Sonntag, 30. März 2014

Shannon Courtney, das Smartphone, das Selbsportrait und die Super-Bizeps

Lady in Red mit einem Super-Bizeps, der nach Öl lechzt!
Neue Wörter braucht das Land - hier hätten wir eins, das seit einigen Wochen vergleichsweise epidemisch um sich zu greifen scheint: "Selfie" heißt der fröhlich klingende Terminus und bezeichnet bekanntlich nichts anderes als die mittels des schlauen Handfernsprechers (oder was heißt "Smartphone" eigentlich auf Deutsch?) erstellten Selbstportraits. Und das hat zur Folge, dass sich auch die Besitzerinnen solcher superduper-Arme für die Ewigkeit (eine kleine zumindest) selber ablichten und auf die berühmte Platte oder besser den Speicherchip bannen.

Diese Muskeln sind zu prall, um sich von
einem normalen Shirt erfassen zu lassen ...

Vor knapp zwo Jahren gab es hier schon mal unter der Überschrift "Muskeln per Handy" etwas zu diesem Thema zu lesen - damals einfach als Hinweis darauf, dass in den den sozialen Netzwerken immer mehr Eigenportraits von Muskelmaedels auftauchen. Das damals alles noch unter der Prämisse, dass die Qualität der per Hand erzeugten Bilder oft arg schlecht sei. Nun, die Kameratechnik hat sich seitdem rasant verbessert, es gibt inzwischen sogar kleine Aufsetzopbjektive fürs Smartphone. Mal abwarten, wann die ausgewachsene, große Kamera komplett erledigt sein wird ... 
 
Das ist doch die Höhe, dieser Bizeps!

Nun, inzwischen hat sich das also zu einem auch im Mainstream-gemäßen Denglisch per neuem Fremdwort festgesetzt, zumal es auch immer noch eine Methode für alle Personen mit ungeniert zu offenbarendem Narzissmus ist. Und wer, wenn nicht Bodybuilderinnen, haben den Drang zur Selbstpräsentation? Das ergibt sich doch schon aus der Kombination zweier Begriffe, nämlich:

- "Frau" 
     jede will sich mal vorführen, will Prinzessin sein und von den Prinzen bewundert werden -
und 
- "muskulöser Body"
     auch ein solcher ist nicht nur dazu da, um stark zu sein, sondern um bei jeder sich bietenden Gelegenheit hergezeigt zu werden und bei den Betrachtern Gefühle wie Neid und Erregung zu erzeugen. 
Okay, okay -- ich werfe ja schon den Fünfer in die Chauvi-Kasse!

Shannon Courtney.

Und irgendwie ist es ja auch charmant, vor allem, wenn die "Selfie"-Artistin jemand ist wie Shannon Courtney. Das ist die aus dem kalifornischen Ort Tracy stammende und im nahebei gelegenen Oakdale lebende, mit knapp 1,59 Metern Körpergröße eher zierlich gewachsene Blondine mit den Eiswürfelaugen und jenem Gesicht, an dem nach klassischer Proportionslehre nichts stimmt, Nase zu lang, Kinn zu spitz, Augen zu groß und mit ganz leichtem Silberblick --- habe ich schon gesagt, dass das in der hier vorliegenden Mischung zu einem schlicht umwerfend-attraktivem Ergebnis geführt hat? 



Na, geht da noch was?

Das auch deshalb, weil die Besitzerin dieses Gesichts gern beim Fotografieren grimassiert, wobei sie kulleräugig, schmollmündig und augenbrauenhochziehend mit der Kamera spielt. Und vor allem anderen, weil diese junge Dame noch vor einigen Jahren als Langstrecken-Läuferin unterwegs war, ehe sie dann den sportlichen Kurs hin zum Bodybuilding wechselte. Und das mit aller Entschiedenheit - das sind fraglos zwei der derzeit besten Oberarme in der Szene; ihre Oberschenkel spiegeln wider, was die Abfolge jahrelanges Langlaufen gefolgt von Eisenpumpen für atemberaubende Folgen hat:


Muskelpaket - da erklärt sich der Sinn dieses Wortes!

Längst gilt sie als Shooting Star der Muskelmaedel-Szene. Fachleute wie Steve Wennerstrom phrophezeien ihr eine große sportliche Karriere (falls ihr Interesse an diesem Sport dauerhaft sein sollte). Infolgedessen verfügt sie nun über derart gewaltig ausgeprägte, ungeniert präsentierte Muskeln, angesichts derer solche wie ich und wahrscheinlich mancher andere Leser von muskelmaedels.blogspot.de hechelnd auf dem Bauch hinter ihr her kriechen würden, wenn man denn zum Lohn mal ihrem Superbody mit diesen schlichtweg titanischen Oberschenkelgebirgen, diesem extrabreiten Rücken-Delta, diesen hoch aufragenden Bizepshügeln und dieser prallen Popo-Provokation ölenderweise seine Bewunderung und seinen Tribut zollen dürfte ...

 
Breit gereckt und mit vollem Pump ...

Jedenfalls ist die junge Mutter (ja, das ist sie auch - es gibt ein ganz entzückendes Bild von ihr und ihrem Nachwuchs!) jemand, der gern auf diese Weise seine jeweilige Form vorführt, durchaus selbstverliebt und daher um so anziehender diese mächtigen Bizeps vorführt - gerade die Guns sind das, worauf sie wohl besonders stolz ist. Und der ungeniert-selbstverliebte Touch kommt vor allem bei den Bildern so richtig zum Tragen, die sie etwa in der Umkleide vorm Spiegel gemacht hat, noch in kunterbunten Trainingsklamotten steckend. Unter solchen Bedinungen vermitteln viele Selfies von Muskelmaedels ja auch gern den Eindruck, der Betrachter habe gerade eine voyeuristisches Erlebnis und beobachte die starke Lady beim Posieren in einem von ihr unbemerkten und daher um so intimeren Moment --- Technik macht's möglich...

"Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat
den stärksten Arm im ganzen Land?"

Aber wozu all die tiefschürfenden Gedanken darüber, inwieweit Technik Intimität zu Öffentlickeit verwandelt und inwieweit jeder Sich-Selbst-Fotografierende sich selbst in solchen Momenten inszeniert und wo denn dann die wirklich privaten Momente abgeblieben sind? Genießen wir einfach den Anblick dieser umwerfend-attraktiven Frau mit diesem super-athletischen Körper und den anbetungswürdigen ausgebildeten Armmuskeln, die sie so unübersehbar gern und damit zumindest für mich super-sexy vorführt ...  


Und zum Schluss noch einmal ein "Wow"!
        

Freitag, 28. März 2014

Muscles in Red ... eine Shortstory


In aufgrund ihrer Größe unübersehbarer, ja obszön aufreizender Prallheit pressten ihre Brüste sich gegen die glänzende rotstoffige Bespannung. Stolz stand sie da, voller sexueller Eroberungslust gepaart mit einer unüberwindlichen Kraft.

