Sonntag, 4. November 2012

Muskelmaedels als Amazonen -
davon bitte mehr, viel mehr!

Christa Bauch als Kriegerin - in
Superform im martialischen, aber
aufregend-knappen Eisenring-Outfit
und mit blanker Waffe. Sie hatte
für solche Aufnahmen nicht nur
die perfekte Physis, sondern fand
stets die richtige Pose - und den
passend unnahbaren, kühnen
Gesichtsausdruck: super!
Eigentlich sind unsere Muskelmaedels ja wie gemacht dafür, um sie zu verkörpern: Comic-Heldinnen. Fans wie - ich sage es unbescheiden - ich fordern das schon seit langem. Dafür gibt es auch reichlich Gründe: Erstens die Glaubwürdigkeit. Ein Dschungelgirl à la Sheena, Shanna oder Tarzans Schwester, Super-Heldinnen wie Power Girl oder Wonder Woman, Kriegerinnen wie die - als eine der 100 sexysten Comic-Heldinnen gefeierte - Barbarin Red Sonja, "She Devil with a Sword" --- sie alle vollbringen in ihrem fiktiven Dasein ununterbrochen Dinge, die wegen ihrer Ansprüche an die körperliche Leistungsfähigkeit einfach nach einem wirklich und sichtlich athletischen, kräftigen Muskelleib verlangen (auch wenn viele dieser Stunts und Krafteinsätze realiter für jeden ungeachtet des Geschlechts unmöglich sind).

Hier zeigt Heather Foster ihre
Qualitäten als Kriegerin -
hoch zu Ross und mit
einem Samuraischwert ...

Dabei reden wir mal nicht von den Superheldinnen, die fliegen, Flugzeuge anhalten, mit Meteoriten und Planeten jonglieren und auch mal Panzerschranktüren wie die zum Goldlager von Fort Knox so locker aufreißen, wie unsereins das mit der Plastikabdeckung der Wurstpackung tut. Nein, von den anderen Damen soll die Rede sein: Es geht um die Lianenladys, die durch die Wüste und den Urwald rennen, sich mittels der von Mutter Natur gelieferten Vorrichtungen durch die Lüfte schwingen. Maedels, die klettern, schwimmen, reiten. Und kämpfen. Mit rohen Riesenaffen und prächtigen Panthern, mit stammdicken Schlangen und kolossalen Krokodilen. Maedels, die mit schweren Schuften, fiesen Forschern und eisenharten Eingeborenen ringen, sie besiegen und sie im Gemenge vielleicht auch gar stemmen und dann wegschleudern. 

Nochmals Heather Foster - glaubwürdig
wäre das: Pose. Blick und Body stimmen
(auch wenn die gebildete, politisch sehr
aktive Amerikanerin realiter ganz anders ist...)
Und Kriegerinnen wie Red Sonja. Diese Ladies of Steel hantieren mit unglaublich großen und schweren Schwertern, wie sich auch ein geübter Fachmann fraglos nur kurz benutzen könnte, weil ihr Gewicht und ihre Größe Schultern und Arme schnell erschöpfen. Ist das Schwert einmal nicht zur Hand, dann wählt Miss Kettenhemd eine ungeheure, dornbewehrte oder doppelschneidige Axt, angesichts von deren Maßen sich jede ausgewachsene Holzpaltaxt in die nächste Ecke verkrümelt. Und mit derlei gehen diese Kriegerinnen unentwegt und unermüdlich um, oft müssen sich auch noch einen erzenen und damit schweren Schild benutzen und ihn mit größtmöglicher Behendig-  und Geschmeidigkeit schwingen - hier mal ein fantastisch umgesetztes Titelbild aus der Feder des bekannten Comic-Künstlers Frank Cho:


Nun dürften solche Bewegungen ja wohl sämtlich den gesamten Körper fordern und damit das Maximum an Mobilität aller Extremitäten, aller Gelenke und damit der daran beteiligten Muskeln. Welche Heldin nun den ganzen Tag ein riesiges, eventuell mit zwei Händen geführtes Schwert schwingt und auch dabei auch mal mit Finsterlingen im Hulk-Format ringt, die reitet und an Seilen mühelos die Wände von Festungen hinaufklettert und über Zugbrücken und Wällte turnt - die sollte auch äußerlich so aussehen, als ob sie das könnte.


Neben die Glaubwürdigkeit tritt noch der optische Reiz. Der Lederschurz der Dschungeldamen, das Kettengeflecht der Schwertschwingerin -- die sind zumindest in den Comics so geschnitten, dass sie größtmögliche Bewegungsfreiheit schaffen und dabei dem Auge des Betrachters viel erfreuliche Schauwerte bieten. Und Betrachter wie mattmuscle von "Muskelmaedels", die wollen nun einmal auch Muskeln sehen. Zumal dann, wenn sie der Rolle der Kämpferin mehr als nur angemessen wären.

Lenda Murray als nubische Kriegerin:
eine tolle, stimmungsvolle Aufnahme
von - ich glaube - Bill Dobbins,
dem Foto-Meister...
Nun gut. Mag sein, dass die Comicheft-Verleger sich da am berühmt-berüchtigten Mainstream orientieren (müssen) und daher dessen Forderungen ans weibliche Äußere folgen. Was so auch nicht mehr stimmt, da ja doch so manche Federstrich-Heroine inzwischen sichtlich Muckis "aufgebaut" hat. Aber - das ist es nicht, was den Anlass dieses Beitrags bildet: Was, eigentlich, hindert die Fotografen und die Muskelmaedels selber, doch bitte etwas häufiger in solche Comic-Rollen zu schlüpfen und entsprechende Fotos zu präsentieren? 

