Montag, 22. Februar 2016

Muskelmaedels goes Oldstyle: Fotos, neu erstellt, aber alt im Look



Man stelle sich vor: Man stöbert auf dem Dachspeicher, findet eine alte, völlig verstaubte Kommode und darin eine Schachtel, einen Umschlag oder ein Album voller uralter Aufnahmen mit Muskelmaedels – alte Ferro- und Daguerrotypien, Abzüge antik anmutender, per Nassplattentechnik erzeugter Porträts, auf Pappe gezogene Hochglanzpapierabzüge, alles in Schwarzweiß, das ein oder andere sepiafarben getönt oder mit Hingabe von Hand koloriert, vieles voller Flecken, verblichen und verblasst, manches verkratzt und verknickt, manches mit infolge lang andauernder chemischer Reaktion von Trägerplatte und aufgebrachter Beschichtung in allen Regenbogentönen schillernder Oberfläche ...


Susan Smith!
Ich habe das mal verscucht nachzustellen, wie die anhängenden Fotos zeigen. Zumindest das tun sie - ob sie auch entsprechend antik aussehen, möge jeder Betrachter entscheiden.

Lisa Aukland!

Warum habe ich das gemacht?
Darum!
Spässle gemacht --- nur Geduld, die Erklärung folgt auf dem Fuße. Oder besser die Inspiration dafür, wie man dazu kommt, sich tagelang mit irgendwelchen Bildebearbeitungsfinessen abzuplagen (und mit dem Blog-Programm, das sich hartnäckig weigert, die gewünschte Schrift einzustellen--- auch nicht im zehnten Durchlauf ...)

Christa ...

Also: Die Alten unter uns Schmoes dürften sich noch erinnern, wie es vor dem Internet war. Da mussten Fans muskulöser Frauen sich ihren „Stoff“ förmlich an jeder Ecke zusammenkratzen. Mit Müh und Not konnte man mal bei diesem oder jenem Zeitschriftenhändler ein Journal wie „Women’s Physique World“, „Lady Athlete“ oder „Female Bodybuilding“ ergattern – selbst in Großstädten bei hinsichtlich ausländischer Presseerzeugnisse gut sortierten Fachgeschäften. Noch heftiger war es mit den Videos, zu bezahlen umständlich per Geldanweisung über die Post - ein echter Spaß! Zeitweise war das gar nur direkt übers Herkunftsland zu beziehen, mitunter erfolgte der Vertrieb dieser Sportzeitschriften gar über das anrüchige Halbdunkel der Sexshops.


Die BB des Bodybuilding - Brigita!

Und heute? Heute ist es eigentlich wie im Paradies: Myriaden von Fotos mit Muskelmaedels drauf finden sich im Internet, frei erhältlich, immer verfügbar, mit – at least derzeit – dauerhaft wirkendem Nachschub, bei dem sich Aufnahmen „neuer“ Maedels genauso finden wie die von Damen, die vor zwanzig oder dreißig Jahren durch ihre prallen, harten, starken Sexy-Muckis bei mir gleichsam für die Auferstehung des Fleisches gesorgt haben.



Super Guns: Michele Maroldo!

Bleibt nur eine Frage: Was passiert mit den ganzen Aufnahmen in, sagen wir, einer Generation? Wie hebt man die Fotos für die Nachwelt auf? Kein Problem, mag da mancher denken, es gibt ja genug Speichermedien, CDs, DVDs, Memory Sticks, Speicherkarten diverser Typen, Festplatten (im Rechner und extern, in allen erdenklichen, stetig wachsenden Größen) und natürlich die als „Cloud“ bekannten Möglichkeiten, sein Material online zu verstauen.



Kortney "KO" Olsen --- tolle Frau!

Hm. Und gleich noch mal: Hm, hm. Spielen wir mal advocatus diaboli: Bei einer Cloud weiß man nie, wer da außer einem selber noch so alles rein linst. Und wer da neben ein paar Bildchen von dieser oder jener Bodybuilderin vielleicht auch noch ein paar beruflich wichtige oder private Papiere gebunkert haben sollte, der dürfte sich über diese sozusagen mitgelieferte, ja eingebaute Einladung zur Indiskretion überhaupt nicht freuen.


Paula Bircumshaw!

Und die Speichermedien? Die taugen allesamt nicht unbedingt hinsichtlich langfristiger Daten- und damit auch Bildspeicherung. Mir sind in den vergangenen drei Jahren mindestens drei externe Festplatten abgeraucht, darunter vor knapp einem Jahr auch eine, auf der ich den damals aktuellen Stand mit meinen Stories und meinen Bildern liegen hatte. Die steht immer noch hier rum und lässt sich nicht mehr ans Laufen bringen. Alle meine defekten Platten waren  keine billigen Stücke, sondern solche, die von Fachleuten empfohlen worden waren. Und der Ärger damit, das Stöbern in alten Fotoalben meiner Verwandschaft und ein Artikel in einer Zeitschrift lösten dann die Idee aus, doch einfach mal ein paar Muskelmaedel-Fotos entsprechend zu bearbeiten.
 

Gina Davis - Super-Arm!

Bei CDs und DVDs ist die sprichwörtliche Halbwertzeit ebenfalls nicht kalkulierbar – ich habe hier welche, die sind seit zehn, fünfzehn Jahren tipptopp, während andere schon nach einem halben Jahr hinüber waren. Es hängt, so die Experten, auch davon ab, wie schnell die Dinger beim Speichern beschrieben worden sind. 


Paloma Parra - so hart wie geschnitzt!
 Und extra Archiv-CDs, die haltbarer sein sollen? Sowas kommt mir vor wie der Kühlschrank für die Eskimos im ewigen Eis – ein Speichermedium, das besser sein soll als ein vergleichbares Speichermedium? Come on!


Und noch mal Paula!

Bleiben Speicherkarten. Die sind halbwegs vielversprechend, wenn man Krösus heißt: Aber nur wenn – ich betone das – einmal beschrieben, sollen diese Karten wohl vergleichsweise lange halten. So habe ich gerade in einem Fachmagazin gelesen. Aber wer wie ich nicht nur tausende aus dem Web geladener Fotos, sondern noch zigtausende aus beruflichen Gründen selbstgemachter Fotos hat, für den scheidet das schlichtweg aus Geldgründen aus. Mal von dem Problem des Suchens, Durchstöberns und Wiederfindens ganz abgesehen. Und davon, ob die Rechner der Zukunft überhaupt noch eine Vorrichtung zum Ankoppeln, Verbinden, Hineinstecken und Auslösen dieser Daten haben. Vom Vorhandensein der mit diesen Bilddaten-Formaten kompatiblen Software wollen wir mal gar nicht reden.

