Sonntag, 19. April 2015

Richtiges Bodybuilding???

Wegen solcher Muskelmaedels zog es mich jahrelang
zur FIBO: Athletinnen, die den Fans stolz zeigten,
was sie sich im Lauf der Zeit antrainiert hatten. Und die
gern für Fotos posierten und auch mal sexy
rüberkommen wollten. So wie hier die unvergleichlich-
umwerfende Brigita Brezovac.
FIBO --- lange Jahre bin ich da auch hingepilgert, ob nun in Essen, Stuttgart oder Köln. Hier war ja die Chance gegeben, einmal das ein oder andere Muskelmaedel life und in Farbe zu sehen, auch mal eine Bühnenshow mit Bodybuildern beiderlei Geschlechts. Und es bestand die Chance, den großen Stars der Szene zu begegnen.

Wie gesagt: war! Imperfekt, Präteritum, Vergangenheitsform.


Ich war im vergangenen Jahr letztmalig dort und beim Betreten sehr davon angetan, mit welcher Freundlichkeit und Höflichkeit ich empfangen wurde und wie man mir als Journalist weiterhalf. Auch sehr gut gefiel mir die großzügige Anlage in Köln, zumal mir das Leitsystem durch die Hallen logischer und übersichtlicher erschien als in Essen. Und imposant ohne Wenn und Aber das, was sich an Ausstellung rund um das Thema "Leibeserstüchtigung" entwickelt hat.

Soweit das Gute. Das Schlechte für die Mitglieder unserer Welt - ob nun als Athlet welchen Geschlechts auch immer oder ob als Fan - bestand darin, dass sich in Köln leider auch der Trend fortsetzte, "richtiges" Bodybuilding immer weiter hintan zu stellen, in diesem Jahr "gekrönt" von der Absage der Power Pro Show (siehe das eins tiefer stehende Posting).

Fraglos dürfte sie "die Allgemeinheit"
entsetzen --- ein bißchen habe ich aber bei
Virginia Sanchez  den Verdacht,
dass sie bewusst eine Art von Bürgerschreck
mimt und das auch noch unverfroren genießt:
Extrem-Muckis und dazu diese Stoppelfrisur ...
Für mich als ausgemachten Fan sind
ihre Super-Duper-Arme schlichtweg
sensationell und anbetungswürdig!

Ich frage mich allerdings, was das eigentlich ist, "richtiges" Bodybuilding. Ehe ich den Gedanken weiterführe und mich an Antworten versuche: Die Kommentarfunktion ist aktiviert. Bitte, Liebe Leser, sofern noch vorhanden: go ahead und schreibt da rein, wie sich das euch darstellt und natürlich auch das, was ihr anders seht als ich.
 

Also: Erst einmal mag ich bekanntermaßen extrem muskulöse und sehr starke Frauen, sonst gäbe es diesen Blog nicht. Daher besuche ich immer wieder einmal Wettkämpfe oder Veranstaltungen wie beispielsweise die FIBO, um eben diese von mir als Muskelmaedels titulierten Ladies da zu sehen, ob nun im Publikum oder auf der Bühne oder hinter einem Messestand. Für mich ist das der Hauptgrund, um da hin zu fahren. Für viele andere sind es die Athleten, die das Maximum in Sachen Kraft und Körperentwicklung anstreben, hier sowohl bei der Masse wie auch bei der Ausprägung (Definition). Um das Folgende zu illustrieren, habe ich ein paar Bilder von FBB eingestellt, auch da mag jeder seine eigene Meinung haben. Aber ich denke in einem Punkt sind sich Fans und Sportler einig: Es muss etwas passieren!

Also, am Zustand des Sports scheiden sich nun die Geister. Selbst Arnold Schwarzenegger als einer der Granden des Muskelsports hat den MBB unlängst mit geharnischten Worten zu verklickern versucht, dass hier zu viel des Guten geschieht und die Kampfrichter-Richtlinien zu ändern seien (
man folge diesem Link und lausche der Steirischen Eiche und Eddie Robinson). Ich breche das jetzt einmal runter: Extremste Muskelmasse gepaart mit extremster Definition bei den männlichen Athleten ist demnach nicht der Allgemeinheit zu vermitteln und auch nicht mehr vielen treuen Fans. Denn es wirkt demnach auf viele schlichtweg grotesk, auch, wenn Auswüchse wie die berüchtigten Bläh-Bäuche hinzukommen. Und, nein,  ich rede jetzt bestimmt nicht von den - pardon - Vollpfosten, die sich diverse Extremitäten dermaßen muskulös aufspritzen lassen, dass selbst die Arme von dem Unglaublichen Hulk und von The Thing daneben zierlich und elegant-harmonisch wirken. Es geht immer noch um Wettkampf-Bodybuilding der Männer.

Das ist der Zustand manches Wettkampf-MBB, was
meiner Ansicht nach nichts mehr mit dem zu tun
hat, was man jahrzehntelang unter Bodybuilding
verstanden hat - hier läuft etwas falsch. Und
das tut es bei den Männern entschieden mehr
als bei den Frauen.

Inwieweit Arnie nun seinen Zeiten und damit denen seiner Kumpels, Konkurrenten und Wegbegleiter von Franco Columbu über Serge Nubret, Frank Zane, Steve Michalik, Mike Mentzer und Tom Platz bis Sergio Oliva und anderen nachtrauert --- keine Ahnung, vielleicht isses so. Ich weiß daher nicht, ob hier bloß ein alter Mann nostalgische Gefühle hegt. Aber wenn man sich anguckt, dass dieser reiche und erfolgsverwöhnte Kerl immer noch die BB-Szene mit Herzblut verfolgt und augenscheinlich immer noch an einige ihrer Ideale glaubt - wie jüngst zu sehen, als er einem im Studio verspotteten Anfänger per Facebook Mut zu sprach - dann ist an der Kritik dieses Fachmannes mehr als nur etwas Nostalgie dran: Lange stand Bodybuilding unter der Prämisse, dass die Muskelentwicklung in Relation zur Körpergröße zu stehen habe. Denn nur dadurch kann sich eine harmonisch wirkende Symmetrie ergeben. Wenn die schiere Masse jedoch vor allem anderen steht, wirkt das irgendwann eben genau der Symmetrie entgegengesetzt und folglich ungeschlacht oder ungestalt.

Zum einen dieser Aspekt, auf der anderen Seite sind dann da die - oft via Social Network selbstgehypten - Nachwüchsler, bei denen es schlicht an dem fehlt, was eine gelungene Gesamtentwicklung des Körpers ausmacht. Anstelle dieser Gesamtentwicklung ist dann da ein Oberkörper, der zumeist nicht zu dem im Vergleich dazu unterentwickelten Unterbau passt. Keulenarme versus Spargelbeinchen. Bei allem fraglos vorhandenen Trainingsfleiß --- in diesen Sportlern sehe ich nicht die Zukunft des Bodybuilding. Vor allem dann nicht, wenn sie sich anmaßen, bar aller Sporterfolge Ratschläge zu erteilen und damit die Geschichte und die genannte Grundforderung des Sports zu ignorieren. Nämlich die nach einer symmetrisch-harmonischen Gesamtentwicklung --- man kann's nicht oft genug sagen.


Wo liegt sie dann, die "Fjutscher"? Zwischen den beiden Extremen sehe ich idealerweise die Zukunft. Es sollte also wieder eine Betonung der symmetrischen Anmutung geben.


Symmetrie in der Ausbildung der
Muskulatur - ein Hauptziel beim
Bodybuilding. Wie das in Perfektion
aussehen kann, hat Juliette Bergmann
aus den Niederlanden
immer wieder bewiesen.
Soweit die Männer. Bei den Frauen ist meiner bescheidenen Meinung nach ein Problem darin zu sehen, dass die Beurteilungsgrundlage zur Unterteilung viel unklarer ist als bei den Männern. Es wird mit Klassen über Klassen gehubert, es wird dies und das gefordert, um am kommenden Tag verworfen zu werden. Auch ist das massebetonte FBB (was aber meiner Ansicht gemäß immer noch insgesamt auf den gesamten Körperbau gesehen harmonischer wirkt als bei den Männern) manchem Funktionär ein Dorn im Auge, weswegen wacker daran gesägt wird. 

Ist das für die Sportlerinnen schon schlimm genug, so kommt noch die Forderung nach "Sie sollte aber weiblich aussehen" hinzu. Kann ich vom Prinzip her verstehen (ja, mein Fünfer liegt schon in der Chauvi-Kasse): Mein Faible oder Fetisch, meine Macke oder Marotte zum Beispiel dreht sich ja genau darum, dass die Frauen so stark sind und sich das mit unverwechselbar Weiblichem paart. Nur, was ist das "weibliche Äußere"? Ich habe da eine einfache Regel: Ich muss sie sofort und unverwechselbar als Frau erkennen können, fertig. 

