Samstag, 20. April 2013

Fibo-Eindrücke - willkürlich, unsortiert


Es war voll! Köln statt Essen, die Entscheidung hat sich aus Sicht der Fibo-Organisatoren bestimmt ausgezahlt: Fast hunderttausend Besucher tummelten sich an den vier Tagen in den sieben Messehallen. "Zehn Prozent mehr Aussteller, 20 Prozent mehr Fläche und ein Plus von fast 30 Prozent bei der Zahl der Besucher: Es war ein Auftakt nach Maß für die FIBO, die nach 22 Jahren erstmals wieder in Köln stattfand. Mehr als 45.000 Besucher kamen allein am Samstag, fast 50 Prozent mehr als im direkten Tagesvergleich zum Vorjahr. Ein Besucherandrang, der alle Erwartungen übertraf und dazu führte, dass zwischenzeitlich die Eingangsbereiche zur Messe teilweise geschlossen wurden. Mit insgesamt 96.700 Besuchern erreichte die FIBO das beste Ergebnis in ihrer 28jährigen Geschichte", so vermeldet es der Abschlussbericht der Messe

So stark und so schön: Sarah Bäckmann, wohl
einer von Schwedens attraktivsten Blickfängen...
Für kamera- und taschenbewehrte Besucher wie mich hatte das den Nachteil, dass man, vorwärtseilend, an Rolltreppen und normalen Treppen "Fahrt wegnehmen" musste und durch manche Gasse in den Hallen gar nicht mehr durchkam. Und je nachdem, wo einen das bekannt-komplizierte Verkehrsleitsystem der Domstadt ausspuckte, landete man auf einem Parkplatz genau am entgegengesetzten Ende von der Halle, in die man eigentlich wollte - das hieß dann schleppen, laufen und schwitzen...

Infolge einiger anderer Verpflichtungen schaffte ich es nur einen Mittag nach Köln. Ein paar nicht repräsentative und unsortierte Impressionen sammelte ich dennoch.Und ein paar Schnappschüsse bekam ich dann noch hin (wobei mir die Kamera trotz montiertem und arbeitsamem Blitz einige Bewegungsunschärfen verschaffte - ich arbeite daran...). 

Wer so herrlich strahlen kann -
Elena Shportun.

Was mir auffiel: Die Kölner Hallen sind von der "Routenführung" her wesentlich übersichtlicher als diejenigen in Essen. Auch haben sie mehr Licht und wirken freundlicher. Was die Hardcore-Fraktion aber beklagte, war dies: Bodybuilding, Kraftsport und Schwerathletik rücken zusehends an den Rand. Die Fibo als solches setzt mehr und mehr ihre Akzente auf Wellness und Gesundheitserhaltung und damit darauf, wie man auch als älterer Mensch seine Fitness bewahrt. Was ich mit meinem halben Jahrhundert nicht ganz so verkehrt finde (auch wenn das nicht zulasten der Mucki-Vorführungen gehen sollte - das ist das Herz der Fibo). Die Fachvorträge befassten sich denn auch mit Themen wie "hochintensive Trainingsstimulationen im Alter", "Diabetes Programm Deutschland", "Betriebliches Gesundheitsmanagement" oder "Länger arbeiten - Leistungsfähigkeit erhalten: Wie Sie Ihre Mitarbeiter wirklich motivieren".  

Das heißt aber nicht, dass nun nur noch Heizdecken und Stützstrümpfe zu Vorführungen des Krampfader-Geschwaders feilgeboten worden wären. Oder Hightech-Rollatoren (etwa mit eingebauter Ortungsmöglichkeit, damit man im Altersheim auch stets weiß, wenn Opa wieder mal bei den jungen Frauen ist...) Nein, so weit ist es noch nicht. Wie immer gab es reichlich Geräteparks zu sehen. Was mir neben den ganzen Rückenmassagesesseln am besten gefallen hat, war der zu erkennende Trend, dass auch die Trainingsgeräte neben ihrer Funktion ein tolles Design haben können. Und eine Maschine, an der man ein Kletterseil gegen justierbaren Widerstand von oben herunterziehen konnte - großes Plus: Das simuliert Seilklettern, stärkt Arme und Rücken. (Das Seil folgt den individuellen Handgelenkpositionen viel besser als Stahl, wie jeder weiß, der beim Trizeps-Drücken an einer seilbewehrten Anlage gearbeitet hat.) 

Außerdem fanden statt: das 9. Indoor-Cycling-Festival mit bestimmt über tausend Sportlern und mehreren Vier-Stunden-Marathons - genug Möglichkeiten, um sich so auf dem Hightech-Standgerät abzustrampeln. Dann reichlich Bühnenvorführungen wie Step- und Dance-Geschichten, Zumba-Fitness, Yoga, Pilates und Yogilates (doch, das gibt es auch). 

Und natürlich auch jede Menge zu essen und zu trinken - in Form von isotonischen Drinks in allen Farben des BASF-Regenbogens und in Gestalt von Schokoladen-überzogenen Kraftsportriegeln in jeder erdenklichen Geschmacksrichtung von Vanille, Kokos, Banane, Erdbeere, Cranberry... Leider habe ich es wieder nicht geschafft, alle zu probieren - aber auch daran arbeite ich. Hey, ich bin bekennender Schocoholic, und da kann ich mir wenigstens einbilden, dass der Genuss mal keine Reue nach sich zieht und auch solche Figuren möglich macht:

Ich bin froh, das gesehen und es ohne eine
Herzattacke überlebt zu haben...

Promis allenthalben: Markus Rühl. Frank the Bank. Phil Heath. Die Boxer Arthur Abraham und Wanderlei Silva waren da, das Model Markus Schenkenberg, die Yoga-Lehrerin Tara Stiles, die Kickboxerin (und außerordentlich straffe) Dr. Christine Theiss, die TV-Personality Fernanda Brandao (sehr hübsch und zudem sehr fit). Neben jeder Menge atemberaubender Fitnessdamen gab es auch einige Muskelmaedels: 

- Elena Shportun in off season, extrem charmant und mit einem strahlend-zauberhaften Lächeln. 
- Brigita Brezovac: die blonde Slowenin muss ich hier nicht vorstellen, "BB" ist eine feste Größe hier bei muskelmaedels.blogspot.de
- Regiana da Silva: braungebrannt und wie immer vor Energie und Fröhlichkeit berstend und unglaubliche "moves" präsentierend. 
- Sarah Bäckman: die starke Armwrestlerin hat nicht nur einen Traumbody und ein Hollywood-taugliches Gesicht, sondern auch eine blonde Haartracht, die ihr männermordenderweise bis zu den Oberschenkeln reicht. Was halt so im Land der Fjorde wächst ...
- Larissa Reis: warum die attraktive Fitness-Athletin ihr Gesicht immer per Mützenschirm abdeckte, wissen die Götter...
- Rene Campbell: die Frau, die bescheiden so gar kein Aufsehen von sich macht, mit dem typischen Drachentattoo auf dem Mucki-Rücken, in schwarzen Lederhosen (!) und so ziemlich breiter und massiver als jede andere ...

Rene Campbell - Super-Nacken, -Schultern und -Rücken.
Und dazu diese Lederhose ...
Überhaupt: Die Mucki-Gemeinde tummelte sich im "Fibo-Power"-Bereich, zu finden in den Hallen 1 sowie 2.1. und 2.2. - also nicht mehr in den Hallen 9 und 10 wie in Essen. Auch 2014 gibt's natürlich wieder die Fibo: vom 3. bis zum 6. April, wieder in Köln. Auch wenn man sich nach den paar Stunden nur einen sehr unzulänglichen Eindruck verschaffen konnte, auch wenn ich gern mehr weit Frauen mit Muskeln gesehen (und erwartet) hätte und insgesamt mehr Bodybuilding - mir hat es in Köln gefallen!
 

Donnerstag, 11. April 2013

Denise Gerard (1964-2013) - ein Nachruf

Keine 50 Jahre waren ihr vergönnt, dann kam - viel zu früh - das Ende: Die amerikanische Bodybuilderin Denise Gerard geborene Currier ist verstorben. Sie wurde nur 48 Jahre alt, der Tod kam ihrer Website und Zeitungsberichten aus dem Web zufolge völlig unerwartet - meine Gedanken gehen daher zu ihrem Mann,  ihrer Familie und überhaupt allen, die sie kannten und sie nun vermissen werden.

Denise Gerard war eine der Bodybuilderinnen, die nie den ganz großen Starstatus oder gar kultische Vererhrung erfuhr. Was mit Sicherheit auch daran lag, dass ihre besaten Wettkampfjahre in die Zeit fiel, in der das Internet noch keine allgemeine Verbreitung genoss. Hätte es einen Zeitversatz von fünf Jahren gegeben - wer weiß? Vielleicht würde man über sie heute ebenso begeistert-ehrfürchtig reden wie über Zuzana Korinkova oder Christa Bauch ...