Lorena Feruzzi posierte gern als Kriegerin;
es gibt noch andere solcher Fotos.
Also, ein paar Fotos fanden sich dann nach längerer Suche doch, auch wenn es sehr gerne mehr hätten sein können. Ich habe mal ein paar zusammengetragen und auch eine kleine Collage mit Fotos von Christa Bauch verbrochen - ich sähe so etwas natürlich gerne öfters: Also Muskelmaedels, gebt eurer Fantasie einen Ruck, ihr wolltest doch schon immer mal Xena sein oder Red Sonja oder Sheena oder die Urwaldkönigin oder eine Amazone aus der Antike. Auch wenn es bei den gezeigten blanken Waffen hinsichtlich der historischen Epochen mitunter gar arg durcheinander geht - aber wie heißt es am Ende des ersten und besten Conan-Films: "Doch das ist eine andere Geschichte..."

Nachtrag 8.11.: Hier passt auch das Ambiente, in
dem die kriegerisch gewandete Vera Safaniev
ihr Schwert und ihre prächtigen Armmuskeln
vorführt --- vor allem links in dieser
souveränen Pose und mit diesem Blick ...

      

Donnerstag, 1. November 2012

Muskeln am Bau oder Cunst im Comic




Das Internet setzt bekanntermaßen allenthalben neue Akzente und rückt so traditionellen Berufen gefährlich nahe - das reich vom Fotografen über den Journalisten und Buchautor bis hin zu den Künstlern. Den Künstlern? Aber ja: Die klassische Veröffentlichung via Buch und/oder Zeitschrift nimmt - so scheint's mir - ab, weil sich immer mehr in die Weiten des Web verlagert. Muss man nicht unbedingt um jeden Preis glücklich finden, aber das ist jetzt nicht mein Ding. Stattdessen geht es um Comics. Auch da gibt es in den Weiten des Web eine Szene, in der der Künstler in direktem Auftrag des Kunden handelt und die Bilder wohl auch meistens via Web zustellt. Alles virtuell. So wohl auch dieses Bild - das aber zuvor real auf dem Zeichentisch entstanden und mittels Farbmarker-Stiften koloriert worden ist.


Der Künstler heißt "Bambs79", bürgerlich Rob Banbury, stammt aus Großbritannien und ist hier zu finden. Sein Auftrag lautete, die im Comic-Heldin Sonya "Archangel" Blade zu zeichnen. Die Vorgabe: Stell sie als muskulöses Pin-up dara, aber so dass man ihre Kraft sieht - im Bikini. Das bereitete dem Künstler, wie er schreibt, Alpträume: "Wie soll ich eine Gigantin im Bikini beim Workout darstellen, mit etwas hantierend, das zeigt, wie unglaublich stark sie ist?"

Nun, er fand schließlich die Lösung. Ausgehend von einem Foto der in den 1990er Jahren aktiven U.S.-Bodybuilderin Denise Rutkowski kreierte er das Bild, das Sonya beim Training zeigt -- mit einer Abrisskugel.

Ich finde das einfach nur klasse: Da Bild ist hervorragend ausgeführt, Sexyness und Kraft sind gleichermaßen gut zu erkennen. Und auch der britische Humor kommt bei alldem nicht zu kurz.   

Noch mehr Sonya as seen by Bambs79? Aber ja doch:


Übrigens: Banbury hat einen Teil seiner Zeichnungen muskulöser Heldinnen in einem Skizzenbuch zusammengefasst. Das sieht so aus gelungen, wie ich finde. Ich habe auch schon bei ihm angefragt, wo man das bekommen kann:



Montag, 22. Oktober 2012

Muskelmaedels in Lack - oder zumindest, was ich mir wünsche...


(25.Oktober '12: Im Nachtrag habe ich dieser Tage noch ein oder zwei Bilder/Collagen ergänzt - viel Spaß damit ...)

Sie umschmeicheln den muskulösen Körper so eng wie auflackiert und verhüllen dabei doch das, was sie zu entblößen scheinen. Sie künden verheißungsvoll von dem, was das Auge des Betrachters sieht und was ihm aller Offenkundigkeit zum Trotz doch verborgen ist. Sie lassen dem darunter liegenden Teil des Körpers einen Großteil seiner Beweglichkeit. Hinzu kommt mitunter noch die wie eingeölt oder nass wirkende Oberfläche, welche die darunter liegenden prallen Rundungen und/oder die harten, schroffen Konturen noch zusätzlich betont und herausarbeitet.


Und sie erzeugen beim Bewegen einen bestimmten, leisen, aber unverkennbaren Ton. So steigern diese Materialien den Reiz, erhöhen die Begierde und mehren so die erotische Wirkung der davon bedeckten Bodys noch weiter. Die Rede ist von Muskelmaedels in knalleng anliegendem Stoff - genauer: in Miniröcken (und natürlich auf High Heels). So mini, dass sie hinten unter der prächtigen Doppelrundung des Popos enden und vorn direkt unter - nun ja.

Das Material als solches - ja, was ist das eigentlich? Nun, da gibt es einiges: Elastan (bei den Amis heißt das Spandex), Leder, Latex (und sonstige Gummiversionen) und Lackbekleidung. Doch da gibt es Unterschiede: Leder zieht sich nicht ganz so eng über den Body, außerdem glänzt es - ich betone das extra - in der Regel nicht ganz so sehr und ist weniger glatt. Latex verhält sich wieder anders. 


Ja, und was ist überhaupt "Lackbekleidung"? Stöbert man im Web, finden sich Angaben wie diese: Die Lackbekleidung besteht aus Mischungen wie 58% Polyester und 42% Polyamid, ist mitunter (oder immer?) PVC-beschichtet und angeblich durch Glasreiniger besonders schön zum Glänzen zu bringen. 



 Sei es, wie es ist: Was interessiert, ist der Effekt. Und um die den Betrachter stimulierende Wirkung geht es hier - sollen sich die Chemiker um die Zusammensetzungen dieser Kleidungsstoffe raufen, ...