Hier demonstriert Denise Hoshor,
was ich im vorstehenden Abschnitt meine,
nämlich, dass auch extreme Muskeln und
ein weibliches Äußeres sich nicht ausschließen
.
Und da geht es NICHT in erster Linie um ein superschönes Gesicht. Es gibt ja auch Bodybuilderinnen, die kein Modelface haben, ohne dass da irgendein Zweifel bleibt. Und umgekehrt tummeln sich auf der Welt auch Frauen, die nie im Leben Sport getrieben oder asketisch gelebt haben, aber ein "scharf gezeichnetes Gesicht" haben, wie das poetisch verbrämt heißt. Also ein Gesicht, wie man es eher bei einem Mann vermutet - ohne dass seine Besitzerin freilich irgendwie männlich wäre. Desungeachtet gibt es es bekanntermaßen einige Athletinnen, bei denen das Gesicht ganz eindeutig kerlig aussieht (auch in der Offseason), ab und zu sogar mit nicht mehr zu tarnenden Bartschatten und einer "receding hairline": Sorry, da ist es aus meiner Sicht dann eindeutig zu weit gegangen.

Diese Forderung nach dem unübersehbar Weiblichen treibt aber auch manche ins andere Extrem, nämlich dahin, das Frauliche überzubetonen: Wenn der Kunstbusen das Dolly-Buster-Format erreicht und Russ Meyer in seinem Grab zu rotieren anfängt, dann lenkt das bei einer Wettkampfathletin vom Rest der doch ästhetisch-sportlich zu bewertenden Form ab. Das verstärkt dann nur noch die ablehnende Haltung im Mainstream und wohl auch bei mehr und mehr bei manchem Fan. Das passiert auch deshalb, weil inzwischen Hintern und Waden zum Teil in obszön-lächerlicher Weise aufgespritzt/transplantiert werden und man sich fragt, was das dann noch mit Sport und Kraft zu tun hat.

Um es klar zu sagen: Nix gegen Busentransplantate, auch nicht gegen große, aber insgesamt bei sportlich tätigen Athletinnen bitte mit Augenmaß. Ich wiederhole: Auch die Größe dieser "Blubberpolster" hat Auswirkungen auf die Gesamtsymmetrie - und kann sie auch in dem ein oder anderen Fall komplett verhunzen. Dito sonstige OP's, die je nach Grad auf den Betrachter als "zu viel, zu viel" wirken. 

 
Weiblichkeit und extrem ausgeprägte Muskeln, das ist 
Oana Hreapca. Sie hat nicht nur Super-Arme,
sondern mit die besten Bauchmuskeln in der Szene.
Und sie ist symmetrisch. Warum also da
an ihrer Sportart seitens der Verbände gesägt
wird, kann ich nicht nachvollziehen.
Hier sei daher nun bitte unterschieden zwischen dem, was einer Wettkampfsportlerin ansteht und dem, was manchem Fetisch-Fan und wohl auch mancher der angebeteten Muscleladies selber gefällt. Denn das, was den einen aus erotischer Sicht neben den Muckis total mit anmacht, sind mitunter akkurat die Art von Implantanten und die Folgen sonstiger OPs, die dem anderen, sprich: dem Außenstehenden, schlichthin als "way too much" erscheint. Etwas, das diese Dreingaben mit Blick auf die Symmetrie und die komplette "Linienführung" oft auch sind. Was nicht heißt, dass den FBB die Betonung weiblicher Konturen durch solche ärztliche Nachhilfe unmöglich sein sollte. Schließlich machen das unzählige andere Frauen ja auch. Aber es sollte anders umgesetzt werden als nur mit der gerade angesprochenen und heillos überzogenen Künstlichkeit. Wobei die Grenze wie immer im Auge des gerade aktiven Betrachters liegt.

Sollte also auch hier wieder eine Rückkehr her zu dem, was ein Grundforderung des BB ist, nämlich eine harmonische Ausbildung des Körpers? In dem vorgenannten Punkt: ja. Und sonst? Da bin ich freilich der Ansicht, dass es bei den Muskelmaedels, also den ihre Bezeichnung zu Recht tragenden Bodybuilderinnen,  absolut  nicht in dem Ausmaß im Argen liegt wie bei den Männern. Im Gegenteil. Guckt man sich zum Beispiel eine Iris Kyle an, dann sieht man eine Symmetrie und eine Körperentwicklung, die diejenige von manchem preisgekürten Mann toppt. Überhaupt - und das ist aus meiner Sicht ein Plus - haben viele Athletinnen (namentlich die aus dem lateinamerikanischen Raum) oft eine Beinentwicklung, die manchen männlichen Möchtegern vor Scham erblassen lassen müsste: So was erreicht man nur mit jeder Menge "ass to grass" und sonstiger Schinderei für den Unterbau. Und es führt auch zu einer zumindest mich erfreuenden Ausbildung des Hintern ...

Das Selfie von Mavi Gioia zeigt, was ich damit meine:
Wenn Bodybuilderinnen entsprechend trainieren,
haben sich pralle und unverschämt-ausladende
 und in der Kontur unübersehbar weibliche Hinterteile...
 
Gegen die sonstigen Fitness-Klassen ist aus meiner Sicht rein gar nichts zu sagen. Es ist ja super, wenn Männlein und Weiblein auf sich achten (ich sollte auch ...). Und so ist auch ein moderat-muskulöser Körperbau auch bei Frauen inzwischen socially acceptable, ja sogar auf dem Weg zum Ideal. Das war vor einem Vierteljahrhundert noch anders und wurde in der berühmt-berüchtigten Öffentlichkeit flugs mit Anabolika und Steroiden assoziiert. Auch wenn es schon lange vor Erfindung dieser und anderer Mittel Athletinnen gegeben hat, die ein solches Maß an Muskulosität erreicht haben. Daher ist an der Stelle ja schon ein gesellschaftlicher Erfolg zu verzeichnen.

Nur: Dies kann NICHT der Ersatz sein für das Hardcore-BB. Es wird immer Männlein und Weiblein geben, die an die Grenzen gehen wollen. Das aber dann bitte unter Berücksichtigung des Aspektes von symmetrischer Harmonie. Und in dem Punkt sehe ich - wie oben gesagt - die Leistungsspitze der Frauen klar vor den Männern. Eigentlich müssten sich die Männer genau daran orientieren. 

Ich habe das in anderem Zusammenhang schon mal
gepostet: Ein, wie ich finde, interessanter Vergleich
zwischen einem Weltklasse-MBB und Iris Kyle: Man
achte mal auf Symmetrie und Fülle der Muckis: Iris Kyle
hat klar die besseren, volleren und höheren Bizeps.
Ihr Rücken ist voller und dabei klarer gezeichnet ,
auch wenn  bei diesem Bild ihre schöne dunkle
Hautfarbe das alles plastischer wirken lässt.
Und dann erst ihre prachtvollen Waden!
Um so mehr ist es eine Schweinerei, dass stattdessen versucht wird, Frauen-Disziplinen im Bodybuilding zu kappen. Dadurch will man wohl auch die Athletinnen in spe von vornherein vergrätzen, abschrecken und ihnen jegliche Motivation nehmen, einen vergleichsweise extrem muskulösen, aber symmetrischen, in sich ausgewogenen und damit den Grundforderungen des Sports folgenden Body aufzubauen: Widersinniger kann's kaum zugehen. Wenn etwas das Bodybuilding versaut, dann sind es Herrenbäuche wie die oben gezeigten. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie das vor zwanzig Jahren war, als MBB stolz darauf waren, dass sie zu den breiten Schultern eine schmale Taille hatten und einen richtig flachen Bauch, den sie unglaublich weit einziehen konnten. Wieder einmal stellt sich die Frage, warum die Frauen jenseits Jan Tana das nicht endlich selber in die Hand nehmen und ihre Wettkämpfe gestalten?

Alles in allem: Ein bisschen haben es die Athleten beiderlei Geschlechts also auch selber in der Hand, etwas dafür zu tun, dass man sie wieder auf den ihnen bislang zur Verfügung stehenden Plattformen sehen will. Was hingegen gar nicht geht, ist sie mit Wischi-Waschi-Gründen kurzfristigst auszuladen. Das missachtet den Aufwand und die Hingabe, mit denen sich viele vorbereitet haben - auch wenn man über das Ergebnis streiten kann. Ob das der FIBO zuträglich ist, müssen die Verantwortlichen entscheiden --- das "BO" im Namen steht ja schließlich weder für "Boxen" noch für "Bowling" oder "Bootfahren" ...

Yeon Woo Jhi --- sie halte ich für eine
Bodybuilderin, bei der starke Muskeln
und weibliche Ausstrahlung auch
der Allgemeinheit vermittelbar sind:
Das ist in jedem Fall eine starke
und dazu wunderschöne Frau!
       