Man stelle sich vor, was in manchem alten
Briefumschlag steckt ...

Da muss ich wieder an das denken, was ich im ersten Abschnitt erwähnt habe – an die in vielen Schubladen von Schreibtischen, Wohnzimmertischen und Dachstuhl-Kisten schlummernden Schwarzweiß-Aufnahmen von Anno Dunnemals. Gern in goldfarbenen Uralt-Rahmen, mit Glasabdeckung (häufig gesplittert), die Aufnahmen selber oft verkratzt, oft an den Ecken abgebrochen oder in der Mitte durchgeknickt, mitunter auch verblasst, zeigen sie aber immer noch das, was der jeweilige Fotograf da nun ehedem auf die sprichwörtliche Platte gebannt hat. Und mitunter finden sich auch die Vorlagen der Papierabzüge, alte Negative, hier und da vielleicht auch Glasplatten. Und die sind oft genug in tadellosem Zustand und taugen prima für erstklassige Papierabzüge, deren Haltbarkeit die jeder Festplatte um Generationen übersteigt.

Christa in Super-Form!

So. Nach dem langen Anlauf komme ich dann wieder zum eingangs genannten Thema: Wie wäre es, wenn jemand unsere Muskelmaedels auf diese Old-School-Weise fotografiert hätte? Dann blieben ihre Aufnahmen wohl auch länger erhalten als die Millionen und Abermillionen von Digi-Shots, selbst diejenigen von erstklassigen Profi-Fotografen, nicht zu reden von den Unmassen an Selfies, die der Smartphone-Boom gerade der Welt beschert.



Lisa at work ...

Das mit dem altertümlichen Erscheinungsbild der Aufnahmen habe ich mit einer Reihe von Fotos mal durchexerziert. Wollte sie so aussehen lassen, als stammten sie aus der Zeit von Pickelhaube und Chapeau Claque, von Grammophon und Stummfilm, von Dampflokomotive und Luftschiff. Das geht mit der Hilfe diverser Bildbearbeitungsprogramme ganz gut – ich habe jedenfalls einigen Spaß dabei gehabt und wollte daher die Ergebnisse mal präsentieren.



Alina, immer wieder Alina...

Es bleibt nur ein Problem zu benennen: Diese von mir auf altes Aussehen hin bearbeiteten Bilder mögen so aussehen, als seien sie zu Lebzeiten solcher Strongwomen wie Athleta, Charmion, Vulcana, Minerva und Sandwina mit alten photographischen Methoden erzeugt worden – sie sind es aber nicht, sondern tun quasi nur so also ob. Damit aber sind auch sie wohl nicht länger haltbar als alle anderen digitalen Daten auch ...


Auch ein schöner Rücken ...


Donnerstag, 11. Februar 2016

Bodybuilderinnen und Flüchtlingskrise --- eine Antwort auf diverse Leseranfragen

Die Flüchtlingskrise, die Flüchtlingskrise, also die Flüchtklingskrise --- ähem, was hat denn die damit zu tun, um was es in diesem Blog geht, nämlich um Muskelmaedels und darum, wie erotisierend deren Körperbau mit den ausgebildeten Bizeps-Paketen, mit den prallen Popos und den Diamant-Waden auf solche Burschen wie mich wirkt, vor allem, wenn die Ladies dies noch mit Sächelchen wie High Heels, engen Miniröcken und ähnlichem kombinieren?

Nun, hier im Posteingang von muskelmaedels.blogspot.de finden sich zunehmend Anfragen wie "Ich sehe bei Facebook bei den Bodybuilderinnen nur noch rassistische Einlassungen" oder "Eigentlich wollte ich bei [Vorname Nachname] eine Session buchen, aber, wenn ich deren Postings zu dem Thema Flüchtlinge lese, geht es gar nicht" und ähnliches mehr. Weil diese Fragen nun gehäuft kommen, sei mein Kommentar zu dem Thema auch ohne das sonst übliche ansprechende Bebilderungswerk gepostet.

Also: Unterstützen Bodybuilderinnen die Ansicht der Kanzlerin in der Flüchtlingsfrage nicht? Lehnen Bodybuilderinnen die Flüchtlinge ab? Sind Bodybuilderinnen fremdenfeindlich, rassistisch?

Aus diese und andere Fragen gibt's nur eine Antwort: Nicht mehr als alle anderen Leute auch. Und man möge sich davor hüten, seine eigene politische Ansicht über die anderer zu stellen und für was moralisch Hochwertigeres zu halten! Dann auch noch das: Ich bin mit genug Bodybuilderinnen via Facebook vernetzt, deren Ansichten in Sachen Politik diametral anders stehen. Wie immer: Die einen sehen's so, die anderen sehen's anders, Herrgott, warum sollte das bei Bodybuilderinnen anders sein als sonstwo?

Wobei Aussagen und Begriffe wie "lehnen die Flüchtlinge ab", "rassistisch" und "fremdenfeindlich" diverse Aussagen umfassen: "Ablehnen" heißt nicht automatisch, dass man "rassistisch" ist. Was IMHO wiederum nicht gleichzusetzen ist mit "fremdenfeindlich". Aber genug der Beckmesserei.

Ich will sagen: Erst mal ist die politische Ansicht von jedermann Privatsache. Zweitens muss ich diese Ansicht nicht teilen, aber ich muss sie hinnehmen, gleichwie ich sie auch immer finden mag. Drittens erwarte ich im Umkehrschluss, dass man meine Ansicht ebenso respektiert - das ist der ultimative Prüfstein: Findet das nicht statt, weiß ich auch, wo jemand steht, der nichts im Pluralismus verloren hat, der meine Ansicht und damit mich nicht respektiert.

Und ehe jetzt jemand nach meiner Ansicht zu dem Thema fragt - die ist ganz einfach: Der Fehler liegt nicht bei den unstrittigen Kriegsflüchtlingen, Neo-Einwanderern oder whatever, der liegt in Politik und Hochfinanz. Aus dem ganzen Ursachengeflecht mit Kriegs- und Fluchtursachen sowie den diversen sehr unterschiedlichen Interpretationen der Frage, wer nun wann und wo Asylrecht hat, sei der Aspekt herausgegriffen, den ich da rein praktisch für wesentlich halte: Man hat aus welchen Gründen auch immer viel zu lange gewartet, ehe man reagiert hat. Selbst wenn man wie so oft die Kriege auf friedlichem Wege nicht hätte beenden können - für eine wirklich menschenwürdige Flüchtlingsunterkunft in Asien oder Nordafrika hätte man schon vor sechs, sieben Jahren sorgen können, ja müssen, als die ersten Leute übers Mittelmehr nach Spanien kamen und die Fachwelt das vorausgesagt hat, in dem wir jetzt mittendrin stecken.