(Ich unterbreche mal kurz für einen zweiten Nachtrag, dieses Mal vom 2. November: Hier bastele ich jetzt diese Info ein, die mir gerade von Chris zugegangen ist. Und weil der sich beruflich damit als Schneider befasst, weiß er: "Dieser Stoff heisst Metallic Spandex, zumindest bei meinem Lieferanten." Danke sehr! Und jetzt wieder weiter im Text:)

... dem Auge ist es gleichgültig, was sich da wie aus der Spritzpistole aufgetragen über die kräftigen Kurven unserer Muskelmaedels spannt und eben da den Reiz vielleicht noch durch die ein oder kunstvoll-neckische Schnürung erhöht. Den Reiz, diese herrliche weibliche Muskulatur zu spüren und zu erfahren, wie es ist, wenn man als Mann ihrer Kraft und Dominanz unterliegt... 
                                    

Diese flexiblen, glatten (und mir am liebsten) hochglänzenden Stoffe sind wie für Muskelmaedels wie gemacht. Nicht nur, dass sie bei entsprechend knapp bemessenem Zuschnitt die imposanten Arme mit den schwellenden Bizepsen und die mit starkem Fleisch bepackten, wuchtig geformten Schenkel frei lassen. Sondern auch, dass vor allem das straff gespannte Material mit dem sogenannten Wetlook-Effekt den Eindruck erweckt, als seien die entsprechenden Partien regelrecht poliert. Das alles verstärkt sich noch, wenn die freiliegenden Extremitäten mit sehr viel Öl bedeckt sind - und die ganze Pracht und Herrlichkeit dann im Sonnenlicht glänzt und schimmert.


Aber wie bei allen am Körper getragenen Stoffen gibt es auch bei diesen Miniskirts Faltenwurf. Und zwar einen besonders spannenden, vielverheißenden: Etwa über dem Schritt, wo sich der Stoff ganz gerade zieht und schon bei leicht gespreizten oder versetzt stehenden Beinen parallele Zugfalten erzeugt. Da liegt der Stoff an den Hüften an und wird so stramm gespannt. Und das teilt die unterschwellige Botschaft mit: Dieser Körper ist so straff, dass er schon bei leichtester Bewegung das Kleidungsmaterial zu sprengen scheint. 


Über Popo und Busen hingegen liegt dieser Stoff an jeder Rundung an. Wobei jede Bewegung wohl auch das Ihrige tut, um von dem Muskelmaedel als angenehm empfunden zu werden. Anders lässte es sich kaum erklären, dass bei allen derart bekleideten Damen die Reibung der zweiten Haut etwa die Brustwarzen starr werden lässt. Was - hunderte Fotos belegen es - keine von ihnen sonderlich zu stören scheint: Sie scheinen es zu genießen, dass sich ihre Nippel sich herausfordernd durch den Stoff drücken und so von ihrer Erregung
künden. 

 

Erregung ist das eine. Das andere der Stolz auf den eigenen stark ausgebildeten Körper. Einen Körper, den die derart kraftvoll gebauten Muskelmaedels natürlich gern herzeigen und damit die entsprechend geneigten Burschen verrückt machen - und sie so an der langen Leine führen. Und die souverän angespannten Arme, die breit gespreizten Muskelbeine und der glänzende, stramm anliegende Stoff scheinen nur eine Botschaft zu verkünden: Komm doch, wenn du dich traust ...


Wenn's nach mir ginge und ich könnte, wie ich wollte, würde ich mal gern viele Fotoserien mit derart bekleideten Damen schießen. Ich würde fast schon vorschreiben wollen, dass sie sich mir nur so präsentieren - in glänzend engem Mini, ebenso glänzend eingeölt und die schärfsten Heels an den Füßen ...


Manchmal, in meinen Tagträumen, stelle ich mir vor, wie das wäre, mit einer derart bekleideten, super-muskulösen Frau auszugehen. Wie alle anderen starren und gaffen und Maulaffen feil halten würden, sich die Mäuler zerreißen und lästern würden. Aber mehr als einer würde neiderfüllt in meine Richtung schauen und denken "so ein Glückspilz", während er gleichzeitig versuchen würde, seine körperlichen Reaktionen auf den Anblick einer solchen Mucki-Sexbombe zu verbergen. Er wäre jedenfalls nicht allein bei diesem Versuch.


Ich hingegen wäre ganz nah bei "meinem" Muskelmaedel. Hätte meine Hand auf ihrer drallen Hüfte, an ihren breiten Schultern. Würde ihr im Straßencafe den Stuhl hinrücken, auf dem sie dann - mit straßenverkehrsgefährdender Art und Weise - durch Ausstrecken und Absenken ihres prächtigen Popos Platz nimmt. Der glänzende Stoff spannt sich infolgedessen in kaum vorstellbarer Weise und scheint bei der Übung zu bersten. Auch zeigen die regelrecht heraustretenden Augen der Umstehenden, dass er gefährlich weit nach oben rutscht. Davon unbeirrt lässt "meine" Muskelmaedel sich in aller Ruhe nieder, ehe sich ihre athletischen Schenkel in lasziv-lässiger Weise kreuzen. 


Und während sie an ihrem Getränk nippt und die Sonne genießt, bin ich an der Reihe, dafür zu sorgen, dass sie keinen Sonnenbrand bekommt. So packe ich das mitgebrachte Sonnenöl aus und beginne, alle freiliegenden Körperpartien einzureiben. Alle. Wirklich alle. Langsam. Ganz langsam ... 

Freitag, 5. Oktober 2012

BB at the Ms O

Und weil's mir so gut gefallen hat, das Collage-Basteln per Computer, sei hiermit noch zum Wochenende hin ein weiteres Erzeugnis präsentiert - dieses Mal "traf" es die wunderbare Brigita Brezovac, der blonde Muskeltraum aus Slowenien:



Vielleicht gefällt's ja dem ein oder anderen? Denn: Wenn schon Fotos aus dem Web (hier: Gene X Hwang - danke!), dann doch bitte wenigstens mit etwas Eigenständigkeit zu etwas Neuem arrangiert.

Abschließend noch ein Foto aus Brigitas Blog, das sie bei der obligatorischen Party nach der Ms O zeigt - vor einem riesengroßen, fraglos giftigen Cocktail. Da fragt sich der geneigte Teutone: Gibt's bei solchen Anlässen eigentlich kein vernünftiges Bier???


