETHNIEN).
Soweit das Zitat.

Was mich daran wundert, ist zweierlei: Kann eine rudimentär erfahrenere Akteurin die mit dieser Rollenbeschreibung verbundene Gefühlspalette ausdrücken? Offensichtlich findet man ja keine Profi-Schauspielerin, die sich dann etwa für ihre Rolle entsprechend aufmuskelt. Das solche extremen Wandlungen möglich sind, haben Schauspieler wie Robert de Niro, Dennis Quaid oder Matthew McConaughey ja schon bewiesen. Und auch Hillary Swank hat das für "Million Dollar Baby" getan. Also sucht man eine Bodybuilderin ud hofft auf etwas Kamera- oder Bühnenerfahrung oder gar auf ein Naturtalent. Man bittet noch um ein kleines Selbstportrait (Selfie-Qualität reicht, wie's scheint, ich habe das jetzt nicht übersetzt), stellt noch ein paar Fragen und informiert, dass der Film binnen zirka vier Wochen in New York abzudrehen sei; Drehzeit kommende Jahreswende.

Sprich: Das ist sicher kein Hollywood-Blockbuster, sondern läuft auf eine Indie-Produktion hinaus. Da bin ich mal gespannt, ob das etwas werden wird. Zumal die hinter alldem steckende Autorin und Regisseurin Philiane Phang (das Bild zeigt eine wunderschöne junge Dame), aus Jamaica stammend, eigentlich Anwältin, aber mit dem Betrachten von John-Wayne-Filmen(!) groß geworden, derzeit im Indie-Filmbereich tätig ist; sie hat da einen Preis kassiert und ist wohl schon mit dem Skript länger zugange. ("Indie" steht hier nicht für "Indiana Jones", sondern für "independence movie", das bezeichnete ursprünglich, die Filme, die außerhalb der üblichen etablierten Strukturen des großen Hollywood-Studiosystems gedreht worden sind; so was gab's in Ansätzen schon zu Zeiten des Ersten Weltkriegs. Heute sind da die Grenzen fließend, da auch Blockbuster aus allen möglichen Quellen finanziert werden. Es steht - vereinfacht gesagt - für kleinere Filme, die außerhalb eines großen Studios entstehen.)
 

Viel bemerkenswerter finde ich die Aussage, das das Frauenbodybuilding auf dem absteigenden Ast sei, weil die großen Wettkampforganisatoren es ausgemustert haben. Gegenfrage: Reicht das dafür? Oder wird es künftig immer Maedels geben, die einfach deshalb Supermuckis haben, weil ihnen das gefällt, auch ohne IFBB und andere Wettkampf-Organisationsformen? Fragen über Fragen, die der Antworten harren ...

Sonntag, 3. Juni 2018

Fundsache 2.0 --- weil's so schön ist: Enorma


Es hat mir ja nach dem Post mit dem Valorie-Comic keine Ruhe gelassen und ich habe nach weiteren "Vintage-Muskelmaedels" gesucht, auf diversen Festplatten, ja sogar auf CDs , die noch aus der Zeit stammen, als  ein gewisser G.S. ("nein, meine Haare sind nicht gefärbt!") noch Kanzler hier in Germanistan war: Es geht um diese nun präsentierten, wieder aus dem Underground-Feld stammenden Schätzchen an Uralt-Comics, die allesamt ein riesiges, unübersehbar bodygebuildetes Muskelmaedel zeigen, das seine Muckis vorführt, mit anderen Mucki-Granaten kämpft (hier gleich ein Vierseiter dazu) oder seinen offensichtlich militärischen, aber irgendwie arg schwächlichen Judo-Lehrer liftet.




"Enorma", so der passende Name dieses Muskelmaedels, ist ein Phantasieprodukt des in Fetisch-Kreisen wohl sehr verehrten Zeichners Eneg. Bürgerlich Gene Bilbrew, afroamerikanischer Herkunft, Lebensdaten 1923 bis 1974 (und damit bemerkenswerterweise leider schon verstorben, ehe Frauenbodybuilding überhaupt als eigenständiger Trend zu erkennen war). Weil sich viele US-Comiczeichner untereinander kannten, hat Bilbrew nicht nur zusammen mit dem legendären Will Eisner an dem wegweisenden Epos "The Spirit" gezeichnet, sondern kam auch über den zumindest in Fetisch-Kreisen ja ebenso legendären Eric Stanton zu eben dieser Szene und damit auch zu dem einschlägigen Magazin "Exotique". Stanton wiederum arbeitete lange mit niemand anderem als mit Steve Ditko zusammen. Und das ist neben dem (Gott sei Dank immer noch lebenden) Stan Lee einer der Schöpfer von "Spiderman". 


Bilbrew alias Eneg (der gute Mann hat für sein Alias einfach den rückwärts buchstabierten Vornamen hergenommen) hat der riesigen Ringerin Enorma leider nur einige seiner Geschichten gewidmet; aus meiner Sicht hätten's deutlich ein paar mehr sein können. Nicht auszudenken, wenn ich als "beginning schmoe" schon in meinen Jugendjahren darüber gestolpert wäre. Nun denn: Hier noch von mir das letzte Build, äh, das Bild - viel Vergnügen mit Enorma:



Freitag, 1. Juni 2018

Fundsache: Wenn Frauen hassen. Oder so


Diese Seite einer alten vierseitigen, wohl im New York der 1950er oder 1960er Jahre entstandenen und unter dem Label "Peerless Sales" vertriebenen Comic-Geschichte tummelte sich schon seit längerem in den Untiefen meines Rechners. Sie zeigt eine der früher (= vor den Zeiten des Internet) üblichen Underground-Geschichten, in diesem Falle aus dem Wrestling-Milieu, aber hier zwischen zwei Frauen. Und das auch noch mit Muskeln! 