Gleichzeitig hätte man sich auf den darüberhinaus gehenden und unausweichlichen Flüchtlingsansturm vorbereiten müssen, an der Grenze ebenso wie im Inland durch entsprechende Maßnahmen bei den Behörden und diverse praktische Sachen (Unterkunftvorbereitung, klare und strikte Vorbereitung der Erfassung und eines Maßnahmenkatalogs der klarmacht, was hier geht und was nicht. Außerdem klare und unmissverständliche und rasch umzusetzende Regelungen dazu, wer wann wie wieder zu verabschieden ist etcetera pp). Sich danach hinzustellen und die Arme auszubreiten, das geht einfach nicht, das ist realitätsfern, hat Sogwirkung (setzt uU auch Leute in Marsch, die dadurch erst ins Unglück geraten), verängstigt die hiesige Bevölkerung, zumal dann, wenn bei Teilen davon der Eindruck entsteht, sie würden zugunsten der Flüchtlinge zurückgesetzt. Selbst wenn, hätte ich als Regierungschef wenigstens mal eine auch ans Volk gerichtete Rede à la Winston Churchill erwartet: "I have nothing to offer but blood, toil, tears, and sweat."     

Auf einem völlig anderen Teil desselben Blattes steht aber, dass das chronisch überalternde Mitteleuropa dringend Nachschub an jungen Leuten braucht. Nur: Die kann und sollte man sich aussuchen, das geht auch sehr gern aus Kreisen der Flüchtlinge. Mir ist es dabei völlig juck, ob Muslim oder nicht, solange die Sache mit der gegenseitigen Toleranz und dem prinzipiell säkularen Lebenswandel eingehalten wird, die wir Mitteleuropäer aufgrund diverser historischer Vorkommnisse, vor allem aus der NS-Zeit, sehr verstärkt zu einem universellen Wert erhoben haben. Etwas, von dem ich übrigens überzeugt bin, weil nur das einen individuellen Lebenswandel garantiert (worin auch der Nutzen der EU liegt: 70 Jahre OHNE Krieg in Westeuropa, das hat schon was). Und: Bei Kindern ist es mir völlig egal, woher und wieviele, ob aus Kriegsgebieten oder "nur" aus armen Weltgegenden - da gilt nur eins, nämlich zu helfen. 

So. Ist derjenige, der nun Flüchtlinge ablehnt, schlechter als andere?
 

Da wäre zuerst das Wort "Flüchtling" zu klären - darf jeder zu uns kommen, der in einer wie auch immer gearteten schlechteren Lebenslage als der Durchschnitts-Germane ist? Ich meine, nein. Aber in der Politik ist das umstritten - warum soll es das nicht auch im wirklichen Leben sein und damit auch bei Bodybuilderinnen? Das Recht, hier anderer Meinung zu sein, hat jeder! Eine Freundin von mir kümmert sich seit Monaten hingebungsvoll, der Vater einer Kollegin desgleichen. Und nicht zu vergessen mein Bruder, obwohl er auch seine eigenen Ansichten zu Flüchtlingen und Flüchtlingen hat. Und? Ich sehe es in Teilen anders, das ist mein Recht. Aber es ist auch deren Recht, so zu verfahren, wie sie es für korrekt halten.

Solange die Diskussion in diesem Rahmen bleibt, ist sie für mich statthaft, hinnehmbar, ja sogar ein Muss.
Wo es aufhört: Wenn die Sprache und Tun hetzerisch werden, andere Leute als minderwertig dargestellt werden, sei es wegen ihrer Herkunft, sei es wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihrer Sitten. "Drecksbande", "Pack", sind so die Wörter, die mir einfallen. Ein solcher Sprachgebrauch und ein solches damit nur allzuoft einhergehendes Vorgehen verbieten sich für ALLE, Durchreisende, Neo-Einwanderer, Asylanten, Asylbefürworter und -gegner, aber auch für arg übergewichtige Vizekanzler!

So. Das darf nun jeder anders sehen.
Hoffentlich ist das so! Denn so entsteht Diskussion.
Die Kommentarfunktion ist aktiviert.
Und: Alles Rassistische und sonstwie Beleidigende fliegt!

Nur:
Mehr werde ich in diesem Rahmen* zu dem Thema nicht sagen.
Das sind meine fünf Cents.

*"In diesem Rahmen", das meint den Blog "Muskelmaedels". Denn der hat ein anderes Thema, für das ich in Zukunft hoffentlich wieder etwas mehr Zeit und Muße haben werde als im abgelaufenen Quartal.

       

Sonntag, 8. November 2015

"Wie stark sind Bodybuilderinnen?" - Antworten auf diese und andere Leserfragen

"Wie stark ist sie?"
Das ist eine der Fragen, die
vor Muscle Worship Sessions
immer wieder gestellt werden.

Um was geht es? Um Antworten auf  Leserfragen zum Thema Female Muscle Worship Session, zum Thema Fetisch muskulöse Frau, bei denen Bodybuilderinnen untrainierten Männern ihre Kraft zeigen: Wie stark sind Bodybuilderinnen? Sind Bodybuilderinnen stärker als Gewichtheberinnen oder Turnerinnen? Wieso machen Bodybuilderinnen kein Armdrücken, kein Lift & Carry? Und wieso läuft ausgerechnet meine Female-Muscle-Worship-Session eigentlich so langweilig oder unbegeistert?  

Ist sie so stark, wie sie aussieht?

*******************
 
Immer wieder kommen Fragen nach Female Muscle Worship Sessions, szeneintern als "Session" bekannt. Also nach einem Treffen mit einer Bodybuilderin oder einem Muskelmaedel, etwas, das im weitesten Sinne unter den Begriff "Female Domination" fällt - also dem Fetisch, einer Frau unterlegen zu sein und von ihr gleichsam beherrscht zu werden.

Die Leserfragen drehen sich um folgende Aspekte. Man plant ein Treffen mit einer Bodybuilderin und will vorher feststellen, wie denn diese oder jene Bodybuilderin sich verhält, wie es mit ihrer Kraft aussieht, wie mit ihrer körperlichen Verfassung, was sie anbietet und "wie sie denn so" ist. Auch wollen manche Leser wissen, warum denn viele Muskelmaedels zwar schwere Gewichte heben und stemmen können, oft belegt über entsprechende Web-Videos, aber beim Lift & Carry wesentlich leichterer Personen ebenso "Nein!" sagen wie bei den Wünschen nach Armdrücken. Auch fragen sich gemäß der gelegentlichen Zuschriften an mich wohl auch manche, ob denn die Bodybuilderinnen trotz ihrer Muskelpakete schwächer sind als Gewichtheberinnen. Und gelegentlich kommt auch die Frage nach angeblich erlebter "mangelnder Begeisterung" in einer Session auf. Also versucht sich muskelmaedels.blogspot.de mal an Antworten zu den Fragen: 

Bei solchen Female Muscle Worship Sessions möge man bedenken, dass es sich da um eine Grauzone handelt. Etwas, das immer mehr Session-Ladies, Muskelmaedels und Bodybuilderinnen unter einem Pseudonym anbieten, weil sie keine Lust mehr dazu haben, seitens ihrer Sportverbände Ärger zu bekommen oder einfach nur anzüglich-dumme Fragen zu vergewärtigen. In manchen Ländern ist das sogar eine juristisch-strafrechtlich belegte Sache, da je nach Wunsch beziehungsweise Angebot als Prostitution angesehen. 