Einer Kraft, die sich in ihren von mahagonifarbener Haut überzogenen Muskelpaketen offenbarte. In steiler Schräge strebten die Hügel ihrer Nackenmuskeln aufwärts, halbkugelig spannte sich in perfekter Symmetrie das Gewölbe ihrer Schulterpartie über ihren mächtigen Armen, die von selbstbewusst-lustbetonter Überlegenheit ihrerseits und von schmerzhaft-erregender Furcht vor der unausweichlichen Niederlage beim Betrachter kündete, von der Angst und der Erwartung an das Ihr-Willenlos-Ausgeliefert-Sein. Die Muskeln ihrer Schenkel spielten bei jeder noch so leisen Bewegung, änderten die Form, grenzten sich in klar ausgeprägter Form voneinander ab, wölbten sich als Ausweis ihrer Kraft wie stählern-straffen in von kaum einer Hand fassbarer Weise, vibrierten wie die Trossen einer Hängebrücke, während ihre Waden augrund hochhackigen Trägerwerks in felsig-kantiger Kontur zu erstarren schienen und dabei eine Härte demonstrierten, die einer Versteinerung gleichkam.

Sie drehte und wendete ihren Körper, so dass sich das rote glänzende und in seiner Bemessung höchst unzulängliche Bekleidungsmaterial jedes Mal aufs Neue in anderer Weise über seiner Trägerin arrangierte. Noch enger freilich spannte sich das ölglänzende, warme glatte Braun ihrer Haut, betonte das durch vielfachen Sieg ihres Wollens über den Schmerz des Sich-Ertüchtigens und über die Nachlässigkeit des Nichtstuns gewölbte, gehärtete, gestraffte Fleisch und dessen ihm innewohnende Unbesiegbarkeit. Eine Unbesiegbarkeit, die ihr körperliches Behagen bereitete und ihre Wollust anstachelte, sie wieder einmal an einem der vielen staunenden Schwächlinge des anderen Geschlechtes auszuprobieren und dabei diesen zu beschämen und zu erniedrigen und zu erregen, auf dass er ihr ...


... ja was?

Das verriet sie nicht. Sie hüllte sich vielsagend in Schweigen, schenkte ihm ein strahlendes Lächeln, fixierte ihn aber offenen, direkten Blickes mit ihren schwarzen Augen, genau wissend, dass die Phantasie ihres Auserkorenen für die angestrebten Reaktionen sorgen werde – für einen unsteten, überall hinschweifenden und doch zu ihr zurückkehrenden Blick, jedes Mal neue Zeugnisse ihrer strotzenden Körperlichkeit, ihrer urweltlichen anmutenden Kraft, ihrer alles demonstrativ-provokant dargebotenen Sexualität entdeckend. Sie wusste genau, was sie bei ihm auslöste. Ein zittriges Geräusper beim Versuch des Sprechens, flatternde Hände und zittrige Finger, deren vorsichtig-sacht tastende Spitzen von seiner Furcht kündeten und eine angenehme Kühle auf dem öligen Warm ihres strammen Muskelleibes erzeugten.

Hach, allein der Gedanke, ihn die Kraft ihrer Hände spüren zu lassen, ihn mit wohltuend langsam-lässigem Genuss zu Boden zu zwingen, ihm als Signal seiner Niederlage den Blick auf die infolge ihrer angewinkelten Arme sich zu gipfeliger Kontur in die Höhe reckenden Bizeps-Muskeln aufzunötigen, ihn besiegt und zu keinerlei Widerstand mehr fähig unter sich zu wissen, gebändigt von den nur ihrem Willen folgenden, ihn gefügig pressenden Oberschenkeln, sich um spannend und straffend und dabei mit voll kalkuliertem Bewusstsein für den dramatischen Effekt wölbend. Dann sich auf ihn zu grätschen, direkt vor seinem Kinn und ihm eine Prise jenes Odeurs schenkend, das ihn ihr endgültig untertan machen würde ...


Sie lächelte, sich aller ihrer körperlichen Vorzüge ebenso bewusst wie seiner Ängste und ihrer daraus nur umso mehr gesteigerten Lust ...

*****************
So, dies als erneuten Beleg dafür, zu welchen
Gedanken sich der Geist des Verfassers infolge
anregenden Bilderwerks versteigt. Und dies nun
als Geschenk an alle jene in den Weiten dieses
virtuellen Universums, die sich ebenfalls
an derlei ergötzen ...

Dienstag, 25. März 2014

Kortney Olson und die Moralapostel




Reden wir mal über KO. Wen? Nun, Kortney Olson, die Frau, die ihre tätowierten Initialen unübersehbar außen auf der rechten Schulter trägt. Jene schwarzhaarige Wucht, die vor einigen Jahren via Youtube auftauchte und da Schmoes wie mich sofort durch ihre Sexyness ebenso in Bann zog wie durch ihre dauernd wechselnden Frisuren, ihren Hang zu schrägem, leicht punkigem Äußeren und natürlich ihre imposanten, prallen, mit Natural-Training gebuildeten Muckis, die sie voller Stolz und Sinnlichkeit vorführte. Sei es, indem sie irgendwelche Kerle mit schwellendem Bizeps beim Armdrücken besiegte, sei es, dass sie diese hernach in die Schere ihrer warmen, harten, straffen Beine nahm und die Jungs verspottete, sei es, dass sie mit anderen Damen spielte, sei es, dass sie bei all dem so mit der Kamera agierte, dass man sofort anfing zu träumen?



Genau diese Lady sah sich vor einigen Monaten in einen "Skandal" verwickelt, angesichts dessen man sich fragt, ob in manchen Teilen der Welt immer noch Queen Victoria und ihre antiquierte Moral regieren.




Der Sachverhalt: KO wanderte irgendwann vom Westen der USA nach Australien aus. Dort heiretete sie einen Mann namens David May, 13 Jahre älter als sie und Boss des Rugby-Teams Titans aus Gold Coast in Queensland.Und weil KO neben allem anderen auch eine erfahrene Trainerin ist, übertrug ihr May auch das Training der Unter-20-Jährigen.


Das hätte er seinem Seelenfrieden zuliebe besser gelassen.
Zumindest, wenn es nach einigen Moralaposteln gegangen wäre. 

Denn unter Verweis auf die Statuten ihres Clubs und dessen Anforderungen nach moralischer Sauberkeit buddelten und fanden sie --- KO's ach so anstößige Vergangenheit mit Schmuddelfilmchen und überhaupt allerlei Schamlosigkeit in Wort und Bild. Alles fraglos ganz einmalig und ein nie gesehener Verstoß gegen die guten Sitten - nämlich dann, wenn man die vergangenen fünf Jahrzehnte unter einer gegen alle äußeren Einflüsse dicht abgeschirmten Glocke gelebt hat. Jedenfalls veranlasste dies die selbsternannten Hüter der Moral dazu, dass sie KO als unpassend für diesen Job bezeichneten und ihrem Gatten Vetternwirtschaft unterstellten.



Nun, und was sagt die Betroffene?