In dem Kontext muss man wissen, dass Underground-Comics seinerzeit so etwas waren wie Indie-Filme im Vergleich zum Hollywood-Mainstream. Sprich: Hier konnten Sachen realisiert werden, die einem großen Verlagshaus (oder eben einem Filmstudio) zu abwegig erschienen. Das hatte und hat immer wirtschaftliche Gründe - nix da mit Moral: Wenn man es verkaufen kann, ist es gut, wenn nicht, dann ist es schlecht. 

Nun, manches galt im Amiland mit seinen aus europäischer Sicht zum Teil merkwürdigen Vorstellungen zur Sittlichkeit als indizierenswert, was auch auf Europa überschwappte - zumal es gerade in der Beerrdeh ja noch in den 1970ern Schullehrer gab, welche in ihren Klassen so harmlose Sachen wie Micky-Maus-, Fix & Foxi-, Superman- oder Tarzan-Hefte konfiszierten und z.T. auch vor versammelter Klasse zerrissen. 

Natürlich fand sich auch für die härteren und zum Teil verbotenen, speziell solchen wie hier mit Sado-Maso-Touch bewehrten Underground-Sachen ein Markt (und mit Verlegern wie dem Amerikaner Irving Klaw auch Spezialisten), die eigens zum Verkauf "unter der Ladentheke" produzieren ließen. Der Fetisch-Zeichner Eric Stanton hat so angefangen - heute zahlt man für seine einst als Schmuddelkram titulierten Originalzeichnungen fünfstellig. Pro Blatt.

Tja, wenn die auf den Erhalt und die Förderung der hohen Literatur erpichten Damen und Herren Pädagogen früherer Zeiten schon angesichts von Erbaulichem wie "Red Ryder", "Buck Denny", "Wonder Woman" oder "Wastl" Schnappatmung bekamen, so wären sie angesichts einer solchen Story wie der von den zwei Wrestlerinnen wohl kollabiert. 

Okay, zugegeben, das ist nun sicher nichts in der literarischen Liga von Salingers "Der Fänger im Roggen" oder Bölls "Ansichten eines Clowns". Aber bei näherer Betrachtung entdeckt man selbst in so einer rein auf die niederen Instinkte abgestellten Geschichte ein Funkeln des Geistes - in dem Fall, ist die schwarz gekleidete Protagonistin gut und die weiß gekleidete böse, dies in einer Umkehrung des alten Kino-, genauer: des Westernfilm-Klischees, demnach der Held möglichst immer eine weiße Krempe auf dem Schädel hat, während der Bösmann mit schwarzem Deckel aufwartet. 

Ja, und überhaupt, da sind die beiden Maedels dieser nur mit mäßigem Kunstanspruch und von mir leider unbekannter Hand erstellten Story sehr sexy gekleidet, gucken böse und sind zudem stolz auf ihre Muckis --- und das ist dann neben der reinen Nostalgie auch der Grund dafür, warum das alles hier steht, hier bei "Muskelmaedels". 

Samstag, 26. Mai 2018

Verlassen, weil sie mehr stemmt als der
Freund - echt jetzt?


Der Traum des Muskelmaedelfans sieht ja bekanntermaßen so aus: Er trifft eine richtig muskulöse und dazu extrem kraftvolle Frau, die nichts lieber will, als ausgerechnet mit ihm zusammen zu sein. Und die es womöglich genießt, wenn er womöglich deutlich schmäler und/oder schwächer ist als sie und ihre muskuläre Pracht und Herrlichkeit anbetet und bewundert. 

Da erstaunt es dann doch, dass es wohl - Spoiler: Satire! - tatsächlich  Kerlchen unter dieser Sonne zu geben scheint, die sich aus Angst vor Entmännlichung schier in die Hose machen, wenn ihre Liebste nicht nur pumpt, sondern auch noch mehr packt als der angebliche Herr der Schöpfung selbst. Tja, und dann wird wohl ganz klein, was mancher sich doch immer groß und mächtig wünscht. Und dann kickt er die entsprechende Dame eben weg. 

Wie so etwas auf die Betroffene wirkt und dass die heutigentags - jenseits aller Muskelmaedel-Spleenereien von unsereinem - NATÜRLICH das Recht hat, selbstbewusst darüber zu entscheiden, was sie möchte und was nicht, das hat die Australierin Teisha Cloos in diesem Beitrag niedergelegt. Das englischsprachige Original steht hier, ich war so frei, es zu übersetzen und es mit einigen Karikaturen von Ms Muscle zu versehen:
 

Ich wurde verlassen, weil ich mehr Gewicht
gestemmt habe als mein Freund

Beziehungen hören aus den verschiedensten Gründen heraus auf. Man entwickelt sich auseinander, hört auf, einander zu lieben, oder findet jemand anderen. Bei mir, da war es so, dass ich verlassen wurde, weil ich »zu viel geliftet habe«. Ja, ernsthaft.

In der letzten Mitteilung, die ich von meinem Ex bekommen habe, stand: »Es ist echt abschreckend, dass du mehr hebst als ich. Vielleicht passt du besser zu jemand anders.« Und tschüss, Junge!


Ich weiß schon, dass jeder seine eigenen Vorstellungen zu einem künftigen Partner hat, aber es ist nicht okay, dass er davon abgeturnt ist, dass ich beim Kreuzheben mehr packe als er. Ist er sauer, dass nicht wie andere Typen 120 Kilo liften kann? Oder ist er sauer, dass nicht 120 Kilo liften kann, wie es ein Mädchen kann?


Ich hatte gerade damit begonnen, selbstbewusst wegen der Tatsache zu sein, dass ich eine starke Frau war [»strong woman« heißt’s im Original, und das hat zwei Bedeutungen, einmal »starke Frau«, zum anderen aber auch eine auf Kraft-Stunts spezialisierte Zirkusartistin o.ä. – your decision]. Das [also die Message vom Ex] gab mir das Gefühl, als könnte ich nur eine bestimmte Zielgruppe von Männern daten, solche, die auch pumpen, um sicherzustellen, dass ich immer die schwächere Person sei. Das ist nicht okay!