Mit ihr ringen und gegen
sie verlieren - ach ja ...

Daher gibt es da auch nicht "die" Female Muscle Worship Session, sondern man muss das mit jedem Muskelmaedel, mit jeder Bodybuilderin individuell verhandeln. Da ist auch Fingerspitzengefühl gefragt, um sich nicht durch als mangelhafte Höflichkeit empfundenes Benehmen alle Türen zuzuschlagen (zum Thema Session Etikette sei auf die entsprechenden Postings hier verwiesen: z.B. hier und hier). Man kann seine Wünsche äußern, sicher, muss dann aber auch damit einverstanden sein, wenn die so befragte Bodybuilderin dieses oder jenes klar ablehnt. Wobei eine solche Frage-Antwort-Szenerie zu diesem Thema der Female Domination sowieso nur dann entstehen kann, wenn die fragliche Musclelady überhaupt Sessions anbietet - die meisten Athletinnen schließen das aus, da verbieten sich dann auch entsprechende Nachfragen von vornherein.

Gegen wir nun davon aus, dass man ein Muskelmaedel gefunden hat, das einem als Kunde-in-spe zusagt und das einem solchen Treffen zustimmt. Man hat sich gegebenenfalls auch schon auf den Preis und die Zahlungsmodalität geeinigt. Dazu gleich eine Faustregel: 250 bis 350 Euro für eine Stunde, bei aus dem Ausland anreisenden Athletinnen auch gern vorab, damit die nicht umsonst in eine fremden Stadt in ein teures Hotel gehen müssen und hinterher mit leeren Händen wieder abreisen müssen. Merke: Für die Session-Muskelmaedels ist das zuallererst Business in Gestalt einer Dienstleistung. Und nicht das Ausleben eines Spleens, einer Macke oder eines Fetischs wie für den Muskelmaedelfan, szeneintern als "Schmoe" bekannt. 
 
Wenn sie sowas heben kann, dann schafft sie
mich doch auch nach oben, oder?

Nun ist man also soweit, dass man die Modalitäten und die Wünsche mit der Session-Lady klärt. Viele fragen da nach Dingen wie Hochgehoben-Und-Herumgetragen-Werden, nach Armdrücken - und wundern sich dann über ablehnende Bescheide. In den Anfragen an mich heißt es dann: "Da habe ich ein Video gesehen, auf dem drückt sie auf der Bank 120 Kilo, in einem anderen macht sie Kniebeugen mit 180 Kilo - wie kann die da mich mit meinen 80 Kilogramm nicht bewältigen? Alles Fake?
"

Einer der Hauptwünsche für eine Female
Muscle Worship Session: Lift & Carry

Nein. Es hat unter anderem etwas mit der "Darreichungsform" des jeweiligen Gewichts zu tun und mit dem Ambiente, in dem es geliftet wird. Das weiß ich als ehemaliger Kraftsportler ebenso wie als ex-Bauarbeiter ganz gut. Ich habe auch schon über 70 Kilo im Studio über den Kopf gedrückt, um dann mit dem Über-Kopf-Anheben eines 20 Kilo leichteren Zementsackes  mehr Probleme zu haben. Denn ein im Gym zum Training benutztes Gerät (sofern es sich um ein sogenanntes "Freies Gewicht" handelt) besteht in der Regel aus einem Griff samt daran befestigtem Gewicht. Das kann ein Bügel sein wie bei einer Kettlebell. Oder die klassische Hantel mit Eisenstange in der Mitte und Gewichten an den Seiten, ob nun  fix oder in Gestalt  aufgelegter und damit in Menge und Masse variierbarer Scheiben.
Oder so ... Aber bei den beiden
Fotos mit den gestemmten
Kerlen sieht man, dass der
Gehobene sich anspannt,
damit seine Masse für die
starke Frau überhaupt
kontrollier- und beherrschbar
wird.

So. Stellen wir uns unser Muskelmaedel vor, das heute ein neus Maximalgewicht "wuppen" will. Wie läuft das ab? Nach gründlichem Aufwärmen, nach entsprechender Konzentration und innerer Fokussierung, mitunter auch nach langem Drauf-Hin-Arbeiten und dem Gefühl "Heute könnt's klappen". Und unter kontrollierten Bedingungen, inklusive der unabdingbar sichernden Hilfestellung von Sportfreunden, inklusive gegebenenfalls einem stützenden Leibgurt, Knie- und Ellbogenbandagen und Ähnlichem mehr. 

Unter den Bedingungen eine tote, starre Masse zu stemmen, das ist etwas völlig anderes, als jemanden mal eben so hochzuheben. Selbst dann, wenn der/die Betreffende leichter sein sollte als das Gewicht. Es fängt schon damit an, dass das Gewicht unveränderlich in der Struktur ist, während der Mensch höchst lebendig ist, sich bewegt und vielleicht auch mal unkontrolliert zappelt. Den nun "aus dem Kalten heraus" zur Hochstrecke zu bringen, birgt einfach eine viel zu hohe Verletzungsgefahr. Für beide. Weswegen auch ein gestemmt Werdender eine gewisse Technik braucht, zumal, wenn er länger als einen Moment oben gehalten werden soll und die ganze Sache unverletzt überstehen will. 

Auch wenn eine Bodybuilderin bei einer
Female Muscle Worship Session weder
Lift & Carry  noch Armwrestling anbietet --- wer
solche prachtvollen Muckis hat und  wer so
routiniert-lässig mit einem Gewicht
wie diesem hier hantiert, der hat ganz
entschieden auch enorme Körperkraft!

Das ist etwas anderes als Wrestling-Nummern oder Filmschlägereien, in denen kräftige Leute wie Dwayne Johnson (der bezeichnenderweise Action-Filme ebenso kann wie Wrestling-Auftritte) oder Vin Diesel sowie - für die Älteren - Bud Spencer oder Lex Barker aus dem scheinbaren Nichts heraus in einem Kampf spontan Leute wuchten und dann zu Boden werfen: Anders als die Session-Kunden einer Bodybuilderin werden hier immer trainierte Personen im Rahmen einer strikten, gründlich geübten Choreographie gewippt und geschmissen.  Diese Vorbereitung, dieses Training aber ist bei der Masse der Session-Gänger nicht gegeben.
 