Sie schildert ihr Leben, und da kommt dann zuerst Mitleid und dann Bewunderung auf: Von Missbrauch spricht sie und von jahrelangem Drogenkonsum, einem Sumpf, aus dem sie sich dann selber herausgezogen hat. Natürlich hat sie die erwähnten Filme gedreht, aber da hat man schon weit Schlimmeres auf dem Mobiltelefon manches Teenagers gefunden. Zumal sie zu diesen Filmen steht, aber auch klar sagt, dass sie mit dieser Periode ihres Lebens abgeschlossen hat: "Ich schäme und ärgere mich nicht über das, was ich getan habe. Es ist Teil meiner Lernerfahrung und hat mich mit zu dem gemacht, was ich heute bin. Alles, was ich tun kann, und ich will das tun, ist, andere zu betreuen, die sich denselben Qualen ausgesetzt sehen."


Die ganze moralinsaure Hysterie war zumindest in dem Punkt überflüssig, da KO (die die Arbeit mit den Jugendlichen für außerordentlich wichtig hält) keine Gage für den avisierten Auftrag empfangen sollte, sondern lediglich als "volunteer", also ehrenamtlich, tätig sein sollte ...




Ihr Mann ist jedenfalls stolz auf seine Frau, sagt, er bewundere, wie sie in ihrer Vergangenheit mit Schicksalsschlägen wie Vergewaltigung und Sucht umgegangen sei. Sie wiederum sagt, er sei ihr Schutzengel. Und das, scheint mir, ist dann auch die einzig richtige Ansage: Was der Club in seinen Statuten zu einwandfreiem Betragen stehen hat, stammt aus einer anderen Zeit und sollte wegen seiner Verlogenheit auch dort bleiben. Meine Meinung.

Und meine Meinung ist auch: KO ist eine außerordentlich sexy Frau mit tollen Muckis, die ich mir immer wieder gern ansehe ...





************************

So. Habe zur Zeit etwas Gesundheitliches (nicht lebensbedrohlich, aber einschränkend) wegzustecken, weswegen ich hier nicht immer so kann, wie ich will. Manchmal ist es so im Leben - aber ich will und werde versuchen, den Blog fortzuführen.



  

Sonntag, 26. Januar 2014

Studie zu jungen Frauen zeigt:
Bist du zu dünn, bist du zu schwach

Was im Alter noch gehen kann, zeigt die Schwedin
Wanja Sjödin mit ihren über siebzig Lenzen.
Die beigefügten Fotos zeigen unter anderem auch zwei unübersehbar alte Ladies, die eine augenscheinlich fitter als Turnvater Jahn zu seinen besten Zeiten, die andere weit über siebzig Jahre alt, aber im Besitz starker und praller Muskeln, speziell an den Armen. Man könnte nun vermuten, dass ich nun den Beleg dafür antrete, dass die jetzt lebenden Frauen mit zunehmendem Alter immer fitter, stärker und muskulöser werden - das mag bei der älteren Generation zutreffen, aber es ist nicht der Fall bei den jungen. Das zeigte eine vor gut einem Jahr hier zitierte und damit halbwegs aktuelle Studie von Dr. Grant Tomkinson, University of Soouth Australia. Seinen Untersuchungen zufolge sind die jungen Frauen heute im Schnitt um acht bis zehn Prozent schwächer als ihre Mütter und Großmütter. Die Studie bezieht sich auf Länder der westlichen Welt.

Gründe?

Einmal der Trend zu dünn und noch dünner (was übrigens den meisten Männern NICHT gefällt). Also wird zu wenig gegessen und sich zu wenig bewegt. Wobei aber das Dünnerwerden nur das Ideal ist - das tatsächliche Gewicht hat der Studie zufolge sogar zugenommen. Das zu wenig Bewegung zu gesundheitlichen Problemen führt, von denen Rückenprobleme noch die mildesten sind, das nehmen viele Mädchen in Kauf. Und bloß kein Hanteltraining, davon, so das unausrottbare Klischee, bekomme man Muskelberge. Etwas, das selbst Olympionikinnen bei ihrem ersten Kontakt zum Eisen von sich geben.

Laut der Studie fängt das schon in der Schule an. Körperliche Betätigung führt mitunter zu Schwitzen, das gilt als unweiblich - eine Ansicht, die direkt aus dem Bürgertum des Viktorianismus zu stammen scheint. Zudem mangelt es an entsprechend ausgebildeten Lehrern der ersten Klassenstufen. Und so gibt es laut der Studie immer mehr Kinder, die keinen Purzelbaum schlagen, keinen Ball werfen oder schlagen, nicht richtig laufen und springen können - geschweige denn das hier:

Da kann man einfach nur Resepekt bekunden und sich
diese Fitness als Vorbild nehmen. Und von wegen
Muskelpakete - die Lady ist offensichtlich
alt, aber fit und zudem auch gertenschlank!

Dies untermauern die Ergebnisse einer anderen Studie von 2008: Dr. Sandercock, Fachmann für Sportwissenschaften an der Essex-University führte eine Untersuchung an 315 Zehnjährigen aus Essex durch und verglich die ermittelten Leistungen mit den Resultaten diverser Fitnesstests, die man mit Zehnjährigen anno 1998 durchgeführt hatte. Trauriges Ergebnis: Die Kinder von 2008 schnitten in allen Belangen schlechter ab. Sie schafften bloß zwei Drittel der Situp-Menge, die zwanzig Jahre zuvor von ihren damals Gleichaltrigen hingelegt wurde. Ihre Armkraft sei, so Sandercock, um sechsundzwanzig Prozent und ihre Griffkraft um sieben Prozent gefallen.

Und nochmals Wanja Sjödin - hier mit zweiundsiebzig
Jahren und neiderregenden Armen!

Insgesamt wird diesen Studien zufolge auch zu wenig Protein gegessen, mit den entsprechenden Folgen für den Stoffwechsel und damit die Zusammensetzung und den Aufbau der Muskulatur. Auch sinke die körperliche Betätigung. Klingt wie ein alter Hut - ist aber keiner, wenn man bedenkt, dass immer mehr Leute vorm Rechner arbeiten (ich selber quäle mich mit den Folgen von über einem Vierteljahrhundert PC-Arbeit) und dass gerade für Mädchen selbst die körperliche Betätigung des Shoppengehens entfällt - mussten früher die Freunde und Scheichs stundenlang Pflaster treten und unermesslich lange Zeit in Dutzenden Boutiquen und Läden verbringen, so sind sie heute dieser Leiden entbunden: Wie der Rest der westlichen Menschheit bestellen auch die jungen Ladies heute online. Und berauben sich so einer weiteren Möglichkeit zur körperlichen Betätigung.

Man muss nicht die Extreme
im Bodybuilding befürworten,
um diesen Körperbau und seine
Idealisierung für verkehrt, weil
völlig ungesund zu halten.