Obwohl es definitiv keine schöne Erfahrung war, so habe ich daraus ein paar Dinge darüber gelernt, mit wem ich meine Zeit verbringen möchte und mit wem nicht.

Es wird immer einen geben
Das war nicht das erste Mal, dass ich mit einem Kerl zusammen war, der meinte, dass ich mit dem Gewichttraining aufhören solle. Und ich bin sicher, dass es andere Frauen gibt, die sitzengelassen wurden, von denen man sich abgewendet hat oder die dazu aufgefordert wurden, kein Training mit Gewichten zu treiben, weil sie anfangen, »wie ein Mann« auszusehen.

Aber hey: Das ist das 21. Jahrhundert. Frauen sollten in der Lage sein, Gewichte zu heben, ohne dass sich Männer entmannt vorkommen. Und Männer sollten sich klarmachen, dass sie nicht mehr Muskeln als eine Frau brauchen, um sich wie ein Mann vorzukommen.

Der richtige Mann wird alles an dir akzeptieren

Nach dem Ende dieser Beziehung kam es dazu, dass ich damit begann, einen dauerhaften Freund zu daten, der zu meiner ersten richtigen Liebe wurde. Es war eine Beziehung, in der er mich dazu ermutigte, in der Weise fit zu bleiben, wie ich das mochte. Ja, er fragte mich sogar, wenn er sich darüber im Unklaren war, welche Übungen er für welche Muskelgruppen brauchte. Das ist die Art von Person, die du daten willst.

Erkenne die Zeichen
Wenn du mit dem Gewichttraining anfängst und dein Partner Sachen sagt wie »Mädchen pumpen nicht« oder »vielleicht solltest du mehr Cardio machen«, dann ist es wahrscheinlich Zeit für dich, mit ihm mal ein Gespräch zu führen. Ich machte den Fehler, mein Training zu ändern, um meinen Partner zu beeindrucken. Ich hörte monatelang damit auf, schwer zu liften, und es setzte meiner geistigen Gesundheit arg zu. Eine gute Beziehung wird niemals jemanden haben, der dir sagt, dass du mit einem Sport aufhören sollst, damit er sich sicherer fühlt.


Bleibe, was du bist

Für mich ist das Gym ein Platz, an dem ich mich auf mich selbst konzentrieren kann und meinen Körper in ein stärkeres, gesünderes Gefäß verwandeln kann. Für meinen Ex war das Gym ein Platz, an dem die Frauen stundenlang laufen, während sie den Raum mit den Gewichten den Jungs überlassen.

Ich bin nun überhaupt gar keine Powerlifterin. Ich war nur einfach immer eine athletische Person und fing an, mich fürs Gewichttraining zu begeistern.

Wenn du also das Gym und das Heben von Gewichten magst, dann bleib so, wie du bist. Lass dir von niemanden (und schon gar nicht eine wichtige Person in deinem Leben) etwas anderes sagen!


Samstag, 19. Mai 2018

Aufnahme mit Nataliya ...


... und zwar geht es um exakt dieses Bild, das mir gerade der Leser J.S. zugestellt hat. Es zeigt die in Kreisen der Fans von Hardcore-Muskelmaedels allseits bekannte Russin Nataliya (auch Natalia geschrieben) Kuznetsowa, geborene Trukhina:1991 geboren, 174 cm groß, Oberschenkelumfang 68 cm, Oberarmumfang im bislang gemessenen Maximum 48,5 cm und selbst in definierter Wettkampfverfassung noch über 90 Kilogrämmchen schwer ... ein richtig mächtiges Muskelmaedel, das auf Fotos zusammen mit männlichen Bodybuildern eben diese schmächtig aussehen lässt! 

Kein Wunder, dass sie die Welt provoziert, zumal offen im Umgang mit ihrem Chemie-Konsum. Jedenfalls, die Fans sind begeistert. Wie eine kleine  Zitatkollektion aus den Weiten des Web zeigt, schreiben sie über sie Sachen wie "Meine Göttin", "She-Hulk for real", "Ich würde so gerne diese steinharten Muskeln berühren, natürlich nur mit ihrer Erlaubnis" und "bitte nur einmal zwischen diesen Schenkeln schwitzen" sowie nicht zuletzt diese Aussage "vor ihr knien, zu ihr aufsehen, während meine Finger voller Öl langsam und voller Genuss über diese Muskelhügel streicheln". Nun, ja, hm.

Oben über meinem Geschreibsel zuerst die Originalversion des Bildes, unten dann eine, mit der ich etwas herumgespielt habe. 

Und das Bild sei deshalb hier wiedergegeben, weil es mehrerlei zeigt: Zum ersten ein Muskelmaedel nach dem Geschmack aller Fans, die auf massive Muckis stehen. 

Zum zweiten ist da dann das Ambiente: Ein spartanisch helles Fotostudio, Natalyia ebenfalls, bekleidet mit weißen und sehr dekorativ arrangierten Stöffchen. Und mit einem paar schwarzer High Heels, die zu alldem einen scharfen Kontrast setzen. 


Zum dritten ist da die Pose: Nataliya steht auf einem Sockel. Also erhöht und damit heroisierend, wenn man der klassischen kunstgeschichtlichen Interpretation folgen will. Klassisch ist auch die Haltung mit dem Kontrapost - sprich: das Becken wird nicht zugunsten einer symmetrischen und geraden Haltung steif senkrecht gehalten, sondern aus der Körperachse heraus zur Seite hin gekippt. 