Aus demselben Grund machen viele Bodybuilderinnen kein Armdrücken, schon gar nicht ein spontanes: Gesetzt den Fall, bei einem Armwrestling verfälscht der Kunde aus Unwissenheit oder verletztem falschem Stolz (Motto: "Ich werd' doch wohl nicht von einer FRAU besiegt!") ruckartig und unberechenbar die Bewegung --- dann kann es bei der darauf nicht vorbereiteten, aber ihre Muskeln gerade unter starker Belastung haltenden Gegnerin zu spontanen Verletzungen kommen. Auch bei einer bestens trainierten.

Schmoes lieben es: Armwrestling mit einer
Bodybuilderin (hier eine Zeichnung
vom Künstler Jebriodo).

Dennoch habe ich auch schon Armdrücken mit Bodybuilderinnen gemacht. Diejenigen, mit denen ich das getan habe, haben mich alle besiegt, zum Teil ganz lässig ("Du hast keine Chance!") - und ich bin nicht schwächlich. Ich habe Bodybuilderinnen erlebt, die mich entspannt unterlaufen und über ihren Nacken und ihre Schultern gebracht haben, mich dann mit meinen 90 bis 95 Kilo quer über den Schultern liegen haben und dann noch Kniebeugen gemacht haben. Aber ganz in die Höhe gestemmt hat mich keine.

Zum Thema Anheben an sich: Ich bin auch schon von leichten Frauen zumindest kurz hochgehoben worden. Die hatten mich dann an sich gepresst, am Leib umfasst und dann vom Boden angehoben. Das ist erst einmal nichts Besonderes. Mit normal entwickelterBeinkraft und halbwegs gesundem Rücken schafft das jeder. Denn es ist auch und vor allem eine Frage der Hebelwirkung, des Schwunges und insgesamt einer primitiven, ja instinktiven Technik, die auch ein leichtes Kniebeugen und ein Ins-Hohlkreuz-Gehen umfasst. Kennt jeder, der zum Beispiel mal mit einem Mehlsack gekämpft hat. So kann man aber etwas Schweres nur kurz halten oder auf Dauer seinen unteren Rücken fehlbelasten und ihm so erheblich schaden.

Das geht in den meisten Female Muscle
Worship Sessions: etwas Balgen mit Verlieren
und  das Spüren ihrer Kraft. Das gehört zum
Komplex Female Domination und ist etwas, das
die Session-Ladies richtig anstrengt, da bei
solchen Session-Touren meistens mehrfach
am Tag mit diversen Leuten durchzuführen.

Was Sessions angeht und die Frage danach, inwieweit die da tätigen Bodybuilderinnen wirklich Kraft heben oder sie nur halbherzig einsetzen: So eine Female Muscle Worship Session, das ist hartes Brot - mal darüber nachgedacht, dass die Maedels, die derlei tun, das zeitlich bündeln müssen? Vor allem dann, wenn sie sich auf einer entsprechenden Rundreise befinden, mit beispielsweise sieben Terminen heute in dieser Stadt und sechs Treffen morgen in einer anderen? Die folgerichtig davon am Tag nicht bloß eine, sondern mehrere Female Muscle Worship Sessions haben? 

Und jeden Tag verbunden mit An- und Abreise, Ein- und Auschecken, Aus- und Einpacken und vielleicht auch begleitet von der ein oder anderen leichten Blessur, die man sich vielleicht beim Balgen zugezogen hat. Und jedes Mal kommt ein Kunde mit besonderen Wünschen, jedes Mal braucht die Lady Krafteinsatz, unter Umständen jedes Mal mit Gehoben- und Niedergerungen-Werden-Wollen und jedesmal wieder erwartet der Schmoe ganz besonders viel Enthusiasmus: Dass das manchmal nicht funktioniert, liegt auf der Hand... 

Denn das kostet Kraft (auch die des Kopfes) und fordert den Körper in einer Weise, auf die aber das Training vieler Athletinnen nicht ausgelegt ist: "Eisenpumpen" folgt gleichsam ritualisierten Abläufen, um a) den betreffenden Muskel gezielt zu belasten und b) um die mit hohen Wiederholungszahlen oder/und hohen Gewichten einhergehende Gefahr von Verletzungen (vor allem an Bindegewebe und Sehnen) auszuschalten. Das aber ist konträr zu einem spontanen Ringen, Armdrücken, Leute-Hochheben. Gerade Wettkampf-Bodybuilderinnen sind daher sehr vorsichtig beim Absolvieren solcher Stunts - auch wenn ihre Kraft erfahrungsgemäß mehrfach dafür ausreicht. Aber: Viele Session-Bodybuilderinnen üben sich im Lauf der Zeit im Balgen, Kampfsport oder Ringen, lernen Haltegriffe, um demgemäßen Kundenwünschen entsprechen zu können. Manche hat auch eine längere Vorgeschichte aus dem Kampfsport und ist somit technisch präpariert.

Die Kraft spüren, die in einem so prächtigen
Bizeps steckt, im Bizeps einer Frau ...

Zur Frage, ob nun Bodybuilderinnen schwächer sind als etwa  Turnerinnen oder Gewichtheberinnen, kann ich nur sagen, dass es davon abhängt, was die jeweilige Dame trainiert. Eine Olympia-Gewichtheberin wie Sibel Simsek wird andere Gewiche mit sauberer Technik heben können als die meisten Bodybuilderinnen, eine Turnerin an den Ringen mehr leisten oder etwa mehr Klimmzüge hinbekommen können, von Dingen wie Kippe am Hochreck ganz zu schweigen. Aber Bodybuilderinnen trainieren kaum am Hochreck oder am Barren und üben sich eher selten im Stoßen und Reißen. Und in der Regeln dürften sich Muskelmaedels schon gar nicht im Leute-Hochheben üben. Ausnahmen: Strongwomen, wie sie heute fast nur noch im Varieté auftreten.

Aber gibt Athletinnen, die ALLES tun - Turnen, Gewichtheben und ihren Body ausbilden. Da sind dann die Muskeln ebenso da, wie die Kraft und - noch wichtiger - die Technik ausgeprägt sind. Und es gibt andere, denen es um die Figur und den Muskelzuwachs, aber weniger ums einmalige Heben maximaler Gewichte und damit das Ausbilden der Maximalkraft geht. Was NICHT heißt, dass dann in den Muskeln keine Kraft steckt. Das geht nämlich nicht: Wer kontinuierlich trainiert und permanent Dinge hebt, wird nachher stärker und/oder ausdauernder sein als vorher, als das noch nicht geschehen ist. Selbst dann, wenn man ab einem Moment "seine" Gewichte nicht mehr steigert, kann man zumindest seinen Körper straffen. Stetigkeit ist hier das Zauberwort (sofern man vor Krankheiten verschont bleibt).