Donnerstag, 4. Oktober 2012

Fundsache: Melanie gots muscle
--- wenigstens auf dem Filmplakat


Melanie Griffith - genau, die Hollywood-Schauspielerin, die ihre beste Zeit in den 1980ern und 1990ern hatte und heute mit dem spanischen Akteur Antonio Banderas verheiretet ist. Was hat die mit Muskelmaedels zu tun? Doch wohl nichts, oder? Melanie Griffith war ja eigentlich immer gertenschlank, um nicht zu sagen (viel zu) dünn. Was also tut sie bei "Muskelmaedels"? Tja, das liegt an diesem Fundstück aus dem Web und damit einem Rücksturz in meine Jugend.

Denn dabei handelt es sich um ein Filmplakat aus den 1980er Jahren. Es geht um den Film "Cherry 2000" mit Sam Treadwell und Melanie Griffith.Das war eine Endzeit-Story um einen Mann, der die perfekt für ihn konstruierte bionische Frau sucht und dabei auch in allerlei Abenteuer gerät. 

So, und für diesen Film gab es seinerzeit ein Plakat, das ich mir damals trotz diverser Mühen nicht beschaffen konnte: Es zeigte Melanie Griffiths Gesicht mit den für die Rolle rot gefärbten Haaren vor einem an Monument Valley im amerikanischen Südwestern erinnernden Hintergrund mit reichlich Action-Motiven. Passend dazu guckt ein Revolver samt Futteral aus einem ihrer vier Gürtel, während sie in der Hand ein echtes "Movie-Prop" hält: eine Panzerabwehrwaffe, die aussieht wie ein schwarz gestrichenes russisches Teil mit dem Griff eines amerikanischen Maschinengewehrs. (Es ist doch gut, wenn man Leute kennt, die sich auskennen und die einem weiterhelfen: danke meinem Kumpel EmErr... ich hoffe, ich habe die technische Info richtig wiedergegeben.)

All das Kriegszeug wäre aber für "Muskelmaedels" völlig uninteressant, wäre da erstens nicht die stolze Kriegerinnen-Haltung und zweitens der Body: Breite Schultern mit sichtlich ausgeprägtem Delta-Muskel. Pralle Brüste über einem dank Dekolletee noch im Ansatz zu sehenden flachen, konturierten Bauch. Und dazu ein starker Bizeps mit klar ausgepräger Vene --- klasse! Jedoch gab's das damals auf dem Plakat, leider nicht aber drin im Kinosaal oder zuhause im Video-Rekorder. Sozusagen ein Fall von irreführender Werbung. Spässle gemacht.
 
Der Künstler? Definitiv kein Unbekannter: Casaro Renato ist einer DER Kinoplakatmaler schlechthin. 1935 im norditalienischen Treviso geboren, erlebte er seinen Durchbruch in den 1960er Jahren mit "Die Bibel". Seitdem hat er für Filme von jedem Großen dieses Fachs gemalt. Für Leute wie Sergio Leone, Wolfgang Petersen, Rainer Werner Fassbinder, Luc Besson oder Kevin Costner. Eins seiner berühmtesten Bilder war das Artwork für "Conan the Barbarian". Auch für die "Rambo"-Trilogie hat er Bilder geschaffen. Außerdem hat der mittlerweile in Spanien ansässige Meister Szenen und Personen aus berühmten Filmen in Öl verewigt, auch gibt es reichlich Bücher zu seiner Kunst. Ich bin mal gespannt, was später mit all den Photoshop-Erzeugnissen heutigen Datums passiert ...

Ja, und in den 1980ern hat Signore Renato Melanie Griffith halt einmal deutlich aufgemuskelt. Und das ist schon bemerkenswert. Dass das auf den Film- und Videopostern mit männlichen und realiter nicht so extrem trainierten Darstellern gemacht wurde, das lag auf der Hand. Damals hatten ja die "Äkschn-Fuim"-Muskelhelden à la Arnie Schwarzenegger, Sly Stallone und Dolph Lundgren Hochkonjunktur; da passte man alle anderen eben an. Frauen mit Muskeln auf einem Filmplakat aber waren damals wie heute eine Ausnahme: Außer Renato Casaro fallen mir aus den 1980ern auf die Schnelle nur zwei weitere Fälle ein.

Einmal ein Plakat für einen Kriegerinnen-Film, das Boris Vallejo geschaffen hat. Und ein Kinoposter von Dan Goozee, für Roger Moores letzten James-Bond-Film "A View To A Kill", das eine für damalige Verhältnisse sehr muskulöse Grace Jones zeigt. Grace wer? Das ist die Sängerin von "Slave of the Rhythm", die auch im zweiten Teil von Conan mit Arnie mitgewirkt hat. Immerhin, das Bild hatte ich damals - es ist aber leider bei einer Umzugs- und Renovierungsaktion unters Rad gekommen.


So. Und jetzt muss ich mal gucken, ob ich das ein oder andere davon noch irgendwo auftreiben kann...

Und darüber nachdenken, warum dieses Blog erst im fünften Anlauf die von mir durchgängig eingestellte und gewünschte Schriftfarbe genommen hat! 

Montag, 1. Oktober 2012

Ms O - immer noch, mal wieder


Nachträglich vom 1. Oktober noch ein paar Gedanken: 
Dieses Ergebnis wirft natürlich die Frage auf, ob von den derzeit aktiven Muskelmaedels in naher Zukunft jemand Iris Kyle das berühmte Wasser reichen kann. Sie hat wieder alle auf die Plätze verwiesen. Es steht daher zu vermuten, dass sie mit Titelgewin Numero acht einige ihrer Mitstreiterinnen zumindest zeitweise entmutigt hat. Ob das auch 2013 noch so sein wird? Ich weiß es natürlich nicht, schließlich wächst mir kein Kornfeld in der Hand... 