Dies sorgt nicht nur für eine Gewichtsverlagerung, sondern bildet auch ein uraltes künstlerisches Gestaltungsmittel, seitdem alte und längst tote Griechen wie Polyklet aus Marmor menschliche Figuren herausgemeißelt haben. Der Kontrapost sorgte dafür, dass man sich mit Gegensätzen wie  Ruhe – Bewegung, Spannung – Entspannung, Hebung – Senkung befassen konnte - das bezieht sich auf die konkret abgebildete menschliche Muskulatur, aber auch darüber hinaus aufs Geistige (deswegen ist es ja Kunst). 

Nur, dass Nataliyas Hüftschwung auch dazu angetan ist, ihre unglaublichen Oberschenkelmuskeln in dem genannten Gegensatz von Sapnnung Entspannung zu zeigen. Klar, dass hier auch eigentlich zu entspannende Spielbein auch geflext ist, um die Muckis zu betonen. Geht ja auch kaum anders, wenn man Schuhe mit solch hohen Absätzen trägt und dann das Bein streckt. (Spielbein: das ist das eher ausgestreckte, im Gegensatz zum Standbein, dass die Haltearbeit verrichtet).

Und provokant daran ist natürlich, dass das Setting auch dazu angetan ist, dass es viele auf- und manche erregt. Ja, und von den zum Hinterkopf gehobenen Armen müsste man ja auch noch was sagen, zumal sie diese typisch weibliche, den Busen betonende Geste dadurch konterkariert, dass sie ihre superwuchtigen Bizeps herzeigt. Deren Umfang liegt im bislang ermittelten Maximum bei sage und schreibe 48,5 Zentimetern. Steht oben schon? Nun, kann man ja nicht oft genug wiederholen ...

Nachtrag, 31. Juno: Nataliya hält sichtlich mühelos
ihren Fotografen in den Armen, den starken ...
Wer mehr von ihr wissen will, erreicht sie auf ihrer offiziellen Website: http://www.nataliya-amazonka.com/  

Donnerstag, 17. Mai 2018

Doris Barrilleaux (1931-2018)


Doris Barrilleaux im Jahre 1962 - damals waren solche
Bizeps-Posen für Frauen so gut wie revolutionär.
Sie galt als ‘First Lady of Bodybuilding’, blieb diesem Sport über Jahrzehnte hinweg verbunden:  Doris Barrilleaux, die vielen ihrer Bekannten als Quell schier unendlicher Energie erschien. Diese Quelle ist jetzt versiegt: Doris Barrilleaux ist gestorben.



Doris Barrilleaux

Doris Barrilleaux war in Kreisen des Sports hoch angesehene, bei Arnie the Governator ebenso wie beim einflussreichen Weider-Clan. Sie pumpte selber seit den 1950er Jahren, ehe sie 1978 die Superior Physique Association (SPA) aus der Taufe hob, die erste BB-Organisation für und von Frauen (sollte man malwieder drüber nachdenken). Zudem veröffentlichte sie die SPA News, ein Magazin ausschließlich fürs FBB, mit Infos zu Training und Wettkämpfen. Am 20. April 1979 hielt die SPA Floridas ersten  offiziellen Wettkampf mit 13 Frauen ab, ausgetragen in Brandon und beworben vom Megas Gym und Doris Barrilleaux. Die Siegerin war die legendäre Laura Combes.


Doris Barrilleaux und Arnold Schwarzenegger bei der
Aufnahme von DB in die Hall of Fame des Sports.
Soweit ich weiß, war das 2011.
Fraglos beeinflusst von ihr, gründete die IFBB anno 1979 das  IFBB Women’s Committee mit Christine Zane, der Frau des bekannten Bodybuilders Frank Zane, an der Spitze. Aber immer hübsch dran denken: Die SPA wurde von Frauen geleitet, die IFBB von Männern. Was dabei auf lange Sicht rauskam, war hier oft genug Gegenstand der Debatte.

Doris Barrilleaux mit der
legendären Rachel McLish

Man mag nicht mit allem einverstanden gewesen sein, was Doris Barrilleaux gemacht hat, aber das kann man hinterher leicht über jeden sagen, der irgendwas Außerordentliches getan hat: Nur das Selbermachen ist der Maßstab. Und dieser Maßstab ist bei ihr sehr groß! Jedenfalls ist ihre Pionierleistung  unbenommen, zumal sie über Jahre hinweg wohl extrem viel für den Sport gegeben hat. Oh, ja: Meines Wissens nach geht auf sie die Bizeps-Pose mit den gespreizten Fingern anstelle der geballten Faust zurück; sie hielt dies wohl für weiblicher ... nun, mag sein, aber ich selber finde nichts toller als eine Frau bei der Bizeps-Pose, das aber bitte mit Faust!

Wie enthusiastisch sie fürs FBB war, das zeigt so richtig toll und herzerfrischend dieses Bild, auf dem sie mit ihren Enkelinnen (!) zu sehen ist:

Abschließend noch ein Zitat von jemand, der sie wohl gut gekannt hat - Eddie Robinson:
“Trauriger Tag für die Bodybuilding-Welt! Ich habe gerade erfahren, dass Doris Barrilleaux verstorben ist. Doris war bekannt als 'The First Lady of Bodybuilding'. Sie organisierte 1979 den ersten Frauenbodybuilding-Wettkampf in Brandon, Florida. Es waren die Mühen von Doris,die dazu beitrugen,  dass sich die Tür für Frauen dazu öffnete, um mit Wettkämpfen in der Bodybuilding- Industrie zu beginnen. Es dauerte nicht lange, bis es mehr Sparten gab, in denen Frauen antreten konnten – Fitness, Figure, Bikini, Women’s Physique. Sie war eine Ikone des Sports. Ich kann mich noch als Mr. Teen Florida an Doris am Kampfrichtertisch erinnern, und seither gut mihr befreundet, ist mein Herz gebrochen. Um einmal mehr eine solche Neugkeitzu erfahren:Du wirst vermisst werden. Eine andere große Frau und eine Ikone des Sports ist von uns gegangen, aber wir werden uns immer wegen ihrer Unterstützung für diesen Sport an sie erinnern.  Ich werde deine Küssevermissen, meine Liebe. Bis wir uns wiedersehen, spitze schon mal deinen Mund für einen weiteren Kuss!! RIP” – Eddie Robinson.