Dabei hatte die Leichtgewicht-Athletin reichlich Potential: Das Einsfünfundfünzig-Persönchen bestach immer durch exzellent ausgeprägte, weil dicke und hohe Bizeps, ein ausladendes Kreuz, breite Schultern und überhaupt die Kurven, die eine gute Bodybuilderin braucht ... 

Seit Ende der 1980er Jahre mit dem Training befasst, sorgte sie vom Fleck weg für Aufsehen: Sie hatte war sie für gut anderthalb Jahrzehnte eine sehr aktive Wettkämpferin
hier die Liste ihrer Turniere:

1990 Virginia State (Leichtgewicht, Siegerin)
1990 Virginia Cup (Leichtgewicht, Zweitplatzierte)
1992 Jan Tana Amateur (Leichtgewicht, Siegerin)
1992 Virginia State (Leichtgewicht, Siegerin)
1992 Virginia Cup LW (Leichtgewicht, Siegerin plus Gesamtsieg)
1992 Junior Nationals (16. Platz)
1993 Virginia State (Leichtgewicht, Siegerin plus Gesamtsieg)
1993 Junior Nationals (Leichtgewicht, Neuntplatzierte)
1994 DC Grand Prix LW (Leichtgewicht, Siegerin plus Gesamtsieg)
1994 Richmond Open LW (Leichtgewicht, Siegerin plus Gesamtsieg)
1994 NPC Nationals (Leichtgewicht, Siebtplatzierte)
1995 NPC Junior Nationals (Leichtgewicht, Viertplatzierte)
1996 NPC Nationals (Leichtgewicht, Sechstplatzierte)
1997 NPC Nationals (Leichtgewicht, Zweitplatzierte)
1998 NPC Nationals (Leichtgewicht, Siegerin)
1999 Jan Tana Pro (Zwölftplatzierte)
1999 Pro Extravaganza (13.Platz)
2000 Jan Tana Pro (Leichtgewicht, Fünftplatzierte)
2001 Jan Tana Pro (Leichtgewicht, Fünftplatzierte)
2002 Southwest Pro (Leichtgewicht, Zweitplatzierte)
2004 Southwest Pro (Leichtgewicht, Viertplatzierte)


Denise Gerard hatte sich vor einigen Jahren vom Wettkampfgeschehen zurückgezogen, war aber immer noch dem Sport verbunden. Sie betreute andere Athletinnen bei der Wettkampfvorbereitung. Und sie hatte viel Spaß mit ihren Fans, sei es mit Webcam-Sessions (u.a. zusammen mit Dawn Whitham) und auch bei anderen, handfesteren Gelegenheiten. Und im Leben außerhalb des Bodybuilding widmete sie sich der Kinderbetreuung und Ferienlagern.

Und wie sie als Mensch war, das hat ihre beste Freundin Dawn Whitham wundervoll einfühlsam und bewegend formuliert:

"Wie wir alle über Densie dachten: Denise war eine unglaubliche Person...IFBB-Profibodybuilderin und preigekrönte Powerlifterin und ausgezeichnete Athletin ... sie war ein Personal Trainer und Mentor, eine Lehrerin, eine Freundin und eine beste Freundin, sie arbeitete mit Kindern und kümmerte sich um jeden um sie herum ... sie liebte Tiere und verwöhnte ihren Chinchilla Little Vinny. Die Bodybuilding-Welt wird sie vermissen. Denise war eine Ehefrau, eine Schwester, eine Tochter und ein Familienmitglied und eine Verwandte. Denise hat so viel zurückgelassen ... aber sie passt auf uns auf als Schutzengel. Bitte denkt an all die wunderbaren Momente, die sie uns allen gegeben hat, und daran, wie sehr sie vermisst werden wird.

Während ich hier an meinem Mac sitze, schließe ich Denises Website. Habe meine beste Freundin und Seelenverwandte von fast 30 Jahren verloren. Ich will in meinem Herzen nichts als nur das beste hegen, Densie, mögest du in Frieden ruhen ... WIR ALLE LIEBEN DICH!_Dawn Whitham"

 
     

Sonntag, 7. April 2013

Mal was von unterwegs: Brigita mady by Buntstift

Keine Angst, ich lebe noch, hatte aber die vergangenen vier Wochen arg viel um die Ohren, beruflich wie privat. Und unterwegs kam ich nicht so wie gewohnt ins Netz. Nun, aber ganz ohne Muskelmaedels, das geht dann bei mir doch nicht. Und so bemächtigte sich mir irgendwann zwischendurch abends der Wunsch, mal wieder was zu zeichnen. So ganz altmodisch mit Stiften auf Papier.

Ein Ergebnis seht ihr nun hier. Als Vorlage diente ein Foto, das ich vor Jahren von Brigita Brezovac "geschossen" habe. Ich habe die einzelnen Entstehungsstufen dokumentiert und nun per Bildbearbeitung für die Leser von www.muskelmaedels.blogspot.com in einer Collage zusammengesetzt. Da ich mich in der Zeit des Zeichnens aber außer Reichweite eines Scanners aufhielt, habe ich zur Dokumentation der einzelnen Stufen behelfsmäßig die Kamera benutzt. Das erklärt erstens einige stürzende Linien und zwotens die Unterschiede in der Farbgebung in den einzelnen Fotos. 


Nun, ich habe das genannte Foto benutzt, weil ich Brigita Brezovac umwerfend finde und das auf dieser Pinup-ähnlichen Pose hervorragend zur Geltung kommt. Hier zum Abschluss meine Vorlage, aus der ich schon mal ein posterartiges Bild gemacht habe- wie man sieht, habe ich den Rosa-Farbton des Shirts abgewandelt, weil das Grün IMHO besser zu dem gewählten Hintergrund-Farbton passt:






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So, and now something completely different: Dieser Tage haben wir ja auch noch die Fibo. Nun aber nicht mehr in Essen, sondern in Köln. Da darf man ja mal gespannt sein, wo man dort seine Pappenheimer findet...   

Dienstag, 19. März 2013

Just Married - natürlich mit
Muckis, aber (fast) ohne Worte...

Da schreibt man jahraus, jahrein eine Geschichte nach der anderen über Muskelmaedels und die sie anbetenden Männer, die man dann (zumindest zum Teil) hier in seinem Blog muskelmaedels.blogspot.de veröffentlicht --- und dann stößt man auf einen Comic-Strip, der das Dauerthema dieser Stories in vier Bildern erklärt: 

Also: Mann und Frau, frisch verheiratet. Dann das hochzeitliche Über-Die-Schwelle-Ritual. Da schafft er es nicht, sie hochzuheben und zu tragen, weil er zu schwach ist. Sie aber packt ihn mühelos auf ihre Schulter und hält ihn da mit einem Arm, weil sie viel stärker ist als er. Und schließlich sind sie dort, wo eine Hochzeit üblicherweise enden soll. Dann kommt es zum ehelichen Vollzug - natürlich mit ihr on the top, wobei sie ihrem frischgebackenen Schwächling von Ehegespons stolz und souverän die Überlegenheit ihrer kräftigen Super-Muckis vorführt. 

Ein feiner, schneller Cartoon, der dabei auch den Wunschtraum so manches Schmoes abbildet, also eine muskulöse Frau für sich allein und für immer zu finden. Und alles ganz ohne Worte erzählt - na, jedenfalls fast, sieht man einmal von dem dezent und sittenstreng platzierten "The End"-Button ab ...


© by mattmuscle März 2013. all rights reserved.

Samstag, 16. März 2013

Dies und das - aber immer Muckis...

Heute gibt's an dieser Stelle bei muskelmaedels.blogspot.de einfach mal unsortiert ein paar Dinge, so, wie sie mir einfallen. Aber selbstverständlich alles Dinge, die mit unserem Lieblingsthema der muskulösen Frau zusammenhängen. Zum Beispiel Business-Outfit, Brille und Muckis - die Kombination lässt mich hecheln... 