Sonntag, 5. April 2015

FIBO Power Pro Show - nicht in diesem Jahr!



Am kommenden Wochenende ist die FIBO – die Zeit, in der für viele Muskelfans und Muskelfaninnen (um es mal gendergerecht auszudrücken) nach Köln fahren, um da die entsprechenden Athleten beiderlei Geschlechts zu treffen und ggf auch zu bestaunen. Doch an diesem Wochenende gab es dann datt hier – nämlich eine Absage; hier ein Link für alle Ungläubigen (irgendwie habe ich es wohl immer noch mit Ostern):

"Keine gute Nachricht, viele von Euch werden enttäuscht sein. Wir müssen die FIBO POWER Night Session leider absagen. Der Grund: Einige Athleten können nicht starten. Deshalb kommt das geplante Teilnehmerfeld nicht zusammen. Da wir keine halben Sachen machen, haben wir uns entschlossen, die FIBO POWER Night Session komplett abzusagen. Denn wir meinen: Wo FIBO POWER draufsteht, sollte auch FIBO POWER drin sein.

Alle, die bereits ein Ticket gekauft haben, bekommen natürlich den Eintritt von tickets.de erstattet.
Mit der erworbenen Eintrittskarte für das Abendevent erhaltet Ihr weiterhin Zutritt zur FIBO POWER 2015 – kostenlos."


Hm, hm. Liest sich ja im ersten Moment wie "prima Service". Im zweiten Moment - also, wenn ich noch aktiver Hantelsportler und gläubiger Nahrungsergänzungsmittelkonsument wäre und mich vielleicht für diesen (immerhin mit der IFBB ausgerichteten und im Rahmen der "Night Sessions" stattfindenden) Event gezielt vorbereitet
hätte, selbiges möglicherweise sogar über mehrere Wochen hinweg, dann würde ich mich jetzt aber angep***t fühlen.Vorsichtig formuliert.

Wieviele ist denn "einige Athleten"? Zwei, drei oder doch acht, neun? Ab welcher Menge geht das denn los mit den "halben Sachen"? Selbst wenn nur ein, zwei Athleten übrig geblieben wären, hätte man mit diese noch verbliebenen Sportsleuten etwas machen müssen – und dazu eine Botschaft an die Fans versenden. Ungefähr so: "Leute, dieses Jahr sind es aus dem und dem Grund [Ursachen nennen] nicht so viele Athleten wie in den Jahren zuvor. Aber auch mit *** [hier richtige Zahl einsetzen] Startern findet die FIBO Power Pro Show statt.Denn wir meinen: Wo FIBO POWER draufsteht, sollte auch FIBO POWER drin sein. Und jetzt schon versprochen: 2016 haben wir wieder mehr Athleten am Start."


So aber verprellt man doch die Fans noch mehr. Bei denen entsteht der Eindruck, dass die Messeleitung nur nach einem Vorwand gesucht hat, um die richtigen Muskelfreaks los zu werden. Aber das darin ein Herzstück der ganzen Veranstaltung liegt, der Kern, um den das ganze Ding einmal herum gewoben worden ist, das verkennt man dabei. Nur um sich Hüpfanlagen für Erwachsene und strampelnde Leute auf stehenden Fahrrädern anzugucken, müssen die Fans der Mucki-Fraktion da nicht unbedingt hin  ...        

Kortney Olson und der Kampf um die Akzeptanz der weiblichen Formen

Kortney Olson in einer Pose, die ebenso selbstsicher
wirkt wie kraftvoll und verführerisch. Und ja:
Ich bin ein Mann und ich mag solche Beine!
Daher finde ich es gut, wenn KO junge Frauen
ermuntert, so zu sein, wie sie die Natur geschaffen
hat - und nicht den Modemagermodels
nachzueifern!

Weil nun Ostern vor der Tür steht, seien mal ein paar freilich nicht 100-prozentig durchsortierte kritische Gedanken geäußert, zu Körperbildern ebenso wie zu dem damit einhergehenden Vorlieben. Auslöser war das in Fankreisen als KO bestens bekannte Muskelmaedel Kortney Olson


Sie hat ja soooooo recht: Das in Fankreisen bestens bekannte Muskelmaedel Kortney Olson ("KO") weist in einem längeren Interview entschieden darauf hin, dass Frauen von Natur aus mit einem im unteren Bereich stärkeren Körper ausgestattet seien, dass sich das natürlich auf Kraft und Volumen der Beine auswirkt und dass deswegen das aktuelle öffentlich vermittelte Wunsch-Frauenbild nicht hinnehmbar sei: Wie hinlänglich bekannt, vermittelt es die Forderung nach einem Idealkörper, den kaum eine Frau erreichen kann. Ich sag's mit meinen Worten: 00 ist was für den Abtritt, aber nichts, in dem man Jeansgrößen für junge Frauen bemessen sollte.

Die in Australien lebende KO macht sich schon seit längerem mit einer einenen Organisation dafür stark, jungen Mädchen zu mehr Selbstbewusstsein zu verhelfen. Kraft zu haben, ist eines, was da hilft.Und Kraft, die haben Frauen KO zufolge vor allem in den Beinen. Muskulösen Beinen wie den ihren. Beinen, die Typen wie ich zum Niederknien finden. 

Schluck!
Obwohl Kortney Olson granatenmäßig-umwerfend aussieht, wie das sprichwörtliche blühende Leben wirkt und vor Kraft schier zerbirst, hat sie nun diverse üble Dinge hinter sich, unter anderem Drogenprobleme (guggst du auch hier). Und trotz ihres entzückenden Äußeren hat auch sie an den im berühmt-berüchtigten "Mainstram" definierten Forderungen nach dem idealen weiblichen Äußeren gelitten. Sie selber beschreibt das so: 

"Ich bin ein genesender Beinehasser. Heute aber kann ich ehrlichen Gewissens sagen, 'Ich liebe meine Beine', aber es hat lange gedauert, um dahin zu kommen. Mit solch dicken Beinen aufzuwachsen, ist enervierend. Ungelogen. Noch bis zum heutigen Tag fange ich an,  zusammenzuzucken, wenn ich die Worte 'thunder thighs' [ungefähr: Riesenschenkel] höre. Es war nicht vor meinem 29. Lebensjahr, ehe ich zu verstehen anfing, dass ich mit etwas geboren worden war, um das mich jeder Mann beneidete: von Natur aus massiv-feste, baumstammdicke Gehwerkzeuge, die eine Python zerquetschen können [da KO hier etwas schwer übersetzbaren Slang redet, sei das Original zitiert: 'naturally dense, thick as a stump, python-crushing pillar-wheels']." 


Schluck, 2.0
 KO verweist dann darauf, dass sie das vorherrschende Meinungsbild dazu, was eine Frau begehrenswert macht, für "Gehirnwäsche" hält. Sie habe nämlich - und jetzt kommt der Teil, weswegen ich das hier alles hinschreibe - ganz andere Sachen festgestellt: :

"Nachdem ich nun für einige Jahre in der Bodybuilding-Welt war, begann ich zu mehr und mehr festzustellen,  dass die Gesellschaft, und Männer im Allgemeinen wirklich weibliche Körperkraft schätzen. Die meisten Männer erwarten nicht, dass Frauen Stöcke als Beine haben. Wenn ich tatsächlich jedesmal einen Dollar dafür bekommen hätte, dass ich nur deshalb eine freie Taxifahrt erhalten hatte, man mich nur deshalb beim Anstehen in einer Schlange vorgelassen hatte oder mir mal wieder von einem Mann erzählt wurde, was für tolle Beine ich hätte, dann könnte ich Richard Branson seine eigene Insel abkaufen."

Das kann ich nur unterschreiben!
Ich will keine Twiggy-Figuren, keine dürren Hungerhaken!

Ich will Frauen mit voluminösen Schenkeln, harten Waden und prallem, festem Hintern! 
Das aber nicht schlapp und schwach, sondern stark und trainiert.

Muscles in Red
So. Jenseits meines persönlichen Fetischs, meines persönlichen Chauvitums möchte ich an der Stelle aber auch das hier loswerden: Ich denke, dass jede Frau mit dem ihr mitgegebenen Körper zurechtkommen muss. So, wie jeder andere Mensch auch. 

Wir leben aber nun in einer Zeit, in der genug Nahrung für ALLE (!!!) vorhanden ist, was schändlicherweise nicht umgesetzt wird. Außerdem fordert das Ideal des satten Teils der Welt ausgerechnet weibliche Hungerhaken, euphemistisch: Frauen mit Modelmaßen. Ein Ideal, das nur von hoch aufgeschossenen, von Natur ausgertenschlanken Frauen zu erfüllen ist und da vor allem von derart jungen Dingern, die noch gar nicht richtig ausgewachsen sind.