Und wer mehr von ihr sehen will, der klicke hier beim Stark Center

Auch mit über 80 Jahren (!) noch fit: Doris Barrilleaux.

Samstag, 5. Mai 2018

Fibo - ein bisschen später



Fibo - ich war da und schreibe das hier mit reichlich beruflich und auch sonst bedingter Verzögerung. Also: Hinfahren, Auto gegen zehn Euronen Gebühr auf einem außerhalb liegenden Parkplatz deponieren, dann per Shuttle (lief alle zehn Minuten gratis) zur Messe fahren. Dann rein ins Getümmel, durch das man sich dank eines sehr übersichtlichen Leitsystems prima durchfand. Ziel war die Mucki-Halle, doch spähte ich auch mal in die anderen hinein, wenn man schon mal da war.

Die anderen Hallen boten das gewohnte Szenario, es gab Unmassen an aufs Kölner Messegelände verlagerten Trainingszentren mit allem Zipp und Zapp - sogar solche aus Holz. Ein großes Thema für Training, Reha und Physio waren die guten alten Faszien, denen man sich nun schon seit zwei, drei Jahren derart verstärkt widmet, dass ich an eine leichte Mode glauben mag. Es gab reichlich Trainingschallenges, vieles mit Blick auf Ausdauer, zunehmend immer mehr auf Balance und Köperkoordination ausgerichtet. Salopp formuliert, erinnerte manches davon an Hüpfburgen mit Wettkampfcharakter, in der Mucki-Halle dann auch Strongmen/women-Übungen und am Eleiko-Stand Crossfit-Kurse, letzteres sicher ein Thema, das in den vergangenen zehn Jahren enorm gewonnen hat.


Sie war schlicht traumhaft! Und dazu
dieses Gesicht und diese Augen!
Besser kann man nicht um
Nachwuchs für Fitness und Bodybuilding
werben als diese junge Dame!
Überhaupt tat man viel, um die Besucher zu locken. Und um beim Saloppen zu bleiben: An manchen Ernährungsständen flog das Essen in Form größerer und kleinerer Gebinde derartig ins darob begierige Publikum, dass man einerseits darauf wartete, wann dann endlich jemand mit "Kamelle!"-Rufen anfing und wann dann "de Zuch kütt" (nicht vergessen: Köln!),  und dass man sich andererseits angesichts all der Athleten im Publikum vorkam wie bei Brot und Spiele, bloß ohne Peitsche und Löwen.

Nachdem ich ein paar Jahre mit der Fibo ausgesetzt hatte, ich wie auch der Restbestand meiner alten Trainingsgruppe, strebte ich dann gen Halle 10 (unterteilt in oben und unten, Hauptmotto: "Power"), um vielleicht die/den ein oder andere(n) weitere(n) Bekannten zu treffen und natürlich reichlich Muckimaedels zu erspähen. Aber ich als alter Sack hatte dann erst mal zu konstatieren, dass anders als noch in vergangenen Jahren immer weniger Leute mittleren Alters dort vorzufinden sind: Die Fibo (respektive die alte Bodybuilding-Ecke) wird immer mehr zu einer Sache, die bewusst auf Jugend getrimmt wird. Was man schon an der Beschallung merkt, die ist inzwischen kommunikationskillenderweise mal mindestens ebenso laut wie auf einem anständigen Heavy Metal-Konzert (okay, okay, liebe Kinder: Das ist diese Musik,die eure Alten auflegen, wenn sie mal richtig Remmidemmi wollen, die von diesen Langhaarigen von früher, die in schwarzem Leder, die auf diesen alten Vinylplatten...)


Ohne Worte - just purrrfect!
Das Wort "Bodybuilding" (das immerhin die zweite Hälfte zu dem Kunstwort "Fibo" beigesteuert hat) sucht man in der ganzen Selbstdarstellung der organisatorisch übrigens hervorragend gemachten und von höchst freundlichen und hilfsbereiten Leuten betreuten Messe vergeblich. Wegen meines Berufes konnte ich nur einen Tag nach Köln, so dass ich an Wettkämpfen nur den von lauter jungen Männern gesehen habe, die unter dem Label "Physique" in knielangen 80er-Jahre-Badehosen auf die Bühne kamen. 

Fazit: Oberkörper gut, zum Teil ästhetisch spitzenmäßig, Oberschenkel nicht feststellbar (diese unsäglichen Hosen: Man gebe sie wieder den Fischern von Jamaika und von den Bermudas zurück) und "Waden in wenigstens zwei Fällen nicht ansatzweise entsprechend zum Volumen der Arme", wie's ein alter Trainings-Buddy von meinereinem formuliert hat. Und der Rest der Wettkampfbewertung auch so, dass das Publikum leise zu murren anfing. Es wurde also de facto von der Hüfte aufwärts gewertet - was soll das?  Bodybuilding bezieht sich im Grundsatz auf den gesamten Körper, dann muss man den auch gesamt ausbilden und ihn hinterher so präsentieren, das ist doch der Witz der Sache!


Wer Blondinen für nordisch unterkühlt hält, der hat
die spanische Naturgewalt Regiana da Silva noch nicht
live auf der Bühne gesehen. Sie war so vor 15 Jahren
und sie ist noch heute so.Und zu diesem Traum-
Body gesellen sich eine Hammer-Energie und jede
Menge ansteckender Fröhlichkeit: Besser kann
man für den Sport nicht werben!