Davon haben entsprechend
trainierte Bodybuilderinnen
im Überfluss - Muskeln an
den Beinen und
dementsprechend
auch die zugehörige Kraft.

Ich habe noch KEINE massive Bodybuilderin getroffen, welche nicht ein unglaubliches Maß an Kraft gehabt hätte und die mir in dem Punkt nicht klar überlegen gewesen wäre.  Und wie gesagt, ich bin nicht schwächlich. Nun bin ich heute nicht mehr fit und trainiert, klar, kann vorkommen, mag mancher nun denken. Jedoch hätte ich selbst in meinen richtig guten Zeiten mit der Masse der mir bekannten Bodybuilderinnen beim Kraftvergleich vermutlich den Kürzeren gezogen. Für mich liegt ein Reiz an eben dieser Stelle: Allein die Vorstellung, einer Frau körperlich unterlegen und ihr spielerisch ausgeliefert zu sein, während sie in erotisch-koketter Weise spottet und mir ihre Muskeln vorführt und genau sieht, was das für eine Wirkung auf mich hat ... 



So erträumt man sich das als echter Schmoe:
Dass man angesichts ihrer Muckis
regelrecht -- äh, ja, also -- erstarrt ...

Sonntag, 18. Oktober 2015

Selfie goes muscle oder:
Smart Selfies. Ein kleiner Guide.

Comic-Künstler Siberianar schuf dieses
"Selfie" eines Fitness-Girls.


Man könnte auch sagen: Hilfe, es reicht!

Ich schreib' das jetzt mal, auch wenn ich mir dabei vorkomme wie der Rufer in der Wüste - laut, aber so allein wie Adam vor der Entnahme der Rippe und daher so ungehört wie "Atemlos durch die Nacht" bei abgeschaltetem Ton (süß, sexy und witzig finde ich die schöne Helene trotzdem). 

Hätte sie den Rechner zugeklappt
oder weggetan, hätte das ein
hervorragendes Selfie werden
können: Klasse Frau, tolles Outfit,
schräger Blickwinkel. Aber der
gleißend helle Schirm des
Rechners überstrahlt alles.

Natürlich ist es toll, dass das multifunktionelle, transportable Fernsprechgerät auch eine Kamerafunktion beinhaltet, angesichts deren prinzipiell möglicher Aufnahmequalitäten noch vor gut einer Generation jeder Profifotograf ausgeflippt wäre. Auch klasse, dass man sich zu jeder Zeit selber ablichten und das Ergebnis dieser Selbstportrait-Unternehmungen sofort begutachten kann - mache ich auch gerne.



Lenka Ferencukova - aus
meiner Sicht ein gutes Selbst-
portrait: Frische Farben,
auch auf eine frische Art
unschuldig-sexy. Und
doch als Schnappschuss
zu erkennen: passt!

Aber muss man das wirklich immer und immer wieder ins Internet stellen? Stellt euch mal vor: Irgendjemand entwickelt für Facebook die "Lösch-Alle-Selfies!"-Funktion - was bliebe denn dann noch an Bildern übrig, gerade im Bereich der Muskelmaedels? Na? Eben
.


Schöne Frau mit beneidenswertem, wunderschönem
Mucki-Body. Nur: Was krabbelt da für ein Alien
links an ihrem Bein hoch???

Vielleicht ist es so besser? Der
Ausschnitt isses bestimmt, der Alien
ist weg. Das Übrige? Meine
Dreingabe. Sicher kann man
darüber streiten. Aber  nicht
darüber, dass man
wenigstens gucken sollte,
was da für Bilder der
eigenen Person online gehen.

Warum ich diese Kritik hier schreibe? Nun, aus Überdruss, ganz einfach: Ich kriege das ja vorgesetzt. Hey, ich bin ein Fan, aber von Muskelmaedels, bestimmt nicht von "public facilities"!

Hier stimmt das Licht, auch der Ausschnitt
ist okay. Ambiente? Nu ja. Aber schade,
liebe Rachel Plumb, dass das Bild
insgesamt verwackelt ist.
 
Die Verwackelung habe ich nicht
ganz rausbekommen. Aber auch hier
half ein Bildbeschnitt zumindest
etwas weiter.

Denn Überdruss, den erzeugt diese Flut an Selbstportraits. Eventuell zu verzeichnender und so dokumentierter sportlicher Fortschritt, ein gerade spür- und sichtbarer Pump, das ist ja der eine Aspekt - aber die andere Seite ist eine ermüdende Flut von Fotos in immer den gleichen Posen, notgedrungen, weil das Handy ja irgendwie gehalten werden muss, auch mit Distanzhalterung. So kommt der Mensch dann nicht daran vorbei, dass man sich die Hand mit dem Smartphone nicht mal eben unter den Beinen hindurch schieben kann, bis sie oben im Genick rauskommt, um sie dann umzudrehen und sich von hinten oben aufzunehmen. Geht von unserer biologischen Grundkonstruktion her nun mal nicht. Also sind die möglichen Posen beschränkt, da von Länge und Bewegungsspielraum unserer Arme abhängig. Und das erzeugt Posen, die in der Summe des immer Gleichen langweilig werden.


Witzige Idee mit dem Selfie per Spiegel
und der Präsentation des Super-Bizeps
von hinten. Aber: Das Motiv ist völlig
überstrahlt, dafür sorgt das von
links einfallende Licht.  Außerdem
ist der Hintergrund arg unruhig.
Immerhin nix, was der eigenen
Reputation schadet. Aber etwas, das
man einfach ein paar
Mal probieren sollte, ehe man's
in die Welt raushaut ...

Hinzu kommt eine aus fotografischer Sicht und in der Masse nachgerade schauderhafte Qualität. Derlei ist mal statthaft - bei ansonsten originellen und/oder einmaligen Schnappschüssen. Da geht es dann vor allem ums Dokumentarische. Auch arbeitet mancher Künstler damit - aber das ist dann gewollt und auch zu sehen.


 
Man kann Personen beim Knipsen und
Filmen  "beschneiden" - aber da gibt es
Sehgewohnheiten, die man berücksichtigen
sollte. Füße abschneiden gehört nicht
dazu. Interessant ist hier auch der
links unten einfallende Lichtstreif mit
dem Staub. Prinzipiell ein schöner Effekt, aber
hier sieht's aus, als sei das Bild
schmutzig: Trotz des bezaubernden
Motivs ist das Bild als Bild nicht gut.