Dies sei deshalb mal hingeschrieben, weil der in sozialen Netzwerken und überhaupt im Web anzutreffende und fraglos ständig wachsende Nachschub an Fotos von Bodybuilderinnen sowie Crossfit-Athletinnen und Fitness-Sportlerinnen zwar fraglos zeigt, dass die Fraktion der mehr oder minder muskulösen Maedels zunimmt. "Strong is the new skinny", verlautet es da sehr zu Recht selbstbewusst, dies auch mit Blick auf ein als modisch empfundenes Erscheinungsbild des eigenen Körpers. Und tatsächlich scheint ein - früher schon als extrem empfundenes - Maß muskulärer Entwicklung heute bei jungen Frauen nicht nur akzeptabel, sondern auch in gewissem Maße "trendy" zu sein. Was solche wie mich wiederum freut...

Wer es kann, mache es nach ...

Trotzdem scheint - allein schon unter Verweis auf die o.g. Studien - sicher zu sein, dass in der Gesamtheit der Trend bei den Mädchen der westlichen Welt in eine andere Richtung zu gehen scheint. Nun sind Studien gemeinhin als das zu sehen, was sie sind: Augenblicksaufnahmen mit mehr oder minder verbindlichem Charakter, zudem oft von vornherein tendenziös und damit korrupt. Bei den zwei genannten Studien sehe ich keinen Anlass dafür. Es geht ja nicht darum, mit Blick auf Umsatz und ansonsten skrupellos angebliche "gesundheitsförderliche" Aspekte von Tabakprodukten zu belegen, sondern anhand von Feldforschung seriös zu konstatieren und mit aller gebotenen Vorsicht hochzurechnen. Und unter der Prämisse ist das Ergebnis wohl weithin erschreckend: Die Magertrullas der Modeblätter gelten immer noch bei den weiblichen Kids als das anzustrebende Ideal, gleichzeitig sinkt das Maß der körperlichen Fertigkeiten und damit auch an Kraft, symmetrischem Muskeltonus und Ausdauer.  

Klar, welcher der beiden Popos seine erregenden
Konturen zielgerichteter Bewegung und gesunder
Ernährung verdankt und welcher das nicht tut.
An dem Bild (zumindest für weite Bereich der westlichen Großstädte) kann wohl auch das zunehmende Maß extrem sportlicher und austrainierter Mädchen und junger Frauen nichts ändern - hier klafft einfach eine Schere auseinander: Was zunehmend zu fehlen scheint, ist das Feld in der Mitte. Und das ist schlichtweg schlecht.

Zum Abschluss noch ein Bild eine Crossfit-Athletin beim Steineheben. Nun muss kein Mädchen solche Fertigkeiten und den damit verbundenen Körperbau entwickeln - das geht ja auch nur mit entsprechend intensiver und hingebungsvoller Schinderei. Aber ein gesundes Maß an körperlicher Betätigung sollten wir alle bei den "Young'uns" fördern - vom Purzelbaum auf dem Teppich über das Rennen auf der Wiese und das Fahrradfahren zum Schwimmbad und retour, aber allem voran erst einmal eins - nämlich: Gehen.

Wow!
    

Samstag, 11. Januar 2014

Female Bodybuilding - was geht 2014?

Alina Popas Bizeps
Ein paar kurze Gedanken und Thesen: Die Zeichen an der Wand scheinen ja eindeutig zu sein. Zugunsten der Physique- und Figure-Klassen ist man bei Verbänden wie der IFBB willens, die Sparte Female Bodybuilding dranzugeben. Was das für auf Wettkämpfe erpichte Athletinnen heißt, ist auch klar (vorausgesetzt, das kommt tatsächlich in dieser Weise): Sie müssen ihre Körper entsprechend den Vorgaben formen, bisherige Bodybuilderinnen sollen dann "downsizen" - das erscheint mir schon jetzt als Unwort des Jahres.

Allem Anschein nach auch ein Trend: Damit mehrere verschiedene Wettkämpfe schneller ablaufen, verzichten manche Veranstalter beim Bodybuilding künftig wohl auf die Kür, so etwa stand es einigen Verlautbarungen nach als Ankündigung zu lesen. Wenn das tatsächlich so eintritt (etwa bei der "Arnold"), dann rasiert es bei diesem Sport so ziemlich genau das weg, wodurch sich der jeweilige Athlet ausdrückt, wodurch er seine Persönlichkeit auf der Bühne darstellt. Damit entfiele das, was vielen Fans beim Bodybuilding am besten gefallen hat. Aber die Funktionäre müssen es ja wissen ...

Nun denn, bleibt abzuwarten, was sonst noch passiert. Etwa, ob 2014 endlich das Jahr von Alina Popa werden wird - die gebürtige Rumänin gilt vielen als ideale Bodybuilderin, nicht nur von der perfekt-muskulösen Figur her, sondern auch wegen ihrer unverkannbar, weiblichen Ausstrahlung, iher Attraktivität, ihrer Intelligenz und nicht zuletzt ihrer Internationalität - sie spricht mehrere Sprachen und wäre allein von der Warte her eine ideale Botschafterin für diesen Sport. Außerdem wäre ihr endlich der Sieg bei der Ms. O zu gönnen, verdammte Hacke!
 

Alina Popa, relaxed ...
Verbände hin oder her - ich mache mir keine Sorgen darum, dass das mit den Muskelmaedels in nächster Zeit drastisch nachlassen wird: Wenn ich mich im Web so umtue, so verstärkt sich jedesmal mein Eindruck, dass es noch nie zuvor dermaßen viele Muskelmaedels gegeben hat. "Muskulös ist das neue Dünn", so lautet ein Motto dieser Sportlerinnen. Zumal selbst solche, die für die "schlankeren" Klassen starten wollen, zum Teil schon so massiv wirken wie die Athletinnen der klassischen Bodybuidling-Klassen. Die Grenzen sind dermaßen fließend, dass ich jetzt schon darauf gespannt bin, wer da wie welche Trennlinien ziehen will - okay, die Lady hier wird nicht in der Bikini-Klasse starten, ist klar ....   


Worauf ich warte, ist, dass endlich eine Bodybuilderin einen eigenen Wettkampf initiiert, der den Interessen der Athletinnen und der Fans gerecht wird. Es gab ja schon einige entsprechende Ankündigungen, jedoch war bislang noch keine in der Lage, diese Hürde auch tatsächlich zu nehmen. Immerhin haben sich inzwischen zig Bodybuilderinnen (auch solche vergangener Zeiten, etwa Joan Lauth) gemeldet und das Vorgehen der Verbände mit scharfen Worten gegeißelt, unter anderem als sexistisch. 

Aber, so scheint es mir, viele dieser Muskelmaedels wollen gar nicht auf die Bühne und klassisch bei welchem Verband auch immer antreten - wozu auch? Die Preisgelder spotten der Anstrengung und dem Aufwand Hohn, der Status innerhalb der Verbände ist meistens geduldet. Nein, diese Ladies suchen sich ihre Plattform selbst - das Internet und da die Sozialseiten wie das Gesichterbuch oder die Videoplattformen, von denen es zunehmend auch immer mehr gibt. Jeder sein eigener Regisseur, Hauptdarsteller und Vermarkter - die Zeiten ändern sich. Und eine Folge scheint mir auch offensichtlich: Die Zahl der Fans wächst!