Was nicht heißt, dass es unter der Unmasse an fitten Leute keine Muckis zu sehen gegeben hätte. Die wurden schon gezeigt und auch mal zum Knipsen angespannt. Auch waren überall Wettkämpfe - hier Liegestütze mit einer Palette ernährungsmäßig sicher relevanter Flüssigkeit auf dem Rücken, dort das möglichst lange Hochhalten von Säcken irgendwelcher Nahrungsergänzungsmittel, hier das Hantieren mit so einer dieser übergroßen Hanteln, die aussehen wie aus angemaltem Styropor, aber wohl richtig schwer zu handhaben sind. 

Alles gut und schön, aber ich vermisste schon ein bisschen das, was ich früher im Publikum zuhauf gesehen habe, nämlich die Muskelmaedels, die dann auch gern und stolz vorführen, was sie haben. Weil auch das den Reiz des BB an sich ausmacht. Vielleicht war ich auch nur am falschen Tag am falschen Ort, zumal ich diese WOS-Geschichte aus beruflichen Gründen nicht besuchen konnte und so sicher einige der "Real Muskelmaedels" verpasst habe. Dennoch, mir war's zu wenig, auch wenn mit ein paar hervorragend austrainierte Maedels vor die Linse vom Knipsomaten geraten sind.

Unter anderem: Alina, Irene, Helle, Jay und Lisa - so viele
prächtige Maedels zusammen und ich nicht da. Das Bild
habe ich von einer Freundin zugestellt bekommen: kleiner Trost!

Nun, das war mein kurzer und arg später Eindruck - und ich weiß natürlich, dass andere Leute das wieder ganz anders wahrgenommen haben werden. Dennoch: Da es mein Blog ist und ich meine Eindrücke schildere, sage ich: Es hätte mehr an Muskelmaedels sein können. Naja, vielleicht klappt ett nextes Jahr dann besser - hier schon mal der Termin: 

Samstag, 24. März 2018

Nina Melidosian, der weibliche Bizeps und ein spezielles Messverfahren


Da hatte ich vor einigen Tagen eine Anfrage nach einem alten, zwischendurch online mal gratis zu findenden Video zu einer US-Bodybuilderin, die vor Jahren auf der Wettkampfbühne stand und sich durch ihre Hammer-Arme auszeichnete: Nina Melidosian. 


Traurigerweise konnte ich auf keiner meiner Festplatten, auf keiner DVD/CD oder auf einem sonstigen Datenträger Entsprechendes finden, da ich vor ein, zwei Jahren leider einen größeren Crash erlebt habe. Kostenpflichtig findet sich Videos mit Nina Melidosian hier bei WPW und hier bei Muscleville2 (wobei ich mir bei der zuletzt angeführten Fundstelle nicht sicher bin, ob die abgebildete Sportlerin überhaupt Nina Melidosian ist). Aber diese Leseranfrage nach Nina Melidosian brachte mich dann dazu, nach längerer Zeit wieder mal etwas zu schreiben.

Als das seinerzeit mit den Muskelmaedels losging, liebe Schmoes, damals, lange vor der Erfindung von Internet und Smartphone, also gefühlt ganz kurz nach dem Aussterben der Dinosaurier, da kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus: Von kleinauf hatte ich von starken Leuten phantasiert, bis sich meine Tagträume peu à peu auf starke Frauen konzentrierten. Zuerst nur sexy und selbstbewusst beim Vertrimmen von fiesen Kerlen, kam mir zunehmend auch der Gedanke, dass sie, wenn sie denn so viel Körperkraft besäßen, sie eigentlich auch danach aussehen müssten.



Wohlgemerkt: »müssten«, denn, dachte ich als Jungspund, Frauen mit Muskeln, geht das überhaupt? Hier und da mal sah man derlei mal im TV beim Hochleistungssport aufblitzen, zugegeben. Aber das wurde dann bei der Berichterstattung ignoriert, auch seitens der jeweiligen Besitzerin. Aus der Rückschau betrachtet, schien es so zu sein, als ob man diese mich so erregende körperliche Entwicklung als notwendiges Übel zur Ausübung der jeweiligen Sportart betrachtete. Keinesfalls aber als etwas, dem ein eigener, vielleicht gar ästhetischer Wert beizumessen sei – Gott bewahre.

Und dann war da das aus der Angst geborene Schlechtreden. Dies geschah stets unter Verweis auf entsprechende chemische Mittelchen – was ja im Falle diverser ostdeutscher Athletinnen (ob nun mit entsprechend aufgemuskeltem Körperbau oder ohne) auch stimmte, da das Doping dieser Sportlerinnen zumeist ohne deren Willen erfolgte. Das Schicksal der so »Geimpften« interessierte nicht. Einzig stand bei dem rücksichtslosen Agieren der durch sportliche Erfolge zu erzielende Glanz des dikatorischen Staatssystems im Vordergrund: ein vollkommen irres politisches Verständnis. Und das zog zum Teil bis heute andauernde, katastrophale Folgen nach sich.


Völlig richtig – und sicher war das damit zusammenhängende Doping eben nicht in absolut jedem Fall die Ursache dafür, wenn eine sportliche Frau Muckis aufwies. Dass zielgerichtetes sportliches Training und entsprechende Ernährung derlei auch bei Frauen bewerkstelligen könnten, das wurde außen vor gelassen zugunsten der geschlechtlich wie gesellschaftlichen wohlfeilen Formel: »Frauen mit Muskeln, nee, geht nicht auf normalem Weg, Hirngespinst«. Bis dann die Bodybuilderinnen kamen.



Ab dem Moment fühlte ich mich wie in einem Traum: Da waren sie endlich, Frauen bepackt mit harten, starken Muskeln und auch noch darauf bedacht, sie möglichst unübersehbar herzuzeigen, diese schwellende Pracht an ihren Armen, Schultern, Beinen, an Brust und Rücken. Und überhaupt,  dieses Stolz-Darauf-Sein, dieses Souveräne, gepaart mit dem Ewig-Weiblichen, diese Kombination fand ich damals so erregend wie heute noch.