Anyway. Fangen wir an (das heißt, ich tue das):

Fast zwölf Jahre lang war "freya magazine" eine der ersten Adressen zum Thema Frauenbodybuilding - sofern man denn die französische Sprache verstand. Der Betreiber Lothaire hatte - um mal ein Klischee zu bemühen - den Finger immer am Puls: Er interviewte die Muskelmaedels, er veröffentlicht Einschätzungen von diesem und jenem Wettkampf, er schrieb über Künstler, die sich in ihrer Arbeit mit der Dastellung von Frauenmuskeln befassten. Nun, die Vergangenheitsform steht hier deshalb, weil die Seite abgeschaltet ist - ich zitiere: 
"FREYA a fermé ses portes. Merci à celles et ceux qui ont soutenu le site durant toutes ces années.
Bonne chance à toutes et à tous.
Cordialement,
Lothaire"

Da bleibt nur zu hoffen, dass es Lothaire gut geht und dass er nicht aus schwerwiegenden gesundheitlichen Gründen mit seiner Arbeit an dieser liebevoll gemachten Website hat aufhören müssen. Noch ein Zitat, diesmal Paulchen Panther: "Heute ist nicht alle Tage – ich komm' wieder, keine Frage" - ich fände es klasse, wenn Lothaire wieder etwas Ähnliches wie sein freya magazine aufmachen würde. So lange wünsche ich ihm "bonne chance!" und sage "merci beaucoup!" Vielleicht liest er's ja ...

Nachtrag 12. April '13: War wohl nur eine zeitweilige Pause. Jedenfalls ist das Magazin von Lothaire derzeit wieder am Start - Gott sei Dank! 


Tja. Da habe ich ein Bild von Amerikas first lady Michelle Obama veröffentlicht, im Zusammenhang mit meinem posting über Beyoncé Knowles (steht ein paar Etagen tiefer). Anschließend war ich einige Tage beruflich unterwegs, ohne Zugang zu einem Web-Account (ab und zu gibt's so etwas noch). Und dann spähe ich endlich mal wieder auf meine Seite - und sehe: Das Bild der first lady ist weg! Ein Wunder! Es ist ein Wunder geschehen! Einerseits ist das witzig, weil es zeigt, wer alles bei mir auf die Seite guckt. Auf der anderen Seite lächerlich, weil ich definitiv nichts Negatives über Ms Obama geschrieben habe (und das auch gar nicht vorhabe), sondern nur darüber, wie manche pseudokritischen Klugsch**ßer sich hier in Deutschland über ihre angeblich viiiiel zu muskulösen Arme ihre Mäuler zerrissen haben. Wobei Ms Obama fraglos fit und sportlich ist, aber auch bei trainierten Frauen sehen Arme mit ausgeprägter Muskulatur dann doch anders aus. Finde zumindest ich. Also, eher so:


Apropos muskulöse Arme. Da hat im Zusammenhang mit dem Beyoncé-Knowles-Beitrag jemand auf dem E-Mail-Weg gefragt, ob es auch auch sichtlich ausgeprägte, starke, aber nicht so massive Frauenarme gebe wie die von mir als Beispiele abgebildeten. Kurz nachgedacht, dann geantwortet: "Aber sicher, schau doch gelegentlich mal wieder bei muskelmaedels.blogspot.de vorbei." Als Beispiel für diese nachgefragte schlanke Muskulosität sei die umwerfende Britin Yvette Shaw angeführt, dem ein oder anderen als eine der Teilnehmerinnen der Game-Show "Gladiator" bekannt, heute eine erfolgreiche Fitness-Trainerin und demnächst mit dabei in einem Bollywood-Film. Sie ist sozusagen das Model dieses Postings. Yvette Shaw hat gertenschlanke Arme mit sensationell ausgeprägten, zum Niederknien und Anbeten einladendenden Bizeps-Muskeln. Das habe ich mal in der Collage herausgearbeitet, die jetzt zu sehen ist:

  

Sonntag, 3. März 2013

Nochmal Ms. I.

Nachtrag, zur Ms I: Zumindest gemessen an den ihren Resultaten, ist das Muskelmaedel Iris Kyle damit die erfolgreichste Vertreterin ihres Sports überhaupt. Denn sie hat diesen Titel in Rekord-Weise an diesem Wochenende zum siebten Mal errungen, und der reiht sich ein in die Liste ihrer Erstplatzierungen, als da wären:

  1994 NPC Long Beach Muscle Classic
  1996 NPC Orange County Muscle Classic (Schwergewicht + Gesamt, SG + G)
  1996 NPC California (SG + G)
 

  1998 NPC USA Championships (SG + G) 
  2001 IFBB Ms. Olympia (SG)
  2004 IFBB Ms. International (SG + Gl)
  2004 IFBB Ms. Olympia (SG + G)
  2006 IFBB Ms. International
2006 IFBB Ms. Olympia 
2007 IFBB Ms. International 
2007 IFBB Ms. Olympia 
2008 IFBB Ms. Olympia 
2009 IFBB Ms. International 
2009 IFBB Ms.Olympia 
2010 IFBB Ms. International
2010 IFBB Ms. Olympia 
2011 IFBB Ms.International 
2011 IFBB Ms. Olympia
2012 IFBB Ms. Olympia
2013 IFBB Ms. International

So, dann sei hiermit hier jeder mal eingeladen, diese chronologische Auflistung nach Titeln zu ordnen ... ich finde, es ist auch so schon sehr beeindruckend. Immerhin hat die 1974 in Michigan geborene Athletin schon im vergangenen Jahr den Rekord von Lenda Murry bei der Ms. O überholt. Sie gilt gemäß der "IFBB Pro Women's Bodybuilding Ranking List" als beste Bodybuilderin aller Zeiten. Hier ein paar von mir arrangierte, ältere Fotos dieses Traumbodys in Action, zu sehen bei der Muckiarbeit im Pumpraum:



Das ist das eine. Nun das andere: All ihrer dauerhaften, sportlich-brillanten Klasse zum Trotz, ist Iris Kyle (wie auch Yaxeni Oriquen) niemand, der die Muskelmaedel-Fans restlos begeistert (nicht nur die Schmoes, auch die am rein Sportlichen Interessierten, falls es das gibt;-)). Oder der zumindest durch seine Persönlichkeit zu Diskussionen einlädt. Denn die kennt bei den Fans niemand. Ich habe das in ähnlicher Form schon mal geschrieben; als jemand, der sich seit Jahrzehnten für das Frauenbodybuilding interessiert und es daher dauerhaft beobachtet (wenn auch aus der Distanz), erlaube ich mir das mal einfach so. Tja, so bin ich. 

Also, eine Athletin wie Iris Kyle kommt, sieht aus wie von einem anderen Stern, liefert, dankt (auch den Fans, siehe Facebook) und --- geht. Bis zum nächsten Mal, that's it. Aber das reicht - mit Verlaub - für eine solche Bodybuilding-Vorzeigelady NICHT. In anderen Sportarten vielleicht, nicht aber beim Bodybuilding, das eben nicht nur Sport ist, sondern auch Show und damit Illusion. Da aber will der Zuschauer unten im Saal etwas Unverwechselbares, Individuelles und - die entsprechend gesonnenen Kerle - auch Erotisches. Sprich: Auch etwas Kontakt außerhalb der Sache auf der Bühne. Um zu zeigen, dass da jenseits der - immer kalkulierten - Leistung auch Seele ist. Sprich: "Man muss den Fans etwas zurückgeben", eine Feststellung, die ich mehr als nur einmal von diversen Muskelmaedels gehört habe. Und pardon, aber das fehlt mir etwas bei der rein sportlich so derart imposanten Miss Kyle.

Bleiben noch die anderen Platzierungen. Wie gesagt, sehr dicht. Was für eine Leistung das ist, sich so lange oben zu halten! Das gilt ohne Ausnahme für die drei Erstplatzierten. Im Vergleich dazu ist Brigita Brezovac ein Rookie. Und der eigentliche Shooting Star, die am weitesten an dieses eweige Trio Kyle-Qriquen-Laszewski aufgeschlossen hat.  

Freilich ist es für die Kampfrichter auch entsprechend schwer, an solchen Dauer-Championessen vorbei auf die anderen zu gucken, entsprechendes wird vor und nach jedem Wettkampf gemunkelt. Nun denn. Im Saal war wohl die Platzierung von Oriquen vor Laszewski umstritten. Rein mit Blick auf die von manchem Zuschauer gwünschte Masse her gesehen auch verständlich. Da bot Debi Laszewski mehr. Aber mit Blick auf das Herausarbeiten einer Gesamtsymmetrie sehe ich Brigita Brezovac definitiv vor Laszewski. Ja, ich kann mir nicht helfen, die Gesamtanmutung gefällt mir da selbst besser als bei Oriquen, auch wenn ich der bezaubernden Slowakin mit den umwerfenden grünen Augen und den prächtigen Schultern in der Wettkampf-Defi etwas mehr Fülle in den Bizeps und an den Waden wünschen würde. 



Wobei sich in puncto Beine sowieso die Frage stellt, wieso manche Lateinamerikanerin - etwa Anne Freitas - da derart zielgerechtet auf weit mehr Masse geht und dennoch symmetrisch-kurvig-weiblich aussieht. Ich kann mir nun nicht vorstellen, dass die alte Regel für starke Beine nicht mehr gilt und aus Bequemlichkeit ingoriert wird, nämlich: "ass to grass", sprich: ganz tief runter bringt Kraft und Volumen. Statt dessen drängt sich ein anderer Verdacht auf: Wollen die Verbände da bei den Damen weniger "Fleisch" sehen und passt sich der Sport dem an? Es würde ins Bild der bei der IFBB schon länger geplanten Umstrukturierung passen. Aber das ist dann sowieso ein ganz anderes Thema... 