So müssen Beine aussehen ...


Will sagen: Junge Frauen, deren Körper noch gar nicht alle "ab Werk vorgesehenen" weiblichen Formen zu Ende entwickelt hat. Auch wenn Wissenschaftler schon vor dreißig, vierzig Jahren festgestellt haben, dass in der westlichen Welt die Frauen größer werden und sich die Hüften dabei verschmälern, sind das Essensangebot zum einen, das figürliche Wunschbild zum zweiten und die von Vater und Mutter ererbten körperlichen Grundlagen in den meisten Fällen schlicht nicht vereinbar. Die Folgen kennen wir alle - ich sage mal salopp: Essen und Kotzen. Und damit junge Frauen mit entsetzlichen Lebensläufen, die oft genug in einen vorzeitigen Tod münden.

Wie nun aus der Nummer rauskommen? Diäten? Köperliches Training? Welches? Bei jemanden, der zur Anorexie neigt, ist stundenlanges Laufen oder sonstiges aerobes Training unter Umständen eher dazu angetan, das Krankheitsbild zu verfestigen. Also, was dann? Crossfit? Muskeltraining? Gilt immer noch weithin als unweiblich, aller Popularität dieser Aktivitäten zum Trotz. Womit wir wieder beim berühmten "Mainstream" wären, bei der berüchtigen "öffentlichen Meinung", die Mädchen ein völlig unrealistisches Körperideal vermittelt.

Das ist genau der Punkt, an dem eben die unheilige Power dieses Idealbildes zuschlägt. Denn die erweist sich oft als stärker, ein junges Mädchen ohne Lebenserfahrung sieht darin eine immerwährende dominierende Konstante und stellt - natürlich völlig zu Unrecht - fest: So bin ich nicht - ich bin also nichts wert.

Form follows function.Oder so. Und dazu
dieses ansteckende Lachen!
Aber was nutzt alles elterliche, verwandschaftlicheVerständnis, wenn aus der "Peer Group" eine andere Resonanz kommt? Eventuell sogar Spott? Wenn drei Viertel aller 16-, 17-jährigen Mädchen nicht mit ihrem Körper zufrieden sind, dann ist das ein alarmierendes gesamtgesellschaftliches Krankheitsbild, Punkt.

Hier kann meiner Meinung nur eine Rückkehr zu anderen Rollenbildern helfen:
Es ist richtig, wenn einige Werbeagenturen anfangen, schöne und normale Frauen als Models zu benutzen. Solche, an denen was dran ist. Und nicht solche, die irgendwelchen menschenverachtenden Pseudo-Ästheten gefallen.


Es ist richtig, einem Teenager immer eins mitzugeben: Du bist einzigartig und damit etwas Besonderes. Aber das ist wiederum jeder andere Mensch auch. Und damit hat auch keiner mehr oder - in diesem Fall entscheidend - weniger Wert.
Es ist richtig, wenn Arnold Schwarzenegger einem im Fitness-Studio gehänselten Teenager Mut zuspricht.  

Es ist richtig, wenn man das Körperverständnis überhaupt einmal "justiert". 
Und es ist richtig, was Leute wie Kortney Olson machen - sie arbeiten daran, jungen Frauen ein gesünderes Selbstverständnis zu vermitteln.Und dabei auch klar zu machen, dass das gegenwärtige Idealbild eben nichts ist, was schon immer so war, dass Mutter Natur Frauen von jeher eben immer eher runde Formen spendierte, um sie für die ihnnen zugedachten, biologischen Aufgaben wie das Gebären von Kindern zu wappnen. Und dass somit Frauen halt einen Unterkörper haben, der per se enorm stark ist.

In den damit verbundenen Formen ist daher auch keine Schwäche, sondern eine Stärke zu sehen, so Kortney Olson. Sie ist ja selber das beste Beispiel dafür, wie sich das so austrainieren lässt, dass die Kraft gegeben und die Muskeln unübersehbar gut ausgebildet sind, aber die weiblichen Konturen in einer Weise gewahr werden, dass zumindest ich angesichts dieser Kombination jedesmal Stielaugen kriege und sich sofort sozusagen priapische Gefühle einstellen. Weswegen ich auch so frei bin, ein paar entsprechende Bilder einzustellen.

Abgesehen davon habe ich einen Heidenrespekt vor dem, was KO da mit Kamp Konfidence auf die Beine gestellt hat. Das ist, so wie es sich im Web darstellt, aus dem Impetus heraus geboren, anderen Frauen und Mädchen zu helfen, um Selbstvertrauen zu erwerben beziehungsweise zurückzugewinnen und so zu verhindern, dass sie sich selbst verletzen, physisch wie psychisch. Und um ein Netzwerk aufzubauen, damit sich die Mädchen und Frauen gegenseitig helfen können. Und KO weiß aufgrund ihrer eigenen Biographie, von was sie da redet. Ich finde das gut, auch wenn ich persönlich mit dem ein oder anderen arg feministisch geprägten Zungenschlag hadere (aber das ist meine Ansicht - wenn's jemand anders sieht, geht das natürlich völlig in Ordnung: Nix, wofür man sich schämen müsste.  Und dass Frauen bei gleicher Leistung auch das gleiche Geld wie Männer verdienen sollten, ist ein Gebot der Gerechtigkeit - aber ich schweife ab...)

Muckis auch in der oberen Etage.
Was für ein fraglos starker Arm!
Und dazu der souveräne Blick!
Was ich bei den vermittelten Zielen sensationell gut finde, ist das hier: "Lachen: Wenn du über dich selber lachen kannst, setzt du sofort dem Ego einen Dämpfer auf. Das Leben ist dazu da Spaß zu haben und angenehm zu sein, und wir haben großen Einfluss darauf wie lustig und wie angenehm es ist." Das ist auch ein Grund,warum ich einige der Bilder ausgewählte habe - KO lacht auf unglaublich vielen davon. Und dieses Lachen ist etwas, was sie mit ihrer übrigen Ausstrahlung und natürlich zusammen mit ihrem Body und ihren Muckis so unwiderstehlich macht (soweit sich das aus der Distanz beurteilen lässt). Aber gehört eine solche Ausstrahlung, eine solche gesunde Sexyness nicht zu jeder Frau? Einer natürlich selbstbestimmt lebenden Frau?

Pump up the volume
and don't forget to laugh!
Sport ist fraglos enorm wichtig. Das und die Erkenntnis, dass beim Essen zwischen Genuss und Zwang Welten liegen, dass der Genuss die Seele streichelt, der Zwang sie aber foltert. Körperliches Selbstverständnis, Essverhalten und körperliches Training bei jungen Mädchen ins Lot zu bringen, das ist das Ziel solcher Veranstaltungen wie Kamp Konfidence.

So - eins habe ich noch: Es geht dabei auch ums Training der Kraft. Und um Bodybuilding. Und darum, dass Kortney Olsen einen unübersehbar muskulösen Body hat. Also: Wie weit darf Muskeltraining in den Fällen von jungen Frauen mit "bodydismorphen Störungen" gehen?

Erste Antwort: Für jeden Menschen soweit, wie es für die jeweilige Person gut ist und wie es diese tun will. Ich habe ja in den vergangenen zehn Jahren immer wieder über muskulöse Frauen geschrieben, für die das extreme körperliche Training die Abkehr von der Essstörung war. Und mäßiges, sorgsam betreutes Gewichtstraining sollte der Arzt wirklich allen jungen Leuten verordnen, zusammen mit so popeligen Tätigkeiten wie Gehen, Radfahren, Gartenumgraben, Rasenmähen und ähnlichem... ;-)

Lift and carry und wieder so, dass alle Beteiligten ihren
Spaß dabei haben.
Zweite Antwort: Das von mit so geliebte Frauen-Bodybuilding, wie es die Maedels mit den Super-Muckis ausüben, das ist nicht für alle die richtige Lösung. Wie auch? Super-Athleten waren in der Geschichte der Menschheit nie die Norm, sondern immer die Ausnahme. Und selbst diese Top-Sportler können ihren Best-Zustand immer nur temporär halten, aber selten auf Dauer: Wir werden alle einmal alt.Vielleicht sogar auch ich ...

Ketzerisch kann man aber in dem Zusammenhang fragen: Tauscht man bei der auf extremen Muskelzuwachs ausgelegten Art des Bodybuilding aber nicht ein extremes Körperbild durch ein anderes ein? Und treiben wir Fans manches Muskelmaedel nicht erst zum Äußersten, oder tut sie das selbst?

Fragen über Fragen ...

Bei den Beinen gäbe es auch bei mir eine
freie Taxifahrt nach der anderen ... 