Was man prognostizieren kann, ist, dass die Urteilsfindung der IFBB wieder ebenso spekulativ wie in der Vergangenheit ausfallen wird. Und das ist eigentlich nicht hinnehmbar. Denn auch nach erneutem Studium von zig Fotos, nach dem Lesen von zig Kommentaren und dem Ansehen von diverserlei Filmen verstehe ich - offen gesagt - nicht, nach welchen vorher festgelegten und überprüfbaren Regeln die "Judges" entschieden haben wollen. 

Also: Es lässt sich wohl weitgehend zweifelsfrei davon ausgehen, dass Iris Kyle die beste Teilnehmerin an diesem Abend in Nevada gewesen ist. Die Gründe sind eindeutig: Gesamtharmonie, Muskelfülle und Definition waren nur bei ihr optimal. 

Wieso landete dann Debi Laszewski auf Platz 2? Ich sehe die Fülle, ich sehe die Teilung - aber, Leute, sie hat nun einmal nicht diese tadellosen Linien, die sich dem seit Sandows Zeiten so gern beschworenen famosen griechischen Ideal annähern. Diese infolge entsprechendem Training auftretende Symmetrie ist leider ebenso naturgegeben wie mein sich lichtendes Haupthaar. Und damit etwas, was sich nicht ausgleichen lässt: Ihr Körperbau als solches hat nicht diese ausgewogene Zusammensetzung all seiner Elemente.  

Yaxeni? Hier stimmte die Muskelhärte, aber es fehlte an der Muskelvolumen-Harmonie. Man vergleiche einfach das Verhältnis von Bizeps' und Waden. Das ist etwas, das nichts mit naturgegeben zu tun hat, sondern schlichtweg etwas mit  nicht-zieladäquatem Training.

Harmonie in der Gesamtanmutung ist aber nun das, was man Alina Popa nicht absprechen kann. Bei der aus Rumänien stammenden, für die Schweiz startenden und in Colorado lebenden Athletin stimmten wieder einmal alle körperlichen Relationen perfekt. Ein - mir zwischenzeitlich einleuchtender - Kritikpunkt ist möglicherweise, dass die Härte und Schärfe ihre Muskeln nicht auf dem Niveau gelegen hat wie bei Iris Kyle.

Brigita Brezovac hat noch nicht ganz die Linien wie Alina Popa, aber man sieht, dass die blonde Slowenin mit dem umwerfend fröhlichen Wesen daran arbeitet. Sie muss, denke ich, ein klein bisschen aufpassen, nicht zu breit in den Schultern zu werden, weil das sonst unausgeglichen mit Blick auf ihre Körpergröße wirkt. Ihre Defi war dafür in jedem Fall auf den Punkt.

So. Nehmen wir nun alles zusammen und stellen fest: Harmonie in der muskulären Ausbildung als solches und abgestimmt auf den jeweiligen Körperbau - das war einmal das Hauptziel des Bodybuilding. Irgendwann verschob sich das zugunsten von mehr Masse per se - bei den Männern ist das IMHO längst völlig verschoben. Bei den Frauen kämpft man ja seitens des Verbandes zudem um den heiligen Gral des "weiblichen Äußeren", den aber - genau wie bei der legendären Schüssel Jesu -  niemand so recht zu definieren weiß. Also eiert man rum, um es salopp zu formulieren. Es fallen Entscheidungen auf Basis nicht nachvollziehbarer Kriterien. Warum das so ist? Das weiß ich nicht - es mag sich jeder sein Teil denken.

Unterstellen wir einfach mal nichts Böses, Beabsichtigtes oder tendenziös-Amerikanisches, sondern "nur" Regelunsicherheit oder -uneinigkeit. Dem wiederum ließe sich durch das abhelfen, was die Armeen dieser Welt als "Einsatzbriefing" kennen. Also in diesem Fall eine Vorabsprache, wie man was bewerten sollte. So etwas lässt sich prima anhand älteren Bild- und Filmmaterials abstimmen - und auch dem Auditorium und der Welt mitteilen. Schließlich gibt's auch in anderen Sportarten überprüfbare, weil niedergelegte Regeln. Und Schiedsgerichte, für den Fall der Fälle. 

Und dabei sollte man sich bei der IFBB drauf verständigen, wie man die Teilnehmer einstuft, die nicht perfekt oder schlechter als die ein, zwei eindeutig Besten rauskommen. Was zählt dann mehr? Masse, Defi oder Harmonie? Ich für meinen Teil sehe körperliche Gesamtharmonie immer noch als ein wesentliches Ziel der ganzen Sache. Nimmt man nun die jeweilige Gesamtkondition hinzu, dann komme ich erneut zum Schluss, dass Debi Laszewski und Yaxeni Oriquen bei der Ms O 2012 nicht auf die Plätze 2 und 3 gehören. Dafür aber Alina Popa und Brigita Brezovac. Das AP vor BB liegt, ist mit Blick auf das Primat der körperlichen Harmonie bei der Wettkampf-Platzierung wiederum ganz richtig geurteilt. 

"War ja klar", mag der ein oder andere an der Stelle unken, "mattmuscle von Muskelmaedels hat ja bei dem Duo seinen eigenen Spleen." Zugestanden. Aber an dem Punkt sei der Einwand erlaubt, dass ich bei Texten wie diesen eine aus meinem Beruf herrührende professionelle Objektivität walten lasse oder zumindest versuche, sie walten zu lassen. Will heißen: Ich schalte meine Sym- oder Antipathie ab und gucke darauf, was sich meinem Auge darbietet. 

Demnach geht der Sieg von Iris Kyle völlig in Ordnung. Damit also der einer Dame, die mir persönlich viel zu wenig für das Image der Bodybuilderinnen tut und für die Fans als solches ebenso. Das wiederum ist nun meine höchsteigene Ansicht. Einmal abgesehen davon, dass ich mich an dem Punkt auch irren könnte, ließe sich über die in Michigan geborene und in Texas ansässige Vorzeigeathletin auch sagen: Iris Kyle ist eine sehr stille, aber dafür extrem auf ihr Ziel ausgerichtete, perfekt konzentrierte Athletin, die sehr wenig Aufhebens um sich macht. Etwas, das man früher einmal "bescheiden" genannt und das als hohes charakterliches Lob gemeint hat.