Samstag, 4. Januar 2014

Winterliches mit Anna Mikhaylenko

Anna zeigt ihre Super-Arme, diversen Angaben zufolge
mit einem Maß jenseits der 45 cm - luftig bekleidet, im
osteuropäischen Winter in dem Freiluft-Gym, in dem sie
auch die in dem Video zu sehende Kraftleistung vollbringt...

So, da sind wir wieder, nachdem wir das Jahr 2013 endlich kaputt gekriegt und das neue Jahr 2014 schon angebrochen haben. Auf die Schnelle zur Begrüßung sei auf dieses Video mit der wahrhaft einzigartigen Anna Mikhaylenko aus der Ukraine verwiesen:  Der Film passt zur Jahreszeit (zumindest kalendarisch). Und außerdem bekommt da das Wort "Aufwärmen" eine ganz neue Bedeutung...

Immer noch in dem eisig-verschneiten Gym, dessen
Drückerbänke kein Polster aufweisen: Anna in der
Most-Muscular-Pose -- angesichts dieser
gewaltig-prallen Muskelpakete die einzig
treffende Bezeichnung
Anna hat eine bemerkenswerten Karriere hinter sich: 1986 geboren und als Waise aufgewachsen, rettete sie einen Freund vor den Satanisten und brachte ihn zur Kirche. Im Gegenzug musste sie ihm versprechen, mit ihm zum Hanteltraining zu gehen. Tja - göttliche Fügung! Sie blieb dabei. Obwohl sie sich anfangs nur von Kartoffeln und Zwiebeln ernährte, legte sie sich einen 35-Zentimeter-Bizeps zu. Und sie schaffte lauf eigener Auskunft beim Kreuzheben (deadlift)  260 Kilogramm - bei einem Körpergewicht von nur 48 Kilogramm, "was über fünfmal mehr ist als mein Körpergewicht. Niemand sonst auf der Welt, sei es Mann oder Frau, kann solch eine Leistung von sich behaupten!"

Dann kam das richtige Essen und damit auch der Massezuwachs und dann diverse Bodybuilding-Wettkämpfe. Aber vor alledem genießt sie es, stark zu sein und stärker zu werden. Beim Training schätzt sie alle Drückübungen und alles für Schultern und Bizeps - Curls mit bis zu 93 Kilo machen ihre Arme stark und prall. Mit 145 Kilogramm hält sie den Ukraine-Rekord im Bankdrücken. Kniebeugen sind nicht so ihre Sache (bei einer Top-Leistung von 210 Kilo sollte man das aber mit einem Körnchen Salz nehmen). Hier einige ihrer Werte, die zugegebenermaßen unglaublich klingen, zumal sie nur 1,55 Meter groß ist, aber 86 Kilogramm wiegt:

Bizepsumfang: 47 cm / 18.5”
Latissimus gespreizt: 127 cm / 50”
Oberschenkelumfang: 74cm / 29”

Laut einem Eintrag in ihrem Blog stammen die
Bilder aus Kiew - da wird einem ja schon vom
Draufgucken kalt. Oder warm --- je nachdem...
Ihr Blog? http://annamikhaylenko.blogspot.de.
Aber da tut sich leider kaum noch etwas.

Ach ja: Sie liebt es, diese enorme Kraft an Männern vorzuführen. Sie hat auch schon Muscle-Worship-Sessions veranstaltet und Videos wie das oben genannte gedreht. Motto: "Willst du mich ringen sehen? Ich warte ... und werde gewinnen!"

Das aber hat seinen Preis: Die kleine Frau mit den dunklen Kulleraugen, der sanften Stimme und der dunklen Lockenmähne trainiert extrem strikt und knochenhart. Sie schläft zehn Stunden und isst fünf bis sechs Mahlzeiten - an einem Tag. Sonst? Sie liebt es, zu modeln und liebäugelt mit einer Schauspielkarriere. Sie reist gern und interessiert sich sehr für andere Kulturen. Sie ist tierlieb und füttert selbst die streunenden Hunde auf der Straße. Sie liest viel und schreibt Gedichte (in vier Sprachen). Sie mag das Meer und geht gern schwimmen. Geht gern mit Freunden essen, schätzt guten Tee. Sie sinniert über Biblisches ebenso nach wie über Übersinnliches.

Wer macht's nach?
Mehr zu der starken Anna aus dem eisigen Osten gibt es hier:
http://www.annamikhaylenko.com/
http://amg-lite.net/anna_mikhaylenko/

Ich schreibe dies aber auch aus einem anderen Grund - nämlich mit Blick auf Anna Mikhaylenkos Heimat: Wollen wir alle hoffen, dass das gut ausgeht und sich dort in der Ukraine bessere Strukturen etablieren als die aktuell herrschenden.

Donnerstag, 26. Dezember 2013

"Chemical Pink" - kommt nun der Film? Und was geschieht dann?

Titel der Erstausgabe
von Arnoldis Roman

Katie Arnoldi hat mit dem Roman "Chemical Pink" einen (in diverse Kultursprachen - nur nicht ins Deutsche - übersetzten) Roman geschrieben, der die Subkultur des Frauenbodybuilding und seiner Entourage unverblümt darstellt - dazu kann man an dieser Stelle bei Muskelmaedels.blogspot.de mehr lesen. Die Verfasserin weiß als ehemalige Wettkampfbodybuilderin, von was sie da geschrieben hat. 

Katie Arnoldi in ihrer Bodybuilding-Zeit.
Das Buch, so habe ich damals geschrieben, solle verfilmt werden - was aber lange unter anderem an einer geeigneten Hauptdarstellerin gescheitert ist. Nun, ein Blick auf die Website zeigt, dass das mit den Dreharbeiten wohl endlich voranzukommen scheint: Als Regisseur ist Scott Coffey auserkoren, manchem noch als Schauspieler bekannt, unter anderem in "Mulholland Drive" von David Lynch. Nun denn.



Interessant aber auch, was Frau Arnoldi auf ihrer Website (oben, 2008 mit Autorenkollegen) zu dem ganzen Thema noch schreibt: "Die Welt der Physique-Wettkämpfe hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren drastisch verändert. Chemical Pink spielt in den frühen 1990er Jahren, als Frauenbodybuilding eine relativ neue Sportart war. Frauen experimentierten immer noch mit Methoden, um Muskeln aufzubauen und ihre östrogenweichen Figuren in kompakt-muskulöse und fein gezeichnete Formen zu verwandeln. Zu der Zeit lautete der allgemeine Konsens "Je größer, desto besser". Es wurden viele Fehler gemacht, viele Frauen kamen zu Schaden als Ergebnis rücksichtslosen Experimentierens mit Steroiden, Wachstumshormonen, Insulin und anderen wachstumsfördernden Drogen. Heute sind die Sportarten Frauenbodybuilding/Physique/Fitness/Figure viel weiter ausdifferenziert. Lektionen wurden über das gelernt, was geht und was nicht. Was gut für Männer ist, ist nicht notwendigerweise richtig für Frauen."