Die Ms I 2013 --- die Ergebnisse, da sind sie:

Und wieder einmal hat sie stattgefunden, wieder einmal gab es Ergebnisse - und wieder einmal hätte man kein Prophet sein müssen, um das Ergebnis vorherzusagen. Ich rede von der Ms. International, unter IFBB-Leitung ausgetragen beim Arnold's Sports Festival. Hier die Platzierungen:
  
1. Iris Kyle
2. Yaxeni Oriquen
3. Debi Laszewski
4. Brigita Brezovac
5. Cathy LeFrancois
6. Angela Debatin
7. Kim Buck

8. Olga Puzanova
9. Tazzie Colomb
10. Jeannie Paparone
11. Eleni Kavva



Die Muskelmaedels der ersten vier Plätze sieht man in der von mir, mattmuscle von muskelmaedels.blogspot.de, verbrochenen Collage von vier Jeff-Binns-Fotos. So wie ich das sehe, sind die Ladies unterschiedlich, liegen aber im Niveau sehr, sehr dicht zusammen. Aber ganz richtig finde ich die Bewertung nicht: Es gibt Körperbau und Körperbau, und ich hätte Brigita Brezovac in jedem Fall vor Debi Laszewski gesehen. Aber da mag auch meine persönliche Meinung und damit persönliche Zuneigung eine Rolle spielen. Jedenfalls sei der diesseits der Tastatur bestens bekannten "BB des BB" ganz herzlich gratuliert, ist sie doch die beste Europäerin! Und Iris Kyle? Der Neid muss es ihr lassen, sie war wohl wieder in erstklassiger Form --- allein diese Hammerwaden, die hat sonst keins der vorn platzierten Maedels zu bieten gehabt.

   

Samstag, 23. Februar 2013

Hier weiblich, da männlich - ein paar Notizen zur Rolle der Muskelmaedels und ihrer Fans



Verrückt oder normal - so lautete vor einigen Jahrzehnten ein Buchtitel aus dem Bereich der Psychologie. Nun heißt es zwar: "Lesen nützt, Lesen schützt", aber manchmal zeigt es auch nur auf, dass der Verfasser ignorant war. Oder zumindest in den Vorstellungen seiner Zeit gefangen und dementsprechend urteilend (auch wenn ich es jetzt noch nicht spüren sollte: Das passt mit Sicherheit auch auf mich). 

Jedenfalls wurde seinerzeit noch mit Begriffen wie "Perversion" hantiert, was man heute lieber unter Rückgriff auf die Soziologie als "Devianz" (abweichendes Verhalten) bezeichnet. Um es kurz zu machen: Fast alles, was nicht in die als korrekt erachtete sexuelle Norm fiel, wurde seinerzeit noch gern der Frage nach "pervers - ja oder nein?" unterworfen. Sind wir Fans von Muskelmaedels nun pervers?  Und was ist mit den Muskelmaedels?

Worum es mir geht: Ich will mal kurz zu analysieren versuchen, warum "die anderen" Muskelmaedels ablehnen, warum dafür eigentlich kein Grund besteht und warum wir Fans dennoch unsere Vorliebe oft gern heimlich ausleben.

Die öffentlichen geäußerten Ansichten sind jedenfalls entsprechend (man beachte aber: "Öffentlich geäußert" ist nicht unbedingt immer gleichzusetzen mit "tatsächliche Meinung" - mancher tut auch nur als ob): Also, so schallt es allenthalben, demnach sind Frauen mit Muckis unnatürlich und unweiblich, folglich muss der Typ, der sie mag, unmännlich sein. Klingt logisch, es lässt nur die Frage außer acht, wer denn die jeweilige Definition von "männlich/weiblich" erstellt und warum so viele darauf einsteigen. 

Dass Muskelmaedels bei so manchem Unbehagen auslösen, das ist fraglos bekannt. Manche Athletin ärgert das, aber manche der Damen genießen das, vielleicht auch mit einem letzten Rest von "Männerbastion-Stürmen-Wollen" im Hinterkopf. Nun sind es aber auch Frauen, die sich gegen ihre muskulösen Geschlechtsgenossinnen aussprechen. Hier mag der Neid eine Rolle spielen - aber das wäre zu kurz gegriffen. Denn bei allen Ablehnenden geht das sicher tiefer.


Aus meiner Sicht geht es um tief verankerte gesellschaftliche Konventionen. So --- jetzt bitte bloß nicht erschrecken, wenn ich mal mit der Begründung ganz hoch (und vielleicht daneben) greife: Oft wird bei "männlich - weiblich" darauf verwiesen, das sei so, weil es natürlich sei. Das lässt nur außer acht, dass mancher auf die Welt kommt und vom Fleck weg anders tickt - wenn alle Menschen vor Gott gleich sind, was ist dann mit dem, der "ab Fabrik" gegen die Konvention mit dem "natürlich" verstößt? Wenn das eine mit der Gleichheit vor Gott stimmt, dann kann die andere Sache mit den "ewiglichen" Konventionen nicht stimmen. Es gibt nur eins: Wie alles Leben ist auch unseres auf Fortpflanzung ausgelegt. In der Gesamtheit klappt das auch, im Detail oft nicht. Ist das dann unnatürlich? Fraglos nicht, da auch der menschliche Wille natürlich ist und es bei manchen Leuten biologisch angelegt ist, sich nicht fortpflanzen zu können.
  
Nein, bei "männlich - weiblich" geht es, so meine ich, um Traditionen. Und um das, was man als richtig im Lauf eines Lebens glaubt erkannt zu haben. Das scheint einem der einfache Blick in die Geschichte zu bestätigen - so nach der Devise "... war ja schon immer so, deshalb ist es sicher richtig!" Nur: Oft war deshalb alles so traditionell "richtig" und hübsch normiert, weil der Druck von oben entsprechend heftig ausfiel und man so bestimmte, von den Regenten und tonangebenden "Eliten" gewünschte Dinge auf lange Sicht vorschreiben, festsetzen und im öffentlichen Bewusstsein verankern konnte. Im Guten wie im Schlechten. 

Dadurch aber ließ sich jeder ächten, der gegen diese Normen verstieß. Im Westen hat die Kirche hier lange reichlich Schuld auf sich geladen und tut das immer noch (siehe Hexenprozesse, siehe Aufarbeitung der Missbrauchsskandale). Im muslimischen Raum gab und gibt es ebenfalls religiöse Oppression vieler geschlechtlicher Aspekte. Alles oft und gern unter dem Oberbegriff der Moral, aber das ist meist nur ein Deckmantel für das Grabschen nach der Macht.

Wer sich in der Geschichte der Sexualität umschaut, stellt immer wieder fest, dass es im Lauf der Zeit die verschiedensten Spielarten gegeben hat, OHNE dass die Menschheit ausgestorben wäre und OHNE dass es jedes Mal zu verderblicher Dekadenz à la spätem Rom gekommen wäre (wesentliches Merkmal davon ist ja auch, dass die gesellschaftliche Führungselite mehr und mehr zugunsten eigener Gelüste das eigentliche Regieren vernachlässigte und statt dessen Willkür übte - die Messalina-mäßigen Schweinereien waren da nur das i-Tüpfelchen). Aber: Infolge des Drucks haben sich viele als "richtig/falsch" geltende Dinge über lange Zeit verfestigt und wurden zur Tradition. Deshalb stecken sie heute auch in vielen Köpfen. Und jedes In-Frage-Stellen tut weh (aber das tut das Denken ja üblicherweise sowieso, sonst würden es mehr Leute tun ...)       


Und zu diesen wie in Erz gegossen wirkenden Aspekten gehört auch die Definition von "weiblich" und "männlich". Demnach sind Männer körperlich stärker. Gern wird da auch auf die Biologie verwiesen, die dem Mann in der Gesamtheit tatsächlich mehr Muskelmasse und Kraft mitgegeben hat. Nur lässt das außer acht, dass von jeher immer auch Frauen gelebt haben, die von Hause aus muskulös und stark (und stärker als viele Männer) waren. Oder die ihre Kraft trainiert und gesteigert haben, sei es durch Arbeit, sei es durch Sport. Oder die insgesamt gegen diese "hier männlich, da weiblich"-Doktrin angerannt sind. (Und um jeder "Schneid-ihn-ab"-Vertreterin gleich die Schere abzunehmen: Es gab auch Männer, die das taten.)