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So, und seit einigen Tagen sinne ich darüber nach, wie ich jene Daten gerettet bekomme, die ich auf einer externen Platte liegen hatte - jener Platte, die vor einigen Tagen von einem Moment zum anderen den Geist aufgegeben hat und nix mehr tut (schluchz!). Klar hätte ich auslagern können und sollen, aber es ist nun mal so, dass ich das vor mir hergeschoben habe: Shit happens, wie es in der Neuen Welt so schön drastisch heißt. Die vielen Bilder ließen sich ja verschmerzen, ärgerlich wäre der Verlust all dessen, was ich in den vergangenen anderthalb Jahren so an Stories und Essays geschrieben habe. Aber mal sehen ...

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Nachtrag vom 6.4.2015:

Zu dem vorangegangenen Posting erreichte mich folgender Kommentar, den ich in Absprache mit dem Absender veröffentliche. Herzlich gern ist auch jeder andere eingeladen, seine Meinung zu sagen, dazu gibts die Kommentarfunktion. Eins in eigener Sache: Zur Zeit komme ich aus beruflichen Gründen nicht so zum Posten, wie ich das gern möchte. Nun der Leserkommentar:


Hallo. Ich(25) lese ja nun schon länger deinen blog und finde ihn auch sehr gut, auch wenn es meiner meinung nach öfters neue einträge geben könnte. Was ich dir aber mal sagen möchte,ist dass dieser faible für starke/durchtrainierte frauen keine randerscheinung mehr ist, oder zumindest stärker akzeptiert wird als du es dir vorstellst. Du berichtest ja gerne über alina popa (dir mir nicht so gefällt), warum aber richtest du dein augenmerk nicht mal vermehrt auf die sozialen netzwerke? Da gibt es so viele frauen über die man berichten kann. Dein vorletzter beitrag von julia vins ist da ja schon irgendwie ein alter hut. Guck ma nach georgina mc connell oder sana muslic. Das sind künftige stars. Paige hathaway hat über 2,5 millionen fans. Ich bin der meinung das es auch immer mehr junge mädels gibt die von dem modelwahn die schnauze voll haben und sich lieber an solchen frauen orientieren. So zumindest meine meinung. Ich will dir ja nicht vorschreiben worüber du was schreiben sollst, fände es aber gut wenn man vielleicht mal mehr auch von solchen frauen was liest und nicht immer nur von den weiblichen hardcore bodybuilder muskelbergen.

Sonntag, 22. Februar 2015

Julia Vins - ist sie der künftige
Star im Frauen-Muskelsport?


Wie gemacht für Doktor Schiwago oder so ...

Blickt man landauf,landab auf die Yellow Press, also die Klatschpresse, scheinen fast alle Vertreter der da tätigen Zunft immer noch im Zeitalter vor dem Internet sozialisiert worden zu sein und noch nie auf etwas anderes außerhalb des Mainstream geblickt, ja jemals davon gehört zu haben - und zudem auch noch ihr Publikum für superdoof zu halten. Wie anders ist es zu erklären, wie in diversen Beiträgen von nicht BB-relevanter Seite das Phänomen Julia Vins beschrieben wird? Also jener bildhübschen, blutjungen Russin, die neben ihrem engelhaften Gesicht mit den riesengroßen grünblauen Augen noch über den muskulösen Körper einer extrem starken Athletin verfügt.


Dieses Äußere stellen manche als sensationellen, nie gesehenen Kontrast dar. Hier das feenhafte Gesicht, gern auch mit "Barbie" verglichen. Und da der kraftvolle Body - ein für manchen überraschender, ja unvereinbarer Gegensatz. Immer noch. Klar, Sportarten wie Frauengewichtheben, Frauenpowerlifting oder Frauenbodybuilding sind ja auch was ganz Neues. Gibts erst seit gerade eben, lieber Leser, daher unsere Überraschung, die ihr bestimmt mit uns teilt. Deshalb werden dann Headlines wie diese hier gehäkelt (steht unter den zwei jetzt folgenden Fotos): 

39 cm Umfang - und das auch nur, weil das Maßband nicht
am höchsten Punkt ihres Bizeps anliegt: Dann wäre der Wert
sicher noch höher. Wow!



Und breit ist sie - auch ein schöner
Rücken kann entzücken...

Also, die angekündigte Artikelüberschrift: "Hier kommt Muskel-Barbie: Die 18-Jährige mit dem Gesicht einer Porzellan-Puppe und dem Körper von Hulk, die im Kreuzheben 400 Pfund bewältigt." (Im Original: "Meet Muscle Barbie: The 18-year-old with the face of a porcelain doll and the body of the HULK who can deadlift 400lbs." Nebenbei bemerkt, im englischen Original eine schauderhaft unpräzise Formulierung -- wer ist "who" und bewältigt hier die 400 Pfund, Muscle Barbie oder Der Unglaubliche Hulk?) 


Also, was stimmt, sind die Angaben zur Kraft
von Julia Vins: Nach meiner Rechnung macht
sie da Kniebeugen mit 175 Kilogramm ... 
Nun, liebe Yellow Press-Kollegen, die ihr Knüller oder noch besser Hypes aus etwas strickt, was keine sind, hier ein paar grundsätzliche Infos: Julia Vins ist eine Powerlifterin, also eine Kraftathletin, keine Frage, aber sie ist auch ein Teenager. Und damit war sie war sie noch nicht mal ein Funkeln in den Augen von ihrem Papa, als die Welt erstmals gebannt auf Maedels mit zielbewusst austrainierten Muckis starrte. 



Das begann Ende der 1970er Jahre, fürs Recherche-Heft: Googelt mal beim Stichwort "Powerlifting" nach Personen wie Joan Fruth oder Mary Jeffrey. Und beim Stichwort Female Bodybuilding" nach Namen wie Lisa Lyon, Candace Marie "Candy" Csencsits, Kay Baxter, Diana Dennis, Rachel McLish, Georgia Miller-Fudge oder Carla Dunlap. Diese und viele andere Maedels stehen am Anfang des - ich betone: modernen - Female Bodybuilding und zum Teil gleichzeitig auch des Female Powerlifting. Heißt: Es gab somit lange vor Julia Vins vorher schon muskulöse Ladies. Und nicht nur eine oder zwei, nein, Tausende davon. Und vor diesen waren schon andere Ladies da, die gezielt mit Gewichten trainierten. Kein Grund also, so ein Fass aufzumachen und unterschwellig den Eindruck zu erwecken versuchen, als hätte mit Julia Vins die erste Vertreterin des weiblichen Geschlechts sich ans Eisen gewagt und konsequent trainiert.

Schlichtweg ein Superarm!
Was wiederum nicht heißt, dass Julia Vins aus Engels in Russland nicht ein wunderschönes Gesicht hätte, das nicht nur die russische Filmindustrie Kopf stehen lassen sollte. 

Sie hat, ohne Zweifel. 

Auch ist sie zweifelsfrei außerordentlich stark und hat einen austrainierten, zudem kurvenreichen Mucki-Body, der für ein Maedel ihres Alters sehr eindrucksvoll ist. Und sie weiß Gesicht und Körper miteinander zu kombinieren und mit sexy-unschuldiger Miene in Szene zu setzen. Wer sich so in den einschlägigen Foren umhört bzw. dort liest, stellt fest, dass die ihr eigene Mischung aus wunderhübschem Teenager-Äußeren mit starken Muskeln entsprechend gut ankommt (auch wenn mancher Kommentar nachgerade schmierig wirkt - ey, die junge Lady ist am 21. Mai 1996 geboren, also noch 18 Jahre alt: Da kann man noch etwas Rücksicht nehmen mit dem, was man so schreibt. Finde zumindest ich alter Knacker. Aber wer bin ich?)  


Julia Vins hat, wenn sie denn am Eisen und im Sport bleiben sollte, das Potential, ein Model für die weibliche Muskelszene zu werden. Bei dem Äußeren halte ich es nur für eine Frage der Zeit, bis irgendjemand wenigstens mal bei ihr anklopft, um ihr Interesse daran festzustellen, sie aus - natürlich - finanziellem Interessen groß herauszubringen ... 


Sie ist sportlich wohl auch unter den Fittichen ihres Freundes (Modell russischer Bär, zirka zehn Jahre älter als sie). Und sie selber begründet ihr Tun aus ihrem eigenen Antrieb heraus, sieht das Ganze wohl zuallererst einmal reinweg sportlich.