Sportlich ist die Schriftstellerin wohl immer noch.

Das heißt aber auch: Wenn der Film gemacht wird und in die Kinos kommt, wird er - sofern er da nicht von der Vorlage abweicht - den "technischen" Stand vom Beginn der 1990er Jahre spiegeln. Den aber werden viele - entgegen des oben zitierten Statements - für den Jetzt-Sachstand nehmen und es wird erneut alles am FBB ins Rampenlicht gezogen werden, was ihm schadet. Die Hingabe an diesen Sport, die (auch) sportliche Freude der Fans, das wird dann wieder hinten runter fallen.

Titel einer späteren Auflage - der
gefällt mir zudem besser.

Bedeutet das, was Katie Arnoldi gesagt hat, mit anderen Worten nicht auch, dass die in dem Buch (oben zwei verschiedene Titelversionen) beschriebenen Extreme in der Form nicht mehr existieren? Das Training hat sich doch verwissenschaftlicht, die Gabe von Zusatzstoffen aller Art ist demzufolge wohl sicherer geworden oder? Hm. Da sollte man sich nicht selber die Hucke volllügen. Die ein oder andere biochemische Nebenwirkung tritt nach wie vor auf, nicht nur als Spätschaden aus den 1980ern. Sei es bei einigen deutlich veränderten Gesichtern und der Körperbehaarung (siehe das in dem Kontext immer wieder internetweit gern gezeigte Foto unter diesem Abschnitt) sowie vor allem bei der allseits bekannten und in manchem Forum auch offen diskutierten Änderung  im Intim-Bereich der Hardcore-Athletinnen - genau das bildet nämlich heute bereits einen eigenen Fetisch ... 


Apropos Fetisch: Das Internet (und damit auch in sehr bescheidenem Maße dieser Blog) hat das Seine dazu beigetragen, dass diese Subkultur gewachsen ist - ich wage zu behaupten, dass sie das auch noch dauernd tut: Allein die Bilder- und Video-Menge nimmt permanent in einer Weise zu, von der ältere Fans wie ich in den 1980er und 1990er Jahren nicht zu träumen gewagt hätten: Schon meine entsprechenden Daten dürften quantitativ locker das übersteigen, was einst in sämtlichen Jahrgängen von Zeitschriften wie "Women's Physique World" zu finden gewesen ist. Auch wenn das Verhältnis zwischen Fans und Muskelmaedels immer noch unausgeglichen ist - jede der richtig starken Damen könnten, so sie wollte, sich ihren Begleiter aus einer ganzen Schar Anbeter heraussuchen. Und auch etwas anderes nimmt zu - es gibt zunehmend professionelle Liebesdienerinnen und Dominas mit zum Teil richtig wettkampfgerechten Muskelfiguren.


Titel eines anderen Romans
von Katie Arnoldi - inzwischen hat
sie drei Bücher verfasst.
Katie Arnoldi macht auch klar, dass außerhalb des inneren Zirkels rund um die Muskelmaedels, ihre Trainer, Fans etc. pp. kaum jemand die Auswüchse für real hält. Immer wieder, schreibt sie, sei sie in den vergangenen zwölf Jahren nach dem Wahrheitsgehalt gefragt worden: "Diejenigen unter Ihnen, die sich in der Bodybuilding-Welt auskennen, wissen, dass man Versionen meiner Romanfigur Charles Worthington in Fitnessstudios und Wettkämpfen überall auf der Welt finden kann. Ich habe nicht übertrieben. Aber diese solide und gruselige Wahrheit ist für manche Leute immer noch schwer zu verdauen." 

Louis Theroux traf für seine BBC-Doku auf FBB
wie Linday Mulinazzi - und spielte prompt in
dem Awefilms-Streifen "Gladiatrix" ein Opfer
der starken rothaaarigen Amazone.
Und so verweist sie auf diese bekannte BBC-Doku des Briten Louis Theroux, die sich in einer Folge seiner Reihe "Louis Theroux's Weird Weekends" (= bizarre Wochenenden) unserer Subkultur annimmt und die einiges von dem, was sie geschrieben hat, bestätigt. Den Tipp für diese Sendung habe sie von Scott Coffey bekommen (und da schließt sich der Kreis: In dem oben erwähnten Kinofilm "Mulholland Drive" spielte Coffey zusammen mit Justin Theroux, dem Bruder des Dokumentarfilmers). 

Theroux gegen Tatianna --- keine Chance ...
Theroux besuchte die Welt des US-Bodybuildings, darunter auch die Fetisch-Szene rund ums Frauenbodybuilding und dabei auch den Wrestling-Film-Produzenten Charles Peoples. Der britische TV-Mann war unter anderem bei Dreharbeiten zu dem Awefilms-Streifen "Gladiatrix" mit der damals umwerfend gigantischen und enorm entspannten Tatianna Butler und der nach wie vor aktiven und heute womöglich noch muskulöseren Lindsay Mulinazzi. Für seine Doku ließ er sich von Tatianna Butler den Ablauf eines Female Muscle Worship (inklusive Armdrücken, oben im Bild) erklären, und stellte bei einem Jan-Tana-Wettbewerb zumindest fest, dass dieser Sport ein besonderes Maß an Hingabe verlange. 

 
L vs L = Lindsay gegen Louis - wer weiß,
 wie dieser Zweikampf ausgehen dürfte?


Allerdings entstand diese Fernsehdokumentation schon im Sommer 2000 und erlebte ihre Erstausstrahlung im Oktober desselben Jahres. Damit scheint sie zumindest bei den ganz aktuellen Zusatzstoffsachen so überholt zu sein wie die in Katie Arnoldis Roman "Chemical Pink" geschilderten und - ich wiederhole - von ihr klar in den 1990er Jahren angesiedelten Umständen. Dass Louis Theroux ansonsten Verhaltensweisen und Ansichten herausgearbeitet hat, an denen sich seitdem im Grundsatz nichts geändert hat, das ist aber ebenso eindeutig.

Tatianna Butler - heute ist sie wieder
gertenschlank und nicht mehr so imposant wie
hier im Bild vor gut zehn Jahren.
Unser Muskelkult hat fraglos für Außenstehende bizarre Züge - und manchmal frage ich mich ja selber, ob das nicht tatsächlich so ist (etwa immer dann, wenn ich sehe, was dieser Kult an Zeit und Gedanken verschlingt und zu was er mich mitunter treibt). Manchmal belastet diese Neigung - aber ebenso oft bereitet sie Freude und hilft mir durchs Leben. Aber die Frage sei erlaubt: Wirkt vieles im Leben nicht gerade deshalb "strange", weil man es nicht kennt? Weil es eben nicht dem Mainstream folgt und man deshalb sofort vom Schlechtestmöglichen ausgeht? Ist nicht genau das ein Herzstück der Definition von "bizarr"/"weird"? Aber unter wie vielen Dächern und in wie vielen Familien und Beziehungen spielen sich Dinge ab, die ein Außenstehender auch als "weird" bezeichnen würde, obwohl die auf freiwilliger Basis geschehen und niemandem schaden? Womit wir bei einer uralten Frage wären: Wer definiert, was "normal" ist und was nicht? Und hat diese Definition nicht auch etwas mit dem jeweiligen Grad der gesellschaftlichen Akzeptanz zu tun? Darf "bizarr" ein Kriterium zum Urteilen sein? Ich meine eigentlich nicht.