Zumal viele dieser Definitionen schlichtweg recht jungen Datums sind - sie kamen mit der Entwicklung des Bürgertums einher. Wer sich einmal anschaut, was zum Beispiel gemäß der bürgerlichen Etikette vom Ende des 17. bis zur vorletzten Jahrhundertwende alles geschlechtlich geregelt und getrennt war, der stellt auch rasch fest: Schön, das ist bei den Großbürgern und der tonangebenden städtischen Elite so. Und beim Rest? Da nicht. Der Rest aber war die Mehrheit. Und auf dem Land musste eine Frau auch mal die widerspenstigen Ochsen anspannen, den umgekippten Wagen aufrichten, den schweren Schmiedehammer schwingen, wenn es not tat, und alle sonstigen Arbeiten ebenso verrichten wie der Mann auch. Da gab es "männlich - weiblich" nur in der Biologie und in der Kleidung. 

Das bedeutet: Viele der bürgerlichen Normen erreichten nur die Bürger. Waren auch und vor allem dazu gedacht, eben diese (als neue soziale und politische Gruppe auftretenden) Bürger überhaupt einmal zu definieren und vom Rest der Welt abzugrenzen. Aber selbst in dieser Gruppe hielten sich längst nicht alle daran. Sprich: Wo Normen sind, werden sie durchbrochen. Das liegt in der Natur unseres Wesens, weil wir Menschen uns sonst nicht weiterentwickeln und Neues schaffen könnten. Und weil Individualität per se nicht normierbar ist. 

Wenn aber nun eine Norm"männlich" und "weiblich" definiert und sie sehr fest im allgemeinen Bewusstsein sitzt, dann zucken viele logischerweise bei jedem Verstoß dagegen und reagieren unangenehm berührt. Denn solche Verstöße werden als Angriff auf die sexuelle Identität verstanden (weswegen wir Fans mit unserem Faible auch oft im Verborgenen bleiben). Das ist ebenso folgerichtig wie der Verstoß gegen die Norm als solches. 



Für unseren Spleen mit den Muskelmaedels ergibt sich aus diesem Blick auf gesellschaftliche Werdegänge, Normen-Verstöße und Weiterentwicklungen: Sämtliche Experimente der Männer hinsichtlich der stets verbesserten Trainings- und Ernährungsmethoden mussten über kurz oder lang auch bei den Frauen ankommen. Und beim Bodybuilding und dem gezielt angestrebten Muskelzuwachs taten feminae das schon im alten Rom, das belegen einige Mosaikreste, die Maedels in Bikinis mit Hanteln zeigen. Um quasi kürzer zu gucken: Im 19. Jahrhundert ging das dann wieder stärker los. Interessanterweise im städtischen und damit dem eigentlichen bürgerlichen Umfeld. Zuerst bei Männern, dann auch bei mancher Frau. Und alle die Athletik betreffenden Methoden von heute machen daher natürlich nicht vor Geschlechtergrenzen halt.

Das heißt: Mehr Toleranz täte beiden Seiten gut. Muskelmaedels sind kein Angriff aufs männliche Selbstverständnis, sondern vor allem anderen schlicht Athletinnen, die ihren Körper bis zu der ihnen genehmen Grenze trainieren und ausprägen wollen. Und viele Fans und Muskelmaedels sollten bedenken, dass die Ablehnung "der anderen" sehr oft nichts mit Arroganz zu tun hat, sondern mit Unsicherheit. Nicht jeder kann aus seiner Haut heraus und macht daher sofort "zu", wenn er etwas als Angriff auf seine sexuelle Identität empfindet. 

Apropos Sex. Es gibt natürlich auch starke Ladies, die mit Freuden ihre körperliche Überlegenheit an Männern austoben - es ist wie immer im Leben: Die eine mag nur das Training und den Muskelaufbau, lebt ansonsten ganz normal - das ist fraglos die Mehrheit. Die andere aber ist auch deshalb stark und muskulös, weil sie nun mit den Kerlen spielen und sie dominieren kann. Auch uns Fans täte da manches Nachdenken gut: Wir reduzieren doch allzu oft die Muskelmaedels ausschließlich auf die Muskeln und damit das, was wir als erregend empfinden. Das aber ist auch nicht anders, als das, was die "T & A"-Fraktion à la "Playboy" oder "FHM"auch tun. Dass da immer mehr betroffene Bodybuilding-Frauen genervt reagieren, sollte niemanden sonderlich erstaunen: Es ignoriert ja alles das, was die Betroffene und ihr individuelles Wesen sonst ausmacht: Also agiere man einfach mit etwas Takt.


Wobei eine Sache immer noch da ist: Der Verweis auf die Weiblichkeit der Muskelmaedels. Man vergleiche den BB-Wettkampf: Männer rasieren und duschen sich vorher, dann kommt das Färben und Ölen, gut ist es. Und die Frauen? Ab Hals aufwärts ist der Aufwand um ein Vielfaches höher. Ma(n)n ist versucht zu sagen: wie immer. Frage: Gesellschaftlich bedingt oder im Wesen veranlagt und damit doch "typisch weiblich"?   
  
Hm. Muss ich das beantworten? Kann ich mich nicht einfach an der einen Sache freuen und die andere trotzdem haben? Sprich: Muskelmaedels, die ihre Freude an ihren Superbodies mit der Freude an der weiblich-erotischen Tändelei verbinden? Aber sicher doch! Oder wie es neulich in einer Zuschrift hier an muskelmaedels.blogspot.de hieß: "Meine Logik: Wenn es solche Frauen gibt, muss es auch Leute geben, die sie lieben. Schließlich gibt es auch Männer, die dicke oder dünne Frauen lieben."

Ein "Hm" habe ich noch. Es betrifft das, was eine TV-Produktion zum Thema "Female Muscle Worship" im Titel trug. Das mit den "Hidden Lives", also dem Leben und Ausleben im Verborgenen. Der Schmoe geht zum Muskelmaedel, aber das tut er nur heimlich. Heimlich deshalb, um sich gegen Schmähungen und Herabsetzungen seines Umfeldes zu schützen. Wirklich? Oder auch deshalb heimlich, weil das den Reiz des Spieles erhöht und somit gewissermaßen ein Sich-Der-Gefahr-Aussetzen darstellt? Ist das dann auch "typisch männlich"?

   

Samstag, 16. Februar 2013

Beyoncés "Muskeln" --- oder ein paar Gedanken zu einem völlig blödsinnigen Web-Shitstorm

Collage mit Fotos von Beyoncés Auftritt -
wo sind da die extremen Muckis???
Man kann über Beyoncé Knowles sagen, was man will, aber erstens kann die Dame richtig klasse singen. Und zweitens sieht sie einfach umwerfend aus, ob nun mit oder ohne Muckis. Damit wären wir auch schon in medias res. Was ist in der jüngsten Zeit für ein Shitstorm über sie hereingebrochen. Da wagte sie sich in der Halbzeit beim Superbowl auf die Bühne. Und das in einem für's amerikanische Primetime-TV mittlerweile wohl nachgerade obszön-verruchten Lederoutfit in Manier von Oma Turner (die, nebenbei bemerkt, in den 1980er Jahren durch ihre Beine mit einem für eine Sängerin sensationellen Muskeltonus aufwartete). Und, schwupps, erntete sie Häme, weil sie angeblich zu hart und zu muskulös rübergekommen sei; es wurden groteske Morphs produziert und einige der Foto-Schnappschüsse veröffentlicht, auf denen jeder in einer bestimmten Pose und Bewegung Abgelichtete unvorteilhaft aussieht. 

DAS sind Muskeln!!!
Also, Beyoncé sei bei ihrem viel diskutierten Auftritt in ihrer Thierry-Mugler-Corsage zu muskulös "rübergekommen" und habe zu Recht Kritik kassiert. Häh? Zu muskulös? Wie denn, wo denn, was denn? Habe ich wieder einmal etwas verpasst?

Hier zeigt Sheilahe Brown ganz lässig ihre
Arme, deren Bizeps-Umfang auch schon mal
mit knapp unter 18 Inches gemessen worden ist.
Liebe Gemeinde hier bei Muskelmaedels, aber vor allem auch sonstwo in der Welt - ich habe hier mal ein paar Bilder mit richtigen Muskelmaedels angefügt, damit ihr mal seht, wie das aussieht. Und, sagt mal, ihr Boulevard-Kommentatoren, geht's eigentlich noch? Habt ihr eigentlich noch alle Tasten am Keybord? Natürlich trainiert Beyoncé, sie ist ja, uncharmant gesagt, über 30 Jahre alt und zudem in einem Gewerbe tätig und mit einem Image behaftet, das einen makellosen Körper verlangt. Aber ihre Muskeln sind weit davon entfernt, auffällig oder gar unnatürlich zu sein. Manche normal trainierte Breitensportlerin (ich betone: keine Bodybuilderin) dürfte ähnlich aussehen und einen vergleichbaren Muskeltonus aufweisen, auch wenn den meisten die sexy Kurven von Beyoncé abgehen.