Bei allen anderen aber kommt es geballt zu grobkörnigen Aufnahmen, falsch gesetztem Licht, "verrutschten Farben", also Farbstichigkeit. Und von Sachen wie Bildaufteilung oder Goldener Schnitt will ich jetzt ebenso wenig anfangen wie von dem Problem der Hintergründe: Nichts gegen tolle Muskeln, aber doch bitte nicht vor einem Hintergrund, der an einen Messie-Haushalt denken lässt (so wie zZ bei mir: wochenlange Wochenendabwesenheit und - schwupps: Chaos!) Auch nichts so ganz passend sind Toilettenschüsseln und Ähnliches, die sicher an sich auch Gestaltungswillen verraten, aber in diesem Kontext einfach nur deplaziert, ja unappetitlich wirken. Dito Küchen, die so sind wie derzeit meine: unaufgeräumt und nicht ganz so sauber, wie das etwa eine meiner Ex und meine Mutter gern gesehen hätten.




Drei tolle, entzückende Frauen - aber, Ladies:
Guckt bitte  beim nächsten Mal bitte auf den
Hintergrund! Diese  WC-Bildserie ließe
sich endlos fortführen;  drei Fotos davon
mögen genügen.


Die Lösung?

 - Mal einfach das Smartphone JEMAND ANDEREM  in die Hand drücken.Vielleicht sogar jemandem, der ein bisschen fotografieren kann. Dann kann man sich auf seine Übung oder seine Pose konzentrieren und das, was man "rüberbringen" will - jemand anderes erledigt dann den technischen Teil.

- Mal einfach überlegen, ob man sich nicht ein SMARTPHONE-STATIV besorgt. Mal einfach bei dem allseits bekannten Internet-Versender gucken, dessen Name irgendwie so klingt, also ob der Firmengründer auch ein Faible für muskulöse Kriegerinnen hat. Kostet doch sicher? Aber sicher datt - doch wer's ganz günstig haben will, ist da schon mit weniger Geld dabei, als man für ein paar Proteinshakes im Fitnesstudio bezahlt. Oder die Offseason-Variante: Weniger als zwei Pizzen beim Lieblings-Neapolitaner. Die Dinger sind sperrig? Bestimmt nicht so, dass sie nicht neben dem sonst vorhandenen, mysteriösen weiblichen Allerlei noch Platz in einer großen Tasche finden würden.

Die Stärken im Selfie-Feld sind solche
Aufnahmen des eigenen Körpers - nah ran,
perspektivisch originell und sexy: Da verzeiht man
dann  auch kleine technische Fehler wie den
kleinen Reflex  links vom Fuß...

 - Gucken, was man da eigentlich veröffentlicht. Also nicht nur darauf achten, ob der Bizeps klasse aussieht und die Vene oben drauf gut zu sehen ist - auch auf den Hintergrund der Aufnahme gucken: Überquellende Küchenspülen oder jedwedes Toilettenambiente wirken allenfalls auf Sielratten attraktiv. Auch im eigenen Interesse und der eigenen Darstellung nach außen sollte man die veröffentlichten Bilder doch etwas steuern, auf dass man nicht ungewollt als unappetitlicher, weiblicher Voll-Honk "rüberkommt", auch wenn man das nicht im mindesten ist. (Wobei das für Männer natürlich gleichermaßen gilt, aber das ist hier nicht mein Thema.)


Von der sensationellen Nicole Savage: Super
Close-up (ich denke mal, dass das ein Selfie
ist ...). In jedem Fall ist das mal ein
originelles, freches Motiv!

- Wer nun nicht immer hinterher feststellen will, dass das Motiv zwar gut ist, aber das Ambiente übel, der sollte sich VORHER umgucken, wo sich gerade der Arm mit dem Smartphone ausstreckt und was die Kamera HINTER der werten eigenen Person noch so alles erfasst. Dazu hilft es, sich einfach mal umzudrehen ..
.


Bauchmuskeln zum Träumen
und  Einölen-Wollen -- aber
das  giftgrüne Fibo-Dingen
vor dem  Höschen
stört. Deshalb ...
... etwas Bildbearbeitung,
um das störende Bildteil
zu retuschieren. Wer das
für einen Verstoß an der
Realität hält - bitte.
Aber das Auge konzentriert
sich nun mehr auf das,
was gezeigt werden
soll - die Super-Abs.

- Hat man dennoch ein gutes Motiv, aber einen beschizzenen Hintergrund erwischt? Dolles Bild, die Schultern breit gereckt, der Bauch flach, zwischen den Päckchen jede lot- und waagerechte Teilung gut zu sehen, die Brüste prall, der BH knapp und schick, die Brustmuckis scharf konturiert? Prima Licht? Alles scharf? Blöd nur, dass im Hintergrund die Müllabfuhr mit ihren unübersehbaren Autos in Signalorange zu sehen ist. Hier hilft Bildbearbeitung. 



Die Bildbearbeitung hier war nix Großes, ist auch
nicht perfekt, aber sie hat nicht länger
als sieben, acht Minuten gedauert: Die Figur
herausgearbeitet, den Hintergrund abgedämpft.
Und für einen Display-Reflex auf dem Gesicht war
auch noch Zeit: Mit etwas Muße und Geduld kann
man so etwas richtig tunen - nicht alles, was nicht
korrekt geknipst ist, entspricht allein
schon deshalb der Realität.

Ach nein, es muss nicht die neueste Version von Photoshop sein, die man sich monatlich für wirklich teures Geld MIETEN muss. Längst gibt es künstigere oder sogar kostenlose Programme, die locker dasselbe leisten, was Photoshop in einer der alten Versionen konnte. Gimp und Magix seien stellvertretend genannt. Kriegt man wo? Mal einfach nach Begriffen wie "kostenloses Bildbearbeitungsprogramm" googeln: Manche Computerzeitschrift hält so etwas auch zum Gratis-Download bereit.

 

Das ist witzig und sexy dazu!
Aber eine Tonwertkorrektur und das Schrauben
an ein, zwei Parametern nutzen schon etwas, oder?

- Und: Man nehme sich etwas Zeit zum Fotografieren oder Filmchendrehen. Gucke aufs Umfeld und das Drumherum, das nachher mit auf dem Bild zu sehen sein soll. Denke übers Motiv nach, indem man sich vorzustellen versucht, wie man's gern hätte. Probiere herum. Lösche das Misslungene und behalte das Gelungene. Experimentiere auch mal mit den Outfits, auf dass man nicht mit prallen Muckis, aber im verwaschenen Lieblingsslip mit Benjamin-Blümchen-Motiv dasteht. Denn: Wer immer nur mies Gemachtes von sich publiziert, setzt sich ja auch irgendwo - unterschwellig - selbst herab. Klingt psychologisch und ist auch so gemeint. Denn man sollte das, was die Leute außer der gewünschten Aussage eines Bildes noch so alles wahrnehmen, NICHT unterschätzen.