Zu den Kampfrichtern der IFBB an diesem Abend hat "Muskelmaedels" aber eine eindeutige, nicht aus Ab- oder Zuneigung geborene Ansicht: Leute, abgesehen von Platz 1 sind eure Platzierungen NICHT in Ordnung! 

Das Gesamtergebnis sei auch nachgereicht, das habe ich vor lauter Schusseligkeit beim vorangegangenen Posting nur partiell mitgeteilt: 
1. Iris Kyle
2. Debi Laszewski
3. Yaxeni Oriquen-Garcia
4. Alina Popa
5. Brigita Brezovac
6. Sheila Bleck
7. Monique Jones
8. Anne Luise Freitas
9. Michelle Cummings
10. Sarah Hayes
11. Kim Buck
12. Helle Nielsen
13. Lisa Giesbrecht 




       

Samstag, 29. September 2012


Nun ist die Ms Olympia 2012 vorbei. Und die Ergebnisse liegen vor (auch wenn man sie sich aus sehr versteckten Ecken im Web hervorkramen muss):


1. Iris Kyle
2. Debi Laszewski
3. Yaxeni Oriquen
4. Alina Popa
5. Brigita Brezovac

Also: Iris Kyle hat den Rekord von Lenda Murray eingeholt. Ihre Form war wie gewohnt brillant, auf den Punkt definiert und das ganze Paket extrem symmetrisch (auch wenn ich mir etwas mehr Masse an den Oberschenkeln hätte vorstellen können).



Debi Laszweski wirkte ungewöhnlich massig, sie hat vor allem durch ein Plus an den Oberschenkeln bestochen und damit ihren "Makel" des etwas kurzen Oberkörpers geschickt kaschiert. Aber: Sie wirkte am Rücken etwas soft, und ihr Hintern sah für meine alten Augen missproportioniert aus.



Yaxeni Oriquen kam zwar hart wie eine Felsplatte raus, aber sie kam mir ingesamt zu flach vor. Das sieht man an den Beinen, namentlich den Waden. Doch dafür entschädigte sie mit zwei Bizeps' in Form von hautbekleideten Stahlkugeln - DIE hätte ich an dem Abend vorm Wettkampf mal gerne eingeölt:


  
Alina Popa: Tolles Gesamtpaket, Hammer-Beine, Wahnsinns-Rückenansicht, tolle Pose bei "Ab-Tigh".  Etwas mehr Masse an den Armen hätte mir gefallen. Insgesamt: ästhetisch nahezu perfekt, wie dieses Foto von Isaac Hinds klar beweist (von ihm stammen auch die anderen Einzelaufnahmen sowie das Bild von BB in der Collage ganz rechts; die vier Fotos links in der Collage sind von Per Bernal - ihnen beiden danke!):




Brigita Brezovac: Mehr Masse als vergangenes Jahr, aber dabei genauso hart wie 2011 , außergewöhnliche Schultern, Brust und Popo prima definiert, dieses Mal auch mit sichtlich pralleren Oberarmen. Und dazu ein atemberaubender Rücken so breit wie das Mississippi-Delta: Fraglos die größte Verbesserung der fünf Top-Platzierten.




Und was halten wir davon? 

Iris Kyles Sieg geht in Ordnung. Debi Laszewski ist sicher mit Blick auf Symmetrie der Masse besser als vergangenes Jahr - aber nein, Platz zwei, den sehe ich ganz sicher nicht. Sorry. Ebensowenig den dritten für Yaxeni Oriquen. Ich hätte Brigita Brezovac auf den zweiten und Alina Popa auf den dritten Platz gesetzt, dann Debi Laszewski und auf fünf Yaxeni Oriquen.

Was noch bleibt? Alina und Brigita haben ihren Ruf als zwei der derzeit besten europäischen Bodybuilderinnen weiter gefestigt. Allein deswegen gebührt beiden eine herzliche Gratulation, die hiermit freudig entrichtet sei! 



Was aber auch gesagt sei: Die Leistungsdichte aller Teilnehmerinnen war enorm. Das heißt: Meiner Ansicht nach ist das ein Siegertreppchen, dessen Stufen sich in der Höhe nur um einen Hauch voneinander unterscheiden.

So, das sind meine 25 Cents, nachdem ich mir die Nacht mit ruckeligen Web-Übertragungen und zwei (leider fruchtlosen) Telefonaten nach Vegas um die Ohren geschlagen habe. Ich würde mich freuen, wenn das diskutiert würde. SEHR gern auch in der Sache kontrovers, aber im Ton bitte höflich... 

Und sonst? Sheila Bleck sah super aus (und das nicht nur wegen der neckischen Zöpfe). Sarah Hayes war prall und symmetrisch, aber zu soft. Lisa Giesbrechts Beine waren zu dünn, ihre Defi insgesamt toll. Anne Freitas wirkte nicht ideal proportioniert. Aber sie kam etwas mit Wahnsinns-Oberschenkel raus - gigantisch im Volumen, enorm filigran im Detail. 



Ach ja. Ich habe da noch dieses Bild von Monique Jones. Sicher etwas zu soft für einen Siegesplatz, aber fraglos eine tolle Symmetrie - besser als die von Debi Laszewski. Außerdem sieht sie schlicht umwerfend aus, allein schon wegen dieser Super-Schultern und den kolossalen Lats!