Das ist dann eins der Fotos,
angesichts dessen ich in
den PC hüpfen könnte --
was für ein Traum-Body!

Derselbe Blödsinn wurde über die Arme von Michelle Obama verzapft, unter anderem auch von Satirik-Talker Harald Schmidt. Extrem muskulös, viel zu ausgeprägte Bizeps-Muskeln und ähnliches mehr. Ich habe dann die Bilder der aktuellen U.S. First Lady angeguckt und voller Vorfreude nach den "viel zu ausgeprägten Bizeps-Muskeln" Ausschau gehalten. Das einzige, das ich gesehen habe, waren Arme einer schlanken und halbwegs sportlichen Frau. Von gut definierten und auch nur halbwegs großen Muskeln keine Spur:

Michelle Obama auf einem offiziellen
Foto aus dem Weißen Haus -- auch da
kann ich von extremen Muskeln gar
nichts erkennen.
Dabei hat es die schon gegeben. Auch in Kreisen der amerikanischen Prominenz. Um bei Nationalität und Hautfarbe zu bleiben - ich meine die Afroamerikanerin mit einem der wohl schönsten Gesichter der Jetztzeit: Angela Bassett. Als sie Tina Turner gespielt und in "Strange Days" mitgewirkt hat, da gab es zur Freude von demjenigen diesseits der Tastatur Arm- und Schultermuskeln zu sehen, die mancher Leistungssportlerin gut zu Gesicht gestanden hätten: Hart und kantig ausgeprägt, dabei von sichtlichem Umfang, fraglos auch richtig stark, wenn auch weit von dem weg, was ein Muskelmaedel à la Monique Jones, Sheilahe Brown, Dayana Cadeau oder Kim Perez zu bieten hat. Das schöne Gesicht hat Angela Bassett immer noch, wie zur Zeit in einer der ganzen Krankenhaus-Serien in der Glotzobox zu sehen, die Muskeln in dem Maß wie vor vor gut zwanzig Jahren sicher nicht mehr. Leider.

Von mir verbrochene Collage mit Angela-Bassett-Fotos.
Die stammen alle aus der Zeit von vor zwanzig Jahren,
als der Film über Tina Turner entstand. Klasse Figur,
prächtige Armmuskeln - wenn sie gewollt hätte, hätte
sie eine BB-Karriere einschlagen können.
Darüber hat man sich damals bei weitem nicht so das Maul zerrissen wie jetzt über die - aus meiner Sicht - völlig normale Muskulatur von Beyoncé. Das ist der reine Hype und darüber hinaus eine Frechheit gegenüber a) allen Frauen, die ähnlich aussehen, und b) gegenüber allen Frauen, die wirklich stattlich ausgeprägte Muskeln haben. Ich kann mir angesichts dieser Reaktionen zu Beyoncé nur an den Kopf fassen, weil sie in der Quintessenz wieder ALLE Frauen auf das völlig unfitte Ideal von anno Tobak reduzieren. Und das hat jetzt mit Muskelfetish wenig zu tun. Denn es zeugt schlicht von Intoleranz und darüber hinaus von Gleichmacherei. Um es mal wirklich ganz arg überspitzt zu formulieren: Wahrscheinlich liefen die uns Deutschen (zumindest denjenigen mit noch einem Rest von Geschichtsbewusstsein) nur allzu bekannten Gesetze zur Gleichschaltung von ehedem heute unter dem Oberbegriff Mainstream: Man wehre den Anfängen, sonst stirbt der Individualismus.

Dayana Cadeau zeigt ihre prallen
Hammer-Muckis in Sexy-Pose ---
so liebe ich  Billard....
Und Beyoncé: Lass dir von all diesen Suppenkaspern nicht die Laune verderben! Abschließend: Solltest du dir einmal wirklich Muskeln antrainieren wollen --- hier ein paar Anregungen. Ich jedenfalls weiß schon jetzt, dass ich die Kombination von Muckimaedel-Body, Gesicht und Stimme unwiderstehlich fände!  

Nochmal Sheilahe Brown, und
nochmal der Blick darauf, wie
weibliche Muskeln in
Perfektion wirklich aussehen!
        

Mittwoch, 13. Februar 2013

Wie beweglich ist denn echt?

Tja, und da manche das mit der körperlichen Flexibilität von Bodybuilderinnen immer noch anzuzweifeln scheinen (so kann man aus der einen oder der anderen E-Mail schließen), sei das "Spagat"-Posting noch um die unten angehängte Aufnahme ergänzt.

Offensichtlich ist diese in Wettkampfvorbereitung* begriffene Lady ein richtig muskulöses Muskelmaedel. Offensichtlich ist sie beweglich: Bei nach vorn gebeugtem Oberkörper umfassen ihre Hände ihre Fußgelenke, wobei die Ellbogen weit abgewinkelt sind. Folglich ist mit ihrer "Verbeugung" längst nicht am Limit: Dieses Muskelmaedel könnte wohl auch noch die Hände, wenn nicht gar die Unterarme auf den Boden bringen, während sie mit gestreckten Beinen dasteht. (*Wettkampfvorbereitung: Sie trägt einen entsprechend verzierten BH, und die Hautfarbe ist m.E. keine Frage der Fotobelichtung, sondern des Wettkampf-Bräuners.)

Als dann, liebe anonyme Mail-Schreiber - das ist der Beweis. Oder besser: Einer von von vielen, auf die Schnelle gesucht und gefunden:  

Montag, 11. Februar 2013

Wenn Muskelmaedels die Beine spreizen ...
äh, ja - es geht um diese Übung hier:



Also, ich habe diese Sache nie völlig korrekt hinbekommen. Selbst in meinen besten Zeiten kam ich bei weit gespreizten Beinen bloß näherungsweise mit dem Becken in Richtung Turnhallenparkett. Daher hatte ich immer höchsten Respekt vor den ganzen – meist weiblichen – Leuten, die ihn richtig durchführen konnten. Ich meine den Spagat, also das komplette Grätschen der Beine, bis sie eine möglichst gerade Linie bilden. Verständlich, dass wohl irgendwer irgendwann in Italien bei diesem sportlichen Akt an „spago“ (=Bindfaden) dachte und einen davon abgeleiteten Begriff schuf. Und um den Spagat geht es bei diesem Posting; begleitet von ein paar Bildern zur Illustration. Ist ja schließlich etwas Schönes, vor allem für das männliche Auge. Lenkt der Spagat doch dessen Blick dorthin, wo er lieber hin will als sonst wo...


Denn es steht ja schon oben im Begrüßungslogo von muskelmaedels.blogspot.de, dass es hier auch um sehr persönlich geprägte Anmerkungen geht. Um Anmerkungen zum Thema extrem muskulöser, physisch starker Frauen und ihrer enormen erotischen Faszination. Und das ist etwas, das beim Spagat aus meiner Sicht fraglos gegeben ist. Wenn nicht da, wo sonst? Wenn also eine gut gebaute Frau die Beine spreizt und dann langsam die Leibesmitte bis ganz zum Boden absenkt – allein die Vorstellung beim Schreiben genügt schon, dass die Finger über der Tastatur anfangen zu zittern... Für mich gehören sehr viele Spagat-Demonstrationen daher in einen Bereich, den ich mal mit sportlich geprägter, erotischer Tändelei überschreiben möchte.


Jenseits der sexuellen Konnotation (ich kann auch wissenschaftlich) geht mit dieser Übung immer ein athletischer Aspekt einher. Denn sie gilt ja als einer der Belege schlechthin für große körperliche Beweglichkeit. Zu Recht. Und so zählt der Spagat auch bei Tänzerinnen jeder Couleur zum Repertoire – das reicht vom Can-Can über den Poledance bis hin zum Ballett. Bei alledem ist der Spagat unverzichtbar. Wie sagte mal eine Freundin von mir, als sie einer Truppe Nachwuchstänzerinnen unter anderem auch diese Leibesübung beibringen sollte: „‚Ich kann das nicht’, das gibt es hier nicht.’ Ich kann das noch nicht’, das ist okay, aber das werden wir ändern.“ 


Und auch für anderes ist die entsprechende Beweglichkeit der Leibesmitte unabdingbar – für das Turnen ebenso wie für asiatische Kampfkunst: Cynthia Rothrock und Kathy Long hätten ihre Gegner nie per Roundhouse Kick in den Staub strecken können, hätten sie ihre gestählten Beine nicht so dermaßen weit und hoch strecken können.