So begann ich dann die Muskelmaedels zu studieren – und entdeckte bald, dass es da durchaus Unterschiede gab. Denn muskulös war nicht gleich muskulös. Die eine war trotz ihrer unübersehbar breiten Schultern und nervigen Arme eher zierlich, die andere hingegen wuchtiger. Dann gab es da den Unterschied zwischen »Off Season« und »definiert«, also dem Zustand in der normalen Trainingsphase und demjenigen unmittelbar vor und dann bei einem Bodybuilding-Wettkampf, für den man durch entsprechende Diät die einzelnen Konturen der Muskeln so genau wie möglich herausarbeitet. Tja, und dann waren da die Maedels mit den richtigen Muskeln, sozusagen – genauer: die mit den besonders ausgebildeten Bizeps’. Und damit dem, was solche Typen wie mich in Ekstase versetzt.


Davon gab es auch schon in früherer Zeit einige, Joan Lauth, Michele Maroldo, Renée Casella, Charla Sedacca, Susan Myers, Christa Bauch, Kris Luebke, Linda Bevelander, Tommie Moreau, Vickie Gates, Klaudia Larson, Sabine Wick, Laura Binetti und natürlich Marja Lehtonen, um nur mal einige zu nennen, einige – nicht alle! Alle mit regelrechten Bizepsklötzen – aber Nina Melidosian hatte an der Stelle etwas, das die Fans so bezeichnen: »Peak«. Und das sehen wir hier:



Heißt: Bizeps, die besonders hoch aufragen, noch höher als bei den auch  schon extrem muskulösen Maedels. Die dann auch von der Form her etwas anders ausfallen, nicht so spindelförmig wie oft sonst, sondern eben sozusagen Höhen-betonter, wenn man den schiefen Vergleich einmal verzeihen will. Exakt so war es der Fall bei Nina Melidosian. Denn sie hatte besonders steil aufragende Bizeps-Gipfel, um es mal alpinistisch zu formulieren. Denn nichts anderes bedeutet ja Biceps Peak auf Deutsch.
 

Von (dem Namen nach zu schließen) armenischer Abstammung und von Hause Krankenschwester, war die schlanke, eher kleine Frau mit dem an Schläfen und Nacken kurz gehaltenen Lockenkopf und der Mörder-Oberweite in den 1980ern und zu Anfang der 1990er aktiv. So gewann sie 1990 die Women’s Extravaganza und machte damals die Fans mit ihren Bizeps-Gipfeln verrückt. Irgendwann danach änderte sich ihr Nachname infolge einer Heirat von Melidosian in Forte. Dem Vernehmen nach lebt sie heute im US-Südwesten und hat sich wohl zumindest aus dem öffentlichen Teil des Mucki-Sports ganz zurückgezogen. Wenn ich auf Basis der mir zur Verfügung stehenden Angaben richtig gerechnet habe, dürfte sie jetzt auch um 63, 64 Jahre alt sein. So, und jetzt noch zweimal Nina Melidosian. In bunt. Und in Farbe:

 



Überhaupt kam ich angesichts dieser anbetungswürdigen Muckipracht darauf, mich mal speziell damit zu befassen – will sagen: mit dem Bizeps-Gipfel. Dazu habe ich diesen Beitrag von einem echten Hardcore-Fan gefunden, der das Ganze auch mal statistisch-mathematisch angegangen ist. Und das Rechen-experiment wollte ich der Welt nicht vorenthalten:

»Ich habe darüber nachgedacht, wie man die Frage »Wer hat den besten Biceps-Peak?« etwas objektiver beantworten könnte. Der Peak ist ein zweidimensional sichtbares Phänomen und sollte so anhand von Fotografien messbar sein. Vorausgesetzt, die Ansicht ist gerade und echt und nicht angewinkelt, ob nun rauf oder runter oder von der Seite, was die Geometrie verzerren würde. Ich zog zwei Messverfahren in Erwägung.

Das erste nenne ich den »puren Peak«. Das ist einfach die Höhe des Peaks, gemessen von einer horizontalen Linie, welche die Oberseite der beiden Biceps-Inserts (dem Fundament des Peak) mit dem höchsten Punkt des Piceps- Peak verbindet, dividiert durch die Horizontaldistanz zwischen den beiden Punkten, an den denen der Biceps-Muskel auf die Inserts trifft [ich nehme an, der gute Mann meint die beiden Punkte, wo die Biceps-Rundung vorn und hinten in den Arm übergeht.]. Man stelle sich ein umgekehrtes »U« vor. Es ist die Höhe des »U«, dividiert durch die Distanz zwischen seinen beiden Schenkeln.


Die zweite Messreihe nenne ich »komplette Armwölbung 1«. Das ist die komplette Vertikalhöhe des angespannten Arms an seinem höchsten Punkt dividiert durch die Vertikalhöhe des Arms an seinem niedrigsten Punkt, typischerweise das Insert genau über dem Ellbogengelenk. Man kann eine Variante dieser Vermessung benutzen, indem man die beiden kürzesten Vertikalhöhen ausmittelt, also die Inserts auf jeder Seite des Biceps-Muskels. Und ich nenne das »komplette Armwölbung 2«. Weil man bei dieser Messmethode mehr als nur die Spitze des Arms in Betracht ziehen muss, ist es nicht das, was die meisten eine Messung des »Peak« nennen würden, aber der »Peak« ist die Hauptkomponente der Messung und die Messung ist intuitiv gesehen ein wesentlicher Beitrag zur allgemeinen Ästhetik des angespannten Biceps.