Aus meiner Fan-Sicht: wow!!!
Abschließend: Solange es Frauen möglich ist, ihre Muskeln auch bis ins Extrem auszutrainieren, solange wird es auch welche geben, die das tun werden. Diese Sache ist nun einmal in der Welt und wird daher auch nicht daraus verschwinden, ein Fortbestand der derzeitigen westlichen Gesellschaft und ihrer Lebensweise vorausgesetzt. Da nun aber die schiere Existenz von Muskelmaedels zu einer Schar von Fans geführt hat, wird es folgerichtig  diese Fan-Subkultur als Begleiterscheinung des Frauenbodybuilding auch fürderhin geben. 

Die umwerfende Lindsay Mulinazzi - nach wie vor aktiv,
quirlig, sehr muskulös, sehr sexy - letztgenanntes
ist etwas, das sie sehr gekonnt inszeniert.
Daran wird auch der Film nichts ändern, auch wenn er bei der breiten Masse wohl wie das wahrgenommen werden wird, was früher unverzichtbarer Bestandteil vieler Zirkusse, Vaudevilles und Wildwestshows war - nämlich als Freakshow. Aber fairerweise sollte ich nicht unken, sondern erst einmal warten, was im Hinblick auf die Verfilmung von "Chemical Pink"  überhaupt passieren wird: Wenn sich unsere Szene laufend gegen Vorurteile und Verunglimpfungen wehrt, sollte man diese nicht prompt anderen angedeihen lassen.

Ein Muskelmaedel sieht zu, wie ihr ein Mann
den stolz präsentierten, schwellenden Bizeps
küsst - also, mir gefällt das nach wie vor!



Dienstag, 24. Dezember 2013

Wenn Wünsche wahr werden würden ...


Weihnachten --- wenn es denn wenigstens einmal so wäre, wie ich mir das so im Tagtraum durchaus anzüglich vorstelle: 

Ich im Superduper-Apartment, alles tipptopp und picobello: Weit oben im Monster-Hochhaus, drei Schichten Perser auf dem Boden, eine Großfamilien-Couch mit weißem Lederbezug, ein Wasserbett in Hubschrauberlandeplatz-Format, eine Tafel wie in Schloss Camelot und an der Wand jede Menge Gemälde, von denen nur Kunstkenner wissen, wie man sie richtig herum aufhängt. Das Dojo aufgeräumt, die Hanteln in Reih und Glied, die Sportmatten sauber. Bar und Küche perfekt vorbereitet und reichlich bestückt. Den Champagner gekühlt, den Wein dekantiert, das Brot gewärmt, den Salat geschnitten neben dem Dressing, den Hummer neben dem kochenden Wasser. Das Licht ebenso gedämpft wie die Musik, den Leib gebadet, gesalbt und geölt --- und dann klopft es. Zuerst an der Tür, dann in meiner Brust...

Ich öffne.
Draußen steht - sie.

Auf den ersten Blick unauffällig: Die blonden Haare bedeckt von einer Art Baskenmütze, über der Schulter einen olivfarbenen Seesack, den Oberkörper bis zu den Knöcheln hinab in einem eher weiten, beigefarbenen Trenchcoat, dessen Gürtel auf Nabelhöhe leger zusammengeknotet ist. An den Füßen hochhackige, dunkle Stiefel, deren Schäfte unter dem Mantelsaum verschwinden - eine Anmutung fast schon wie bei einer französischen Resistance-Kämpferin.

Sie schaut mich an und lächelt. Kein schönes Gesicht, aber ein äußerst attraktives: gebräunt, leichte Lachfältchen, mit extrem selbstbewussten, gletscherblauen Augen und schmalem Mund mit weißen Zähnen, von denen zwei schief stehen - mir gefällt das.

Aber Kraft? Muskeln?
Sie reicht mir bis zum Kinn.
Und wirkt eher zierlich in dem lässigen Mantel.

Sie scheint mein Zögern zu spüren und beschließt, mich sofort zu überzeugen. Mittels ihres Händedrucks - sie lässt mich höflicherweise nicht in höchsten Diskant-Tönen aufjaulen, demonstriert mir aber, dass ihre Hände wie stählerne Krallen zupacken können. Und lächelt durchaus leicht fies, während meine Handknöchel schmerzhaft aneinanderreiben und es durch mein Gesicht zuckt.

Ich bitte sie herein, schließe hinter ihr die Tür. Ohne viel Umstände legt sie ab - und mir bleibt die Luft weg: Unter dem Mantel trägt sie glänzende  Lederstiefel, deren Schäfte die imposanten Ausmaße ihrer Schenkel und Waden noch betonen und deren obere Säume fast bis an den Schritt reichen. Am kraftvollen Leib dann ein schwarzes Trikot - tief ausgeschnitten, arm- sowie schulterfrei und hinten herum bis auf einen String ebenfalls offen. 

Sie hat die am besten ausgebildeten Muskeln, die ich je bei einer Frau gesehen habe. 

Unter der Haut spielen harte und härteste Muskelstränge, hier und da von einem Geflecht blauer Venen überzogen. An diesem Körper gibt es nichts als kurvenreiche Festigkeit, selbst ihre kleinen, aber prallen Brüste wirken straff. Und fraglos ist sie sehr, sehr stark. Davon künden allein schon ihre Bizeps! Bereits bei entspannt hängenden Armen sind die unübersehbar, so groß wie ein Ciabatta-Brötchen ...wie werden die wohl aussehen, wenn sie flext? Und was kann sie mit mir machen?

Ich schlucke.
Sie lächelt.

Dann fängt sie an zu posen. Spreizt den Rücken, lässt die Oberschenkelmuskeln regelrecht zur Seite und wieder nach vorn springen, presst ihre Abdominals zu flachen, gitterförmig  gegliederten Skulpturen, wölbt ihre Brustmuskeln und damit ihre Brüste so, dass ihre Nippel unter dem Stoff schräg nach oben zur Decke zeigen. Und dann schwellen beim Anheben und Beugen ihrer Arme die Bizeps, türmen sich regelrecht in die Höhe, wachsen nach vorn und zeigen mit zunehmender Spannung eine klare Unterteilung.

Wieder schlucke ich.
Wieder lächelt sie.
Kommt ganz nah an mich heran, fasst mich unter den Achseln, hebt mich hoch und fragt mit leiser Kleinmädchenstimme und unschuldigem Blick zu mir nach oben: "Ein Schlückchen zu trinken wäre jetzt toll, auch etwas zu essen wäre herrlich. Das würde uns beide stärken, oder?"