Aber Muskelmaedels? Mit all diesen dermaßen umfänglich ausgeprägten, oft auch noch auf schiere Kraft trainierten Körperpartien? Sind Bodybuilderinnen denn nicht zu steif und unbeweglich dafür? Nun, das ist wieder eins dieser Klischees, das einfach nicht passt. Wie immer im Leben gibt es solche und solche. Die einen können es nicht, die anderen dagegen schon. Und das sind überraschend viele. Ich habe mal einige Bilder ausgesucht und als Collagen zusammengestellt, auf denen auch muskulöse Bodybuilderinnen bei den „Splits“ zu sehen sind.


Dabei sieht man dann auch, dass Spagat nicht gleich Spagat ist. Einerseits führen viele Athletinnen den Spagat so aus, dass beide Beine symmetrisch gespreizt sind und die Knie nach oben und ganz leicht nach vorn zeigen. Aus meinem Wissen heraus geurteilt, ist das gerade  Beschriebene wohl die Version, an die man allgemein beim Wort „Spagat“ denkt. Andererseits findet sich auch eine Variation dieser klassischen Ausführung. Dabei kommen bei dem einen Bein die Vorderseite samt dem Knie und dem Spann zum Boden, bei dem anderen Bein hingegen Beinbizeps, Wade und Ferse; das Knie zeigt nach oben - also ähnlich wie bei einem ganz tiefen Ausfallschritt.


Darüber hinaus finden sich auch Spagat-Versionen, die mit Absenken zum Boden gar nichts zu tun haben: Unglaublich sportliche Sprünge, bei denen sich die Beine in der Luft beneidens- und erregenswert weit spreizen. An der berühmten Stange darf diese Nummer auch nicht fehlen. Akrobatische und turnerische Übungen mit der Kombination von Handstand und Spagat – mitunter sogar einarmiger(!) Handstand und sonstige Ausweise außerordentlicher Kraft und Körperbeherrschung. Selbst die eigentlich zum Bizeps-Training bestimmte Scott-Bank im Gym wird gelegentlich zu Spagat-Dehnübungen verwendet. Und fast immer gibt es bei der Übung noch etwas dazu: ein fröhliches und sehr selbstsicheres Lächeln, das nur eins ausstrahlt: „Na, ich weiß genau, an was du gerade denkst. Aber kannst du das auch?“


Nein, leider. Aber Angucken, das kann ich.Und zwar ganz besonders gut, ebenso wie Staunen und Bewundern und Sehr-Sehr-Sehr-Sexy-Finden...


Mittwoch, 6. Februar 2013

Sessions ade?


S
essions, ob nun Muscle Worship, Wrestling, Grappling, Armwrestling oder (leichte) Domination - ein Vergnügen, an das ich mich erst nach langem Zögern gewagt habe. Bei weitem nicht so oft, wie möchte. Aber immerhin so häufig, dass ich einiges an Erfahrungen sammeln konnte. Und einige nette, zum Teil äußerst erotische und dazu einfach wirklich nette, gescheite, lebenslustige, geistreiche, warmherzige, gescheite und witzige Muskelmaedels kennen lernen durfte. Im Großen und Ganzen also etwas, das man jedem Gleichgesinnten nur wämstens empfehlen kann, um einmal wieder die Dinge im Leben geradezurücken.


Nun, ich habe seit Bestehen meines Blogs muskelmaedels.blogspot.de mehr als nur einiges an Zuschriften zu dem Thema bekommen. Darunter auch immer mal wieder eine von einer Sorte Mails. In denen geht es darum, dass eine unheilige Allianz von Funktionären, Sponsoren und sonstigen Geldleuten  mehr oder minder fühlbaren Druck auf die Muskelmaedels ausübt, die sich unter anderem durch teuer zu bezahlendes Muscle Worship die Teilnahme an ihrem Sport verdienen. Und so, wie sich mir das darstellt, zeigt das zunehmend Wirkung.

Das Folgende ist daher in den Aussagen und Inhalten echt, wenn auch dort gerafft und gestrafft, wo es ansonsten zu erheblichen inhaltlichen und argumentativen Wiederholungen geführt hätte. Fiktiv ist nur eins - nämlich die jetzt folgenden zwei Abschnitte. Irgendwie muss man ja mit seinem Text anfangen, oder? Also, los geht's:
    
... als sie mich niedergerungen und sich lässig auf mich geschwungen hatte, lag ich nun unter ihr und verrieb langsam großflächig Öl in die Haut des straffen, harten, warmen Muskelprallpopos auf meiner Brust. Und während sie ihre mächtigen Muckis anspannte und mich so mal mehr, mal weniger quälte und sich dann anderweitig verlustierte, da hörte ich zwischen all den spöttisch-herablassenden Bemerkungen mit einem Mal den Satz, den ich gar nicht hören wollte: "Das ist meine letzte Tour mit Muscle Worship und mit Wrestling und so was!"

"Noch eine", dachte ich entsetzt, "das darf doch alles nicht wahr sein!" 
Und ich fragte: "Ja, aber warum denn? Macht es dir denn keinen Spaß mehr?"
Das könnte man ja verstehen - solche Treffen sind zwar meist harmlos, haben aber fraglos einen leicht bizarren Touch. Und mancher Besucher nervt bestimmt ganz arg. Darauf sie: "Nein, das nicht, im Gegenteil. Aber ich werde dir einfach mal erzählen, warum ich mich jetzt so entschieden habe ..."



Soweit das Fiktive. Jetzt also das, was sich mir als Quintessenz aus den genannten Zuschriften und einigen selbst geführten Gespächen darstellt:

Wie ich inzwischen mit einigem Stochern und Umherfragen bei dieser und bei jener Person herausgefunden habe, scheint es da tatsächlich Druck zu geben. Und das schafft für die Betroffenen den handfesten Grund. Zumindest ist das der, der immer genannt wurde. Keine der Befragten sagte, "Ich höre auf, weil ich dieser Sache überdrüssig werde und was anderes anfangen möchte". Was zwar in allen Fällen schade, aber völlig in Ordnung gewesen wäre. Nur: Das sagte niemand. Es hieß stets, dass die Session-Sache sich unter Umständen schlecht auf die Teilnahme bei Wettkämpfen und auf etwaige Werbeverträge und damit die Karriere per se auswirke. Also muss man davon ausgehen, dass meistens auch hier der Hase im Pfeffer liegt.

Es scheint tatsächlich so zu sein, dass inzwischen immer mehr Leute auch außerhalb der Muskelfrauenfanwelt mitbekommen, mit was sich so manche(r) (F)BB sein/ihr Geld verdient. Ist ja auch nicht allzu schwer - wenn wir Fans nach "Muskelmaedels" googeln können, dann können das auch alle anderen. Und inzwischen gehört es für viele Arbeitgeber und Personaler zum "guten" Ton, das man jeden, der bei einem im Büro landet, erst einmal auf diese Weise abcheckt. Orwell hatte doch recht - freilich etwas anders, als er sich das gedacht hatte: Jeder ist Big Brother und jeder ist der, den Big Brother überwacht.  

Also, man findet auf diese Weise heraus, dass diese oder jene Muckidame sich mit solchen Meetings ihr Geld oder zumindest ein Zubrot verdient. Statt aber nach dem Wie und dem Warum zu fragen, wird nun anscheinend die Moralkeule ausgepackt. Dazu zweierlei: 

- Erstens zeugt es davon, dass man sich kein genaues Bild vom Wesen einer Session macht. Stattdessen geht man einfach vom Schlimmsten aus und urteilt somit in Bausch und Bogen. Ginge man differenzierter vor, würde man flugs feststellen, dass bei weitem die Mehrzahl dieser Treffen völlig harmlos sind und einige etwas derber. Und dass es nur bei einer kleinen Zahl davon zum Äußersten kommt, sprich: zu Sex. 

- Zweitens: Hier liegt wohl auch einer der Gründe, dass immer mehr Athletinnen derartige Sessions vermehrt unter Alias-Namen anbieten - dann taucht man in der Suchmaschine nicht auf. Denn immer mehr Muskelmaedels wird klar, dass diese moralinbeflissenen Leutchen an den Schaltstellen keine Athletin auf einem der vorderen Ränge und auf keinem Titelbild wünschen, die sich ihr Dasein durch Sessions finanziert. Um es klar zu sagen: Man wird es bei entsprechender Leistung nicht verhindern können, aber man wird die entsprechende Lady halt weniger fördern und pushen.

Das kann man beim allerersten Hören auch noch irgendwo verstehen - die Verbandsoberen, die sich Sorgen um das Image ihres Sportes und ihrer Institution machen, die Verleger mit der Frage nach dem Ruf ihres Blattes, die Werbemanager mit der Frage nach dem Image ihres Produktes...