Ich habe Messungen bei den meisten Frauen durchgeführt, von denen man sagt, sie hätten die besten Biceps-Peaks. Wo immer möglich habe ich Mehrfachmessungen durchgeführt, habe nur »Straight Shots« (also keine Aufnahmen aus Ober- oder Untersicht) und Fotos mit hoher Auflösung benutzt (was einige großartige Kandidatinnen wie Patricia Veldman ausschließt) und alles ausgemerzt, das nicht normal aussah. Trotzdem erbrachte mein Experiment einige interessante Ergebnisse. Die besten Frauen in allen Kategorien sind wie folgt aufgelistet.
 

[Vorher aber zur Auflockerung ein Bild --- Joan Lauth]


»Purer Peak«
 1-   Sedacca   0.33
2-   Wick    0.33
3-   Larson   0.33
4-   Toney   0.31
5-   Binetti   0.31
6-   MRussell   0.31
7-   Klee      0.30
8-   Bramble   0.30
9-   Bevelander0.29
10-   Mullinazzi    0.29
11-   De Jaeger   0.29
12-   Ferunkova   0.29
13-   Maroldo   0.29
14-   Sass      0.29
15-   McMaster   0.29
16-   Gaillard   0.29


[Zwischendurch dann wieder ein Bild --- Laura Binetti]
 


»Komplette Armwölbung 1«
1-   Binetti   1.64
2-   Klee      1.57
3-   Zampa   1.56
4-   Sedacca   1.52
5-   Toney   1.52
6-   Riehl      1.52
7-   Lindquist   1.51
8-   Bauch   1.50
9-   MRussell   1.49
10-   Lisa James   1.49
11-   Wick      1.48
12-   Ferunkova   1.48
13-   Kloepfer   1.48
14-   MMartin   1.46
15-   Bramwell   1.46
16-   Mullinazzi   1.46

[Und wieder ein Päuschen - da wäre noch das Bild hier: Charla Sedacca]


»Komplette Armwölbung 2«
1-   Sedacca   1.43
2-   Toney   1.43
3-   Binetti   1.40
4-   Wick      1.39
5-   Klee      1.38
6-   MMartin   1.38
7-   MRussell   1.36
8-   Riehl      1.35
9-   Bramwell   1.35
10-   Bevelander1.35
11-   Mullinazzi   1.34
12-   Melidosian   1.34
13-   Bauch   1.34
14-   MMorrison   1.34
15-   Ferunkova   1.34
16-   Zampa   1.33
17-   De Jaeger   1.33
18-   AYoung    1.33«

[Ach ja, ein Bild: Klaudia Larson]

 

Oooookay: Hier ist das dann diese Vermessung der Muskelmaedel-Welt erst einmal zu Ende. Jedenfalls hat sich der gute Mann eine jenseitsmäßige Arbeit gemacht, deren Sinn einmal dahingestellt sei. Anmerken möchte ich dazu aber, dass die Wirkung dieser und anderer Muskeln sich auch aus der Gesamtkörpergröße und -struktur der jeweiligen Athletin ergibt – und das zöge dann wieder ein anderes Rechen- und Messmodell nach sich ...

Falls man so etwas wie Muskulosität überhaupt auf diese schematische Weise fassen kann. Na, aber wenn dazu mal Helfershelfer gebraucht werden, also zu dem Unterfangen, das Ganze am lebenden Muskelmaedel praktisch und leibhaftig durchzuführen – hier, wo die Hand winkt: Ich melde mich direkt als erster freiwillig!




Montag, 25. Dezember 2017

Frohe Weihnachten!

Ehe ich Weihnachtsmuffel es ganz vergessen oder verdrängt habe, will ich mal nicht so sein: Daher wünsche ich allen:


**************** Frohe Weihnachten! ****************

Gaby More liefert
gerade aus ...
Auch an Weihnachten wird gepumpt ---
vorbildlich, damit die Form dieser
Hammer-Beine auch nur ja bestehen
bleibt: Evelin Rosa Vento.

Und weil sie so schön stark sind, hier
ein zweiter Blick auf diese Lexxxx ...

In Sachen Kleidung unverkennbar X-Mas,
wenn auch eher frei interpretiert:
Kira Neumann.
Elena Seiple - wenn auch nicht in Rot,
aber immerhin in Pelz...
Trudy Ireland post im Snow ...

Annie Riviecchio mit Santa-Mütze,
aber in wärmerem Klima.
 
Welcher Schmoe guckt da
noch auf den Baum? Carla Maria.
Latex steht Santa Clausine auch:
Marika Johannson.

Angela Salvagno - sexy wie immer.

Dena Westerfield, sogar mit Stiefeln

Und noch mal Dena!


Brandi Mae Akers + Yvette Bova strahlen
und posen weihnachtlich im Doppelpack ...



Ach, Geschenke auspacken - bitte, bitte:
Darf ich mal an den Schleifen ziehen?
Hier trägt Jana Linke-Sippl
das berühmte Pelzmützchen,
garniert mit jeder Menge sexy Muckis!

Debi Laszewski mit Pelz, Samt und Gun!
Fanny Palou hat schon eingeschenkt, das Glas
ist halb gefüllt, die Muckis voll gespannt ...
Carmela Cureton - der Blick, die Pose und
der starke, pralle Body heizen richtig durch!

Tatianna Butler - auch da wird mir warm...
Und wieder eher nordisch, aber ebenso
kraftvoll und sexy: Nikki Fuller.
er
Und blond geht's weiter: Ruthie Luchesi.
Ebenfalls zu dieser Fraktion zählt
die legendäre Maryse Manios, hier in
einer Pose, bei der auch Santa am Nordpol
ins Schwitzen kommen dürfte ...
Die nächste Mucki-Blondine: Paloma Parra.
Nicht blond, aber lebensgefährlich, vor allem
in dieser eher jahreszeituntypischen,
sparsamen Verpackung: Roxie Rain.