Donnerstag, 27. September 2012

Das Umfrage-Ergebnis "Wer sollte Ms O 2012 werden" - und ein paar Gedanken dazu

Alina Popa - mein Foto zeigt sie mal in
romantischer Weise...
So, nun ist sie vorbei - die "Muskelmaedels"-Umfrage dazu, wer denn nun Ms O werden sollte. Es ging dabei um den erwünschten Ausgang dieses Wettkampfes, Also so, wie es die Leser haben möchten. Also, der Blick aufs Ergebnis zeigt, dass mit 42 Prozent über die Hälfte gern Alina Popa auf Platz eins sähe, gefolgt von Brigita Brezovac mit 28 Prozent auf Platz zwei. Ergibt summa summarum 70 Prozent für dieses Duo. Wobei sich freilich diese Zahl dadurch relativiert, dass Mehrfachnennungen möglich waren und so ein rein rechnerisches Gesamtergebnis von 144 Prozent zustande kommt. Egal wie: Halten wir fest, dass eindeutig ein großer Anteil der Stimmen auf Alina Popa und Brigita Brezovac entfallen ist. Zumal die zuletzt Genannte angekündigt hat, am kommenden Wochenende erheblich schwerer sein zu wollen als im vergangenen Jahr.

Brigita Brezovac - das Foto ist ein, zwei
Wochen alt und entstand bei ihrem
Training.  Den Hintergrund habe
ich farbverändert, den Text für ein
Facebkook-Posting eingefügt. 

Wunschdenken oder realistisch? Hm. Auch bei anderen Umfragen lag Alina Popa ganz vorn. Iris Kyle aber auch, kein Wunder, sie ist Titelverteidigerin. Das Ergebnis der "Muskelmaedels"-Umfrage zeigt zumindest als Indiz eins: Beliebt bei den Fans ist Iris Kyle nicht unbedingt; ihre Dauerkonkurrentin Yaxeni Oriquen hat ja doppelt so gut abgeschnitten. Wieder hm. Denn wir alle (zumindest so gut wie alle) können nur auf Basis bereits bekannten Materials urteilen. Aber nicht auf Basis dessen, was die Zukunft bringt. Niemand weiß, ob es am Wochenende mit der Präsenz auf der Bühne klappt, noch wie die jeweilige Verfassung ausfallen wird, die genau dann den Wettkampfrichtern und dem Publikum gezeigt wird.

Nun, Iris Kyle und Yaxeni Oriquen sind beide herausragende Athletinnen, sonst hätten sie sich nicht so lange und immer wieder vorn halten können. Aber irgendwie - so kommt es mir beim nunmehr langjährigen Studium der einschlägigen Websites sowie diverser Magazine vor - schaffen es beide nicht, bei den Fans den Funken der Begeisterung oder zumindest eine Art Widerspruchsreiz hervorzurufen. Sie kommen, bringen ihre Leistung. Dann gehen sie. Und genau das ist meiner Ansicht nach für eine Championesse in dem Sport zu wenig. Es fehlt dieser individuelle - aus männlicher Sicht gesprochen: auch erotische - Funke. Die Antwort auf die Frage: "Wie sind die eigentlich so?"


Yaxeni Oriquen, rechts. Hammer-Body!
Dazu gleich eins: Natürlich geht es dabei nicht darum, nun alle und jeden in das hinterste Eckchen seines Gehirnkastens und seiner Persönlichkeit spähen zu lassen und seelisch sozusagen die Hosen herunter zu lassen. Nein, es geht um das, was man ein Image nennt. Also das Bild, das man der Öffentlichkeit gewährt und für diese kreiert. Was wiederum auf Dauer nur funktioniert, wenn sich darin ein Teil der eigenen Persönlichkeit spiegelt. Wer sich komplett verstellt und das in einer ihm widerstrebenden Weise, geht daran kaputt - siehe Marilyn Monroe. So viel ist ja hier gar nicht gefordert. Aber - noch mal - bei Iris Kyle kommt da einfach bei den Fans der Muskelmaedels nichts rüber, das zeigt als Indiz allein schon, wie über sie diskutiert wird, wie man sie wahrnimmt und was man über sie weiß: Exzellente Athletin, fraglos - und sonst?


Iris Kyle vor fünf Jahren
Sehen wir mal in die Vergangenheit: Auch da gab es als Ms O einige Muskelmaedels, die eindeutig kaum Flair boten: Für mich liegt da Kim Chizevsky ganz weit vorn: Toller Body, aber null Charisma und wenig Präsenz. Also so wie bei Iris Kyle - der Dame, die den Wettkampf zuerst 2001, dann 2004 und schließlich 2006 bis 2011 in Folge gewonnen hat und da fraglos die dominierende sportliche Persönlichkeit ist.

Blicken wir noch einmal in die Vergangenheit: Carla Dunlap hatte neben ihrem tollen Body stets eine originelle Bühnendarstellung und präsentierte sich zudem als äußerst intelligente und geistreiche Person. Lenda Murray überzeugte durch einen Körperbau, der Masse und Symmetrie in äußerst harmonischer Form vereinigte und tat vor allem dadurch das ihre für den Sport. Ich will Iris Kyle diese Perfektion nicht absprechen - aber für mich ist in der Anmutung der beiden einfach ein Unterschied: Lenda Murray war schlichtweg unglaublich ästhetisch, gleichtzeitig prall-kraftvoll und präsentierte sich in einer unterschwellig animalisch anmutenden Weise - sprich: so, dass man den Eindruck bekam, da ist noch etwas anderes, noch mehr als nur der Körper an sich. Sie hat nicht umsonst achtmal gewonnen - mehr als jede andere.


Carla Dunlap bei einem ihrer stets ästhetischen Posings

Andere ergänzten athletisch-körperliche Unvollkommenheit (das Wort bitte hier unbedingt in Kontext-Relation sehen!) mit ihrer Persönlichkeit: Rachel McLish war die erste Ms O, anno 1980. Sie gewann auch 1981 und 1982 - seinerzeit durchaus umstritten, angesichts von Frauen wie etwa Kay Baxter (ganz zu schweigen von Bev Francis, mit der sie später auf einer Bühne stehen sollte). Aber die texanische Latino-Schönheit mit dem schottischen Nachnamen ist noch immer in Szenekreisen ein Begriff; sie war es, die das FBB mehr als jede andere populär machen sollte (insoweit, als man hier von "Popularität" reden kann).

Rachel McLish in der Butterly-Maschine - damals war ihr
Body schlichtweg eine sportliche Sensation und sie selber
eine erotische Offenbarung noch dazu.