Okay, es darf auch mal düster
sein und  etwas schmutzig.
Da passt dann auch der dunkle
Blaustich des Bildes
zu den imposanten "Guns"
von Musclemaria. Aber:
Hier ist der Bild-
ausschnitt auf das
wirklich Wesentliche
beschränkt, kein
störendes Element lenkt
ab: Find ich gut!



Aber ein bisschen probieren
wollt' ich doch mal. Da
habe ich die Tonwertkontrolle
genutzt. Siehe da, es bleibt
düster, ist aber klarer.
Ob's der Stimmung nutzt?
Geschmackssache.

 - Der wichtigste Hinweis: Immer auch dran denken, wie das jeweilige Bild nicht nur auf einen selbst, sondern auch auf einen möglichen Betrachter wirken kann.  


Wieder: Sexy und witzig! Solche Selfies
erfreuen das Auge und nerven nicht!

Daher, liebe Muskelmaedels, steuert das doch einfach ein bisschen. Es muss keine Kunst sein, aber man sollte schon beachten, was man da veröffentlicht. Es hat übrigens auch den Vorteil, dass man damit Profi-Fotografen von den eigenen Qualitäten jenseits des Sportlichen überzeugen kann: "Die sieht gut aus, die weiß sich herzurichten, die achtet auf ihre Motive, die kann sich vor der Kamera bewegen, die kommt sexy/geheimnisvoll/aggressiv/witzig/kokett/verspielt rüber! Und guck mal, wie sie ihre Augen betont!" All das zeigt den Profi-Lichtbildnern, dass man da jemanden hat, den man auch mal für eine Bildsession o.ä. buchen kann, bei der man jemanden nicht erst umständlich anlernen muss.


Manchnmal wirkt das Bild flau, der Kontrast ist
zu schwach.  Es gibt kleinere störende Elemente.
Was zum Bleistift  ist das für ein gelbes Teil links
unten? Ich will es nun eigentlich gar
nicht so genau wissen! Daher ...

... auch hier wieder etwas Bildbearbeitung: Was
spricht gegen das Verwenden eines Bild-
ausschnittes, der alles Unwichtige entfernt?
Nichts. Ich behaupte nicht, dass das hier das
Nonplusultra ist, will aber anregen, damit
einfach mal zu spielen, ehe man dem Auge der
Welt  seine Elaborate zumutet. Auch wollte ich
die Farben "frischer"machen. Da aber
ist man auch etwas den Farbeinstellungen
des eigenen Rechners ausgeliefert.

Und jenseits des gerade Gesagten: Das ist selbstverständlich KEIN Appell gegen ALLE Selfies! Auch nicht gegen Spontanes und Unmittelbares, das das Leben zeigen will, wie es ist. Bitte weiterhin Selfies! Und ist da wirklich mal was nicht auszuräumendes Unpassendes im Hintergrund, dann hilft auch mal ein launiger oder selbstironischer Kommentar unter dem Bild weiter. Aber bitte das Ganze etwas steuern - oder zeigt ihr euch selber eure Muckis immer nur auf der Toilette, nach dem (hoffentlichen) Händewaschen?



Die Comic-Zeichner spielen
schon länger mit dem Thema:
Hier zeigt She-Hulk, wie ein
Bizeps auszusehen hat ...
  

... und hier sorgt Batgirl, dafür,
dass Badgirl  ein fraglos
unvergessliches Erinnerungs-
foto bekommt!

Samstag, 29. August 2015

Fundsache: Lego goes Female Muscle Worship / Etwas zum Thema Stories über Muskelmaedels

Was man heutigentags so alles im Web findet - hier auf muskelmaedels.blogspot.de hatten wir schon aufgemuskelte Barbie-Puppen (ganz unten ein Bild von "Area Orion"), Zinnfiguren und Comic-Heldinnen. Und jetzt die Figuren auf Basis der bunten dänischen Bauklötzchen, mit denen ich schon vor ewigen Zeiten Jahre meiner Kindheit verbracht habe, ehe ich mich dann anderen Dingen zugewendet habe. Darunter auch mein Faible für muskulöse Frauen. Und jetzt haben wir hier ein Bildlein, das diese beiden Dinge verknüpft: Etwas Phantasie vorausgesetzt, sehen wir hier ein Strand-Szenario und darin zwei Bürschlein, welche einer deutlich größeren Frau gegenüberstehen, die ihre Hände selbstsicher-dominant in den Hüften gestützt hat. Und zwar einer Frau, die enstprechend muskulös zu sein scheint ...

Mag sein, dass das nicht von Lego direkt stammt, sondern der Vorstellung und dem Wunschdenken eines konstruktiv begabten Muskelmaedel-Liebhabers entsprungen ist. Jedenfalls wollte ich es der Welt nicht vorenthalten, weil ich es einfach nur herrlich finde!


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Ach ja, eins noch: Ich erhalte gelegentlich  Zuschriften von Leuten, die meine Stories kommentieren und kritisieren, ob nun negativ oder positiv. Und immer wieder erhalte ich dabei Zuschriften mit der Bitte, zu dieser oder jener Story doch eine Fortsetzung zu schreiben.

Dazu wollte ich kurz Folgendes sagen: Als nicht von diesen Stories leben müssender Autor entstehen diese Geschichten rein aus persönlicher Muße heraus, nicht auf Kommando (wollte Gott, das könnte ich). Leben muss ich von anderen Dingen rund ums geschriebene Wort, Sachen, die so gut wie immer im Zusammenhang mit professionellem Zeitdruck entstehen.

Daher nehme ich mir an der Stelle die Freiheit, diese Stories nach Neigung zu schreiben und sie auch als persönliches, schreiberisches Trainings-Feld zu sehen. Und ich will, soweit wie möglich, hier auch immer etwas inhaltlich Neues angehen. Daher tue ich mich mit Fortsetzungen recht schwer, mag auch lieber in sich geschlossene Geschichten.

Was nicht heißt, dass nicht mal ein Sequel oder Prequel (unmögliches Wort!) zu einer Story kommt, aber ich will es weder versprechen noch gar auf einen bestimmten Termin hin festlegen. Außerdem muss ich erstmal das alles zu reaktivieren versuchen, was auf einer meiner Festplatten liegt - und zwar auf der, die mir im Frühjahr ihren Dienst aufgekündigt hat ...
   
Vorlage: Aosland - ich hoffe, das ist okay ...