Schluck!
Auf ihrer Website mit dem bezeichnend-schlichten Untertitel "Russian Pretty Powerlifter" liest sich das so: "Am Anfang setzte ich mir das Ziel, stärker zu werden, weil ich überhaupt kein Zutrauen zu mir selber hatte. Zuerst ging ich einfach ins Gym arbeitete ein Jahr lang ohne Programm. Und im September 2012 hatte ich die Chance, beim Powerlifting anzufangen. Und das Jahr war fruchtbar genug, was sportliche Fortschritte anbelangt. Ich fing an,in das Gym meiner neuen Schule zu gehen. Es gab nur einen Trainer für Powerlifting und Kettleball-Lifting. Ich  mochte Kettleball-Lifting nicht, weil ich einen harmonisch entwickelten Körper haben wollte. Und ich hatt einfach keine Wahl. Ich mache für mich selbst, was ich für für mich sehen will, und das ist mein Leben. Auch ist es unmöglich, es allen recht zu machen. Es wird immer Leute geben, die meine Wahl respektieren, oder einfach adäquat erklären, warum sie es nicht mögen, und unglücklicherweise, dass nichts im Leben leicht zu erreichen ist. Ich folge meinem Traum."



Na, dann wollen wir mal abwarten, was aus ihrem Traum wird. Zu gönnen wäre ihr natürlich alles, was sie sich zu erreichen wünscht. Aber die in der Überschrift zu diesem Beitrag gestellte Frage sei wiederholt: Die hübsche Russin aus dem Powerlifting - ist sie der künftige Star dieser Szene, also in der sozusagen weiblichen Welt des Eisensports, haben wir hier ein mögliches Vorbild, das junge Frauen zu diesem Sport und der damit verbundenen Körperausbildung bringt? Und damit auch womöglich zum Bodybuilding?

Julia Vins mit einer anderen osteuropäischen
Größe des Muskelsports - Nataliya Romahsko
    

Samstag, 7. Februar 2015

Wings Of Strength - der Anfang vom Wandel zum Guten?


San Antonio - klar, Hauptstadt des Bexar-County in Texas. Ein Ort mit einer einst auch starken deutschen Einwandererschaft. Heute kann man am River Walk von "Sa'Antone" eine köstliche Margarita (oder zwei, eine allein reicht nicht!) schlürfen und dazu, davor oder danach eine Portion herzhaftes Chili verputzen. Immerhin eine dieser nach dem heiligen Antonius von Padua benannten Stadt zugeschriebene kulinarische Erfindung, in welcher sich Amerikanisches und Mexikanisches prächtig verbinden, wie ja auch in der Tequila-basierten Margarita. 

Die Basketball-Fans kommen wegen der San Antonio Spurs, die immerhin im vergangenen Jahr die NBA-Meisterschaften für sich entschieden haben - zum fünften Mal. Die Freunde von Museen finden ihren "Stoff" in zig Einrichtungen wie dem McNay Art Museum bis hin zum doch eher rustikaleren Buckhorn Saloon & Museum; überhaupt gibts für Cowboy-Fans einiges rundherum zu erkunden. Historisch Interessierte werden sich zudem wohl den noch erhaltenen Überbleibseln der Alamo-Festung zuwenden, die als das Symbol der texanischen Revolution gilt (die übrigens vor ziemlich genau 180 Jahren begann).

Nun, die Rinderhirten und die Alamo-Kämpfer wie Davy Crockett dürften erstaunt ihre großen Hüte beziehungsweise ihre Pelzmützchen auf dem Kopf nach hinten rücken, sähen sie, was da für den Sommer 2015 angekündigt ist: "Wings of Strength" nennt sich das. Und es ist eine Show explizit auch und gerade für Bodybuilderinnen. Für Maedels mit wirklich ordentlich Muskeln.

Ist das damit ein Wandel hin zu dem Gedanken, dass über die Schiene eines solchen Sponsors die IFBB als  wichtigster BB-Verband den von Fans wie dem Unterzeichneten angebeteten "richtigen" Muskelmaedels ein Show- und Wettkampf-Refugium bietet? Bekanntermaßen hätte ja mancher IFBB-Funktionär die supermuskulösen Ladies lieber heute als morgen "draußen". Aber wenn es ein anderer macht und die ganze Sache organisiert und finanziert - so f... what? 

Immerhin fanden ja schon bei IFBB-Events solche Wings of Strength-Nummern statt. Etwa in Chicago, Tampa und Omaha. Aber es wird derzeit für San Antonio getrommelt. Von Sheila Bleck über Melody Spetko und Alina Popa (ist auch derzeit Werbefigur von Wings of Strength, siehe Screenshot unten) bis hin zu Emery Miller (die sich ja schon sehr explizit für eine eigene von Frauen geleitete FBB-Sache ausgesprochen hat).

Okay. Was steckt dahinter? Dazu ein Zitat von der natürlich schon vorhandenen Website wingsofstrength.net: "Die Gründer, Jake und Kristal Wood, lancierten Wings of Strength im Jahr 2011, um sicherzustellen, dass es hinlänglich Gelegenheiten zu Bühnenauftritten für Frauen gibt, um Bodybuilding Pro-Wettkämpfe auzutragen. Wings of Strength bemüht sich, alle Athletinnen zu unterstützen und alle Athletinnen, die an einer Wings of Strength Show teilnehmen. Wings of Strength ist derzeit der Flagship Sponsor [also der Sponsor, unter dessen Namen man die Veranstaltung vermarktet - mattmuscle] von zwei jährlich ausgetragenen Shows inklusive der Chicago Pro- und Tampa Pro-Shows. 2014 hat Wings of Strength auch die Omaha Pro gesponsert. Wings of Strength führt im Jahresverlauf auch Fitness Foto-Shootings und verkauft diese Fotos via Monatsmitgliederschaften auf www.wingsofstrength.net. 100% von den Erlösen dieser Website werden dazu reinvestiert, um landauf, landab Pros Shows zu sponsern."

2013 begrüßte man bei Wings of Strengths als Special Guests Muskelmaedels wie die sechsmalige Ms. Olympia, Cory Everson, und die achtmalige Ms. Olympia, Lenda Murray. 2014 waren dann die viermalige Ms. Olympia, Kim Chizevsky, und Lenda Murray Ehrengäste. Natürlich findet sich Wings of Strength bei Facebook, YouTube und Twitter.

Yes, well. Also alles ganz altruistisch? Klingt für meine teutonischen Ohren irgendwie unamerikanisch. Aber sei's drum: Vielleicht steckt hier ja die Chance, dass jemand außerhalb der IFBB sich um die bei diesem Verband missliebigen FBB-Wettkämpfe kümmert, die aber im Rahmen von IFBB-Turnieren veranstaltet werden. Vielleicht kann so das Wettkampf-Frauenbodybuilding überleben? Und wenn's so ist, dann kann damit auch der ein oder andere auch Geld verdienen. Meinen Segen hat er. 

Nun, es wäre dem Sport zu wünschen, ob nun mit oder ohne IFBB. Jedenfalls wäre ich im August gern in San Antonio - nur ist das damn far away und Texas so sheyzze groooooß... 


      

Freitag, 30. Januar 2015

Barbie with Biceps



Tja, mit Puppen habe ich nie in meinem Leben gespielt. Und 

Barbie

war etwas, über das wir uns als Jungen nur lächerlich gemacht haben. Inzwischen ist das alte Kunststoff-Mädchen auch schon ordentlich in die Jahre gekommen - Mitte 50 ist sie, da anno 1959 vom US-Spielzeughersteller Mattel eingeführt. Und wie so viele Amerikaner hat auch sie deutsche Vorfahren: Ihre Erfinderin hat sie im Großen und Ganzen von der "Lilli" abgekupfert, welche heute ein hochbezahlter Sammlergegenstand ist und ihr Dasein als Cartoon-Figur begann, ehe sie ab Mitte der 1950er Jahre von der Firma O & M Hausser im Auftrag der "Bild"-Zeitung als Puppe hergestellt vertrieben wurde - für Erwachsene.


Erwachsen sind nun diese Versionen von Barbie freilich auch. Sogar sehr: Muskeln, Muskeln über Muskeln! Hier kommt

Bodybuilding Barbie


Super-muskulös
Super-stark 
Super-sexy.
Das ideale Rollenmodell, um jede Feministin und jeden Gender-Forscher auf die Bäume zu jagen!

So hätte ich mir das auch gefallen lassen, das hätte meinen Geschmack klasse getroffen und mir ganz bestimmt zu einem sehr schweren Fall von Priapismus verholfen ...

Nun - bislang handelt es sich hierbei nicht um reales Spielzeug (genausowenig wie bei dem hier anno 2012 vorgestellten Fall), sondern um die Ergebnisse einer handwerklich sehr geschickt und versiert vorgenommenen Fotomanipulation. Der Schöpfer hat hier seinen Blog und zeigt hier an dieser Stelle seine Arbeiten. Er lebt im Web unter dem Künstlernamen "Area Orion" und ist einer der Spezialisten auf dem Gebiet des Photo Morphing. In unserem Fall geht es dabei um das hier bei muskelmaedels.blogspot schon mehrfach besprochene Unterfangen, Bodybuilderinnen per Bildbearbeitung so muskulös zu machen, wie es weder die Natur noch die Labore realiter je hinbekommen dürften. 