Und über Cory Everson kann man trefflich streiten - nicht aber darüber, dass sie von Hause aus enorm symmetrisch "konstruiert" war und das perfekt auszutrainieren wusste. Auch nicht darüber, dass sie dem Publikum etwas bieten und brillant mit den Medien umgehen konnte (und kann). Und Andrulla Blanchette schaffte es, als mitunter leicht exzentrisch auftretende Britin und ihre streitlustige und unverblümte Art herrlich zu polarisieren: Neben ihren prallen, tollen Muskeln präsentierte sie damit auch Charakter und Intelligenz.

Andrulla Blanchette - pralle Muskeln waren
ebenso ihr Markenzeichen wie ein starker
Charakter mit teils sehr eigener Meinung.  

Okay, mag der Einwand lauten, McLish hatte diesen Fotomodell-Touch, der ihr den Weg bis nach Hollywood ebnen sollte. Damals aber wurde seitens der Offiziellen und der BB-Zeitschriften ein dem Mainstream vermittelbares Idol gesucht. Und da kam diese schwarzhaarige Wucht mit ihrem herrlichen Gesicht gerade zupass. Ich denke mal, dass McLish mit einem weniger attraktiven Face nicht diese Karriere gemacht hätte - dann hätte aber auch dem FBB die damals dringend benötigte Identifikationsfigur gefehlt. Die, die andere Frauen ans Eisen gebracht hat, das lässt sich nun einfach nicht wegleugnen.

Dito Cory Everson (geborene Kneuer). Die aber war mit einem der damals erfolgreichsten BB-Journalisten verheiratet. In dem Fall sicher kein Handikap, sondern optimal für ihre Karriere wie auch die damals von Funktionären wie Ben Weider angestrebte Popularität fürs FBB. 

Cory Everson in Öl, mit Po und Trizeps ...

Übrigens: Debi Laszewski hat wegen der berühmten Gene bekanntlich nicht die besten Proportionen - aber sie spielt mit jeder Kamera, die vor ihr steht, und sie verzaubert das Publikum.

Debi Laszewski zeigt auch hier, wie das
Spiel mit der Kamera vonstatten geht.

Warum ich so auf dem Flair herumreite? Ganz einfach: Bodybuilding kann aus meiner Sicht nur (wieder) funktionieren, wenn zu der körperlichen Perfektion noch etwas tritt, dass das Publikum bei dem jeweiligen Athleten spürt. Eine Art Verbindung zwischen demjenigen auf der Bühne und den Leuten unten. Das mag sich wie ein überkandidelter Gedanke lesen. Aber: Wenn es nur um perfekte Körper und sonst nichts ginge, dann kann ich mir auch seelenlose Marmorstatuen anschauen (okay, zugegeben: Muskelmaedels in Stein sind eher selten). 

Denn - nie vergessen: Bodybuilding auf der Bühne ist neben dem Wettkampf immer auch eine Show. Es lebt ja gerade in den freien Posingrunden von der direkten Interaktion der Athleten mit dem Publikum. Und von der aus alldem abgeleiteten Publicity (nein, nicht andersrum: die Leute merken sehr schnell, wenn etwas nur ein Hype ist). Allein schon deswegen hätte der arme Andy Münzer auch nie im Leben eine Karriere machen können wie vor ihm die steirische Eiche... 

Daher gefällt ein Muskelmaedel mit tollem Body und diesem gewissen Etwas auf Bühne und in der gesamten Präsenz nicht nur den Fans, es regt auch Nachahmerinnen an. Und da traue - zumindest ich - einer Alina Popa mehr zu als einer Iris Kyle. Aus meinen - leider infolge der Distanz zu Übersee zu seltenen und fast abgerissenen - Kontakten zu und Gesprächen mit Alina Popa weiß ich, dass sie sich über dieses Thema Image schon sehr genau ihre Gedanken gemacht hat.


Und trotzdem heißt das nicht, dass die dunkelhäutige Titelverteidigerin aus Texas nicht wieder gewinnt. Es ist ihr natürlich zuzutrauen, wieder auf den Punkt korrekt vorbereitet zu sein. Wenn sie es wieder hinbekommt, hat sie die acht Siege von Lenda Murray egalisiert. Auch sollten wir nicht das Maedel aus Lateinamerika vergessen. Denn eins lässt sich beiden nicht absprechen: Erfahrung.


Lenda Murray - zum Niederknien...
... und gleich noch mal: einfach nur klasse!

Warten wir es ab. Was anderes bleibt uns sowieso nicht übrig. Vielleicht geht es ja auch ganz anders aus, als wie alle annehmen. Daher sei dieser Beitrag auch ausdrücklich als das, was er ist. Nämlich als Spekulation. Weil: Zum Beispiel ist Lisa Giesbrecht eine, der man weder Muskeln noch Attraktivität absprechen kann ... vielleicht kommt's ganz anders, als wir alle denken.

Lisa Giesbrecht - Blonder Muckitraum mit Gletschereis-Blick... 

So: Ich packe das Ergebnis der "Muskelmaedels"-Umfrage hier drunter, weil dieses Posting ja vielleicht auch mal irgendwann später gelesen wird, wenn dieser "poll" nicht mehr als eigenes Element hier im Blog zu finden sein wird. Es ist ja vielleicht auch für den ein oder anderen ganz interessant, das alles mit zeitlichem Abstand noch mal zu verfolgen:  


Sheila BLECK:                 10 (7%)
Brigita BREZOVAC:          36 (27%)
Kim BUCK:                       4 (3%)
Michelle CUMMINGS:        1 (0%)
Anne FREITAS:               24 (18%)
Lisa GIESBRECHT:            8 (6%)
Sarah HAYES:                 27 (20%)
Monique JONES:               6 (4%)
Iris KYLE:                         7 (5%)
Debi LASZEWSKI:              3 (2%)
Cathy LEFRANCOIS:          3 (2%)
Helle NIELSEN:                 6 (4%)
Yaxeni ORIQUEN:            15 (11%)
Alina POPA:                    55 (42%)

Abgegebene Stimmen:   129