Spätestens beim zweiten Nachdenken entlarvt sich das als schiere und pure Heuchelei. War es nicht so, dass Muscle Worship von jeher zum Bodybuilding dazugehört hat - und zwar zuerst entweder homosexuell oder (reiche) Frau und (armer) Athlet? Wieviele der aufgemuskelten Männer haben sich im Lauf des abgelaufenen Jahrhunderts ihre Kasse dadurch aufgefüllt, dass sie sich zuerst von dieser Dame und dann von jenem Herrn haben betasten und befühlen lassen, wenn nicht mehr passiert ist? Beim Maler, beim Fotografen, die nicht nur den Pinsel geschwungen und nicht bloß den Auslöseknopf gedrückt haben? Nichts Neues unter der Sonne, zumal man solche Geschichten schon aus den Anfängen des BB und da von einem gewissen Herrn Müller kennt. In der heutigen libertinären Zeit kann man das nur so kommentieren: Ja und?


Das Ansehen des Sports und der Verbände (und jetzt meine ich nicht nur BB). Es darf gelacht werden - ich zitiere aus einer Mail: "Wer gibt denn die Rahmenbedingungen vor, die so viele Athleten dazu zwingen, unlautere Mittel anzuwenden? Wieviele dieser Funktionäre lassen dann im Fall der Fälle die Betroffenen im Regen stehen, sagen "Meine Name ist Hase" und waschen ihre Hände in Unschuld? Tun sie das nicht, obwohl ihnen klar sein müsste, das dieses und jenes Leistungsniveau und damit mitunter alles, was sie als Funktionäre sportlich organisieren, nicht auf lauterem Wege zu erreichen sein dürfte?" 

Ich ergänze: Gibt es nicht gerade ganz aktuell wieder einen internationalen Sport-Wettskandal mit Absprachen bei Fußballspielen? Wieviele von diesen Organisationen kümmern sich um altgewordene und ins Abseits gerutschte Sportkameraden? Wie oft haben - beim Bodybuilding - als Sportrichter eingesetzte Vertreter dieser Verbände bei Sportveranstaltungen gemäß irgendwelcher willkürlicher Vorgaben und nicht gemäß des Regelwerks und schon gar nicht gemäß der klaren Stimmung im Publikum entschieden (was zugegebenermaßen nicht immer das Hauptkriterium sein darf, aber ebenso sicher auch nicht immer irrt)? Wie sehr versuchen diese Verbände, die Athleten zu gängeln?

Ich kann mich noch daran erinnern, dass BB-Athletinnen vor einigen Jahrzehnten vom Wettkampf ausgeschlossen wurden, weil sie für Nacktfotos in Herrenmagazinen posiert haben. Ui! Untergang des Abendlandes! Was daran anstäßig ist, will sich mir noch immer nicht nicht erschließen, zumal Herren wie Burt Reynolds und Arnold Schwarzenegger schon ein Jahrzehnt zuvor ähnliches für Frauenmagazine getan haben und es ihnen nur zur Ehre und zum Fortkommen gereicht hat?

Womit wir bei den Sponsoren wären. Auch hier der immerselbe Einwand: Es kann nicht verborgen bleiben, was die Athleten zum Leben brauchen - aber das heißt ja nicht, dass der Sponsor da mehr beitragen könnte, oder? Aber natürlich könnte er. Und flugs wäre das Problem mit der Imagesache gelöst. Mal ganz abgesehen davon, dass man beim Werben für Tütensuppen, Motorenöle, waldbiologisch einwandfreie Kettenmotorsägen ganz bestimmt auch Models mit dem Nimbus einer jungfräulichen Nonne braucht. Wer, um Himmelswillen, glaubt das? 

Und bei den Sportprodukten? Himmelherrgott: In der Szene ist doch hinlänglich bekannt, dass die und die Sessions veranstaltet - aber es schadet da den emtsprechend tätigen Athletinnen nicht: Erstens würdigt man da immer die Leistung. Und zweitens: Mitunter habe ich den Eindruck, dass die Fans viel klarer zwischen sportlicher Leistung und dem übrigen unterscheiden können. Zumal in Fällen einer gewissen Prominenz kaum etwas besser sein kann als der Nachweis, dass man direkten und intensiven Kontakt zu den Fans pflegt - und man allein dadurch massig Werbepotential hat.  

Muscle Worship, Wrestling, Grappling,Lift & Carry, Domination, Armwrestling etcetera. Es wird nicht offen ausgesprochen, aber offensichtlich ist die - ich betone erneut: sicher nicht neue - Subkultur gerade im FBB vielen Offiziellen ein Dorn im Auge. Ich kann dazu nur eins sagen: Ich (und wahrscheinlich das Gros der Fans) hat es sich immer zur Ehre angedeihen lassen, die besuchten Damen mit aller Diskretion und aller Fairness zu behandeln. Gentlemanlike eben. Dazu gehört es auch, dass man nicht nur den Body, sondern auch den Menschen dahinter sieht und berücksichtigt und kennenzulernen versucht.



Dann stellt man auch fest, dass manchen Muskelmaedels das Treffen Spaß macht, anderen hingegen nicht. Und dass eine dritte Gruppe sehr gut schauspielert, um ihren Besuchern und Verehrern möglichst eine Stunde puren Spaß zu ermöglichen. Aber fast alle der aktiven Wettkämpferinnen tun das, weil sie das Geld dringend brauchen, um irgendwann wieder in Top-Verfassung auf der Bühne stehen zu können. Bodybuilding ist nämlich nicht nur ein Sport im gesellschaftlichen Schatten, sondern dazu auch noch etwas, das zeit-, kosten-, willens- und kraftintensiv ist. Zumindest beim Thema Kosten könnte der Verband ganz einfach an diversen Schrauben drehen, indem er für eine bessere Bezahlung der Athletinnen sorgt.

Einmal abgesehen davon: Wen geht es etwas an, wie sich welcher Individual-Sportler in seiner Freizeit verhält? Im Rahmen der üblichen gesellschaftlichen Regeln: Niemanden! Ich sage's mal so: Wenn die eine es hinbekommt, ihr Geld so zu verdienen, aber auf der Bühne sportlich und regelkonform eine 1a-Leistung hinlegt, dann ist nur eins zu bewerten, nämlich die Leistung auf der Bühne. Denn nur die steht im Regelwerk. Ansonsten würde sich das ganze nämlich wieder rasch den als "Manchester-Kapitalismus" bekannten Verhältnissen im 19. Jahrhundert nähern: Der Arbeiter wird nicht nur durch schlechten Lohn ausgebeutet, sondern auch dadurch, dass man ihn in seinem ganzen übrigen Leben an die Firma kettet (etwa durch den Zwang, da und nur da einzukaufen und sich auch zuhause und privat gemäß der vom Betrieb erlassenen Vorschriften zu verhalten).

Es mag verständlich sein, dass diese Session-Sache manchem Funktionär sauer aufstößt. Aber noch mal: Es geht ihn nichts an. Und auch noch mal: Man stochere mal in über 120 Jahrzehnten Männerbodybuilding und schaue, was man da findet. Was sich jetzt im Frauenbodybuilding tut, ist doch nichts anderes, als dass das jetzt zwischen Männern und Frauen bzw Frauen und Frauen stattfindet. Zumal die überwiegende Menge der Sessions wirklich zahm und unverfänglich abläuft. So what?

Für mich spricht aus alldem auch noch etwas anderes: die Hingabe der - in meinem Interessenfall - Athletinnen an ihren Sport. Die sie dazu bringt, auch mit sehr merkwürdigen Dingen in einem auf Außenstehende bizarr wirkenden Umfeld das an Geld heranzuholen, was sie zum Ausüben des Sportes benötigen. Wirft eigentlich eher ein schlechtes Licht auf alle anderen.

So. Nachdem ich jetzt die Auskünfte und Mails zu dem Thema mal endlich ausgewertet habe, bin ich mal gespannt auf weitere Zuschriften und Kommentare hier bei muskelmaedels.blogspot.de. Vielleicht ist es ja auch so, dass da jemand viel heiße Luft vebreitet und dass schlussendlich bei Tisch dann doch wieder deutlich kälter gegessen wird.

Ich jedenfalls geb's gerne zu: Ich freue mich auf die nächste Session. Auf die Aufregung vorher. Auf das Zittern der Finger. Auf die Begrüßung. Auf den Druck ihrer kräftigen Hand. Auf das Befühlen ihrer warmen Haut über diesen so unglaublich festen und umfänglichen Muckibergen, -hügeln und -gipfeln. Auf das Spüren ihrer Kraft, auf  spöttische Bemerkungen. Auf dieses warm-feuchte, verschwitzt-ölige Drumrum beim lustbetonten und kräftemessenden Balgen. Aufs Unterliegen. Und dann auf dieses Ausgeliefert-Sein an ihren Willen und ihre Körperkraft und ...