Ich nicke. 
Sie setzt mich ab.
Ich serviere den Champagner.
Dann bereite ich das Essen zu, senke den Hummer in sein brodelnd-heißes Grab, mache den Salat an, schneide Zitronen und Weißbrot, lasse die Butter aus, serviere schließlich.
Wir essen, trinken und erzählen.
Stellen fest, dass wir uns mögen.
Schätzen diesselben Sachen, lieben diesselben Filme, lachen an denselben Stellen ...

Schließlich steht sie auf. 
Stellt sich vor mich, breitbeinig: "Na, du kannst es doch kaum noch erwarten, oder?"
Eine Hand an der Hüfte, packt ihre andere den Kleidungsstoff unter meiner Kehle und zieht mich daran nach oben - ihr Bizeps schwillt erneut, eine dicke Vene zeigt sich unter der braunen Haut.

Ich rucke nach oben, fliege förmlich gegen sie - und kann so natürlich nicht vermeiden, dass sie warm und hart und pochend spürt, was mir die ganze Zeit schon fast schmerzhaft zu schaffen macht.

Sie lacht wieder.

Und dirigiert mich zu der Spielwiese von Wasserbett, die in der Mitte des Apartments steht.

Hebt mich hoch -- h-e-b-t-m-i-c-h-h-o-ch! Wie nichts macht sie das, pflanzt mir einen heißen, tiefen, feuchten Kuss auf, lässt mich aufs Bett fallen, hüpft auf mich drauf, demonstriert mir ihre absolute Überlegenheit, dominiert mich ganz nach ihrem Willen. Nimmt mich in die Beinschere, schlingt ihre Waden um meinen Hals, führt mir beim Armdrücken vor, was für ein Schwächling ich bin, macht abschätzige Bemerkungen über meine Kraft und überhaupt meine Eigenschaften als Kerl und fixiert meine Handgelenke mit einer Hand, während sie mich mit der anderen neckt und knetet und bremst und wieder neckt und knetet und bremst und überhaupt tut, was sie will ...

Tja, und dann?

Packe ich mein Geschenk endlich ganz aus. Bewundere es, befühle es, erkunde es. Küsse ihre Füße und Zehen, die noch leicht nach Leder riechen und nach Schweiß. Massiere und öle alles langsam und gründlich ein. Sie setzt sich rittlings so auf mich, dass ich ihre unglaublich festen, perfekt gerundeten Pobacken direkt vor meiner Nase und meinen Augen habe und ich sie hingebungsvoll streicheln und küssen darf, ehe sie ihre Rückenmuskeln spannt und ihre Bizeps- und Schultermuskeln schwellen und sie von meinen Fingern liebkosen lässt. Dann dreht sie sich um, immer noch auf mir drauf. Sie kommt ganz nah, noch näher, lässt mich ihre feuchte, glitzernde Verlockung sehen und riechen und schmecken und dann macht sie ...

Als ich am nächsten Morgen wach werde, spüre ich infolge des nächtlichen Gerangels jeden einzelnen Muskel und fühle mich dennoch herrlich entspannt. Ich liege einen Moment wach. Um mich herum ist es ruhig. Ungefähr hundert Stockwerke unter mir summt leise der Verkehr der Großstadt, draußen rauscht und orgelt der Wind und treibt Schneeböen gegen die Dreifachverglasung, irgendwo klickt und klackt etwas ganz leise. Ich koste die Muße aus, ehe ich feststelle, dass ich allein bin zwischen den Seidenlaken. 

"Schade", denke ich, "Heiligabend ist vorbei, das war's dann schon ..."

Ich hänge meinen Gedanken nach, döse etwas. Schließlich stehe ich auf, nackt wie ich bin. Stelle mich auf die ideal temperierten Terrakotta-Fließen. Recke und strecke mich. Und stelle fest, dass die Erinnerung an die vergangene Nacht, an die warme Haut über den superharten Muskeln, an ihre kühlen Brüste, an ihre heißen Küsse und an ihre saftige Feuchte mich wieder groß und stark werden lässt.

Ich genieße es.
Gehe, wie ich bin, in die Küche, um mir einen Grapefruitsaft zu besorgen.
Und höre ihre Stimme: "Da ist wohl jemand parat für den zweiten Durchgang! Hui, und wie parat!"

Mein Kopf dreht sich in Richtung des Klangs. Und tatsächlich: Sie ist noch da. Ist in meinem Dojo.Steht da in einem Paar kreppsohliger, schwarzer Turnschuhe und einem Paar dicker weißer Socken, um den Kopf ein breites weißes Band. Und in den Händen hält sie die schwersten Kurzhanteln aus dem vorhandenen Sortiment - ich erinnere mich an die in Schwarz aufschablonierte Angabe "30 KG" und an die Frage, die ich beim ersten Anblick dieser Ungetüme hatte: "Wer um Himmels Willen kann damit umgehen?"

Nun, sie. 

Während ich noch überrascht staune, nimmt sie wieder ihre Übung auf. Die besteht darin, abwechselnd mit links und mit rechts diese in unschuldigem Weiß lackierten Eisenungeheuer anzuheben, dann das Handgelenk zu drehen und den Arm nach oben zu strecken. Diese Tätigkeit sorgt wegen der sachte aneinander stoßenden Eisenscheiben für das leise Klicken. Dafür, dass ihre Arm- und Schultermuskeln unter der Belastung womöglich noch mehr schwellen und sich regelrecht aufpumpen. Und dafür, dass der Schweiß in Strömen fließt.

Alles das kann ich genau sehen.
Ganz, ganz genau.
Denn außer den Socken, den Schuhen und dem Band trägt sie - nichts. Absolut nichts.
Ihre Haut glänzt unter all der perlenden Feuchtigkeit, ihre Venen an Armen und Händen neigen schier zum Platzen, ihre Bauchmuskeln formen bei jedem Ausatmen aufs Neue das erwähnte Gittermuster, die Nippel ihrer straffen Brüste ragen steil und hart nach oben, während der Schweiß von ihnen tropft. Von ihnen und von einer anderen Stelle ebenso.

Ich starre. Und ich erstarre.
Sie sieht es und lacht ihr entzückend unverschämt-anzügliches Lachen: "Überrascht?"
"Ja", sage ich, "schließlich ist der Festabend doch schon wieder vorbei."
Darauf sie: "Das stimmt, aber Weihnachten dauert doch immer drei Tage, oder? Und wer weiß, vielleicht bleibe ich noch länger ..."
Ich stutze, dann nicke ich erfreut, sehr erfreut.
Darauf sie: "So, nachdem das geklärt ist - du siehst, ich trainiere. Mit Gewichten, die du nie im Leben bewältigen kannst. Und ich schwitze, wie du ebenfalls siehst. Was, du Held, gedenkst du dagegen zu tun?"

Zwei Schritte. Auf die Knie gehen. Und dann der salzige Geschmack des strömenden Schweißes ... 

 (Oh, jetzt aber, nachdem das Programm gestern gemeutert hat: Frohe Weihnachten - Buon Natale - Feliz Navidad - Merry Christmas - Joyeux Noël!)