Sicher ein Fetisch der speziellen Art und nicht so ganz mein Fall: Bildbearbeitung ja, aber wenn sich auf den Armen Muskeln mit dem Gewicht und den Maßen einer Rinderhälfte türmen, dann isses für mich too much. Aber, wie immer im Leben: Geschmacksache. Und Area Orion ist jemand, der in Sachen Bildbearbeitung zu den wahrhaften Virtuosen und puncto Muskelmaedels zu den sehr engagierten Enthusiasten zählt, das ist unstrittig.   

Nun, für diese Fotomanipulation hat er am Computer Teile von anderen Fotos wie etwa He-Man-Figuren genommen und an das jeweilige Foto von Barbie gesetzt, zudem hat er ihre weiblichen Rundungen und im unteren Bild auch die Maße ihrer Oberschenkel bearbeitet. Und schlussendlich wurde alles noch so farb- und kontrastkorrigiert, dass es auch zusammenpasst. 


Das Resultat ist mit einem Augenzwinkern zu nehmen, als etwas, das die Welt nicht braucht, das aber jedem entsprechend gesonnenen Betrachter ein Grinsen ins Gesicht zaubert. Jetzt fehlt nur noch die passende, käuflich erwerbbare Puppe - ich wäre sehr gespannt, was das in zirka 20 Jahren für Auswirkungen auf die Mädels hätte, bei DEM Rollenmodell...

Man kann sich schon genau vorstellen, wie das dann mit Barbie und ihrem ewigen Freund, dem All American Boy Ken, ablaufen dürfte - hier ein Dialog, den sich ein User bei deviant.art ausgedacht hat (da gibt es, wie oben angegeben, mehr von Area Orion und auch ein paar Sachen von mir):

Ken: "Hey, Barbie, würdest du gern mit mir ausgehen?"
Barbie: "Tschuldige Ken, aber ich treffe mich nicht mit Jungs, die 25 Kilo leichter sind als ich."
Ken: "Tja ... kann ich dich dann wenigstens für eine Session buchen?"
Barbie: "?"





Montag, 26. Januar 2015

Etwas Kunschd mit Muskelmaedels


Ab und zu packt es mich und ich muss etwas machen, das im weitesten Sinne künstlerisch ist. So auch an diesem Abend. Herausgekommen ist dabei dieses Bild, das eine den regelmäßigen Lesern von muskelmaedels.blogspot bestens bekannte Dame mit dem passenden Beinamen "The Ripped Princess" zeigt - natürlich ist es Jana Linke-Sippl beim stolzen und zufriedenen Vorführen ihres wahrhaft göttlichen Bizeps-Muskels. Und weil's so schön ist, habe ich noch eine Lady mit superstarken Muckis, eine, die ich hier kaum vorzustellen brauche - Alina Popa. Vielleicht gefällt es? Kommentare sind natürlich erbeten, am liebsten wären mir freilich Hymnen!



Kleiner Nachtrag vom 29. Januar 2015: Eine hätte ich noch - eine, die früher für die alten Fans wie mich dank ihrer gigantischen Arme als Inbegriff eines Muskelmaedels und damit weiblicher Überlegenheit galt - Amelia Hernandez:


Nachtrag zum Nachtrag: Hier ein Bild mit einer doch sehr jugendlichen Alina Popa, die als Grundlage dienende Fotografie entstand vor sieben, acht Jahren -- lang, lang ist es her:


Samstag, 17. Januar 2015

Das Internet und seine Folgen
für die Welt der Muskelmaedels

Wieviele Einträge gibt's zum Thema
"Female Bodybuilding" im Internet?

"About 5,630,000 results (0.32 seconds)" - so lautete die Auskunft der Quelle allen Halbwissens, nachdem ich die Suchmaschine mit den Worten "Female Bodybuilding" gefüttert hatte. Und ähnlich hoch fielen die Quoten aus, als ich mal die Namen diverser, völlig willkürlich ausgewählter, "aktueller" und "gestriger" Muskelmaedels ausprobierte:


- Iris  Kyle: "About 3,880,000 results (0.38 seconds)"
- Alina Popa: "About 646,000 results" (0.34 seconds)"
- Denise Masino: "About 432,000 results (0.33 seconds)"
- Kay Baxter: "About 1,220,000 results (0.33 seconds)" 
- Rachel McLish: "About 124,000 results (0.52 seconds)"

Und selbst wenn man mal weniger bekannte Namen eingab, lagen die Quoten so gut wie immer im fünfstelligen Bereich. Natürlich muss man das bereinigt sehen, es gibt ja beispielsweise mehr als nur eine Frau auf der Welt namens "Alina Popa" und sicher noch weit mehr Personen, in deren Namen zumindest "Alina" und "Popa" vorkommen. All das eingerechnet und mit bedacht, bleibt eine Sache unstrittig: Das Web hat zu einer echten Flut an Bild- und Text-Material zum Thema Frauenbodybuilding und muskulöser Frauen geführt.

Alina Popa und die Ergebnisse in der
Suchmaschine: "About 646,000 results" (0.34 seconds)"

Mancher fragt sich nun, was die Quintessenz dieses Zahlenspielchens ist und wie der Unterzeichnete überhaupt auf diese Idee gekommen ist. Ganz einfach: Neulich, beim Aufräumen, trug ich auch die in der Wohnung verstreuten Ausgaben von meinen Zeitschriften zusammen, darunter auch Publikationen  wie "Women's Physique World" (als "WPW bekannt), um die ganze Hefte zu sortieren und wieder in ihren Holzordnern aus dem schwedischen Einrichtungshaus zu verstauen. Gelegentlich bin ich ja ordentlich. Und dabei fing ich auch an, darüber nachzudenken und mich zu erinnern, wie das denn eigentlich war, als es noch KEIN Internet gegeben hat.

Was also taten Fans wie ich?
Klar, man ging ins Fitnessstudio. Sogar recht lange und ziemlich intensiv.

Aber das war eher eine Chance, etwas für sich zu tun und zudem nette Menschen zu treffen.
Ab und zu erspähte man dann auch mal eine Bodybuilderin, aber die waren recht dünn gesät.
Generelle Infos zum Thema Muskelmaedels?
Hintergründe, Biographisches, Fotos, Filme?

Fehlanzeige.

Was blieb, war die gute alte Recherche: 
Man spähte nach jedem Informationsfitzelchen zum Thema Muskelmaedels aus. Sei es in ganz normalen Monatszeitschriften, sei es in einschlägigen Fachzeitschriften. Es gab damals auch immer wieder Versuche, etwas Entsprechendes auf Deutsch aufzuziehen, aber die - zumindest zeitweise -  erfolgreichen und dominierenden Blätter kamen aus den USA, also solche wie "WPW", "Female Bodybuilding" und weniger bekannte wie "Lady Athlete" und andere. Da gab es nur ein Problem. Nämlich den Bezug dieser Journale. Denn nicht jeder Kiosk bot diese Blätter feil, nicht jeder überregionale Zeitschriftenvertrieb hatte sie in seinem Sortiment. Und nicht jede Übersee-Bestellung führte auch tatsächlich zum gewünschten Erfolg.

Heute gesucht: Schwarzweiß-Hefte wie
"The Women's Physique Publication",
zum Teil auf erstklassigem Hochglanz-
Papier gedruckt und voller guter
Fotos und biographischer Stories.

Also hieß es erstmal jeden Monat aufs Neue, auf die Suche zu gehen. Mit der Zeit bekam man dann raus, welcher Zeitschriftenhändler was anbot - zum Teil fanden sich diese garantiert jugendfreien Blätter wie "Women's Physique World" zeitweise sogar in Sex-Shops, da sie der ein oder andere auf Erotica spezialisierte Zeitschriftenvertrieb ins Sortiment genommen hatte. Und vor gut 25 Jahren spezialisierten sich auch einige Zeitschriftenvertriebe darauf, vor allem amerikanische Magazine zu importieren und sie dann im Abo anzubieten. Natürlich zu einem Sündpreis, weil da ja jede Menge Zusatzkosten anfielen. Eine gute Idee, die sich aber nicht gerechnet hat: Ich gehörte auch zu den Kunden und kann mich noch daran erinnern, wie oft ich nachsetzen musste, um auch tatsächlich die jeweils neueste Ausgabe meiner Zeitschrift zu bekommen. Manches wütende Gespräch entzündete sich auch daran, dass die jeweilige Ausgabe nicht genau zum Quartal hin erschienen war, sondern aus heftinternen Gründen verzögert herauskam - das gibt es auch heute noch, wie ich inzwischen aus eigenem beruflich-praktischen Tun nur zu genau weiß.




Über 30 Jahre her: Im Herbst 1984 kam
die erste Ausgabe von WPW an den Kiosk.
Dies war die wohl wichtigste Zeitschrift
zum Frauenbodybuilding.


Nun, der Kiosk-Kauf hatte noch ein anderes Problem: Wer auswärts wohnte, musste erstmal hinkommen zu dem Laden, der auch eher wenige gefragte, ausländische Blätter anbot. Und dann war da immer das Problem der Peinlichkeit - nämlich die hochgezogenen Augenbrauen beim Verkäufer, so nach dem Motto "So was interessiert Sie? Was sind Sie denn für einer?" Ganz zu schweigen von der Angst, die mancher damals hatte, dass unter Umständen mal ein Kollege oder Bekannter justament in den Laden schneite, wenn man mit einer Zeitschrift über Frauenbodybuilding an der Kasse stand: Für die Masse der älteren Fans war (ist?) ihr Faible ja bis heute ein Thema, das sie nur ungern an die große Glocke hängen. Aller gepredigten Toleranz zum Trotz besteht da einfach immer noch die weithin irrationale Angst vor dem Lächerlich-Gemacht-Werden. 



Fotos wie diese der super-muskulösen Paula Bircumshaw
waren das, hinter dem ich herhechelte - und das, was
manchem anderen nur Angst einjagte.


Noch umständlicher wurde es für den, der dann über die ja noch einigermaßen einfach zu beschaffenden amerikanischen Zeitschriften hinaus Material wollte. Also Fotos, gern mit Autogramm. Oder Filme, ob nun vom Training oder mit fiktiver Action-Handlung. Und Comics und ähnliches mehr. Wen es nach derlei verlangte, der musste Kleinanzeigen studieren, die sich zum Teil an so unerwarteten Plätzen wie in Hightech-Fotozeitschriften fanden. Und natürlich auch in den Underground-Blättern rund ums Wrestling - da gab es dann auch Werbeanzeigen für solche Comics und Action-Filme, in denen starke, sparsam bekleidete Amazonen so manchen Mann genussvoll vertrimmten...



So etwas gab es natürlich schon vor der Internet-Welle
der vergangenen zwei Jahrzehnte - aber der
eigentliche Boom ist meiner Ansicht nach vom
Web ausgelöst worden.


Nun, da hat das Internet vieles geändert. Niemand muss mehr raus. Niemand muss mehr umständlich suchen. Niemand muss Kopfstände machen, um in Kontakt mit den Athletinnen und anderen Gleichgesinnten zu kommen (mal über den Besuch eines Fitnessstudios hinausgehend). Und glaubt man den oben genannten Google-Zahlen (respektive den um Dopplungen und nicht Zutreffendes bereinigten Werten, falls denn jemand mal diese Arbeit durchführen wollte), dann gibt es zur Zeit einen Boom beim Thema Muskelmaedels.

Gibt es den?

Hm.

Was es gibt: Es sind im Lauf der Jahre zig Foren entstanden, bei denen sich die Fans in meist anonymisierter Weise austauschen konnten. Und es haben sich Plattformen entwickelt, wo diejenigen Ladies, die das wollen, auf Temine hinweisen, an denen man sich mit ihnen gegen Entrichtung von Barem treffen kann. Auch wird über das Thema des mit Begriffen wie Crato- und Sthenolagnia belegten sexuellen Fetischs offen diskutiert, auch haben sich längst Anbieter darauf verlegt, diese Interessen mehr oder minder professionell zu befriedigen. Und längst schon findet auch das fast nur noch im Web statt - wer ordert heute noch DVD's oder garVHS-Kassetten (ich habe noch welche ...)?


Female Muscle Worship - das ist
in der"Szene" längst etabliert ...

Um es auf den Punkt zu bringen: Ich behaupte, dass das Internet hier erst zur endgültigen Ausprägung dieser Art von Interesse beigetragen hat. Vorher hat sich da jeder Interessent als "Ich bin der Einzige" gefühlt. Der Nachschub an Text und Bild war schwierig. Entsprechend konnte sich das nicht entwickeln, da die auch für einen solchen Fetisch notwendige "Befruchtung" seitens anderer "Opfer" gefehlt hat. Heute ist alles nur den einen berühmten Mausklick weit entfernt; Filmchen gibt es in den einschlägigen Videoportalen en masse, Fotos in nicht mehr überblickbarer Weise über die sozialen Netzwerke - "Selfie" heißt das Zauberwort dank der epidemischen Verbreitung von Smartphone, Tablet und Co. Wünsche wie etwa die heute fast schon problemlos umsetzbare Teilnahme an einer "Muscle Worship Session" (zumindest, was das Angebot angeht), waren vor gut 20 Jahren für viele schlicht undenkbar, das scheiterte ja schon an der Kontaktaufnahme.

Aber gibt es deswegen MEHR Muskelmaedels?
Ja und nein.
 
Selfies sind inzwischen allgegenwärtig - natürlich macht
diese seit gut zwei, drei Jahren um sich greifende Modewelle
des Eigenportraits nicht vor den Muskelmaedels halt.
Die Fans freut es --- bei solchen Motiven ...


Die Verbände tun derzeit das Ihrige, um die Diziplinen für richtig muskulöse Frauen zurückzudrängen - alles unter der Prämisse, das große Publikum wolle derlei nicht. Und mit dem Problem, dass man die kleinere Klientel
vergrault, die das sehr wohl wollte und will. Und mit dem zweiten Problem, dass dieses Vorgehen natürlich den sportlichen Interessen von den vielen Ladies nicht gerecht wird, die einfach in Sachen Muskeln das Machbare ausreizen und das Ergebnis dann auf der Bühne im Wettkampf präsentieren wollen. Inzwischen hat sich das mit den ganzen Klassen von Bikini über Fitness bis hin zu Physique derart verästelt, dass zumindest ich den Überblick verloren habe. Früher gab es Bodybuilding, da traten dann in den Frauenklassen die entsprechend austrainierten Ladies an, und gut. Sprich: Geht es nach den Verbänden, dann sollen die supermuskulösen Maedels weniger werden, während man die anderen auf diverse Klassen verteilt. Das versucht man entsprechend zu steuern.

Längst ein eigenes Feld:
Muskelmaedels im Comic,
hier eine alte Zeichnung
von "Satin Steele", gezeichnet
von D.C. Matthews.
In diesem Feld gibt es
eine enorme Kreativität,
die sich meist in einem
Markt von Privat an Privat
niederschlägt - auch das
dank des Internet.


Was es aber sicher mehr gibt, sind trainierte Frauen, denen man einen muskulösen Körperbau ansieht. Auch wenn der meinetwegen nicht ganz so voluminös ist wie etwa der einer Anne Freitas oder einer Aleesha Young. Längst haben sich Slogans wie "Strong is the new Skinny" etabliert, längst gehört es weithin zum guten Ton, fit zu sein, fit in einer Weise, die man auch an Körperbau und Muskeltonus erkennt. Längst haben sich auch neue Sportarten etabliert, die Elemente von Althergebrachtem wie Turnen und Gmynastik mit Aerobem und Anaerobem vereinigen, "Crossfit" lautet einer der Oberbegriffe. Also: Unter dem Strich gibt es sicher mehr muskulöse Frauen, solche, die vor fünfundzwanzig Jahren aufgefallen wären und heute kein Erstaunen mehr erzeugen. 


Und die extrem muskulösen Ladies? 
Die sind immer noch da. Und es wird sie immer geben, einen Fortbestand unseres Lebensstils vorausgesetzt. Das ist nun einmal in der Welt. Und somit wird es auch immer Frauen geben, die in diese Richtung gehen wollen. Die gesellschaftliche Akzeptanz (also jenseits der in den Verbänden)? Hm. Ich würde sagen, die Leute staunen zwar immer noch, manche reden auch immer noch von "Mannweibern" und ähnlichem, aber der Rest hat sich schlichtweg dran gewöhnt.

Derzeit eine der Bodybuilderinnen, die in Sachen
weiblicher Muskulosität die Grenzen des
Machbaren auslotet: Aleesha Young.


Alles das macht es einfacher. Die Folge ist klar.

Sprich: Die Verfügbarkeit von Bildern und Infos ist vieeeeeel besser.
Macht es das auch spannender, reizvoller, schöner?
Beliebigkeit ist doch mit Langeweile gekoppelt, oder? Einerseits.
Andererseits, es gibt auch dank der ganzen Kamera-Neu- und Weiterentwicklungen auch jede Menge neuer Bildmotive, die ich so vor zwei, drei Jahrzehnten nicht zu sehen bekommen habe und mit dem ich leicht augenzwinkernd, aber absolut begeistert schließen möchte - siehe jetzt:  




Auch ein schöner Hintern kann entzücken ...